Die Fiktion in der Fiktion anhand des Werkes "La continuidad de los parques" von Julio Cortázar

Modularbeit in Spanischer Literaturwissenschaft


Seminararbeit, 2017

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Ziel dieser Arbeit
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Autor und Werk 2/
1.3 Die Erzählkunst Cortázars

2 Fiktion
2.1 Definitionvon„Fiktion“ 5/
2.2 „La continuidad de los parques“
2.3 Analyse des Werkes „Park ohne Ende“ 9/
2.4 Bedeutung der Fiktion in „Park ohne Ende“ 11/

3. Schlussfolgerungen
3.1 „Postmodernidad de Julio Cortázar“ 13/
3.2 Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Ziel dieser Arbeit

1.1 Einführung in das Thema

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem literarischen Werk „Park ohne Ende (La continuidad de los parques) des argentinischen Schriftstellers Julio Cortázar. Was bedeutet der Park überhaupt und warum gibt es kein Ende? Wovon handelt die Geschichte überhaupt? Am Ende dieser Arbeit werden diese Gedanken nochmal aufgefasst. Zuerstjedoch sollten wir den Autor ein wenig kennen lernen. Ein kurzer Einblick in das Leben des Autors befindet sich im nächsten Kapitel. Warum waren seine Werke so einzigartig und einflussreich? Gab es eine Besonderheit in seinen Erzählungen? Auch die Meinung seiner Kollegen über ihn und eine kurze Beschreibung des Werkes „Rayuela“ werden gezeigt. Da Cortázar die lateinamerikanische Literatur sehr stark beeinflusst und positiv verändert hat, widme ich auch ein kurzes Kapitel seiner hervorragenden und sagenhaften Erzählkunst mit Verweis auf einige andere Werke.

Die Definition des Wortes „Fiktion“ spielt hier eine große Rolle, da es ein fiktionaler Text ist, der rein auf der Vorstellung des Schriftstellers basiert. Um diesen Begriff genauer zu verstehen, müssen wir uns auch mit dem Begriff „Realität“ auseinandersetzen. Elena Esposito gibt in ihrem Werk „Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität“ viel Aufschluss darüber. Sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion viel geringer als wir glauben? Welche Aspekte grenzen die Fiktion von der Realität ab? Gibt es verschiedene Formen der realen Wahrnehmung? Um das Werk genauer zu verstehen und mit den Analysen und Definitionen in Einklang zu bringen, ist es relevant den Text nochmal zu lesen. Daher wird der Text innerhalb dieser Arbeit analysiert.

Im Hauptteil wird das Werk nun detailliert untersucht. Die Schwerpunktsetzung liegt hierbei in der Analyse und der Bedeutung der Fiktion auf die ich mich nach den einführenden Kapitel beziehen werde.

Zu guter Letzt werde ich nochmal einige Werke miteinbeziehen, die auf die Postmodernität Cortázars hinweisen und meine Ergebnisse nochmal zusammenfassen.

1.2 Autor und Werk

Julio Cortázar, geboren am 22. August 1914 in Brüssel, das zu jener Zeit von deutschen Soldaten besetzt wurde, war der Sohn eines argentinischen Handelsattachés. Zwei Jahre später zog er mit seiner Familie in die Schweiz und nachdem der erste Weltkrieg vorbei war, wieder zurück nach Argentinien Dort studierte er und arbeitete als Lehrer. Im Jahr 1938 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband, damals war er Professor an der Universität Cuyo in Mendoza. (vgl. Schütz 2009 : 17) Er schrieb Erzählungen und anschließend Romane. Sein bekanntestes Werk war „Rayuela“, das 1963 erschien. Der Protagonist dieses Werkes ähnelt dem Schriftsteller selbst: Ein selbst zweifelnder Intellektueller in Paris, der gern über Liebe und Jazz redet. Diese Besonderheit liegt auch am Lesen des Werkes, denn es ist ein literarisches Experiment in der Tradition des Nouveau Roman. Es werden zwei verschiedene Lesarten geboten. Zum einen kann sich der Leser linear bis zum 56. Kapitel bewegen oder er beginnt mit dem 73. Kapitel und führt die nächsten Kapitel fort. Diese „entbehrlichen“ Kapitel, wie er sie selbst nennt, thematisieren den künstlerischen Schaffensprozess. „Die zahlreichen Erzählungen, die zudem das literarische Schaffen des Argentiniers prägten, zeichnen sich durch eine Auslotung der Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit aus und wirken vom Surrealismus beeinflusst.“ (Schütz 2009 : 18) Neben Jorge Luis Borges prägte er sehr stark die Literatur Lateinamerikas im vergangenen Jahrhundert. Auch nach seinem Tod, am 12. Februar 1984, bleibt er durch seine Werke lebendig. Fastjedes seiner Werke wurde ins Deutsche übersetzt (Schütz 2009). Er setzte sich auch politisch ein, z. B. Unterstützte er die kubanische Revolution und die Regierung von Salvador Allende in Chile und daraufhin die sandinistische Revolution in Nicaragua. Auch andere berühmte Schriftsteller Lateinamerikas bewunderten ihn und sahen ins als ihr Idol an. Nicht anders war es auch beim kolumbianischen Schriftsteller Gabriel García Márquez, der einer seiner größten Bewunderer war. Er traf sich mit Cortázar und Carlos Fuentes in Prag und sie unterhielten sich und hatten Spaß wie alte Freunde. Gabriel schwärmte besonders von der Erzählweise des Argentiniers und war von ihm in seiner ganzen Person überaus positiv überzeugt:

