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Hoher Minnesang anhand Albrecht von Johansdorf: Lied XII (MF 93,12) und Reinmar der Alte: Lied XXVIII (MF 178,1)

Titel: Hoher Minnesang anhand Albrecht von Johansdorf: Lied XII (MF 93,12) und Reinmar der Alte: Lied XXVIII (MF 178,1)

Hausarbeit , 2012 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Katharina Preuth (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit Frauenliedern zweier unterschiedlicher Autoren auseinandersetzen und eine konzeptionelle Einordnung vornehmen. Konkret handelt es sich um MF 93,12: "Ich vant si âne huote" von Albrecht von Johansdorf und um MF 178,1 "Lieber bote, nu wirp alsô" von Reinmar dem Alten.

Die zeitliche Einordnung erlaubt die Aussage, dass beide Lieder in die Zeit des hohen Minnesangs fallen, wie noch im Verlauf der Arbeit zu zeigen sein wird. Bilden diese Lieder aber typische Vertreter des hohen Minnesangs?

Folgende Fragen möchte ich am Ende meiner Ausführungen beantworten: Wie kann die Frauenrede dieser Lieder ausgelegt werden? Welche Merkmale des hohen Minnesangs sind in den beiden Liedern verwirklicht? Wenn Auffälligkeiten bestehen, wie können diese konzeptionell eingeordnet werden?

Um den Fragen nachzugehen, stelle ich zunächst im 2. Kapitel mit der Frauenrede und den Merkmalen des hohen Minnesangs inhaltliche Grundlagen vor. Darauf aufbauend werte ich im 3. Kapitel beide Lieder unter Berücksichtigung der entsprechenden Inhalte und der Lesarten zur Frauenrede aus. Schließlich ziehe ich im 4. Kapitel einen Vergleich beider Lieder unter dem Fokus des hohen Minnesangs, der die aufgeworfenen Fragen behandelt und die Ergebnisse dieser Arbeit in einen Gesamtkontext stellt.

Als formale Hinweise möchte ich anführen, dass ich mich aus Vereinfachungsgründen auf die beiden Überlieferungen der Lieder in Des Minnesangs Frühling (1988) stütze. Aus dem gleichen Grund verwende ich für alle unspezifischen Personenbezeichnungen stets die männliche Form. Die weibliche ist dabei stets mitgedacht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Inhaltliche Voraussetzungen

2.1 Ein Überblick: Frauenlieder als Botenlieder, Wechsel und Dialoglieder

2.2 Merkmale des hohen Minnesangs

3 Analyse der Lieder

3.1 Albrecht von Johansdorf: Lied XII (MF 93,12) Ich vant si âne huote

3.1.1 Inhalte der Strophen

3.1.2 Lesarten der Frauenrede

3.2 Reinmar der Alte: Lied XXVIII (MF 178,1) Lieber bote, nu wirp alsô

3.2.1 Inhalte der Strophen

3.2.2 Lesarten der Frauenrede

4 Vergleich beider Lieder unter dem Fokus des hohen Minnesangs

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Frauenlieder von Albrecht von Johansdorf und Reinmar dem Alten, um deren Einordnung in den Kontext des hohen Minnesangs vorzunehmen. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Lieder typische Vertreter der Gattung sind, wie die Frauenrede zu interpretieren ist und welche Rolle das Konzept des Minnedienstes spielt.

  • Analyse der Gattungsmerkmale von Frauenliedern, Botenliedern und Dialogliedern.
  • Untersuchung der komplexen Motivationsstrukturen und Rollenbilder im hohen Minnesang.
  • Interpretation der Frauenrede als rationale und oft abweisende Instanz gegenüber männlicher Werbung.
  • Vergleichende Betrachtung der Minnekonzeptionen bei Albrecht von Johansdorf und Reinmar dem Alten.
  • Reflexion der Frauenfigur als Opfer oder Mittlerin im Kontext höfischer Werte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Albrecht von Johansdorf: Lied XII (MF 93,12) Ich vant si âne huote

Das Lied ist dem rheinischen Minnesang zuzurechnen, der in die erste Hochphase des Minnesangs um 1170 bis 1190/1200 fällt. Eine Überlieferung liegt nur in Handschrift C vor. Es gilt als „frühes Zeugnis für die Gattung ‚Dialoglied‘ im deutschen Minnesang“, wenn nicht sogar als das berühmteste. Aufgrund der unmittelbaren und dadurch ausgeprägten Dialogizität zwischen Frau und Mann kann dieses Lied als „Aushandlungsgespräch“ zwischen den Dialogpartnern eingestuft werden, wobei die grundsätzliche Aushandlungsbereitschaft der Frau als fraglich gilt.

