Durch die vorliegenden Arbeiten zieht sich als roter Faden Resilienz. Dieser rote Faden ist verknüpft mit verschiedensten elementar-pädagogischen Kernbereichen wie Inklusion, gendergerechtes Arbeiten, Bewusstheit für soziale Ungleichheit, Ganzheitlichkeit und Kompetenzorientierung in der pädagogischen Arbeit, Migration und vieles mehr.
Aber was versteht man unter einem "resilienten Kind"? Resiliente Kinder zeichnen sich laut Bayerischem Bildungsplan z.B. durch folgende personale Ressourcen aus: hohe Problemlöse-fähigkeit, Kreativität, positive Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Selbstregulationsfähigkeit, sicheres Bindungsverhalten, Selbstwirksamkeits- und Kontrollüberzeugungen. Hinzu kommen wichtige soziale Ressourcen wie sichere Bindungen und positive Beziehungen zu erwachsenen Bezugspersonen. Der hohe Anteil der Kinder, die täglich den größten Anteil des Alltags in Betreuungseinrichtungen verbringen, erfordert pädagogisches Personal, welches sich der Bedeutung dieser Faktoren für die gesunde Entwicklung der ihnen anvertrauten Kinder bewusst ist und dieses Thema in der praktischen Tätigkeit reflektiert einfließen lässt.
Einige der soeben erwähnten Kompetenzen resilienter Kinder findet man bei näherer Betrachtung auch in den Anforderungen an pädagogische Fachkräfte. Insbesondere Menschen, die erst im zweiten Berufsweg und nach einer eigenen Familiengründung diesen Beruf der ErzieherIn ergreifen wollen, müssen selbst durch Doppelbelastung und externe Wege der Ausbildung zum Erzieher erhöhte Widerstände überwinden.
Diese Arbeit bietet einen Leitfaden zum Bestehen der Schulfremdenprüfung, indem die Ausarbeitungen hier als Beispiele angesehen werden können. Teil I enthält eine Planung des gezielten Bildungsangebotes, welches im Rahmen des berufspraktischen Prüfungsteils einer Schulfremdenprüfung zur Erzieherin ausgearbeitet wurde. Im Teil II befinden sich die einführenden Aufgaben des Berufspraktikums: Situationsanalyse, Reflexionen zur pädagogischen Arbeit, eine Verlaufsplanung zum Freispiel sowie die Planung eines gezielten Angebotes. Bereits in diesem Angebot wird das Theoriewissen zur Resilienz miteingearbeitet. In Teil III wird Planung und Durchführung eines gezielten Angebotes, hier des Projektes "Krankenhaus und Rettungswagen", dokumentiert. Dieses Projekt soll zum Ausprobieren von "Ideal-Rollen" anleiten, zu denen neben denen von Vater und Mutter auch die Berufsrollen gehören.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I Schulfremdenprüfung zur Erzieherin
Erziehungspraktische Prüfung
II Berufspraktisches Jahr zur Staatlichen Anerkennung
1. Praxisbesuch
Teil 1 Situationsanalyse
Teil 2 Reflexionen zur pädagogischen Arbeit
Teil 3 Verlaufsplanung Freispiel
Teil 4 Planung eines gezielten Angebotes
III Berufspraktisches Jahr zur Staatlichen Anerkennung
Berufspraktisches Jahr
2. Praxisbesuch
Projektarbeit
IV Berufspraktisches Jahr zur Staatlichen Anerkennung
Facharbeit
„Resilienzförderung in der Elementarbildung“
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegenden Arbeiten dokumentieren den Weg zur staatlich anerkannten Erzieherin und reflektieren dabei intensiv die Bedeutung der Resilienzförderung in der Elementarbildung. Im Zentrum steht die Verbindung von theoretischem Wissen über kindliche Entwicklung, Wahrnehmung und Resilienz mit der pädagogischen Praxis, wobei das Kind stets als aktiver Gestalter seiner Entwicklung betrachtet wird.
- Resilienzförderung als essenzieller Baustein für eine gesunde kindliche Entwicklung.
- Die Bedeutung von Beobachtung, Reflexion und Partizipation im pädagogischen Alltag.
- Methoden der Wahrnehmungsförderung (visuell, taktil, motorisch) als Lernbasis.
- Gestaltung von Bildungsangeboten unter Berücksichtigung individueller kindlicher Interessen und Bedürfnisse.
- Die Rolle der pädagogischen Fachkraft als Vorbild und stabilisierende Sozialressource.
