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Gedichtanalyse von Rolf Dieter Brinkmanns "Einen jener klassischen"

Zwischen Text und Fotografie

Título: Gedichtanalyse von Rolf Dieter Brinkmanns "Einen jener klassischen"

Trabajo Escrito , 2012 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Katharina Preuth (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit Brinkmanns „Einer jener klassischen“. Im Fokus dieser Arbeit steht die Intermedialität, respektive der „Snap-Shot“ als Momenterfahrung des Ästhetischen. Es soll untersucht werden, wie der Autor es schafft, den „einen Moment“ für den Leser so klar erscheinen zu lassen, wie andere Merkmale außerhalb der Bildlichkeit, wie bspw. Zeit und Raum, die Kommunikationsstruktur und das Thema des „Snap-Shots“ innerhalb des Gedichtes hervorheben. Dabei steht die These im Vordergrund, dass der „Snap-Shot“ als Schlüssel zum Verständnis fungiert.

In Einen jener klassischen schildert Brinkmann eine prägende Momenterfahrung eines „Ichs“ in einem Straßenzug Kölns an einem Spätsommerabend. Die Momenterfahrung wird von eben „Eine[n] jener klassischen schwarzen Tangos“ geleitet und führt zu einer veränderten Wahrnehmung des „Ichs“. Diese thematische Bestimmung ist aufgrund eindeutiger Benennungen im Gedichttext gerechtfertigt. Während die Situation des „Ichs“ in der Großstadt Köln negativ belegt ist („Sommer schon ganz verstaubt“, „Straße, die niemand liebt und atemlos macht“, „in der verfluchten dunstigen Abgestorbenheit Kölns“), löst der Eindruck des schwarzen Tangos in der Mitte des Gedichts eine „Assoziation von Sinnlichkeit und kultureller Lebensfreude“ bei dem „Ich“ aus („hören“, „Wunder“, „Überraschung“, „Aufatmen“). Zugleich steht der schwarze Tango aus Argentinien für eine anziehende, mystifizierte Fremdartigkeit. Dieser Effekt wird durch die Koppelung des Tangos mit einem griechischen Lokal verstärkt. Der Themenkomplex „Köln“ wird auf diese Art und Weise dem Themenkomplex „Schwarzer Tango“ wertend gegenübergestellt. Eine solche Gegenüberstellung von Anonymität und Individualität ist typisch für inhaltliche Topoi der Großstadtlyrik. Der Eindruck des Tangos bildet das Leitmotiv des Gedichts, da er den prägenden und gleichzeitig dominierenden „einen Moment“ auslöst. Ähnlich einer Anapher wird der Ausdruck „für einen Moment“ nach Beendigung einer syntaktischen Pause innerhalb des Verses insgesamt dreimal wiederholt und damit betont. Entscheidend ist hier auch die Stellung der Verse in der Mitte des Gedichts. Der „Moment“ leitet anschließend die Handlung des „Ichs“ („Ich schrieb das schnell auf“) und strukturiert so den chronologischen Verlauf des Gedichts. Zugleich wirft der „Moment“ Fragen der Bildlichkeit bzw. der formellen Umsetzung auf.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitender Leseeindruck, Problemstellung und Herangehensweise

2. Gedichtanalyse von Einen jener klassischen

2.1 Thema und Leitmotiv

2.2 Kommunikationsstruktur

2.3 Zeit und Raum

2.4 Bildlichkeit

2.4.1 Zum Verhältnis der Metapher und Brinkmanns ‚Snap-Shot‘

2.4.2 Intermedialität zwischen Text und Fotografie

2.4.3 „Bildgedicht“ und „Text-Foto“ als Ausdruck metaphorischer Intermedialität

3. Deutungsansatz unter dem Fokus der metaphorischen Intermedialität

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gedicht Einen jener klassischen von Rolf Dieter Brinkmann unter dem spezifischen Fokus der Intermedialität. Ziel ist es, die ästhetische Inszenierung des sogenannten ‚Snap-Shots‘ als Momenterfahrung zu analysieren und zu ergründen, wie das Zusammenspiel von Text und fotografischen Strukturen das Verständnis des Gedichtes prägt.

  • Analyse des ‚Snap-Shot‘ als zentrales ästhetisches Merkmal in Brinkmanns Lyrik
  • Untersuchung der Intermedialität zwischen Text und Fotografie
  • Reflexion über die Abkehr von klassischen Metaphern hin zu bildhaften Konstruktionen
  • Analyse von Zeit- und Raumstrukturen innerhalb der Großstadtlyrik
  • Einordnung des Gedichtes in den wissenschaftlichen Diskurs zur Medienästhetik

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Zum Verhältnis der Metapher und Brinkmanns ‚Snap-Shot‘

Eine Metapher kann als „bildliche Elementarform“ beschrieben werden, bei der zwei mediale Ebenen so miteinander verschränkt werden, dass eine Ebene entsteht. Konkreter bedeutet dies, dass die Eigenschaften eines Bildes mit den Eigenschaften eines Wortes „mit- und gegeneinander“ wirken, so dass die Semantik des ‚Bildspenders‘ angereichert wird und im Verhältnis zum ‚Bildempfänger‘ einen neuen, bildhaften Bedeutungszusammenhang erzeugt. Im Leseprozess werden auf diese Art und Weise Vorstellungen von Bildern evoziert, die insbesondere zur Ausschmückung von lyrischen Texten herangezogen werden.

