Das Thema dieser Hausarbeit im Rahmen des Seminars “Literarische Übersetzung” ist die Übersetzung des Romans "To Kill a Mockingbird" von Harper Lee. Das Ziel derArbeit besteht darin, die deutsche Übersetzung mit dem englischen Original zu vergleichen und auf ihre Angemessenheit zu überprüfen. Daher wurde für die Untersuchung der übersetzungskritische Ansatz gewählt.
Zu den wichtigsten Aspekten, die bei der Übertragung des Buches in die Zielsprache zu beachten sind, zählen der Schreibstil der Autorin, die Wiedergabe der Erzählperspektive und die Verwendung von Sprachvarietäten. Ebenso von Bedeutung sind Anredeformen, Realia und nicht zu vergessen der Titel.
Bei der Analyse der ausgesuchten Textauszüge bin ich in zwei Schritten vorgegangen. Zunächst habe ich versucht, auf Besonderheiten des Romans und die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten im Hinblick auf die Übersetzung aufmerksam zu machen. Anschließend habe ich die deutschen Lösungsvorschläge vor diesem Hintergrund analysiert und bewertet.
Auf der Grundlage dieser einzelnen Kapitel habe ich darüber hinaus versucht, der Frage nachzugehen, wie die Übersetzerin mit der engen Einbettung des Romans an eine bestimmte Zeit und vor allem an eine bestimmte Kultur umgegangen ist. Denn sowohl die Thematik als auch die Athmosphäre sind untrennbar verbunden mit der amerikanischen Kultur, genauer gesagt der der Südstaaten. Dies durch eine Übersetzung für eine andere Kultur verständlich zu vermitteln, ohne dass an Authentizität verloren geht, war sicherlich keine leichte Aufgabe, auf jeden Fall aber eine Herausforderung.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
II.1. Der Schreibstil der Autorin
II.1.1. Metaphern und Vergleiche
II.1.2. Personifizierungen und Symbole
II.2. Die Erzählperspektive
II.2.1. Malapropismus
II.2.2. Allusionen
II.3. Sprachvarietäten
II.3.1. Black English
II.3.2. Andere Soziolekte/ Umgangssprache
II.3.3. Kindersprache/ Slang
II.4. Anredeformen
II.5. Realia
II.6. Der Titel
III. Schlusswort
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Übersetzung des Romans "To Kill a Mockingbird" von Harper Lee, um die Angemessenheit der Übertragung zu prüfen. Dabei wird ein übersetzungskritischer Ansatz verfolgt, der analysiert, wie sprachliche Stilmittel, kulturelle Besonderheiten und die Erzählperspektive im Zieltext bewahrt oder angepasst wurden.
- Vergleich von Schreibstil und Metaphorik zwischen Original und deutscher Fassung.
- Analyse der Übertragung von Sprachvarietäten und soziolektalen Merkmalen.
- Untersuchung der kulturellen Adaption von Realia und Titelsymbolik.
- Bewertung des Einflusses der Übersetzung auf die Wahrnehmung der Erzählperspektive.
- Reflektion über die Strategien der "Domesticating" und "Foreignizing" Übersetzungsmethodik.
Auszug aus dem Buch
II.1.1. Vergleiche und Metaphern
Der folgende Vergleich entstammt der Charakterisierung Calpurnias, der schwarzen Köchin und Hausangestellten der Familie Fink:
“ ... ; her hand was wide as a bed slat and twice as hard.“ ( Lee, 97, S. 6 )
Die deutsche Übersetzung lautet:
“Ihre Hand war so breit wie eine Bettlatte und doppelt so hart.“ ( Lee, 2000, S. 15 )
Hierbei handelt es sich um eine wörtliche Übersetzung des Vergleichs aus der Ausgangssprache. Die Übersetzerin hat denselben Gegenstand gewählt um Calpurnias Hand, die die Strenge der Hausangestellten verrät, zu beschreiben. Dadurch wird die sprachliche Originalität der Autorin gewahrt.
