Das Betrachtungsobjekt dieses Assignments ist das Forschungsprojekt einer empirischen Sozialforschung mitsamt der innewohnen Prozesse und Methoden. Dies vor dem Hintergrund der Analyse und Optimierung eines Fallbeispiels zu einer Online-Befragung.
In jüngster Vergangenheit häuft sich Kritik an den Medien, in welcher ihnen subjektive Berichterstattung oder gar „Fake News“ vorgeworfen wird. Gemäß einer Studie des Statistischen Bundesamtes sind fast 70 Prozent der Befragten im Jahr 2016 solche Falschmeldungen aufgefallen. Ein solcher Verlust der Glaubwürdigkeit des Journalismus kann dadurch entstehen, dass die Medien häufig nur einen Ausschnitt der Realität darstellen, der nicht verallgemeinert werden sollte. Im Unterschied dazu ist bei einem Forschungsprojekt die Glaubwürdigkeit sehr wichtig, diese wird erreicht indem eine vorgegebene Fragestellung anhand ausgewählter Methoden objektiv beantworten wird, so dass dies zu keinen Fehlschlüssen oder Verallgemeinerungen führt.
Neben dem Aspekt der Glaubwürdigkeit in der Forschung ist es für eine Wissensgesellschaft wie Deutschland auch essentiell Forschungsprojekte möglichst effektiv und effizient zu gestalten, um im Wettbewerb bestehen zu können und Steuergelder möglichst zielführend einzusetzen. Die Relevanz wird durch den Anstieg der öffentlichen Ausgaben für Hochschulen bestätigt. Diese sind seit dem Jahr 2000 von rd. 16,2 Mrd. Euro auf 28,6 Mrd. Euro in 2015 gestiegen, was einen Anstieg von über 75 Prozent darstellt.
Eine Methode der Datenerhebung, deren Verbreitung in der Vergangenheit durch das Internet stark zugenommen hat, ist die (Online-)Befragung. Diese Art der Datenerhebung wird kommerziell vor allem von Marktforschungsunternehmen durchgeführt. Auch hier hat in der Vergangenheit ein starkes Wachstum stattgefunden, welches das Interesse an solchen Forschungsmethoden und –projekten widerspiegelt. So hat sich der weltweite Umsatz von Marktforschungsunternehmen von 2010 bis 2015 um fast ein 30 Prozent auf 44 Mrd. US-Dollar gesteigert.
Die vorgenannten Aspekte zeugen somit von einer gesteigerten gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Relevanz der Auseinandersetzung mit Forschungsprojekten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themenaspektes
1.2 Ziele und Aufbau
2. Begriffsdefinition
2.1 Forschung
2.2 Projekt
3. Das Forschungsprojekt
3.1 Planung des Forschungsprojekts
3.2 Erhebungsverfahren und Auswertung des Forschungsprojekts
4. Die Fallstudie
4.1 Kritische Analyse
4.2 Optimierungsansätze
5. Schlussteil
5.1 Fazit
5.2 Kritische Würdigung
5.3 Ausblick und kritische Faktoren
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein theoretisches Fundament für Forschungsprojekte zu erarbeiten, um dieses Wissen anschließend für die kritische Analyse und methodische Optimierung einer beispielhaften Online-Befragung zu nutzen.
- Theoretische Fundierung der Begriffe Forschung und Projekt
- Prozessschritte in der Planung wissenschaftlicher Forschungsprojekte
- Methoden der Datenerhebung und deren systematische Auswertung
- Kritische Analyse von Befragungsdesigns anhand einer Fallstudie
- Ableitung von Optimierungspotenzialen für empirische Untersuchungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Planung des Forschungsprojekts
Zu Beginn eines Forschungsprojektes gilt es den Entdeckungs- und Verwertungskontext zu erarbeiten. Der Entdeckungskontext beschreibt dabei den Verlauf der zu diesem Forschungsprojekt führte und das damit verbundene Ziel. Hier wird somit das Thema beschrieben, welches erforscht werden soll. Wesentliche Gründe für ein Forschungsprojekt stellen die Auftragsforschung, Theoriebildung und die Klärung sozialer Probleme dar. Der Verwertungskontext bezeichnet das Interesse, welches mit dem Forschungsprojekt über die Forschungsfrage hinaus verfolgt wird. Hier können durchaus außerwissenschaftliche Interessen eine Rolle spielen. Dies geschieht beispielsweise, wenn der Auftraggeber ein Unternehmen ist, das sich durch die Forschung einen gesteigerten Absatz seiner Produkte erhofft. Im nächsten Schritt gilt es das Forschungsdesign zu definieren, dieses ist Teil des Begründungskontexts und soll unter anderem eine werturteilsfreie Forschung ermöglichen.