Brinkmann hat sich in zahlreichen Äußerungen gegen diese klassische Form der Metapher ausgesprochen und damit ein grundsätzlich neues Kunstverständnis – vor allem auf bildlicher Ebene - eingefordert. Diese Forderung lässt sich bereits anhand seiner Texte aus den 1960er Jahren nachvollziehen: Zum einen sei die Sinnlichkeit der damaligen Sprache durch die permanente Reflexion der Begrifflichkeiten überlagert und schließlich verloren gegangen. Zum anderen tragen mediale Massenbilder, wie die der Fotografie und des Films, zur physischen Entfernung einer Sache bei. Für Brinkmann gilt es, diese Entfremdungsprozesse mit den Mitteln selbst, wie in Einen jener klassischen mithilfe der Sprache und der Fotografie, aufzuheben und die Sprache zu ihrer „ursprünglichen Sinnlichkeit“ zurückzuführen: „Als Ideal steht die Suggestion vollkommener Unmittelbarkeit am Horizont, durch die sich der Text selbst in das jeweilige Ding verwandelt, das es zu repräsentieren gilt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitender Leseeindruck, Problemstellung und Herangehensweise: Dieses Kapitel führt in das Gedicht ein, skizziert den ersten Leseeindruck und formuliert das zentrale Erkenntnisinteresse sowie die These, dass der ‚Snap-Shot‘ den Schlüssel zum Verständnis des Gedichtes bildet.

2. Gedichtanalyse von Einen jener klassischen: Hier werden in verschiedenen Unterpunkten inhaltliche und formale Aspekte wie das Thema, die Kommunikationsstruktur, Zeit/Raum sowie die Bildlichkeit detailliert untersucht, um Brinkmanns Technik zu verdeutlichen.

3. Deutungsansatz unter dem Fokus der metaphorischen Intermedialität: Dieser Abschnitt ordnet die Ergebnisse in den Kontext des gesellschaftlichen Kulturverfalls ein und interpretiert das Gedicht als Ausdruck einer kritischen Medienreflexion.

4. Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass der ‚Snap-Shot‘ ein mutiges, individuell künstlerisches Merkmal Brinkmanns darstellt, welches eine neue Form der lyrischen Ästhetik ermöglicht.

Schlüsselwörter

Rolf Dieter Brinkmann, Einen jener klassischen, Lyrikanalyse, Snap-Shot, Intermedialität, Fotografie, Text-Foto, Bildgedicht, Großstadtlyrik, Momenterfahrung, Medienästhetik, Sinnlichkeit, Zeichenstruktur, Literaturtheorie, Moderne Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Gedicht Einen jener klassischen von Rolf Dieter Brinkmann mit dem Ziel, die spezifische mediale Konstruktionsweise des Textes aufzudecken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Intermedialität zwischen Text und Fotografie, die ästhetische Umsetzung des ‚Snap-Shots‘ sowie die Reflexion über die Sprache als Medium der Wirklichkeitsdarstellung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Brinkmann den ‚Snap-Shot‘ als Momenterfahrung ästhetisch inszeniert und welche intermedialen Deutungsmöglichkeiten sich aus dem Zusammenspiel von Sprache und bildhaften Strukturen ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine fokusgeleitete Gedichtanalyse durchgeführt, die formale Aspekte (Metrum, Enjambements) mit medientheoretischen Ansätzen der Intermedialität verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gedichtanalyse, die auf Themen, Kommunikationsstruktur, Zeit, Raum und Bildlichkeit eingeht, sowie einen weiterführenden Deutungsansatz, der die Ergebnisse in einen größeren medientheoretischen Kontext stellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Intermedialität, Snap-Shot, Rolf Dieter Brinkmann und Medienästhetik charakterisiert.

Warum wird der Begriff ‚Snap-Shot‘ statt Metapher verwendet?

Der Begriff wird verwendet, da Brinkmann den Text und den sprachlich erzeugten Moment als zwei eigenständige, miteinander verbundene mediale Ebenen begreift, was über die klassische, rein bildliche Metapher hinausgeht.

Inwiefern spielt die Stadt Köln für die Analyse eine Rolle?

Köln dient als konkreter, teils negativ besetzter Schauplatz der Großstadtlyrik, der in Kontrast zum sinnlichen, lebensfrohen Eindruck des schwarzen Tangos steht, welcher den zentralen ‚Snap-Shot‘-Moment auslöst.

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Detalles

Título
Gedichtanalyse von Rolf Dieter Brinkmanns "Einen jener klassischen"
Subtítulo
Zwischen Text und Fotografie
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Germanistik)
Curso
Einführung in die Lyrikanalyse
Calificación
1,0
Autor
Katharina Preuth (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
19
No. de catálogo
V370917
ISBN (Ebook)
9783668486850
ISBN (Libro)
9783668486867
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rolf-Dieter Brinkmann Einen jener klassischen Gedichtsanalyse Intermedialität Fotografie Text Lyrik Gedicht
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katharina Preuth (Autor), 2012, Gedichtanalyse von Rolf Dieter Brinkmanns "Einen jener klassischen", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370917
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