In einer der Gerichtszenen wird Atticus’ Vorgehensweise bei der Befragung eines Zeugen Durch folgende Metapher beschrieben:
„... it seemed to me that he’d gone frog sticking without a light”. ( S. 195 )
Kapitelzusammenfassungen
I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit, die deutsche Übersetzung von Harper Lees Roman kritisch mit dem englischen Original zu vergleichen.
II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene linguistische und kulturelle Aspekte wie Stilmittel, Erzählperspektive, Sprachvarietäten, Anredeformen, Realia und den Titel.
II.1. Der Schreibstil der Autorin: Dieses Kapitel widmet sich der Untersuchung der "realistischen" Sprache und der Verwendung von Metaphern und Vergleichen durch die Autorin.
II.2. Die Erzählperspektive: Hier wird die Ich-Erzählperspektive von Scout Finch analysiert und wie diese durch Stilmittel wie Malapropismen und Allusionen gestützt wird.
II.3. Sprachvarietäten: Das Kapitel befasst sich mit der Charakterisierung durch Dialekte und Soziolekte, insbesondere dem "Black English" sowie Umgangssprache und Kindersprache.
II.4. Anredeformen: Hier wird die Schwierigkeit der Wiedergabe sozialer Verhältnisse durch Anredeformen im Deutschen thematisiert.
II.5. Realia: Das Kapitel beleuchtet den Umgang mit spezifischen kulturellen Begriffen, die keine direkte Entsprechung im deutschen Kulturraum haben.
II.6. Der Titel: Die Analyse konzentriert sich auf die Problematik der Titelsymbolik ("Mockingbird" vs. "Nachtigall") und die poetisierende Übersetzung.
III. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet den Kompromiss zwischen "domesticating" und "foreignizing" Ansätzen in der Übersetzung.
Schlüsselwörter
Harper Lee, To Kill a Mockingbird, Literaturübersetzung, Übersetzerseminar, Stilmittel, Metaphern, Black English, Sprachvarietäten, Erzählperspektive, Realia, Südstaaten, Kulturtransfer, Domesticating, Foreignizing, Wer die Nachtigall stört.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die deutsche Übersetzung von Harper Lees Roman "To Kill a Mockingbird" im Vergleich zum englischen Original.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Analyse konzentriert sich auf den Schreibstil, die Erzählperspektive, Sprachvarietäten, kulturelle Realia sowie die symbolische Bedeutung des Buchtitels.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Angemessenheit der deutschen Übersetzung hinsichtlich Stilistik und kultureller Authentizität zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein übersetzungskritischer Ansatz gewählt, um Besonderheiten im Original mit den gewählten deutschen Lösungen zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt im Detail, wie Stilmittel wie Metaphern, Symbole und verschiedene Soziolekte (z.B. Black English) ins Deutsche übertragen wurden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind literarische Übersetzung, Sprachvarietäten, kulturelle Realia, Erzählperspektive und die Strategien des Domesticating bzw. Foreignizing.
Wie bewertet die Autorin die Übersetzung des Titels?
Die Autorin kritisiert die Ersetzung von "Mockingbird" durch "Nachtigall" als Verlust der spezifischen kulturellen Assoziation und hält die deutsche Titelübersetzung für zu schwach.
Warum ist die Wiedergabe des "Black English" im Deutschen so schwierig?
Die Autorin argumentiert, dass es im Deutschen keine direkte Entsprechung für die soziale Funktion des Black English gibt und die Verwendung von "Gastarbeiterdeutsch" zwar kontextuell passend, aber kulturell problematisch ist.
Welche Rolle spielt die Erzählperspektive für die Übersetzung?
Die kindliche Sichtweise und das Wissen der erwachsenen Erzählerin sind zentral; die Arbeit untersucht, ob die Übersetzung diesen Aspekt durch Vereinfachung oder stilistische Anpassung verändert.
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- Diplomübersetzerin Helena Schneider (Author), 2002, Die Übersetzung des Romans "To Kill a Mockingbird" von Harper Lee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37036