Anhand des Stückes „Der Etappenhase“ von Karl Bunje werde ich genauer untersuchen, inwiefern die Mundart hier von Bedeutung ist. Die Inszenierung von Willy Millowitsch stellt den Mittelpunkt meiner Untersuchung dar, weil sie einen großen Anteil zum Erfolg des Stückes beitrug. Insbesondere werde ich den Bereich Mundart und ihre Wirkung im modernen Volkstheater literaturwissenschaftlich beschreiben.
Vorwegnehmen möchte ich, dass ich nicht auf die Entstehung der Mundarten im sprachwissenschaftlichen Sinn eingehen werde, da dies den Rahmen meiner Arbeit sprengen würde.
In meiner Arbeit werde ich zunächst das historische und das moderne Volkstheater beschreiben und vergleichen. Darüber hinaus stelle ich die konzeptionellen Grundlagen dar, welche zur Aufarbeitung des Themas von Bedeutung sind. Die konzeptionellen Grundlagen werde ich im Zusammenhang mit der Arbeit von Willy Millowitsch sowohl im Hinblick auf das Method Acting als auch auf die Mundart im Volkstheater darstellen.
Ein Beispiel für den überregionalen Erfolg im Volkstheater ist das Volksstück „Der Etappenhase“. Das Stück, ursprünglich in plattdeutsch verfasst, wurde auch in der Kölner Mundart zu einem Bestseller. „Kölsch“, als die gebräuchliche Mundart der Bewohner Kölns und Umgebung, definiere ich in meiner Arbeit. Das Stück ist bis heute eines der erfolgreichsten im Volkstheater und das erste, welches live im Fernsehen übertragen wurde. Somit ist „Der Etappenhase“ ein wichtiger Teil in der Geschichte des Volkstheaters. Durch die Übertragung des Stückes in die Kölner Mundart und die Anpassung an die Voraussetzungen des Millowitsch-Theaters wurde das Stück dahingehend verändert.
Mein Erkenntnisinteresse liegt hierbei in der Kölner Mundart und der Frage, inwiefern sie zum Erfolg des Stückes beitrug. Des Weiteren möchte ich herausfinden, ob die Mundart weiterhin im modernen Volkstheater gebräuchlich ist und welche Vorteile und Auswirkungen sie auf das Volkstheater hat. Zur Beantwortung der sich mir stellenden Fragen bediene ich mich des Beispiels des Kölner Schauspielers Willy Millowitsch unter besonderer Berücksichtigung des Stückes „Der Etappenhase“.
Der Text lag mir in einer plattdeutschen und einer hochdeutschen Fassung vor, nicht jedoch in einer Fassung der Kölner Mundart. Da diese Arbeit auf einer literaturwissenschaftlichen Grundlage basieren soll, vergleiche ich nicht die Mundarten an sich, sondern deren Wirkung auf den Leser, bzw. den Zuschauer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Volkstheater
2.1 Historische Hintergründe
2.2 Modernes Volkstheater
3. Konzeptionelle Grundlagen
3.1 Das Volksstück
3.2 Mundart im Volkstheater
3.3 Method Acting
4. Willy Millowitsch
4.1 Das Schauspielmilieu und Millowitschs Rollen
4.2 Millowitsch als Method Actor
5. Mundart im Volksstück „Der Etappenhase“
5.1 Das Volksstück „Der Etappenhase“
5.1.1 Geschichte
5.1.2 Kontext
5.2 Die Kölner Mundart im Stück
5.2.1 Veränderungen
5.2.2 Wirkung
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirkung von Mundart im modernen Volkstheater, mit einem besonderen Fokus auf der Inszenierung des Stückes „Der Etappenhase“ durch Willy Millowitsch, um zu analysieren, wie sprachliche Anpassungen zum überregionalen Erfolg und zur Identitätsstiftung beim Publikum beitragen.
- Historische Entwicklung und Definition des Volkstheaters
- Konzeptionelle Grundlagen des Volksstücks und der Mundart
- Schauspieltheoretische Analyse von Method Acting im Volkstheater
- Vergleichende Untersuchung der Aufführungen von „Der Etappenhase“ (Ohnsorg-Theater vs. Millowitsch-Theater)
- Bedeutung von Mundart für die humoristische Wirkung und Publikumsnähe
Auszug aus dem Buch
3.2 Mundart im Volkstheater
Wie bereits erwähnt ist die Sprache ein bedeutender Aspekt im Volkstheater. Sie hat innerhalb des Volksstückes eine hohe Funktion und dient der Identifikation. Auf die Veränderungen der Sprache im Volkstheater, die Gründe dieser Veränderungen und auf die Begriffe „Mundart“ und „Dialektik“ gehe ich in diesem Kapitel ein.
