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Das Motiv der Liebe in Prosastücken von Robert Walser

„Was ist Geliebtsein und Beliebtsein gegen dieses blühende holdselige Wunder: selber lieben!“

Titel: Das Motiv der Liebe in Prosastücken von Robert Walser

Masterarbeit , 2011 , 128 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Katharina Terhaag (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In rund 35 Jahren literarischer Aktivität hat Walser mehr als 2000 Prosatexte mit einem Umfang von einer halben bis zu etwa sechs Seiten geschrieben. Sie machen etwa vier Fünftel seines Gesamtwerkes aus und wurden lange literarisch unterschätzt. Die Fülle der Stellen, in denen Liebe unmittelbar oder mittelbar auftritt, lässt bereits ahnen, dass dem Motiv nicht nur quantitativ eine Bedeutung zukommen kann. Walsers Prosastücke erlauben durch ihre doppelte fragmentarische Struktur in besonderer Weise „einen mehrfachen Sinn des Ichs“ und ermöglichen dadurch Zugang zu verschiedenen, potentiell auch widersprüchlichen Liebesentwürfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Herleitung und Relevanz des Themas

1.2. Zur Methode

1.3 Stand der Forschung und Edition

2. „Die Frage, ob er [Robert Walser] jemals eine Liebesbeziehung gehabt habe, verneint der Patient kategorisch.“ – Robert Walser: der Beziehungslose?

2.1. „Zwischen mir und Ihnen liegt eine Welt.“ – Über den Briefwechsel mit Flora Ackeret

2.2. „Ich küsse Ihnen […] den Saum Ihres entzückenden Unterhöschens“ – Über den Briefwechsel mit Frieda Mermet

2.3. „An das Mädchen im Rheinland“ – Über den Briefwechsel mit Therese Breitbach

3. „Was ist Geliebtsein und Beliebtsein gegen dieses blühende holdselige Wunder: selber lieben?“ - Motivanalyse

3.1. „[…] nur wer liebt, ist lebendig.“ – Über den Mythos der Liebe, seine Anfänge und Enden und das, was über ihn hinaus geht

3.1.1. „Seine Brust kam ihm durchbohrt vor.“ – Verliebtheit

3.1.2. „Liebe macht mich groß; und geliebt und begehrt sein, macht mich klein.“ – Über die Spezifika des walserschen Liebesmotivs

3.1.3. „Was ein Mädchen für eine Macht hat, hätte ich nie vorher gedacht.“ – Von der ‚Kindlichkeit‘ des Mannes und dem Paradoxon des Klein- und Großseins

3.1.4. „Herrlich war’s, wie sie einander nun vor Liebe beinahe aßen.“ – Über das Begehren, dass sich selbst begehrt

3.1.5. „Mich drängt es, eine andere kennen zu lernen, um sie auf entzückende Art zu betrügen, […]“ – Liebhabereien und Schweinereien

3.2. „Meiner Meinung nach kann nämlich Erotik immer noch zu ein wenig Idealität erziehen.“ - Sexualität

3.2.1. „Wie mich danach verlangt, Sie anzusehen, Sie in der Nähe zu haben; […].“ – Sexuelles Verlangen und sexuelle Handlungen

3.2.1.1. „[…] und das Ergebnis dieser reizenden Begegnung ist ein langer, heißer, wilder, süßer, herrlicher Kuss, an dessen Wonne die beiden zu sterben wünschen.“ – Der Kuss als „Medium des Unsagbaren“ und der Liebesbedürftigkeit des Menschen

3.2.1.2. „[…] ich packte zu und griff an und erwies mich in jeder Art Reiberei als Meister.“ – Über den Geschlechtsakt

3.2.2. „Vielleicht sollt‘ ich ihn lieber nie gelesen haben, bekenne mich aber gern zur Tatsache.“ – Masochismus in der Kurzprosa Robert Walsers