„Idole flößen Respekt, Bewunderung, Zuneigung und, natürlich großen Neid ein. Cortázar erweckte diese Gefühle wie kaum ein anderer Schriftstelle, aber er erweckte auch ein Gefühl, das weniger häufig ist: hingebungsvolle Liebe. Er war vielleicht ohne es zu wollen, der Argentinier, der es fertig brachte, dass alle ihn liebten.“ (Márquez 1984)

Weiter beschreibt Gabriel, dass der legendäre Schriftsteller den Tod als etwas Anstößiges empfand und froh wäre, wenn man ihn positiv in Erinnerung behalten und nicht trauern würde.

“Lieber denke ich, wie er es zweifellos gewollt hätte, weiter an ihn mit der grenzenlosen Freude, dass es ihn gegeben hat, mit dem tiefen Vergnügen, ihn gekannt zu haben und mit der Dankbarkeit, dass er uns ein Werk hinterlassen hat, das unvollendet sein mag, aber so schön und so unzerstörbar wie die Erinnerung an ihn.“ (Márquez 1984)

In seinem Werk „Los puentes de Julio Cortázar“ sieht es der Schriftsteller José P. Schafer als große Herausforderung an überhaupt etwas über den berühmten Argentinier zu schreiben.“Escribir sobre Cortázar implica und desafío. [...] La progresiva concientización de su papel como intelectual y como escritor se inscribió en un marco de profundas y violentas modificaciones históricas. [...] Hablar hoy de Cortázar es hablar de toda la problemática latinoamericano, pero es al mismo tiempo referirse a la nueva significación del escritor en el mundo contemporáneo“ (Schafer 1996)

Julio selbst beschrieb sich im Jahr 1967 folgendermaßen:“Aus Argentinien entfernte sich ein Schriftsteller, für den die Wirklichkeit, wie Mallarmé es sich vorstellte, in einem Buch gipfeln sollte; in Paris wurde ein Mann geboren, für den die Bücher in die Wirklichkeit gipfeln sollten.“ (Schütz 2009 : 91) Diese Zeilen erhielt sein Freund, Dichter und Essayist Roberto Fernández Retramar. In diesen wenigen Worten stellt er seine persönliche Entwicklung dar. Wie wir sehen können, handelt es sich bei diesem argentinischen Schriftsteller nicht um einen gewöhnlichen Mann, sondern einem literarischen Aufklärer, der sich selbst analysiert, sein Geschehen und seine Erfahrungen reflektiert und sie vor allem in seinen Werken miteinbringt. Seine Kurzgeschichte die ich in dieser Arbeit untersuchen möchte, ist ebenfalls eine von Cortázars besonderen Werken, das mehr erzählt als eine einfache Geschichte. Diese Kurzgeschichte befindet sich im ersten Teil des Buches „Final de juego“ das 1956 in verschiedenen Sprachen erschien. Der argentinische Titel lautet: „la continuidad de los parques“ und gehört zum Genre fantastische Literatur. Schon der Titel zeigt uns, dass das Ende dieser Kurzgeschichte nicht wirklich da ist bzw. ein offenes Ende ist. Jede Geschichte ist eine Fiktion, aber wie viel Fiktion steckt in dieser? Wie definiert man „Fiktion“ Wir haben bereits erfahren, dass unser Argentinier vom Surrealismus beeinflusst zu sein scheint. Demnach könnte die Erzählung über das handeln was über die Realität hinausgeht also das „Überreale“ über das Bewusstsein und die Wahrnehmung eines Menschen hinaus. Man weiß nicht, ob das eine positive oder negative Handlung hat, da das Wort „Park“ viele Möglichkeiten aufgibt. Jedoch ist wichtig, dass wir zunächst die Definition festlegen um dem Inhalt dieses Werkes näher zu kommen.