Das Volkstheater ist durch die Sprache geprägt. Sie sollte vor allem lebensecht wirken. So ist es für das traditionelle Volksstück üblich, in Dialekten aufgeführt zu werden. Doch auch der Begriff „Mundart“ wird oft im Zusammenhang mit Volkstheater/Volksstück gebraucht. Demnach ist es an dieser Stelle zunächst von Bedeutung auf die Begriffe einzugehen und die genaue Definition zu klären, um Missverständnissen vorzubeugen.
Schon beim ersten Nachschlagen der Begriffe im Duden wird klar, dass „Dialekt“ der Oberbegriff ist und eine „Gruppe von Mundarten mit gewissen sprachlichen Gemeinsamkeiten“ zusammenfasst. Der Begriff „Mundart“ bedeutet, dass von der Standardsprache abgewichen wird. Er bezieht sich auf eine Sprachgemeinschaft. Beide Begriffe bezeichnen meist nur die lokal gesprochene Sprache. Doch auch bei diesen Begriffe tut sich die deutsche Sprache schwer mit einer genauen Definition. Auch hier liegt die Schwierigkeit in der genauen Abgrenzung des Bedeutungsinhaltes. Dialekt meint „Unterteilung von Sprache“, wobei er auch sprachliche Ausdrucksweise verbaler oder nonverbaler Art ist. Auch Mundart bedient sich dieser Funktion der Äußerungen und beschreibt die eigene Weise zu reden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihr persönliches Interesse am Volkstheater und definiert das Erkenntnisinteresse hinsichtlich der Bedeutung der Mundart für den Erfolg von Volkstheaterstücken am Beispiel des „Etappenhase“.
2. Das Volkstheater: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung des Volkstheaters als Institution und beleuchtet dessen Wandel sowie die verschiedenen Versuche einer begrifflichen Einordnung.
3. Konzeptionelle Grundlagen: Hier werden die theoretischen Eckpfeiler wie das Volksstück, die Rolle der Mundart und die Methode des „Method Acting“ als Instrumente für ein authentisches Theatererlebnis definiert.
4. Willy Millowitsch: Das Kapitel widmet sich der Person Willy Millowitsch, seinem Wirken im Kölner Theatermilieu und der Analyse seines Schauspielstils in Bezug auf Method Acting und den Einsatz von Mundart.
5. Mundart im Volksstück „Der Etappenhase“: Eine detaillierte Untersuchung des gewählten Stückes, bei der die Inszenierungen des Ohnsorg-Theaters und des Millowitsch-Theaters hinsichtlich der sprachlichen Veränderungen und deren Wirkung auf das Publikum verglichen werden.
6. Resümee: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Mundart im modernen Volkstheater in ihrer reinen Form kaum noch existiert, aber als „Kunstsprache“ und durch regionale Akzente weiterhin essenziell für den Erfolg und die Publikumsbindung ist.
Schlüsselwörter
Volkstheater, Volksstück, Willy Millowitsch, Mundart, Dialekt, Der Etappenhase, Karl Bunje, Method Acting, Kölner Mundart, Sprachwirkung, Theatergeschichte, Unterhaltungskultur, Identifikation, Inszenierung, Regionalität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Mundart im modernen Volkstheater und untersucht, wie die Verwendung von Sprache zum Erfolg und zur Publikumswirkung von Stücken beiträgt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Theatergeschichte, die Definition von Volksstücken, der Einsatz von Mundart, die Schauspieltheorie des Method Acting und deren praktische Anwendung im Volkstheater.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es herauszufinden, warum und wie die Sprache (speziell die Mundart) angepasst werden muss, um als modernes Volkstheater überregional erfolgreich zu sein und eine Identifikation beim Publikum zu erzeugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Grundlage und vergleicht beispielhaft zwei Theaterinszenierungen des Stückes „Der Etappenhase“ anhand von Filmmaterial und ergänzender Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Volkstheater, Volksstück und Mundart, eine Porträtierung von Willy Millowitsch sowie eine spezifische Analyse des Stückes „Der Etappenhase“ inklusive eines Inszenierungsvergleichs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Volkstheater, Mundart, Willy Millowitsch, Volksstück, Method Acting und Identitätsstiftung charakterisiert.
Warum wurde das Stück „Der Etappenhase“ als Beispiel gewählt?
Es dient als Paradebeispiel für ein ursprünglich plattdeutsches Stück, das durch Anpassung an andere Mundarten (wie „Millowitsch-Kölsch“) und Berücksichtigung lokaler Mentalitäten zu einem überregionalen Erfolg wurde.
Welche Bedeutung kommt Willy Millowitsch in diesem Kontext zu?
Millowitsch wird als ein Schauspieler analysiert, der intuitiv oder bewusst Parallelen zum „Method Acting“ nutzte und durch die gezielte „Kölschung“ seiner Stücke eine hohe Authentizität für sein Kölner Stammpublikum schuf.
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- Nina Bunje (Autor), 2016, Mundart im modernen Volkstheater am Beispiel von Willy Millowitsch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371023