Charles Darwin hat schon früh erkannt, dass die Anpassungsfähigkeit ausschlaggebend dafür ist, ob man in der Welt überlebt oder nicht. Neben vielen Trainingsangeboten, werden heutzutage auch Trainings zur Verbesserung der Veränderungskompetenz angeboten.
Im Rahmen eines Studien-Moduls soll ein Konzept für ein zweitägiges erlebnis- und/oder handlungsorientiertes Training erstellt werden. Diese Studienarbeit widmet sich hierbei speziell der Veränderungskompetenz. Die Arbeit ist in einen Theorie- und in einen Praxisteil gegliedert: Der Theorieteil behandelt zunächst intensiv die Erlebnispädagogik an sich und anschließend die theoretischen Grundlagen zum Trainingsinhalt. Zentrales Thema des Trainings ist die Veränderungskompetenz von Mitarbeitern. Im Praxisteil wird das Anwendungsbeispiel mitsamt der Rahmenbedingungen, Gründe für die Trainingsteilnahme und ähnliches beschrieben. Ein abschließendes Fazit rundet die Studienarbeit ab. Der ausführliche Trainerleitfaden ist dem Anhang zu entnehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorieteil
2.1 Erlebnispädagogik
2.1.1 Definition
2.1.2 Lernphasen
2.1.3 Reflexionsmodelle
2.1.4 Transfer und Transfermodelle
2.1.5 Kritik und Studien zur Erlebnispädagogik
2.2 Veränderungskompetenz
2.2.1 Definitionen
2.2.2 Psychologische Modelle
2.2.2.1 Riemann-Thomann Modell
2.2.2.2 Phasenmodell des Wandels
2.2.2.3 Das Fünf-Faktoren-Modell (Big Five)
2.2.2.4 Innere Antreiber und Glaubensansätze
2.2.3 Tools
2.2.4 Forschungsergebnisse, aktuelle Studien
3. Praxisteil
3.1 Kurzportrait des Unternehmens
3.2 Auftragsklärung und Bedarfsanalyse
3.3 Zielgruppen/Teilnehmer Analyse
3.4 Zentrale Lernziele, Beschreibung des Trainingsthemas
3.5 Grobkonzept & Didaktik
3.6 Bewertung des Konzepts nach Qualitätskriterien
4. Erkenntnisse und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines handlungsorientierten Trainingskonzepts, das Mitarbeiter eines Touristikunternehmens befähigt, ihre persönliche Veränderungskompetenz im Kontext eines anstehenden betrieblichen Wandels zu stärken. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie erlebnispädagogische Methoden und psychologische Modelle genutzt werden können, um Widerstände abzubauen und die Anpassungsfähigkeit der Beschäftigten nachhaltig zu fördern.
- Grundlagen der Erlebnispädagogik und deren Reflexionsmodelle
- Psychologische Aspekte der Veränderungsbereitschaft und Widerstandsfähigkeit
- Methoden zur Identifikation und Modifikation hinderlicher Glaubenssätze
- Anwendung des Riemann-Thomann-Modells und des Big-Five-Modells im Training
- Entwicklung eines zweitägigen, praxisorientierten Trainingskonzepts
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition
Zunächst einmal sollte der Begriff Erlebnispädagogik definiert werden. In der Literatur lassen sich verschiedene Definitionen finden. Einige von ihnen werden nun aufgeführt:
„Erlebnispädagogik […] Praxis und Theorie der Leitung und Begleitung von Lernprozessen mit handlungsorientierten Methoden“ (Zuffellato & Kreszmeier 2007, S. 44).
„[...] handlungsorientierte Methode, in der die Elemente Natur, Erlebnis und Gemeinschaft pädagogisch zielgerichtet miteinander verbunden werden.“ (Heckmair & Michl 2008, S. 115). Des Weiteren erweitern sie ihren Definitionsversuch um den Lernort Natur um die Beschreibung pädagogisch unerschlossene Räume, um damit der Entwicklung von neuen Erlebnisorten wie beispielsweise Seilgärten Rechnung zu tragen (ebd.).
In einer anderen Definition von Michl wird das Ziel und die Zielgruppe berücksichtigt (2011, S. 10f): „Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diesen jungen Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswert verantwortlich zu gestalten“.