1.3 Die Erzählkunst Cortázars

Nicht nur die Literatur hat Cortázar verändert, sondern auch die Art wie wir Texte wahmehmen und sie in Gedanken mit dem Leben und den Menschen verknüpfen (vgl. Alazraki 1994 : 299). Schon mit dem Werk „Bestiario“ kam man damals schon zu der Erkenntnis, dass sich Julio auf einem Gebiet bewegte, das vorher unentdeckt war. Schon bald darauf veröffentlichte er sein Buch „Los Reyes“, das Drama, Prosa und Gedicht in einem ist. Darin beschreibt er mehrmals den sogenannten „Bankrott“ der Gattungen. Außerdem befanden sich Erzählungen, die Ähnlichkeiten mit Gedichten hatten und Geschichten die Prosa und Gedicht enthalten. In seinem Meisterwerk „Rayuela“, das in der Tradition des „Noveau Roman“ verfasst wurde, drückt er durch den Protagonisten Horacio Oliveira eine Debate über „soledad y solidaridad“ aus. Es enthält wie viele seiner Werke Fragen, Monologe und kritische Äußerungen. „Rayuela“ hat den Schriftsteller selbst sehr beeinflusst:“Rayuela define una época de mi vida [...], en la que yo me sentía personalmente un espectador de lo que sucedía afuera, [...]“ (Alazraki 1994). Da seine Erzählungen einen Bezug zu ihm selbst darstellen und ihn bei seiner persönlichen Entfaltung und Entwicklung beeinflussten, sah Julio das Schreiben als eine Form des Lebens an. Das spiegelt sich in seinen Erzählungen wider. In seinen Texten baut er einen direkten Kontakt zum Leser auf, da er ihn wie einen Komplizen in die Handlungen einführt. Er lässt den Leser in seine Seele hineinblicken:“[...], detrás de cada uno de sus textos había una presencia viva que era y sigue siendo algo más que el espíritu del autor.“ (vgl. Alazraki 1994 : 367) Außerdem nimmt Alazraki innerlich eine Art physische Berührung wahr, wenn er sich mit Cortázars Geschichten beschäftigt:“[...], autor-cómplice que desde los artificios de la narración o el ritmo de un poema estira la mano para estrechar la nuestra“. Mit seinen narrativen Talent veränderte Julio auch die Wahrnehmung über das Leben. So beschreibt ein Leser, dass das Leben kein Beruf sei, sondern ein Akt der Freiheit (vgl. Alazraki 1994 : 368). Es heißt, dass der argentinische Schriftsteller die Literatur wie eine Freundschaft betrachtete und dass diese Freundschaft nicht einfach mit dem Ende der Geschichte verschwand, sondern sich durchs Leben ziehen würde. Julio Cortázar hat sein meisterhaftes Schaffen nicht einfach mit seinem Tod beendet. Da er sich der Literatur so leidenschaftlich hingegeben hat und eine Botschaft anjeden Leser hatte, ist er bis heute der Schriftsteller aller Schriftsteller geblieben und hat die literarische Welt verbessert, verändert und neu dirigiert.

