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Schwangerschaft vor dem Umbruch

Der Schwangerschaftszustand in "Zedlers Grossem vollständigen Universallexicon aller Wissenschaften und Künste"

Titel: Schwangerschaft vor dem Umbruch

Bachelorarbeit , 2008 , 93 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Terhaag (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit widmet sich den Artikeln zum Schwangerschaftszustand in ‚Zedlers Grosses vollständiges Universallexicon aller Wissenschafften und Künste’. Untersucht werden soll, welches Wissen an der Wende zur „körpernahen“ und „differenzierten Schwangerschaftsdiagnostik“ als soweit gesichert und relevant galt, dass es in eine umfassende Enzyklopädie Eingang fand. Wie ist dieses strukturiert? Welche Vorstellungen des schwangeren weiblichen Körpers und Leibes werden sichtbar? Lassen sich bereits Hinweise auf die sich grundlegend modernisierende Schwangerschaftsdiagnostik finden?
Kurz: Was wurde von den namentlich unbekannten Autoren des ‚Zedlers’ als relevantes und gesichertes Wissen über die Schwangerschaft empfunden und wie zeichnet sich dieses Verständnis des Zustandes aus?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Herleitung

1.2. Fragestellung und Aufbau der Arbeit

1.3. Anmerkungen zum aktuellen Forschungsstand

2. Johannes Heinrich Zedler und das ‚Grosse vollständige Universallexicon aller Wissenschafften und Künste’

3. Der ‚Zedler’ und seine Artikel als Quelle

3.1. Sprachliche und thematische Strukturen in den Artikeln

3.2. Quellenbezüge – Wissenstraditionen

4. Schwangerschaftsverhütung: „Von denen Dingen, welche die Schwangerschafft verhindern sollen [...].“ – Ein mutiger Schritt in Richtung ‚Aufklärung’

5. Schwangerschaftsdiagnostik: „Die meisten Zufälle und Zeichen der Schwangerschafft sind sehr mißlich und betrüglich“

5.1. Dauer der Schwangerschaft

5.2. Schwangerschaft erkennen

5.2.1. Die Schwangerschaft am Urin erkennen

5.2.2. Ausbleiben der Menstruation als Anzeichen einer Schwangerschaft

5.2.3. Andere Schwangerschaftsanzeichen

6. Schwangerschaftserhaltung: Das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden der Schwangeren

6.1. Die Behandlung von typischen „Schwangerschaffts-Zufällen“

6.2. Die Behandlung und Prävention von schwerwiegenden, die Schwangerschaft gefährdenden Krankheiten

6.3. Präventive und stärkende Maßnahmen in der Schwangerschaft

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das im „Grossen vollständigen Universallexicon aller Wissenschafften und Künste“ von Johannes Heinrich Zedler überlieferte Wissen über den Schwangerschaftszustand im 18. Jahrhundert. Ziel ist es, das medizinische und gesellschaftliche Verständnis von Schwangerschaft in dieser Übergangsphase zwischen barocker Tradition und Aufklärung diskursanalytisch zu erschließen und zu zeigen, wie sich das Wissen um den weiblichen Körper durch medizinische Systematisierung wandelte.

  • Strukturelle Analyse des Schwangerschaftsdiskurses in Zedlers Lexikon.
  • Untersuchung von Praktiken zur Schwangerschaftsverhütung und deren gesellschaftliche Einordnung.
  • Analyse der Methoden zur Schwangerschaftsdiagnostik und deren Wandel vom subjektiven Empfinden zur medizinischen Fremdbeobachtung.
  • Betrachtung von Maßnahmen zur Schwangerschaftserhaltung und dem Umgang mit krankheitsbedingten Gefahren.

Auszug aus dem Buch

3.1. Sprachliche und thematische Strukturen in den Artikeln

Der Vergleich der einzelnen Artikel zeigt deutliche strukturelle Unterschiede in Aufbau und Intention. Die Inhalte sind entweder von einer erläuternden Struktur, Handlungsanweisung gebend oder reinen Rezepturformel bzw. von Mischformen geprägt. Eine Klassifizierung nach den drei Orientierungspolen ‚Darlegung’, ‚Handlungsanweisung’ und ‚Rezept’ bot sich daher für die Erfassung der thematischen Strukturen an. Diese dienen dazu, als idealtypische Kategorien den Vergleich zu erleichtern und die Quellen in Beziehung zueinander setzen zu können, ohne ihre strukturellen Eigenheiten zu vernachlässigen.

