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Können Worte verletzen? Sprache als Mittel sozialer Diskriminierung

Eine Untersuchung am Text Herr Tschabobo aus „Da schau her“ von Gerhard Polt

Titel: Können Worte verletzen? Sprache als Mittel sozialer Diskriminierung

Hausarbeit , 2015 , 18 Seiten , Note: 14 Punkte (1,0)

Autor:in: Sandra Ebihu (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Unsere heutige Gesellschaft befindet sich in einer Zeit in der bestimmte Gruppierungen, Handlungen und Geschehnisse vorurteilsbehaftet sind. Obwohl wir in einer scheinbar offenen multikulturellen Welt leben, stehen wir uns durch unsere angeborenen menschlichen Eigenschaften wie Egoismus, Einseitigkeit und Behäbigkeit oft selbst unbewusst oder auch bewusst für einen offenen gesellschaftlichen Blick im Weg. Dies kann sich offensichtlich durch Handlungen und Gesten, aber auch durch sprachliches Handeln widerspiegeln. Die Diskriminierung einer Person oder Gruppe wird oft nicht bewusst wahrgenommen. Durch einzelne Worte und Sprachmuster lassen wir uns dazu verleiten, zu kategorisieren, zu bewerten und zu verurteilen. Dies liegt in unserer menschlichen Struktur. Die Auswirkung einzelner Worte zeigt sich dabei nicht sofort, sondern offenbart sein Potenzial meist erst nach geraumer Zeit, wenn das gesprochene Wort schon lange verhallt ist. Diesen Aspekt nimmt Klemperer in seinem Zitat auf und regt somit zum Nachdenken an. Sprache spielt eine entscheidende Rolle in unserem Umgang mit anderen Menschen. Sie dient der Kommunikation, ohne derer unser Leben kaum vorstellbar erscheint. Sind wir uns bewusst über die geheime Botschaft unserer Worte? Viel zu oft werden umgangssprachlich im Alltag Wörter verwendet, deren versteckte Bedeutung dazu geeignet sind zu diskriminieren, ohne dass wir es merken und erkennen.

Diese Arbeit beschäftigt sich demnach mit der Frage, wie Sprache dazu geeignet sein kann, zu diskriminieren. Dabei soll zu Beginn eine kurze Definition zum Begriff Diskriminierung gegeben werden. Anschließend werden bestimmte sprachliche Mittel aufgezeigt, welche in diskriminierender Absicht verwendet werden können. Im Anschluss daran stellt sich die Frage welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um diskriminierendes Sprechen überhaupt zu erkennen? Um die Frage, wie Worte verletzende Wirkung durch unbewusste oder bewusste Sprache haben können, wird als Untersuchungsgegenstand der Text von Gerhard Polt Herr Tschabobo herangezogen. Anhand von Textbeispielen werden die verschiedenen Dimensionen und Funktionen sozialer Diskriminierung in der Sprache aufgezeigt und dargestellt. Abschließend soll ein Fazit über die gewonnen Erkenntnisse gezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definition Diskriminierung

III. Untersuchungsgegenstand sozialer Diskriminierung nach C. F. Graumann und M. Wintermantel

1. Sprache im Fokus diskriminierender Wirkung

2. Das Individuum im Fokus diskriminierender Wirkung

IV. Soziale Diskriminierung - eine Untersuchung anhand des Textes „Herr Tschabobo“ von Gerhard Polt

1. Die Szene

2. Sprachliche Mittel sozialer Diskriminierung am Textbeispiel

3. Analyse einzelner auffälliger Phasen der Szene

3.1. Die Anfangsszene

3.2. Die Sprecher

3.3. Die Minderheit

V. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Sprache als subtiles Werkzeug sozialer Diskriminierung eingesetzt wird. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie verletzende Wirkungen durch bewusste oder unbewusste Sprachmuster entstehen und wie diese anhand literarischer Beispiele analysiert werden können.

  • Theoretische Grundlagen zu Diskriminierung und Sprache
  • Sozialpsychologische Aspekte der Ingroup- und Outgroup-Differenzierung
  • Analyse diskriminierender Sprachmittel am Beispiel von Gerhard Polts „Herr Tschabobo“
  • Untersuchung von Machtstrukturen und Vorurteilen in der Kommunikation

Auszug aus dem Buch

2. Sprachliche Mittel sozialer Diskriminierung am Textbeispiel

Es sollen nun einzelne sprachliche Mittel an konkreten Wortbeispielen im Text Herr Tschabobo dargestellt werden. Diese sollen die sprachlichen Mittel im einzelnen näher darstellen und verdeutlichen.

Nach Graumann und Wintermantel stellt das Trennen eine Möglichkeit dar, eine Trennlinie zwischen Ingroup und Outgroup zu ziehen. Hier erfolgt eine systematische und wiederholende Verwendung von „WIR“ und „SIE“, welche das Äquivalent zur Ingroup und Outgroup darstellen.