Das Forschungsdesign definiert wie das Forschungsprojekt methodisch strukturiert ist, im Einzelnen betrifft dies die Arbeitsschritte der Datenerhebung, -auswertung und Interpretation. Es gilt dabei zu klären, ob es sich um eine qualitative oder quantitative Untersuchung handelt. Während für die qualitative Untersuchung häufig individuelle Untersuchungen geführt werden, sind bei der quantitativen Untersuchung meist standardisierte Erhebungsmethoden vorgegeben, die eine objektiv Analyse der Forschungsfrage ermöglichen. Diese Ausarbeitung fokussiert sich im Folgenden auf die quantitative Untersuchung. Für komplexe Forschungsfragen ist es notwendig das Problem tiefergehend zu präzisieren und einer Analyse zu unterziehen, um ein bedarfsgerechte Forschungsdesign zu entwickeln. Dabei gilt es die verschiedenen Dimensionen des Forschungsproblems zu erfassen und sich des aktuellen Forschungsstandes zu dem Themengebiet bewusst zu werden. In diesem Zusammenhang werden auch die zu überprüfenden Hypothesen gebildet. Hypothesen enthalten Aussagen über die Beziehung von Gegenständen der Forschungsfrage. So können Hypothesen beispielsweise auf Zusammenhänge, Unterschiede oder Kausalitäten hinweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von Forschungsprojekten für die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft und definiert die Ziele sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Begriffsdefinition: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Forschung“ als Prozess der Erkenntnisgewinnung und „Projekt“ als einmaliges, zielgerichtetes Vorhaben voneinander abgegrenzt und definiert.
3. Das Forschungsprojekt: Dieses Kapitel erläutert die systematische Planung eines Forschungsprojekts sowie die gängigen Methoden der Datenerhebung und Auswertung mit Fokus auf die quantitative Forschung.
4. Die Fallstudie: Hier erfolgt eine kritische Analyse einer konkreten Befragungssituation, wobei Mängel aufgezeigt und konkrete Optimierungsansätze für die methodische Durchführung abgeleitet werden.
5. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Einschränkungen der eigenen Arbeit und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Online-Befragung.
Schlüsselwörter
Forschungsprojekt, empirische Sozialforschung, Online-Befragung, Forschungsdesign, Hypothesenbildung, Operationalisierung, Datenerhebung, Repräsentativität, Gütekriterien, Fallstudie, Stichprobe, Methodenlehre, Quantitative Untersuchung, Datenanalyse, Zielgruppenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den methodischen Grundlagen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts und untersucht kritisch, wie empirische Erhebungen – insbesondere Online-Befragungen – korrekt geplant und durchgeführt werden sollten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition wissenschaftlicher Begriffe, die Phasen der Forschungsplanung (einschließlich Operationalisierung), Methoden der Datenerhebung sowie die kritische Analyse und Optimierung von Befragungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, ein theoretisches Fundament für Forschungsprojekte zu schaffen, das als Grundlage dient, um eine konkrete Fallstudie methodisch zu hinterfragen und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen dreigliedrigen Aufbau: die theoretische Aufarbeitung anhand von Fachliteratur, die Analyse einer Fallstudie und die daraus abgeleitete Entwicklung von Optimierungsvorschlägen für quantitative Befragungsmethoden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Forschung und Projekten, die Darstellung der Prozessschritte (Planung, Hypothesenbildung, Messvorschriften) und die konkrete kritische Analyse eines Befragungsbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Forschungsprojekt, Online-Befragung, Forschungsdesign, Hypothesenbildung, Operationalisierung, Repräsentativität, Gütekriterien und quantitative Methoden.
Warum ist die Stichprobenwahl in der Fallstudie problematisch?
Die Stichprobe ist laut Analyse nicht repräsentativ, da die Befragung lediglich innerhalb des persönlichen Netzwerks der Forscherin durchgeführt wurde, was eine induktive Verallgemeinerung auf die Grundgesamtheit unzulässig macht.
Welche Rolle spielt die Präzisierung der Forschungsfrage?
Eine präzise Forschungsfrage ist essenziell, da unspezifische Begriffe (wie „nachhaltig“ oder „Spielzeug“) zu Fehlinterpretationen bei den Befragten führen und somit die Verwertbarkeit der erhobenen Daten gefährden.
- Citar trabajo
- Marco Herz (Autor), 2017, Vorgehensweise eines Forschungsprojekts. Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370832