Der Verfasser befasst sich in dieser Masterarbeit mit der steuerlichen Behandlung von Profifußballern und Spielervermittlern. Hierbei würdigt er in Teil A seiner Arbeit die umsatzsteuerlichen Verhältnisse in Bezugnahme auf die gängigen Vertragskonstellationen zwischen Beratern, Vereinen und Profispielern unter Bezugnahme auf das BFH Urteils vom 28.08.2013 und dem Folgeurteil des FG Düsseldorfs vom 27.04.2015. Diesen Themenkomplex abschließend werden Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Steuerrückzahlungen dargestellt.
Unter Punkt B seiner Arbeit wird eine kurze ertragsteuerliche Behandlung von Profis und Spielervermittlern dargestellt.
Punkt C befasst sich mit der steuerbilanziellen Seite unter Bezugnahme auf das BFH Urteil vom 14.12.2011. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Thematik des immateriellen Wirtschaftsgut gelegt und detailliert ausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Einleitung
Teil 2: Hauptteil
A. Umsatzsteuer
I. Unternehmereigenschaften von Profis, Vermittlern und Fußballvereinen
1. Profi
2. Spielervermittler
3. Fußballverein
II. Rechtsnatur von Spielervermittlungs- und Profifußballverträgen
1. Verhältnis zwischen Spieler und Verein
2. Verhältnis zwischen Spielervermittler und Verein
3. Verhältnis zwischen Spieler und Spielervermittler / -berater
III. Problemfeld: Vorsteuerabzug der Profifußballvereine aus Rechnungen von Spielervermittlern
1. Rechtsentwicklung
2. Sachverhalt
3. Allgemeine umsatzsteuerliche Würdigung
4. Handlungsempfehlung
B. Einkommensteuer
I. Einkünfte der Spielervermittler / -berater
II. Profifußballer
III. Auswirkung des BFH - Urteils und des FG - Urteils auf die Lohnsteuer
C. Die Bilanzierung von Profifußballspielern in der Bilanz der Vereine
I. Rechtsentwicklung
II. Sachverhalt
III. Die „exklusive Nutzungsmöglichkeit“ als immaterielles Wirtschaftsgut
1. Vermögensgegenstand und Wirtschaftsgut
2. Begriff immaterielles Wirtschaftsgut
3. EIKV
4. Subsumtion (Anwendung der Definition)
IV. Entgeltlichkeit
V. Provisionen als Anschaffungsnebenkosten
Teil 3: Schlussteil
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der steuerlichen Behandlung von Profifußballern und Spielervermittlern, wobei ein besonderer Fokus auf die umsatzsteuerliche Würdigung der Vermittlungsleistungen sowie die bilanzielle Erfassung von Spielern als immaterielle Wirtschaftsgüter gelegt wird. Ziel ist es, die Problematiken vor dem Hintergrund aktueller höchstrichterlicher Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) und der Finanzgerichte (FG) zu analysieren, kritisch zu bewerten und konkrete Handlungsempfehlungen für die Unternehmenspraxis abzuleiten.
- Analyse der umsatzsteuerlichen Unternehmereigenschaft und Leistungsbeziehungen zwischen Spielern, Vereinen und Vermittlern.
- Untersuchung der strittigen Fragen zum Vorsteuerabzug von Fußballvereinen aus Vermittlerprovisionen.
- Ertragsteuerliche Einordnung der Einkünfte von Spielern und Beratern sowie lohnsteuerliche Auswirkungen.
- Bilanzielle Behandlung der „exklusiven Nutzungsmöglichkeit“ an Profifußballern als immaterielles Wirtschaftsgut.
- Bewertung der Aktivierungspflicht von Vermittlerprovisionen als Anschaffungsnebenkosten.
Auszug aus dem Buch
2. Sachverhalt
Im vorliegenden Fall klagte ein Fußballbundesligaverein (Kläger) gegen das Finanzamt (Beklagter). Die Streitjahre waren 2000 und 2001. Der Fußballbundesligaverein ist ein eingetragener Sportverein mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb. Zu diesem Geschäftsbetrieb gehörte eine aus Profifußballern zusammengestellte Profifußballmannschaft. Hierbei unterlag der Verein den Statuten von DFB und FIFA. In den Streitjahren wechselten mehrere Berufsfußballer im Rahmen von Transfers zum Kläger. Mit anderen Spielern, welche bereits in den Diensten des Vereins standen, wurden die Arbeitsverträge verlängert. Hierbei wurden die Spieler, wie in der Branche üblich, von Spielervermittlern (Spielerberatern) beraten und vertreten.
Im Rahmen der genannten Transfers trat der Verein mit den Vermittlern in Kontakt um einen bestimmten Spieler für eine Spielposition zu finden oder um einen bestimmten, bereits bekannten Spieler von einem Abschluss eines Arbeitsvertrages mit dem Kläger zu überzeugen. Nach Abschluss des Arbeitsvertrages wurde eine Zahlungsvereinbarung zwischen dem Verein und Vermittler für die geleisteten Dienste geschlossen und in Rechnung gestellt. Der Verein machte die in Rechnung gestellte Vorsteuer beim Finanzamt geltend.
