Im Rahmen der folgenden Bachelor-Thesis wird analysiert, was die Einfluss- und Erfolgsfaktoren der Team Capability beziehungsweise der Zusammenarbeit sind. Es werden hierzu existierende Methoden betrachtet, mit denen über Key Performance Indikatoren (KPI) sichtbar gemacht wird, wie schnell und gut sich ein Team entwickelt und wo sich Verbesserungspotentiale verbergen.
Gut funktionierende Teams sind in der Softwareentwicklung ein wichtiger Erfolgsfaktor. In den vergangenen 20 Jahren hat die Verbreitung von Agile dabei auch zu signifikanten Veränderungen in der Teamarbeit geführt. Die Team-Capability ist hierbei ein Aspekt, der die Schnittstelle von sozialen und technischen Faktoren darstellt – Peopleware als dritte Betrachtungsdimension für Softwareentwicklungsteams. Hierbei stellt das Agile-Team lediglich nur einen Faktor in der Betrachtung des Ziel-, Handlungs- und Verantwortungskomplexes dar. Zwar wird die Arbeitsgeschwindigkeit von vielen Faktoren innerhalb und außerhalb des Agile- Teams beeinflusst, doch muss der übergeordnete Nutzen im Hinblick auf die Qualität und das Endergebnis im Fokus der Betrachtung bleiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Entwicklung der Thematik
1.1 Thematischer Rahmen
2. Agile-Teams
2.1 The Scrum-Team
2.2 Team-Ökosystem
2.2.1 Scrum Master
2.2.2 Product Owner
2.2.3 Development-Team
2.2.4 Work Iteration Flow
2.2.5 Information Flow
2.2.6 Articulation Flow
3. Einflussfaktoren
3.1 Peopleware
3.1.1 The Human Resource
3.1.2 The Office Environment
3.1.3 The Right People
3.1.4 The Productive Team
3.2 Team Interaction
3.2.1 Multitasking
3.2.2 Swarming
4. Erfolgsfaktoren
4.1 Capability
4.1.1 Capability Development
4.2 Continuous Improvement
4.2.1 Flow
4.2.1.1 Readiness
4.2.1.2 Sustainable Pace
4.2.1.3 Story-Format
4.2.2 Collaboration
4.2.3 Responsiveness
4.3 Business Value
4.4 Risk Management
4.4.1 Impediments Resolvement
5. Measures
5.1 Success & Factors
5.1.1 Team Measures
5.1.1.1 Quantität
5.1.1.2 Reife
5.1.1.3 Zufriedenheit
5.1.1.4 Abgestimmtheit
5.1.1.5 Qualität
5.2 Acceleration
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Thesis analysiert die Einfluss- und Erfolgsfaktoren für die Team-Capability in agilen Softwareentwicklungsteams. Das primäre Ziel ist es, mittels Key-Performance-Indikatoren (KPI) methodisch sichtbar zu machen, wie sich die Qualität und Geschwindigkeit der Teamarbeit steuern lässt und wo Verbesserungspotenziale für eine beschleunigte Entwicklung (Acceleration) liegen.
- Analyse des agilen Team-Ökosystems und der Rollenverteilung
- Untersuchung soziologischer Einflussfaktoren (Peopleware) auf die Leistungsfähigkeit
- Bewertung von Collaboration-Methoden wie Swarming vs. Multitasking
- Etablierung eines Messsystems für Team-Performance (KPI) zur Steigerung des Business Value
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Multitasking
Multitasking wird im Wissenschaftszweig der Psychologie gemeinhin als Fähigkeit definiert, „die Anforderungen mehrerer Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen“. Nach Tachiichi Ohno, der den Begriff in seinem Buch „The Toyota Production System“ aufgreift, wird Multitasking neben zwölf weiteren Ausformungen gezielt als eine Form der „wasted motion“ definiert – im Originalkontext findet sich hier die Bezeichnung „Muda“ bzw. „wasted effort“, d. h. eine Anstrengung hinsichtlich einer Aufgabe, die durch den simultanen Charakter im Multitasking zum Abfall bezüglich der Endqualität verkommt.
Seiner Theorie nach tritt dieser Umstand dann auf, wenn Menschen, Systeme oder Maschinen zwischen unterschiedlichen Aufgabenkontexten wechseln:
Jegliche Art von Aufgabenwechseln ist grundsätzlich mit gewissen Kosten verbunden, welche durch die Differenz zwischen Leistungen nach einem Aufgabenwechsel beschrieben werden. Diese sogenannten Wechselkosten (switching costs) spiegeln sich je nach experimentellem Design in situativ ansteigenden Reaktionszeiten oder höheren Fehlerquoten wider.