Zeile 23 Hanna:„Gel, an Gugelhupf kennens sicher nicht, Herr Tschabobo, aber sowas wie a Gebäck des gibt’s doch sicher auch bei ihnen da drunten.“

Zeile 68 Hanna:„Aber jetzt is er scho mal da, bei uns, der Herr Tschabobo, und bei uns[...]“

Zeile 77 Herbert:„Was´s aa sehr gern essen da druntn, des is [...]

Die markierten Wörter zeigen, dass Familie Stoiber und Familie Schwalbe als Ingroup und Herr Tschabobo als Outgroup anzusehen sind. Da gibt es auf der einen Seite ein WIR, ein UNS (wir sind eine gemeinsame Gruppe) und auf der anderen Seite ein ER, IHNEN, DIE und SIE (er, als jener der anders ist). Durch die Verwendung dieser exklusiven Wörter, die man der eigenen Gruppe zuschreibt und für sich bestimmt, erfolgt eine klare Trennung zu dem Gegenüber. Demzufolge entfalten sie eine distanzierende Wirkung gegenüber den einzelnen Gruppen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie Sprache im Alltag unbewusst oder bewusst zur Diskriminierung von Personengruppen beiträgt und stellt den Untersuchungsgegenstand vor.

II. Definition Diskriminierung: In diesem Kapitel wird der Begriff der Diskriminierung hergeleitet und seine Entwicklung von einer neutralen Trennung hin zur Herabwürdigung dargelegt.

III. Untersuchungsgegenstand sozialer Diskriminierung nach C. F. Graumann und M. Wintermantel: Das Kapitel erörtert theoretische Ansätze zur Analyse, wobei der Fokus auf Sprache als Medium und die psychologische Bedeutung von Gruppenzugehörigkeiten gelegt wird.

IV. Soziale Diskriminierung - eine Untersuchung anhand des Textes „Herr Tschabobo“ von Gerhard Polt: Dieser Hauptteil wendet die theoretischen Konzepte praktisch an, analysiert sprachliche Mittel und untersucht spezifische Rollenkonstellationen sowie Kommunikationsphasen im Text.

V. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Sensibilität für diskriminierende Sprachmuster im schulischen und gesellschaftlichen Kontext zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Diskriminierung, Sprachanalyse, Ingroup, Outgroup, Gerhard Polt, Herr Tschabobo, Vorurteile, soziale Identität, Stereotype, Kommunikation, Machtbeziehungen, Ausgrenzung, interkulturelle Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Sprache als Mittel sozialer Diskriminierung und analysiert, wie durch verbale Äußerungen Menschen abgewertet oder ausgegrenzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Diskriminierung, die Rolle von Ingroup- und Outgroup-Dynamiken sowie die konkrete sprachliche Analyse von Ausgrenzungsmechanismen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die diskriminierenden Funktionen von Sprache anhand des Textes „Herr Tschabobo“ von Gerhard Polt aufzudecken und für subtile Formen der Herabwürdigung zu sensibilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen funktionalen Ansatz der Diskriminierungsforschung, insbesondere die Theorien von Graumann und Wintermantel, zur qualitativen Textanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von sprachlichen Mitteln wie Trennen, Distanzieren und Abwerten sowie eine detaillierte Analyse der Szenen und Charaktere im Sketch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Diskriminierung, soziale Identität, Ingroup-Outgroup-Trennung, Stereotypisierung und Sprachanalyse.

Warum wird gerade der Text „Herr Tschabobo“ als Beispiel gewählt?

Der Text dient als exemplarisches Beispiel, da er alltägliche, scheinbar harmlose Konversationen in einer Kaffeerunde zeigt, die jedoch tiefgreifende diskriminierende Muster enthalten.

Welche Rolle spielt die Figur des Opa Stoiber für die Argumentation?

Opa Stoiber fungiert als Vertreter einer Ingroup, dessen Sprechweise durch besonders forsche und wertende Sprache gekennzeichnet ist, was seine Haltung gegenüber der „Outgroup“ verdeutlicht.

Was zeigt die Analyse der Anfangsszene über das Gruppenverhalten?

Die Analyse verdeutlicht, dass die Gruppe ihr Sprachverhalten anpasst, sobald der „Andere“ (Herr Tschabobo) den Raum betritt, was als Versuch zur Wahrung des eigenen „Gesichts“ interpretiert wird.

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Details

Titel
Können Worte verletzen? Sprache als Mittel sozialer Diskriminierung
Untertitel
Eine Untersuchung am Text Herr Tschabobo aus „Da schau her“ von Gerhard Polt
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Interkulturelle Kommunikation
Note
14 Punkte (1,0)
Autor
Sandra Ebihu (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V370621
ISBN (eBook)
9783668482074
Sprache
Deutsch
Schlagworte
können worte sprache mittel diskriminierung eine untersuchung text herr tschabobo gerhard polt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Ebihu (Autor:in), 2015, Können Worte verletzen? Sprache als Mittel sozialer Diskriminierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370621
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Leseprobe aus  18  Seiten
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