Der Dialog erstreckt sich über sieben Strophen à sechs Verse und ist als „Frage-Gegenfrage“ konzipiert. Der Wechsel der Gesprächspartner findet dabei nicht über die Strophe, sondern stichisch, d.h. auf die Verse bezogen statt. Es ist daher gerechtfertigt, von einer kunstvollen Anordnung von Frauen- und Mannesrede zu sprechen: Im ersten Stollen erscheint der Mann, im zweiten dann die Frau. Der Abgesang ist wieder im Wechsel – erst Mann und dann Frau – gestaltet. Die Frau behält so am Ende jeder Strophe das letzte Wort.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Einordnung zweier spezifischer Frauenlieder in den hohen Minnesang und Erläuterung des methodischen Vorgehens.

2 Inhaltliche Voraussetzungen: Theoretische Grundlegung zu den Gattungen des Frauenliedes, des Dialogliedes und des Botenliedes sowie Definition der zentralen Merkmale des hohen Minnesangs.

3 Analyse der Lieder: Detaillierte Untersuchung und Interpretation der Lieder von Albrecht von Johansdorf und Reinmar dem Alten hinsichtlich Stropheninhalt und Lesarten der Frauenrede.

4 Vergleich beider Lieder unter dem Fokus des hohen Minnesangs: Synthese der Einzelergebnisse und Diskussion der unterschiedlichen weiblichen Perspektiven sowie deren Rolle bei der Bestätigung oder Hinterfragung höfischer Ideale.

Schlüsselwörter

Minnesang, hoher Minnesang, Frauenlied, Dialoglied, Botenlied, Albrecht von Johansdorf, Reinmar der Alte, Frauenrede, Minnedienst, Liebesdiskurs, Rollenlyrik, höfische Tugend, Gattungsgeschichte, Minne, Mittelalterliche Literatur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert zwei spezifische Frauenlieder aus dem 12. Jahrhundert, um deren Stellung und Funktion innerhalb des höfischen Minnesangs zu bestimmen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Gattungsspezifik des Frauenliedes, die Dynamik zwischen männlichem Werben und weiblicher Ablehnung sowie die Konzeption des Minnedienstes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die untersuchten Lieder typische Vertreter des hohen Minnesangs sind und wie die darin enthaltene Frauenrede konzeptionell einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es erfolgt eine textnahe Analyse der Lieder auf Basis der Überlieferungen in „Des Minnesangs Frühling“, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit der fachwissenschaftlichen Literatur.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden sowohl die inhaltliche Struktur der Strophen als auch verschiedene Lesarten der Frauenrede für die beiden ausgewählten Lieder detailliert erarbeitet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Frauenlied, hoher Minnesang, Dialogstruktur, höfische Rollenbilder und Minne-Reflexion charakterisieren.

Warum wird das Lied von Albrecht von Johansdorf als "Aushandlungsgespräch" bezeichnet?

Aufgrund der unmittelbaren stichischen Dialogizität zwischen Mann und Frau wird das Lied so eingeordnet, da hier aktiv über die Erwiderung der Liebe verhandelt wird.

Welche besondere Funktion übernimmt der Bote im Lied von Reinmar dem Alten?

Der Bote fungiert als fiktiver Dritter und Vermittler, der es der Frau ermöglicht, ihre innere Zerrissenheit und ihre geheimen Wünsche zu artikulieren, ohne gesellschaftliche Integrität zu verlieren.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hoher Minnesang anhand Albrecht von Johansdorf: Lied XII (MF 93,12) und Reinmar der Alte: Lied XXVIII (MF 178,1)
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Germanistik)
Veranstaltung
Früher und hoher Minnesang
Note
1,7
Autor
Katharina Preuth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V370913
ISBN (eBook)
9783668486072
ISBN (Buch)
9783668486089
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Minnesang Reinmar der Alte Albrecht von Johansdorf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Preuth (Autor:in), 2012, Hoher Minnesang anhand Albrecht von Johansdorf: Lied XII (MF 93,12) und Reinmar der Alte: Lied XXVIII (MF 178,1), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370913
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Leseprobe aus  23  Seiten
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