Aber nicht nur thematische Strukturen, auch sprachliche Strukturdifferenzen lassen sich ausfindig machen. Ohne auf die einzelnen lexikalischen, grammatischen oder orthographischen Eigenheiten jedes Artikels eingehen zu können, möchte ich am Beispiel einiger Wortvarianzen diese Differenzen verdeutlichen, wobei bei einmaligem Auftreten einer Varianz immer die Möglichkeit eines Orthographie- oder Druckfehlers berücksichtigt werden muss.

Rein orthographische Unterschiede liegen beispielsweise bei „Geburt“ und „Geburth“, „Gebärmutter“ und „Gebährmutter“ sowie „offtmahls“ und „offtmals“ vor.

Der Grund für diese sprachlichen Varianzen liegt in dem breiten Autorenstab des ‚Zedlers’, über den im Gegensatz zu den drei Hauptredakteuren nur sehr wenig bekannt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Herleitung des Themas vor dem Hintergrund moderner Schwangerschaftswahrnehmung und Darstellung der Forschungsfragen.

2. Johannes Heinrich Zedler und das ‚Grosse vollständige Universallexicon aller Wissenschafften und Künste’: Historischer Abriss zur Entstehung des Lexikons und der Rolle von Johannes Heinrich Zedler.

3. Der ‚Zedler’ und seine Artikel als Quelle: Methodenreflexion zur quellenkritischen Analyse der enzyklopädischen Texte.

4. Schwangerschaftsverhütung: „Von denen Dingen, welche die Schwangerschafft verhindern sollen [...].“ – Ein mutiger Schritt in Richtung ‚Aufklärung’: Analyse der frühneuzeitlichen Verhütungspraktiken und deren moralische Bewertung.

5. Schwangerschaftsdiagnostik: „Die meisten Zufälle und Zeichen der Schwangerschafft sind sehr mißlich und betrüglich“: Darstellung der diagnostischen Unsicherheiten und des Wissens über Anzeichen einer Schwangerschaft.

6. Schwangerschaftserhaltung: Das gesundheitliche und psychische Wohlbefinden der Schwangeren: Untersuchung von medizinischen Ratschlägen zur Gesundheit der Mutter und zur Stärkung des Kindes.

7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung des Wandels des Schwangerschaftskonzeptes im 18. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Schwangerschaft, Zedler-Lexikon, Frühe Neuzeit, Schwangerschaftsdiagnostik, Empfängnisverhütung, Körpergeschichte, Humoralpathologie, Gebärmutter, Medizingeschichte, Aufklärung, Frauengeschichte, Leiblichkeit, Medizinische Wissensgeschichte, Reproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verständnis des Schwangerschaftszustandes, wie es sich in den Artikeln des „Grossen vollständigen Universallexicons“ von Johannes Heinrich Zedler in der Mitte des 18. Jahrhunderts widerspiegelt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Schwangerschaftsverhütung, den Methoden der Schwangerschaftsdiagnostik sowie den Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit von Mutter und Kind.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wissen über Schwangerschaft in dieser Übergangszeit zwischen traditioneller Humoralpathologie und aufklärerischen Tendenzen strukturiert und tradiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird eine diskursanalytische Herangehensweise gewählt, um die Texte als Überrest einer spezifischen Wissensordnung und als Instrument zur Konstruktion des weiblichen Körpers zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine quellenkritische Analyse der Lexikon-Artikel und eine anschließende detaillierte Kategorisierung nach Verhütung, Diagnose und Erhaltung, basierend auf historischen Quellen.

Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit entscheidend?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die „Schwangerschafts-Zufälle“, die Unterscheidung zwischen Leib und Körper sowie die Rolle von Medizinern und Apothekern in der Frühen Neuzeit.

Wie unterscheidet sich die damalige Schwangerschaftsdiagnose von der heutigen?

Während heute chemische oder technische Fakten wie der HCG-Wert eine Schwangerschaft belegen, war die Diagnose im 18. Jahrhundert ein „Puzzle“ aus unsicheren Anzeichen, die eher als Ahnung denn als Fakt galten.

Welche Rolle spielt die Humoralpathologie im untersuchten Lexikon?

Die Vier-Säfte-Lehre bildete die theoretische Basis für Erklärungsmodelle bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Erbrechen oder Gelbsucht, wurde aber zunehmend mit neuen physiologischen Beobachtungen vermischt.

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schwangerschaft vor dem Umbruch
Untertitel
Der Schwangerschaftszustand in "Zedlers Grossem vollständigen Universallexicon aller Wissenschaften und Künste"
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,0
Autor
Katharina Terhaag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
93
Katalognummer
V370432
ISBN (eBook)
9783668477773
ISBN (Buch)
9783668477780
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frühe Neuzeit Schwangerschaft Zedler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Terhaag (Autor:in), 2008, Schwangerschaft vor dem Umbruch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370432
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Leseprobe aus  93  Seiten
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