3.2.2.1. „Ob’s ihr nun paßt oder nicht. Die Emporgehobene muß sich dem Untergebenen fügen.“– Die entmachtete Herrscherin als walsereskes Charakteristikum masochistisch strukturierter Liebesbeziehungen

3.2.2.2. Fetisch

3.2.2.2.1. „Ihre Schuhe sind nicht besonders wundervoll.“

3.2.2.2.2. „Wenn du zum Weibe gehst, so nimm die Peitsche mit.“ – Peitschen und Pelze

3.3. „Ja, Grün ist – Leben, Grün ist Lieben.“ – Dimensionen der Liebe (Raum, Zeit, Farbe)

3.4. „Das blühende holdselige Wunder“ – Religiosität im Liebes-Motiv

4. Fazit – „Der Rest heißt Behagen. Bekanntlich schweigt ja, was glücklich ist.“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Master-Arbeit untersucht das Motiv der Liebe in ausgewählten Kurzprosastücken von Robert Walser. Ziel ist es, unter Berücksichtigung des fragmentarischen Charakters von Walsers Werk sowie einer definitorischen Annäherung an den Begriff des „Motivs“ den spezifischen Inhalt und die moderne Ausprägung des Liebesmotivs zu bestimmen, wobei insbesondere das reflexive Verhältnis von Schreiben und Liebe sowie die Bedeutung von masochistischen Konstellationen im Fokus stehen.

  • Analyse des walserschen Liebesbegriffs als aktives „Selber-Lieben“ im Gegensatz zur passiven Erfahrung.
  • Untersuchung der masochistischen Dynamiken, Herrschaftsverhältnisse und der Rolle von Fetischen (Schuhe, Peitschen).
  • Erforschung der Verschränkung von Liebe, Sexualität und poetologischen Reflexionen (Poetik der Umschreibung).
  • Analyse der Funktion von Naturräumen (Wald) und Natursymbolik (Grün) für das Liebesmotiv.
  • Kontextualisierung von Liebeskonzeptionen durch intertextuelle Bezüge (z.B. Sacher-Masoch, höfische Erotik).

Auszug aus dem Buch

1.1. Herleitung und Relevanz des Themas

Wer sich mit Walsers Liebeskonzeptionen und seinem ‚blühendem, holdseligem Wunder: selber lieben‘ aus Der Bursche (1913) beschäftigen will, muss zunächst drei grundlegende Fragen klären: 1) Wozu eine solche Motivanalyse mit der Liebe als Gegenstand bei den hier untersuchten Werken durchgeführt wird. 2) Worin der Inhalt des Analysegegenstandes ‚Liebe‘ eigentlich besteht und 3) was genau unter einem Motiv verstanden werden soll.

Wohl am eindeutigsten beantworten, lässt sich die Frage nach der Definition eines Motivs, auch wenn seit Goethe und Schiller mit ihrem morphologisch-dynamischen Erfassungsversuch, keine durchweg konsensfähige Definition des Motivs vorgenommen werden konnte. Entnommen aus der Malerei bzw. Musik ist ‚Motiv‘ die Bezeichnung für die kleinste selbstständige inhaltliche Einheit oder für das kleinste tradierbare intertextuelle Elemente eines literarischen Werks. In Hinblick auf Bedeutung und Funktion von Motiven in einem Werk können diese ihrer textprägenden Kraft nach subkategorisiert werden. Unterschieden werden zunächst Hauptmotive und Nebenmotive. Die Hauptmotive, auch Kern- bzw. Zentral- oder Grundmotive genannt, bestimmen als primäre Motive die Komposition eines Textes oder Werks. Nebenmotive dagegen als sekundäre Motive können als detailbildende Motive, als Füll- oder Rahmenmotive, Motive in sogenannter Seiten- oder Randstellung und sogar als ‚blinde‘ funktionslose Motive nach ihrer textprägenden Kraft weiter klassifiziert werden. Im Gegensatz zum Hauptmotiv als inhaltliches Zentrum dienen die Nebenmotive der „atmosphärischen Verdichtung“, d.h. durch sie werden dargestellte Personen, Situationen und Lokalitäten inhaltlich näher bestimmt.