2. Analyse

2.1 Definition von „Fiktion“

Das Wort „Fiktion“ kennen wir bereits aus Märchen und vielen anderen Geschichten oder Filmen. Viele Menschen benutzen diesen Begriff um auf etwas aufmerksam zu machen, das nicht der Realität entspricht. Aber was ist schon die Realität? „Über die Realität kann man nur sprechen, wenn man sie von etwas abgrenzt, das entweder als nicht-real oder als auf andere Weise realistisch beschrieben wird [...]“ (Esposito 2007) Demnach kann die eigene Vorstellung real sein und doch fiktiv:“Die fiction, so scheint es, wird als fiktive Konstruktion dann akzeptabel, wenn sie eine Welt vorstellt, die so plausibel ist, dass sie wahr sein könnte.“ (Espito 2007) Also könnte die Fiktion wahrer sein als die Wahrheit selbst. Es kommt nur auf die Sichtweise des Individuums an. Aber die Sichtweise allein reicht nicht aus um die reale Welt von der Fiktion zu unterscheiden. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Tatsachen und Wahrnehmungen. Dazu müsste man die Realität des Wahrscheinlichen in Betracht ziehen. Hierzu gibt es die Annahme, dass es zwei Arten der Wahrscheinlichkeit gibt, nämlich die subjektive und die objektive Wahrscheinlichkeit. Letzteres beziehe sich auf die „Regelmäßigkeit zufälliger Ereignisse, auf Merkmale der Welt“ (Esposito 2007). Die subjektive Wahrscheinlichkeit beruht auf der Reaktion eines Menschen gegenüber einer bestimmten Situation und die Möglichkeit, dass ein Ereignis eintritt (vgl. Esposito 2007 : 37). Jedoch schließen sich die beiden Wahrscheinlichkeiten gegenseitig aus, denn die Wahrscheinlichkeit kann nur objektiver oder subjektiver Natur sein. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Mathematisierung der Wahrscheinlichkeit als objektive Kategorie der Erkenntnis festgelegt. Somit entwickelte sich die Wahrscheinlichkeitsrechnung wie wir sie aus der Mathestunde kennen, zu einer sicheren Methode für die Analyse und Untersuchung von ungenauen Gegenständen und Objekten. Mit der mathematischen Wahrscheinlichkeitsrechnung lässt sich viel erklären und die Realität kann von der Fiktion bis zu einem gewissen Grad abgegrenzt werden. Jedoch könnte man es auch so formulieren, dass die Wahrscheinlichkeitsrechnung die Welt als einen Ort ansieht in der alle Ereignisse gleich wahrscheinlich sind und kaum informativ sind. Subjekte würden demnach auch nicht existieren. (vgl. Esposito 2007 : 51) Aber gerade die Subjekte und die verschiedenen Systeme in der Welt sind ausschlaggebend für Veränderungen in der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Es entwickeln sich Unsicherheiten ausgelöst durch jeden einzelnen Menschen, da jede Entscheidung die ein Mensch trifft zu neuen Unsicherheiten führt. Diese Unsicherheiten verändern wiederum die Entscheidungen und machen sie von anderen Personen und Situationen abhängig. Die Welt selbst verändert und beeinflusst den Menschen in seinem Handeln und Tun, weil mit jeder Epoche, Entwicklungen und Fortschritte neue Möglichkeiten eintreten.

Außerdem hängen Taten und Entscheidungen von der Zukunft ab, die die Menschen immer meinen gut zu kennen. Durch die Kenntnis der möglichen Ereignisse, Unsicherheiten und Zukunftsplanungen stößt die „Wahrscheinlichkeitskonstruktion in die Grenzen ihres fiktionalen Charakters“ (Esposito 2007). Alle planen die Zukunft ohne sie bereits zu kennen, jedoch geht man von einer Wahrscheinlichkeit aus die in der Zukunft eintreten kann. Diese Schwierigkeit hat viel mit der heutigen modernen Epoche zu tun, da die Menschen eher in der Zukunft leben als in der Gegenwart und ihr Leben nachdem ausrichten was sie bald erwarten könnte. Demzufolge ist das Problem nicht unbedingt die eingeschränkte Wahrscheinlichkeitstheorie, sondern die zeitliche und soziale Dimension, was somit als eines der Schwierigkeiten der Moderne betrachtet werden kann (vgl. Esposito: 54). Wie ist die Welt nun? Eine Fiktion in der Fiktion im Kopf eines Menschen oder die komplette Realität ohne Fiktion? Oder besteht die Welt teilweise aus der Realität und der Fiktion gleichermaßen? Nach all diesen Theorien und Untersuchungen ist die Welt natürlich real, gerade weil es Schwierigkeiten, Unsicherheiten und verschiedene Menschen gibt, die die Welt noch realer machen als sie bereits ist. Zwar ist die Realität nicht immer sicher und das Eintreten bestimmter Möglichkeiten und Ereignisse nicht vorhersagbar und nicht immer planbar: „Die Realität ist unwahrscheinlich“ (Esposito 2007). Aber in der Fiktion ist alles möglich und genau das ist der Grund warum die Fiktion nicht allgemeingültig ist und sich eben von der Realität stark abgrenzt. Fiktionale Texte können dennoch realistisch sein, da sie eine Welt präsentieren, die an realistischen Fakten gebunden ist. „Fiction erlaubt es, Täuschungen, Intrigen oder Beobachtungsbeziehungen darzustellen, die in der realen Realität, die nur selten realistisch ist, nicht beobachtet werden können“ (Esposito 2007). Fiktionen sind also nützlich. Man lernt eine neue Dimension kennen bzw. eine neue Welt und Personen. Geschichten sind dazu da um sich neu zu erfinden und sich weiter zu entwickeln, so wie es Julio Cortázar tat. Der Mensch lernt viel mehr aus Büchern bzw. interpretieren Emotionen und reale Liebesaffären auf der Basis der Erzählungen, die sie aus Büchern kennen. (vgl. Esposito 2007 : 56) Um sich in der realen Welt besser zurechtzufinden und mit der Realität umzugehen, sollte man sich mit fiktionalen Texten intensiv beschäftigen. Sie bieten uns die Gelegenheit die Welt mit anderen Augen zu sehen und neue Geschichten kennen zu lernen, die zur Entwicklung eines Menschen dazu gehören. Die Fiktion ist eine weitere Welt aus der Beobachtung eines Individuums, das wir vorher nicht kannten. Auch Julio Cortázars Fiktion erlaubt es uns eine neue Dimension zu erörtern und die Welt der Fiktionen zu erkunden. Was macht seine Fiktion so besonders?

