Ausgehend von Ergebnissen der Hirn- und Lernforschung basiert das Konzept kooperativen Lernens, welchem der Bildung für nachhaltige Entwicklung zugrunde liegt, auf einigen Grundannahmen über die Gelingensbedingungen. Demnach entsteht gelingendes Lernen in einem respektvollen Klima, geschieht gemeinschaftlich und nutzt die Selbstorganisation und Selbststärkung der Lernenden. Sie erwächst und nutzt die Erfahrungen der Lernenden, die aktive Teilnahme derer und ihr kritisches und reflektierendes Denken. Das was gelernt werden soll, muss auch angewendet werden, quasi vernetzt werden. Zudem fordert gelingendes Lernen heraus, Probleme zu erkennen, sie zu benennen und Lösungswege zu entwickeln. Die Schule spielt hierbei eine große Rolle.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung lebt und gelehrt wird. Werden Prinzipien von Globalen Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung angewendet? Wie erfolgt eben genau diese Umsetzung und vor allem, wo setzt sie an und welches Ziel wird dabei verfolgt?
Ausgehend vom neu erschienenen Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung stellt sich diese Arbeit diese Frage im Kontext der Führungsebene. Der Orientierungsrahmen hat seine Ausführungen mit Kapitel 5 erweitert. Damit widmet sich der Lernbereich Globale Entwicklung als Aufgabe der ganzen Schule. Es bietet sich daher eine Untersuchung aus Sicht der Schulorganisation und der Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globalen Lernen an.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND ÜBERSICHT
1.1. EIGENE MOTIVATION
1.2. ANLASS UND ZIEL DER ARBEIT
1.3. AUFBAU DER ARBEIT UND METHODIK
2. THEORETISCHER RAHMEN
2.1. DAS LEITBILD NACHHALTIGER ENTWICKLUNG
2.1.1. Historischer Hintergrund
2.1.2. Begriffsverständnis
2.1.3. Begriffseingrenzung
2.1.4. Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung
2.2. BILDUNGSKONZEPTE IM RAHMEN EINER NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG
2.2.1. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
2.2.1.1. Historischer Hintergrund
2.2.1.2. Begriffsverständnis i.S. nachhaltiger Entwicklung
2.2.1.3. Kompetenzentwicklung als Ziel
2.2.1.3.1. Gestaltungskompetenzen des Orientierungsrahmen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der Schule
2.2.1.3.2. Teilkompetenzen des Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung
2.2.2. Globales Lernen
2.2.2.1. Historischer Hintergrund
2.2.2.2. Begriffsverständnis i.S. nachhaltiger Entwicklung
2.2.2.3. Umsetzung Globalen Lernens- eine exemplarische Auswahl
2.2.2.3.1. Ansatz nach Scheunpflug und Schröck
2.2.2.3.2. Ansatz nach Selby und Rathenow
2.2.2.4. Schlussfolgerungen für das Konzept Globales Lernen
2.3. SCHULORGANISATION UND SCHULMANAGEMENT
2.3.1. Bildungsorganisation
2.3.2. Die Rolle der Schulleitung
3. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN BILDUNG FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG, GLOBALEM LERNEN UND DER AUFGABE DER SCHULORGANISATION
3.1. BNE, GLOBALES LERNEN UND SCHULFÜHRUNG IM UNESCO ROADMAP
3.2. BNE, GLOBALES LERNEN UND SCHULFÜHRUNG IM ORIENTIERUNGSRAHMEN FÜR DEN LERNBEREICH GLOBALE ENTWICKLUNG
4. EMPIRISCHER STAND DER FORSCHUNG
5. FRAGESTELLUNG
6. METHODEN DER EVALUATION
6.1. AUSWAHL EINES UNTERSUCHUNGSDESIGN
6.2. INSTRUMENTE
6.2.1. Experteninterview
6.2.2. Fragebogen
6.3. VORGEHENSWEISE BEI DER KONZEPTION DER INSTRUMENT
6.3.1. Fragebogen
6.3.2. Experteninterview
6.4. UNTERSUCHUNGSDURCHFÜHRUNG
6.5. DATENANALYSE
7. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
7.1. FRAGEBOGEN
7.2. EXPERTENINTERVIEW
8. DISSKUSSION
8.1. WERTUNG DER ERGEBNISSE
8.2. METHODENKRITIK
9. AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Integration von Prinzipien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) und des Globalen Lernens in die Schulorganisation aus Sicht von Schulleitungen zu untersuchen und aufzuzeigen, wie diese Konzepte in der Schulpraxis implementiert werden.
- Grundlagen der Nachhaltigkeitsbildung und Globalen Lernens
- Rolle der Schulleitung als Steuerungsebene für Schulentwicklung
- Zusammenhang zwischen Schulmanagement und der Verankerung von BNE-Prinzipien
- Empirische Analyse der Umsetzung in verschiedenen Bildungseinrichtungen
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Historischer Hintergrund
Im Folgenden soll ein kurzer chronologischer Überblick über den Ursprung und die historische Entwicklung des Prinzips nachhaltige Entwicklung gegeben werden. Die vorliegende Arbeit bezieht in diesem Zusammenhang ausgewählte bedeutsame Beschlüsse und Berichte ein, ohne jedoch Anspruch auf Vollständigkeit zu nehmen. Der Grund für die Einschränkung in diesem Rahmen ist eine Vielzahl von internationalen Konferenzen, Gremien und Veröffentlichungen auf internationaler und nationaler Ebene zu diesem Thema, welche allesamt ihren Beitrag zur Entstehungsgeschichte geleistet haben.
Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde erstmals 1713 von Hans Carl von Carlowitz in seinem Buch „Sylvicultura oeconomica“, indem er die nachhaltende Nutzung der Wälder forderte, verwendet. Danach sollte in einem Wald nur so viel abgeholzt werden, wie sich binnen einer bestimmten Zeit auf natürliche Weise auch wieder regenerieren konnte. (vgl. Pufé in APUZ: S.15)
Der Club of Rome veröffentlichte 1972 den Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ zur Lage der Menschheit. Dabei werden Forschungsergebnisse dargestellt, die veranschaulichen, dass die Wachstumsgrenzen bald erreicht und dem zur Folge ein Zusammenbrechen dieser droht. Nach Ansicht des Club of Rome bestehe jedoch die Möglichkeit, durch eine Veränderung der Wachstumstendenzen einen ökologischen und wirtschaftlichen Gleichgewichtszustand zu erreichen. (vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit 2015)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND ÜBERSICHT: Diese Einleitung motiviert die Wahl des Themas und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Untersuchung zur Integration von BNE und Globalem Lernen.
2. THEORETISCHER RAHMEN: Hier werden die theoretischen Grundlagen der nachhaltigen Entwicklung, Bildungskonzepte wie BNE und Globales Lernen sowie die Bedeutung der Schulorganisation dargelegt.
3. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN BILDUNG FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG, GLOBALEM LERNEN UND DER AUFGABE DER SCHULORGANISATION: Dieses Kapitel verknüpft die Konzepte mit den Anforderungen an Schulleitung und Schulmanagement anhand von Orientierungsrahmen.
4. EMPIRISCHER STAND DER FORSCHUNG: Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur BNE-Implementierung und den Bedingungen für schulische Innovationen.
5. FRAGESTELLUNG: Definition der Forschungsfrage, die sich auf die aktive Umsetzung von BNE und Globalem Lernen durch Schulleitungen konzentriert.
6. METHODEN DER EVALUATION: Beschreibung der gewählten qualitativen und quantitativen Untersuchungsmethoden (Fragebogen und Experteninterviews).
7. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Präsentation der erhobenen Daten aus der Befragung von Schulleitungen zur Umsetzung von BNE-Prinzipien.
8. DISSKUSSION: Kritische Reflexion der Ergebnisse in Bezug auf die Fragestellung und kritische Betrachtung der verwendeten Untersuchungsmethode.
9. AUSBLICK: Zusammenfassung und Anregungen für weitere Forschungsvorhaben zur Verankerung von BNE in Bildungseinrichtungen.
Schlüsselwörter
Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, Globales Lernen, Schulleitung, Schulentwicklung, Schulorganisation, Nachhaltigkeit, Orientierungsrahmen, Bildungsorganisation, Implementierung, Schulkultur, Kompetenzentwicklung, Globalisierung, Gestaltungskompetenz, Evaluation, Bildungslandschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen in Bildungseinrichtungen durch Schulleitungen integriert und in der Praxis gelebt werden.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die Konzepte der nachhaltigen Entwicklung, Globales Lernen, Schulentwicklung, die Rolle der Schulleitung und die Organisationsstruktur von Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den pädagogischen Konzepten und der Aufgabe der Schulorganisation zu beleuchten sowie den Grad der Implementierung an verschiedenen Schulen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird ein Triangulationsansatz gewählt, der eine standardisierte schriftliche Befragung (Fragebogen) mit qualitativen Experteninterviews kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Begriffsdefinition und Konzeption sowie einen empirischen Teil, der die Datenerhebung und die Ergebnisse der Befragungen detailliert darstellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschung?
Wesentliche Begriffe sind BNE, Globales Lernen, Schulmanagement, Gestaltungskompetenz und Schulkultur.
Wie unterscheidet sich der Ansatz nach Scheunpflug und Schröck von dem nach Selby und Rathenow?
Während Scheunpflug und Schröck einen didaktischen Würfel zur Kategorisierung nutzen, legen Selby und Rathenow ein vierdimensionales Modell zugrunde, das eine holistische Philosophie des Lehrens und Lernens betont.
Welche Rolle spielt die Schulleitung laut der Untersuchung?
Die Schulleitung fungiert als Steuerungsmann der Schulentwicklung; sie ist verantwortlich für die Vision, die Kooperation im Team und die Unterstützung von Innovationen zur Verankerung von Nachhaltigkeit.
Wie bewertet die Verfasserin die Ergebnisse in der Berufsschule?
Die Autorin stellt kritisch fest, dass in der untersuchten Berufsschule BNE-Prinzipien und Globales Lernen kaum Eingang in die Organisation und den Unterricht gefunden haben.
- Citation du texte
- Sandra Ebihu (Auteur), 2016, Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370623