Um nachweisen zu können, dass für die Liebe in Walsers Prosa von einem Motiv gesprochen werden kann, muss zweitens festgelegt werden, was unter Liebe zu verstehen sein soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das methodische Vorgehen und die Relevanz des Liebesmotivs im Kontext von Walsers fragmentarischer Prosa.

2. „Die Frage, ob er [Robert Walser] jemals eine Liebesbeziehung gehabt habe, verneint der Patient kategorisch.“ – Robert Walser: der Beziehungslose?: Analysiert Walsers biographische Erfahrungen durch eine Untersuchung seiner Briefwechsel mit Flora Ackeret, Frieda Mermet und Therese Breitbach.

3. „Was ist Geliebtsein und Beliebtsein gegen dieses blühende holdselige Wunder: selber lieben?“ - Motivanalyse: Kernkapitel, das die verschiedenen Ausprägungen, Paradoxa, masochistischen Züge und Natur- sowie Religiositätsbezüge des Liebesmotivs detailliert analysiert.

4. Fazit – „Der Rest heißt Behagen. Bekanntlich schweigt ja, was glücklich ist.“: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Unmöglichkeit einer abschließenden, „generalistischer“ Entschlüsselung von Walsers Liebesverständnis.

Schlüsselwörter

Robert Walser, Liebesmotiv, Prosa, Masochismus, Sacher-Masoch, Poetik der Umschreibung, Fetischismus, Körperlichkeit, Imagination, Selbstreflexion, Erotik, Sexualität, Weiblichkeit, Herrschaftsverhältnis, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das zentrale Motiv der Liebe in ausgewählten Kurzprosastücken von Robert Walser unter Berücksichtigung der spezifischen poetologischen Merkmale seines Schreibstils.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Selbstreferentialität des Schreibens, masochistische Beziehungsmuster, die Rolle von Fetischen und die Bedeutung von Naturräumen wie dem Wald.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Bestimmung des für Walser spezifischen Inhalts des Liebesmotivs, indem verschiedene Textfragmente zueinander in Bezug gesetzt werden, ohne diese pathologisch zu instrumentalisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Motivanalyse durchgeführt, die den fragmentarischen Charakter der Kurzprosa Walsers und das theoretische Konzept der „Poetik der Umschreibung“ integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Motivanalyse, die Aspekte wie Verliebtheit, Erotik, Sexualität, masochistische Rollenbilder sowie die religiöse und farbsymbolische Dimension der Liebe untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Robert Walser, Liebesmotiv, Poetik der Umschreibung, Masochismus, Fetischismus und Selbstreferentialität.

Welche Rolle spielt der Masochismus für das Liebesmotiv?

Der Masochismus ist als strukturgebendes Element in den Liebesbeziehungen zentral, wobei er oft durch die aktive Selbsterniedrigung des Mannes und die Rollenzuschreibung an die Frau (Herrscherin) definiert wird.

Warum ist die Sprache des „Umschreibens“ bei Walser so wichtig?

Die Umschreibung fungiert als poetisches Verfahren, um das Sexuelle oder das Eigentliche der Liebe nur anzudeuten, da eine explizite Darstellung der Komplexität des Gefühls oder der Absicht entgegenstehen würde.

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Details

Titel
Das Motiv der Liebe in Prosastücken von Robert Walser
Untertitel
„Was ist Geliebtsein und Beliebtsein gegen dieses blühende holdselige Wunder: selber lieben!“
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,8
Autor
Katharina Terhaag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
128
Katalognummer
V370435
ISBN (eBook)
9783668479913
ISBN (Buch)
9783668479920
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Robert Walser Liebe Motiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Terhaag (Autor:in), 2011, Das Motiv der Liebe in Prosastücken von Robert Walser, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370435
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