„Jede Erzählung erschafft eine eigene (fiktive) Welt, in der sich die Handlung abspielt: Sobald in einer Erzählung eine weitere eingefügt ist, befinden wir uns im Text auf einer nächsthöheren bzw. zweiten Ebene (Erzählung in der Erzählung bzw. Fiktion in der Fiktion). Solange beide Welten säuberlich getrennt sind, ergeben sich daraus keinerlei Probleme. Verwirrungen verschiedenster Art treten auf, wenn die Grenzen zwischen ihnen durchlässig werden.“ (Kurz und bündig 2007)

Mit diesem Zitat erfahren wir bereits eine Erklärung des Wortes „Fiktion“ bezüglich Cortázars Werk. Es kommt zu einer Grenzüberschreitung die eine Fiktion in der Fiktion hervorruft und zwei Welten miteinander verbindet, die eigentlich getrennt bleiben sollten.

„Crear una ficción que habla de ficciones, una literatura que habla de literatura es apuntar hacia la forma del ensayo, es inducir a la lectura crítica, es borrar las fronteras entre escritura y lectura, entre lectura y análisis.“ (Alvarez 2012)

Der Autor hat somit die Realität und die Fiktion miteinander verbunden, indem er die Fiktion ausbreitete und die Grenzen außer Acht ließ. Es kommt zu einem Mischungsverhalten von Realem und Fiktivem. Aus diesem Oppositionsverhältnis könnte auch ein dreistelliges Verhältnis werden, das auf Fiktion, Realität und Imagination besteht (vgl. Kraut 2007 : 5). Die Realität ist eine außertextuelle Welt, außerhalb der subjektiven Wahrnehmung und die Imagination eine Welt, die nur in der Vorstellung bzw. im Kopf eines Menschen existiert. Die Fiktion wäre also die Welt, die es nur in Texten und Erzählungen gibt. Man kann also davon ausgehen, dass so gut wie jede Geschichte aus diesen drei Merkmalen besteht. Julio Cortázars Werk enthält auf jeden Fall realistische Tatsachen, die in einer fiktiven Geschichte enthalten sind und seine Imagination der Grenzüberschreitung. Da es viele Definitionen, Begriffe, Erklärungen und verschiedene Wahrnehmnungen für die „Fiktion“ gibt, ist es schwierig einen allgemeingültigen Termini festzulegen. Je nach Werk und Autor wird die Fiktion neu definiert und von der Realität unterschieden. Julio beschäftigte sich in diesem Werk mit der „Fiktion in der Fiktion“. Werden die realistischen Fakten größer sein oder übernimmt allein die „Fiktion“ die Oberhand? Wie sieht es im Kopf eines Schriftstellers aus? Wie fiktiv ist diese Erzählung?

Um dieser ganzen „Fiktion“ zu folgen und zu verstehen schauen wir uns im nächsten Kapitel die komplette Erzählung an und um weitere wichtige Textstellen zu diskutieren und Antworten auf die Fragen zu geben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Fiktion in der Fiktion anhand des Werkes "La continuidad de los parques" von Julio Cortázar
Untertitel
Modularbeit in Spanischer Literaturwissenschaft
Hochschule
Universität Potsdam  (Romanistik)
Veranstaltung
Literaturwissenschaft
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V370849
ISBN (eBook)
9783668486317
ISBN (Buch)
9783668486324
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Julio Cortázar, Fiktion in der Fiktion Park ohne Ende
Arbeit zitieren
Nilofar Nassiri (Autor), 2017, Die Fiktion in der Fiktion anhand des Werkes "La continuidad de los parques" von Julio Cortázar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370849

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