Diese Hausarbeit ist dem Themenschwerpunkt „Strategische Kooperation im globalen Kontext“ zuzuordnen. Gegenwärtig wird in diesem Kontext immer wieder die Frage nach dem Stellenwert von Nichtregierungsorganisationen bzw. non-governmental organizations (NGOs) innerhalb der Gesellschaft diskutiert, wobei sich viele Kritiker nicht einig sind, ob NGOs durch ihre Arbeit primär einen gesellschaftlichen Nutzen generieren oder Machtinteressen und Lobbyismus das Handeln der NGOs bestimmen.
Aus diesem Grund untersucht diese Hausarbeit das Verhältnis zwischen multinationalen Unternehmen (MNU) und NGOs in kooperativen Partnerschaften. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach der Bedeutung dieser Partnerschaften für den sogenannten Social Case. In der Theorie wird grundsätzlich eine Unterteilung in Business Case und Social Case vorgenommen. Der Business Case befasst sich mit dem Wertschöpfungsbeitrag eines Projektes und betrachtet auch soziales Engagement als einen Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Unter dem Social Case hingegen versteht man den gesellschaftlichen Nutzen, der durch ein solches partnerschaftliches Engagement entsteht.
In Verbindung mit der Leitfrage werden MNU und NGOs als Erstes isoliert voneinander betrachtet. Dabei wird auf ihre jeweiligen Bezugssysteme, Motive und Interessen eingegangen. Nachdem mit Hilfe dieser Erkenntnisse die Sinnhaftigkeit einer Partnerschaft für die beiden Partner herausgearbeitet wird, soll anschließend beleuchtet werden, welchen Nutzen kooperative Partnerschaften für die Gesellschaft bzw. die Umwelt haben und welche spezifischen Chancen und Risiken im Vergleich zu staatlichen bzw. politischen Maßnahmen entstehen können.
Daraufhin sollen konkrete Überlegungen vorangetrieben werden, die sich damit befassen, ob und inwiefern staatliche Maßnahmen durch die beschriebenen Partnerschaften vollständig ersetzt werden können. Letztendlich soll daraus abschließend ein Fazit entwickelt werden, das die Auswirkungen auf den Social Case beschreibt. Dabei soll festgestellt werden, ob der Social Case allein durch Partnerschaften zwischen MNU und NGOs gewahrt werden kann oder möglicherweise in Gefahr gerät, sofern die Politik keinen Einfluss auf den Social Case nimmt. Eine Handlungsempfehlung für die beteiligten Akteure bildet den Abschluss dieser Hausarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kooperative Partnerschaften zwischen MNU und NGOs
2.1. Eigenschaften der beiden Partner
2.2. Entstehende Vor- und Nachteile für die Partner
2.3. Beispiele für Maßnahmen und Methoden zum Erreichen des Social Case
3. Bedeutung der Poltik für den Social Case
3.1. Verhältnis zu kooperativen Partnerschaften
3.2. Bedeutung von Global Governance für den Social Case
3.3. Schlussfolgerung in Bezug auf den Social Case
4. Fazit
4.1. Vorteile von kooperativen Partnerschaften bzw. der Politik
4.2. Ausblick auf die Entwicklung des Social Case
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen multinationalen Unternehmen (MNU) und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in kooperativen Partnerschaften und analysiert deren Bedeutung für den sogenannten Social Case. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob staatliche Maßnahmen durch derartige Partnerschaften ersetzt werden können und inwieweit diese Akteure zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen können.
- Vergleich von MNU und NGOs hinsichtlich ihrer Motive und Bezugssysteme
- Analyse der Vor- und Nachteile sowie Risiken kooperativer Partnerschaften
- Untersuchung der Rolle staatlicher Maßnahmen und politischer Rahmenbedingungen
- Bewertung des Global-Governance-Konzepts für gesellschaftliche Zielsetzungen
- Ableitung einer Handlungsempfehlung zur Förderung des Social Case
Auszug aus dem Buch
2.1. Eigenschaften der beiden Partner
Als MNU werden Unternehmen bezeichnet, die grenzübergreifend in verschiedenen Ländern gewinnorientiert agieren und einer zentral vorgegebenen Hierarchie unterliegen. Besonders hervorzuheben ist hierbei das gewinnorientierte Handeln, was MNU entscheidend von gemeinnützigen Organisationen abgrenzt. Darüber hinaus kann festgehalten werden, dass MNU im Gegensatz zu internationalen Unternehmen nicht nur mit ausländischen Märkten durch Im- und Export in Verbindung stehen, sondern aktiv in verschiedenen Ländern mit eigenen Unternehmensniederlassungen auftreten und somit einen deutlich stärkeren Grad an Internationalisierung vorweisen können.