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Ziel des Orientierungsplan und die Themen der Kinder
"Die Schönheit eines symmetrischen Schmetterlings [...]: Die Sprache der Mathematik ist so vielfältig und so faszinierend, dass Erwachsene leicht die Mathematiklust bei Kindern wecken können. Sie können den Kindern zeigen, dass alles um uns herum voller Mathematik ist. Unserer Umwelt, der Natur wie der Kultur die Geheimnisse der Mathematik entlocken: Dies gelingt Kindern dann besonders gut, wenn die Erwachsenen selbst davon begeistert sind." (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, 2012, S. 102)
Dieses Zitat aus dem baden-württembergischen Orientierungsplan der Elementarpädagogik findet man in der Einführung des Bildungsfeldes „Denken“. Es spiegelt sowohl meine emotionale und kognitive Lebenswirklichkeit, als auch meine Stärken wider. Als logisch agierender und naturverbundener Mensch ist dieses Zitat Symbol meiner Stärke, mir die Natur in der pädagogischen Arbeit mit ihren Regelhaftigkeiten und Mustern zur Veranschaulichung und zum „Begreifen“ abstrakten Wissens indirekt nutzbar zu machen. Die Faszination der perfekt anmutenden Symmetrie eines Schmetterlings in all den verschiedenen Farben und Größen …, die Faszination, welche Bäume und Blumen in ihrer individuellen perfekten symmetrischen Erscheinung auf die meisten kindlichen Betrachter aber auch Erwachsene ausüben, teile ich mit den Kindern meiner ausgewählten Gruppe. Diesen Mittelpunkt des kindlichen Denkens möchte ich nutzen, um das Wahrnehmen der Regelhaftigkeit der natürlichen geometrischen Grundformen in der Natur anzuregen. Da die ausgewählten Kinder bevorzugt in kreativen Prozessen ihrer Vorstellung von der Welt und ihren individuellen Interessen Ausdruck verleihen, nutze ich aus verschiedenen Materialien vorgefertigte geometrische Grundformen, damit sie geometrischen Muster der Natur begreifen können, ihrer Vorstellung kreativ und sprachlich Ausdruck verleihen, sowie die von ihnen gestalteten Bilder als Symbole der Wirklichkeit und ihrer eigenen Vorstellung reflektieren können.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenhang zwischen Armut, Entwicklungsrisiken und der Bedeutung von Resilienzförderung in der Elementarbildung sowie die Herausforderungen des Ausbildungswegs zur Erzieherin.
I Schulfremdenprüfung zur Erzieherin: Dieser Abschnitt dokumentiert die praktischen Anforderungen und die schriftliche Ausarbeitung eines didaktischen Angebots im Rahmen der Schulfremdenprüfung.
II Berufspraktisches Jahr zur Staatlichen Anerkennung: Hier werden die Aufgaben des ersten Praxisbesuchs, inklusive Situationsanalyse, Reflexionen und Planungen für Freispiel und Angebote, detailliert ausgeführt.
III Berufspraktisches Jahr zur Staatlichen Anerkennung: Dieser Teil konzentriert sich auf den zweiten Praxisbesuch und die Durchführung einer umfassenden Projektarbeit im Berufspraktikum.
IV Berufspraktisches Jahr zur Staatlichen Anerkennung: Die Facharbeit verknüpft die Praxisdokumentationen mit theoretischen Erkenntnissen zur Resilienzförderung und dient der Vertiefung der reflexiven pädagogischen Arbeit.
Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung reflektiert die erworbenen Kompetenzen und stellt die Frage nach der Wertschätzung von Erzieher-Kompetenzen innerhalb des Ausbildungssystems.
Schlüsselwörter
Resilienz, Elementarbildung, Erzieherausbildung, Wahrnehmung, Partizipation, Selbstwirksamkeit, Bildungsangebot, Reflexion, Pädagogische Praxis, Orientierungsplan, Kindheit, Inklusion, Wahrnehmungskanäle, Rollenspiel, Kompetenzorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert den Ausbildungsweg zur Erzieherin und verknüpft dabei die Anforderungen der staatlichen Prüfung mit der praktischen Anwendung von Resilienzförderungskonzepten im Kindergartenalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Resilienzförderung, der kindlichen Wahrnehmung, der pädagogischen Planung von Bildungsangeboten, Inklusion und der Bedeutung der Selbstwirksamkeit im Kindesalter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, praxisfundiert aufzuzeigen, wie Resilienzförderung in Kindertagesstätten ganzheitlich integriert werden kann, um Kinder bei der Bewältigung von Lebensphasen erhöhter Vulnerabilität zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine praxisbegleitende Dokumentation. Sie stützt sich auf pädagogische Konzepte (wie den Orientierungsplan und TZI-Kriterien), Beobachtungsverfahren und die theoretische Auseinandersetzung mit Resilienzforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Praxisphasen: Planung und Durchführung gezielter Bildungsangebote, Situationsanalysen, Reflexionen der pädagogischen Arbeit und die Dokumentation von Projekten wie „Krankenhaus und Rettungswagen“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Resilienz, Elementarbildung, Wahrnehmungsförderung, Selbstwirksamkeit und Partizipation.
Welche Rolle spielen die "Schulfremdenprüfung" und das "Berufspraktikum" in der Arbeit?
Diese Abschnitte bilden den strukturellen Rahmen, in dem die Autorin ihre pädagogische Eignung unter Beweis stellt und die Theorie der Resilienzförderung auf ihre spezifischen Arbeitsbereiche in der Kindertagesstätte überträgt.
Warum wurde "Resilienz" als "Roter Faden" gewählt?
Die Autorin sieht in der Resilienzförderung eine zentrale Aufgabe der Elementarpädagogik, um Kindern angesichts vielfältiger Herausforderungen zu helfen, ihre eigene Persönlichkeit zu stärken und erfolgreich mit belastenden Situationen umzugehen.
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- Annett Stelzer (Author), 2015, Resilienzförderung in der Elementarbildung. Schulfremdenprüfung, praktisches Jahr und Facharbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370815