In allen drei Definitionen ist die Bezeichnung handlungsorientierte Methode gefallen. An dieser Stelle sollte deshalb kurz der Begriff Handlungslernen erläutert werden, um ein einheitliches Verständnis sicherzustellen. Beim Handlungslernen wird der Mensch im Ganzen, auf kognitiver, emotionaler und motorischer Ebene angesprochen. Intensive Erlebnisse, die unsere Sinneskanäle deutlich aktivieren und somit unseren Körper direkt beteiligen, lassen uns leichter lernen (vgl. Meier-Gantenbein, Späth 2012, S.238). Selbst die Hirnforschung hat bestätigt, dass Menschen im rapiden Tempo Wissen erwerben bzw. Fähigkeiten generieren, wenn sie sich dabei möglichst selbst betätigen (ebd.). Zudem fördern die Grenzerlebnisse, der körperliche Einsatz, sowie die geforderte konstruktive Aufgabenbewältigung, die eigene Identitätsfindung. Das „Ich-Gefühl“ wird ausgeprägt (vgl. Meier-Gantenbein, Späth 2012, S.239).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Veränderungskompetenz in einer sich wandelnden Arbeitswelt ein und skizziert den Aufbau der Studienarbeit.
2. Theorieteil: Hier werden die erlebnispädagogischen Grundlagen sowie psychologische Erklärungsmodelle für Veränderungsprozesse und menschliches Verhalten theoretisch fundiert.
3. Praxisteil: Dieser Teil beschreibt die Analyse eines konkreten Anwendungsfalls und leitet daraus ein zweitägiges Trainingskonzept zur Steigerung der Veränderungskompetenz ab.
4. Erkenntnisse und Zusammenfassung: Das letzte Kapitel resümiert die erarbeiteten theoretischen und praktischen Ergebnisse der Studienarbeit.
Schlüsselwörter
Erlebnispädagogik, Veränderungskompetenz, Handlungslernen, Reflexionsmodelle, Transfer, Riemann-Thomann-Modell, Phasenmodell des Wandels, Big-Five-Modell, Glaubenssätze, Resilienz, Training, Organisationsentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung, Change Management, Coaching.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Trainingskonzepts für Mitarbeiter eines Touristikunternehmens, um deren Fähigkeiten im Umgang mit beruflichen Veränderungsprozessen zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Erlebnispädagogik mit psychologischen Modellen der Persönlichkeitspsychologie und des Change Managements.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch ein handlungsorientiertes zweitägiges Training die Veränderungskompetenz der Teilnehmer gezielt zu steigern, um Boykottreaktionen zu vermeiden und die Arbeitsleistung zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zu erlebnispädagogischen und psychologischen Theorien sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse auf ein konkretes, fiktives Unternehmensbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Theorieteil werden die Grundlagen der Erlebnispädagogik und Psychologie erläutert, während der Praxisteil die konkrete Zielgruppenanalyse und das daraus resultierende Trainingskonzept beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erlebnispädagogik, Veränderungskompetenz, Riemann-Thomann-Modell, Glaubenssätze und Training charakterisiert.
Warum ist das Riemann-Thomann-Modell für das Training wichtig?
Es dient dazu, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Reaktionen von Mitarbeitern in Veränderungsprozessen sowie deren Kommunikationsstile verständlich zu machen.
Welche Rolle spielen die "inneren Antreiber" in diesem Konzept?
Die inneren Antreiber nach Eric Berne helfen den Teilnehmern, unbewusste Glaubenssätze und Verhaltensmuster zu identifizieren, die den Umgang mit Veränderungen negativ beeinflussen können.
Wie erfolgt der Praxistransfer im Training?
Durch Methoden wie den „Zukunftsspaziergang“ und die Arbeit an positiven „Erlauber-Sätzen“ wird der Transfer der erarbeiteten Erkenntnisse in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter sichergestellt.
- Citar trabajo
- Suzan Atakisi (Autor), 2016, Entwicklung eines handlungsorientierten Trainingskonzeptes zur Steigerung der Veränderungskompetenz für Mitarbeiter eines Dienstleistungsunternehmens aus der Touristikbranche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370639