Der kurzfristige und häufige Wechsel zwischen Kontexten war in der Vergangenheit ein viel untersuchtes Thema der Forschung. In den 1990er Jahren beschrieb Harold Pashler einen besonderen Umstand mit Bezug zum Multitasking als „Dual Task Interference“. Pashler stellte fest, dass es während des Multitaskingprozesses zu einer Art Flaschenhalseffekt im Gehirn der Akteure kommt. Eine Möglichkeit, diese Erkenntnis für das Scrum-Team zu nutzen, wäre die weitgehende Abschirmung vor Ablenkungen und Impediments aller Art, die etwa durch den abrupten Wechsel von einem Product Backlog Item zum nächsten auftreten. Trotz der negativen Einflüsse des Multitaskings auf den Menschen, vor allem durch die Einwirkung von Stresssituationen, kann es letztlich nicht vollständig vermieden werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entwicklung der Thematik: Dieses Kapitel erläutert den strukturellen Aufbau der Thesis und definiert den thematischen Rahmen mit einem Fokus auf Scrum als agiles Vorgehensmodell.
2. Agile-Teams: Hier werden das Scrum-Team und das umgebende Team-Ökosystem beleuchtet, einschließlich der Rollen Product Owner, Scrum Master und Development-Team sowie deren Interaktionsflüsse.
3. Einflussfaktoren: Dieser Abschnitt untersucht sowohl weiche als auch harte Faktoren, die die Team-Leistung beeinflussen, mit besonderem Fokus auf Peopleware, Arbeitsumgebung und Team-Interaktion.
4. Erfolgsfaktoren: Es wird analysiert, wie durch Capability, Continuous Improvement, Business Value und Risk Management die Produktivität und Team-Qualität gezielt gefördert werden können.
5. Measures: Das abschließende Kapitel stellt ein Kennzahlensystem (KPI) vor, mit dem agile Teams ihre Performance, Zufriedenheit und Qualität objektiv messen und steuern können.
Schlüsselwörter
Agile Teams, Scrum, Team-Capability, Peopleware, Produktivität, Continuous Improvement, Collaboration, Business Value, Risk Management, Key Performance Indikatoren, KPI, Work Iteration Flow, Impediments, Velocity, Softwareentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Einfluss- und Erfolgsfaktoren, die die Leistungsfähigkeit (Team-Capability) von agilen Softwareentwicklungsteams bestimmen und wie diese beschleunigt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das agile Team-Ökosystem, soziologische Faktoren (Peopleware), Methoden zur Prozessoptimierung und die Messung von Team-Leistung durch Kennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Teams durch agile Methoden und kontinuierliche Verbesserung nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch einen höheren geschäftlichen Nutzen (Business Value) generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse agiler Frameworks (vornehmlich Scrum) und nutzt wissenschaftliche Modelle zur Leistungs- und Prozessmessung, wie beispielsweise das GQM-Modell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Rollen in agilen Teams, die Bedeutung der Arbeitsumgebung, Strategien wie Swarming zur Vermeidung von Multitasking und das Management von Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Agile Teams, Team-Capability, Peopleware, Continuous Improvement, Velocity, Business Value und KPI.
Was unterscheidet Peopleware von rein technischen Ansätzen?
Peopleware fokussiert auf die soziale Komponente und das Individuum im Entwicklungsprozess, während technische Ansätze oft nur Hard- und Software optimieren.
Warum ist Multitasking im agilen Kontext problematisch?
Multitasking führt zu sogenannten Wechselkosten ("Switching Costs"), die Konzentration binden, Fehlerquoten erhöhen und den Fluss (Flow) der Arbeit nachhaltig behindern.
Wie trägt der Scrum Master zur Team-Capability bei?
Der Scrum Master fungiert als Förderer und Coach, der Impediments (Hindernisse) beseitigt und das Team dabei unterstützt, den agilen Prozess effektiv zu leben.
Wie lässt sich Erfolg in einem agilen Team messen?
Erfolg wird durch eine Kombination aus quantitativen Metriken (Velocity, Focus Factor) und qualitativen Faktoren (Zufriedenheit des Teams, Net Promoter Score des Kunden) gemessen.
- Arbeit zitieren
- Alex Pawlowski (Autor:in), 2016, Einflussfaktoren für Team Capability Acceleration in Agilen Teams, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370924