Im Rahmen einer Betriebsprüfung wurden diese Vorsteuerbeträge, aufgrund der entdeckten Managementverträge zwischen Spieler und Vermittler mit folgender Regelung, zurückgefordert: § 5: „Bei Vertragsverlängerungen mit dem gegenwärtigen Arbeitgeber oder bei einem Vereinswechsel erhält die Spielervermittlerfirma die hierfür übliche Vergütung. Es besteht zwischen der Firma und dem Sportler Einigkeit darüber, dass grundsätzlich versucht werden soll, diese Vergütung vom jeweiligen arbeitgebenden Verein zu erhalten. Sofern dies nicht gelingt, wird sich die Firma B. darum bemühen, dass die mit dem arbeitgebenden Verein ausgehandelten Konditionen unter Berücksichtigung der an die Firma zu zahlenden Vergütung festgelegt werden.“ Die Betriebsprüfung sah hierin den Fall, dass keine Vermittlungsleistung zwischen Verein und Vermittler durchgeführt worden sei, sondern nur zwischen Vermittler und Spieler. Zudem spreche eine Doppeltätigkeit des Vermittlers für Spieler und Verein gegen die FIFA Statuten. Weiterhin seien die Rechnungsbezeichnungen nicht korrekt und die Vorsteuer auch aufgrund dessen zu versagen.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Umsatzsteuer: Dieses Kapitel prüft die Unternehmereigenschaft der Akteure und analysiert die schwierige umsatzsteuerliche Situation rund um den Vorsteuerabzug der Vereine aus Vermittlerrechnungen unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung.
B. Einkommensteuer: Hier erfolgt die ertragsteuerliche Einordnung der Einkünfte von Spielern und Vermittlern sowie eine Untersuchung der lohnsteuerlichen Konsequenzen aus der Rechtsprechung zu "Entgelten von dritter Seite".
C. Die Bilanzierung von Profifußballspielern in der Bilanz der Vereine: Dieser Abschnitt beleuchtet die steuerbilanzielle Aktivierung des immateriellen Wirtschaftsguts "exklusive Nutzungsmöglichkeit" und die Einordnung der Vermittlerprovisionen als Anschaffungsnebenkosten.
Schlüsselwörter
Profifußball, Spielervermittler, Umsatzsteuer, Vorsteuerabzug, Managementvertrag, BFH-Rechtsprechung, immaterielles Wirtschaftsgut, Bilanzierung, Anschaffungskosten, Spielerlaubnis, Lohnsteuer, Entgelt von dritter Seite, FIFA-Statuten, Gewerbeeinkünfte, Nutzungsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die komplexen steuerlichen und bilanzrechtlichen Fragestellungen, die sich aus der Zusammenarbeit von Profifußballvereinen mit Spielervermittlern ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Vorsteuerabzug aus Vermittlerrechnungen, die lohnsteuerliche Behandlung von Provisionszahlungen und die steuerbilanzielle Aktivierung von Spielertransfers.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die steuerliche Thematik basierend auf den BFH-Urteilen vom 28.08.2013 und 14.12.2011 zu beleuchten, die daraus resultierenden Probleme zu diskutieren und Lösungsmöglichkeiten für die Praxis aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die juristische Methodenlehre durch die Analyse von Gesetzestexten, aktueller Rechtsprechung (BFH, FG) und der einschlägigen steuerrechtlichen Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: die umsatzsteuerliche Würdigung der Vermittlungsleistungen, die einkommensteuerliche Einordnung der Akteure sowie die bilanzielle Behandlung von Profifußballern als immaterielle Wirtschaftsgüter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Profifußball, Vorsteuerabzug, Spielervermittler, Managementvertrag, Bilanzierung und immaterielles Wirtschaftsgut.
Wie bewertet der Autor die "exklusive Nutzungsmöglichkeit" als Wirtschaftsgut?
Der Autor stützt sich auf die Rechtsprechung, die in der Spielerlaubnis bzw. der daraus resultierenden "exklusiven Nutzungsmöglichkeit" ein entgeltlich erworbenes immaterielles Wirtschaftsgut des Anlagevermögens sieht, das aktiviert werden muss.
Warum ist die "Negativerklärung" für Vereine relevant?
Die Negativerklärung soll zivilrechtlich absichern, dass kein unzulässiges Vertragsverhältnis zwischen Vermittler und Spieler vorliegt, das steuerliche Nachteile oder Haftungsrisiken für den Verein nach sich ziehen könnte.
- Citation du texte
- Carsten Schmitt (Auteur), 2015, Die steuerliche Behandlung von Profifußballern und Spielervermittlern insbesondere in Bezugnahme auf die BFH-Urteile vom 28.08.2013 (XI R 4/11) und vom 14.12.2011 (IR 108/10), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370833