MNU sind in das marktwirtschaftliche System eingebettet, was bedeutet, dass sie im Wettbewerb mit anderen Unternehmen stehen und Profit generieren müssen, um langfristig Rentabilität gewährleisten zu können. Dieses Streben nach Gewinnmaximierung ist zu berücksichtigen, wenn man das Handeln von MNU bewerten möchte. Wenn die MNU ihr Handeln gemäß der genannten Maxime ausrichten, stellt sich die Frage, wieso gesellschaftliches Engagement für sie von Bedeutung ist, obwohl es ihnen offensichtlich keinen direkten Profit ermöglicht. So besagt eine in der Betriebswirtschaftslehre vielfach zitierte Aussage von Friedmann: „The social responsibility of business is to increase its profits.“ Dieser kritischen Ansicht nach sind jegliche gesellschaftliche Bemühungen von Unternehmen lediglich ein Mittel zum Zweck um die wirtschaftlichen Interessen unter dem Deckmantel eines gesellschaftlichen Engagements durchzusetzen. Ein philanthropisches Motiv wird demnach grundsätzlich abgelehnt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der strategischen Kooperationen zwischen Unternehmen und NGOs ein und definiert die zentralen Begriffe Business Case und Social Case.
2. Kooperative Partnerschaften zwischen MNU und NGOs: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Eigenschaften von multinationalen Unternehmen und NGOs sowie die Vor- und Nachteile ihrer Zusammenarbeit.
3. Bedeutung der Poltik für den Social Case: Hier wird das Verhältnis zwischen privatwirtschaftlich-zivilgesellschaftlichen Partnerschaften und staatlichem Handeln analysiert, inklusive des Konzepts von Global Governance.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Vorteile der untersuchten Akteure zusammen und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowie die Rolle des Staates als Partner oder Regulator.
Schlüsselwörter
Social Case, Business Case, multinationale Unternehmen, MNU, Nichtregierungsorganisationen, NGOs, kooperative Partnerschaften, Global Governance, CSR, Corporate Citizenship, gesellschaftlicher Mehrwert, Nachhaltigkeit, Stakeholder, Unternehmenspolitik, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung kooperativer Partnerschaften zwischen multinationalen Unternehmen und NGOs für den gesellschaftlichen Nutzen, den sogenannten Social Case.
Welche Akteure stehen im Zentrum der Untersuchung?
Im Zentrum stehen multinationale Unternehmen (MNU) als gewinnorientierte Akteure und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als zivilgesellschaftliche Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen solcher Partnerschaften für die Gesellschaft zu bewerten und zu prüfen, inwieweit sie staatliche Maßnahmen ergänzen oder ersetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Fachliteratur und dem Vergleich verschiedener gesellschaftlicher Steuerungsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Partnerschaftsstrukturen, den Vergleich mit politischen Steuerungsmaßnahmen und die Analyse des Konzepts von Global Governance.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Social Case, CSR, NGO, MNU, Global Governance und gesellschaftliches Engagement.
Was bedeutet der Begriff "Social Case" im Kontext dieser Arbeit?
Er beschreibt den gesellschaftlichen Mehrwert, der durch partnerschaftliches Engagement zwischen Unternehmen und NGOs entsteht, im Gegensatz zum ökonomischen "Business Case".
Warum spielt die Politik eine wichtige Rolle?
Die Politik ist entscheidend, da sie Rahmenbedingungen schafft und dort einspringen muss, wo rein kooperative Partnerschaften keine gesellschaftliche Wirkung erzielen können.
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- Anonym (Author), 2014, Kooperative Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Bedeutung für den Social Case, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371160