Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla


Hausarbeit, 2012
14 Seiten, Note: 2,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchung der Entwicklung der römischen Vorherrschaft in Kleinasien hin zur Neuordnung.
2.1. Die Vorgeschichte bis 133 v. Chr.
2.2. Vom Königreich Pergamon zur römischen Provinz Asia
2.3. Der erste und zweite Mithradatische Krieg
2.4. Die Neuordnung Kleinasiens

3. Zusammenfassende Schlussfolgerung

4. Historische Karte

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Kleinasien- ein Land welches eher unbekannt erscheint, jedoch eine große Geschichte durch mannigfaltige Kultureinflüsse vorzuweisen hat. Die Zeitspanne 133v. Chr bis 78 v. Chr gehört zu den Jahren der „Krise der römischen Republik." Diese Krise beinhaltet den Kampf einer Weltmacht mit den Problemen, die sie mit ihrer Verfasstheit hat.

Die Jahre, von denen diese Hausarbeit handelt, sind zurückschauend eine turbulente Zeit mit vielen involvierten Personen.

Um das Handeln und Entscheiden dieser Machthaber und beteiligten Personen darzustellen, wird ein geschichtlicher Überblick über die Jahre 133 v. Chr bis 78 v. Chr. gegeben, ebenso ein kleiner Abriss der Vorgeschichte, welcher um 215 v. Chr beginnt, um besser in die Hauptgeschehen einsteigen zu können.

Die sich daraus ergebende Arbeitsgrundlage ist die Frage, ab wann man im römischen Reich vom Begriff Asia, als Bezeichnung für diese Region sprechen kann und wie es zu dieser Entwicklung kam. Es wird betrachtet wie eine kleine Kleinasiatische Region sich dem römischen Reich nähert und in ihm aufgeht. Demnach leitet sich eine vierteilige Gliederung ab, welche sich mit der Vorgeschichte, dem Übergang zur Provinz Asia und den beiden Mithradatischen Kriegen und der Neuordnung danach befassen. Es stellte sich bei der Literaturrecherche heraus, dass es nur wenige ausführliche Werke gibt, die sich auf das Thema Kleinasien allgemein und besonders in diesen Zeiträumen beziehen. Grundlage für die Darstellung bildete das Werk von Marek[1] desweiteren dazu Quellen von Appian, Cicero und Sallust.

Die Karte im Anhang aus einem historischen Atlas[2] soll die Lage der behandelten Städte und Gebiete veranschaulichen. Die Bezeichnungen darin sind neuzeitlich gehalten.

2. Untersuchung der Entwicklung der römischen Vorherrschaft in Kleinasien hin zur Neuordnung.

2.1 Vorgeschichte bis 133 v. Chr.

Die Jahre vor 133 v. Chr. bilden die entscheidende Vorgeschichte für ein bedeutsames Thema der römischen Republik. Es bahnen sich politische und militärische Veränderungen an, besonders in einem Gebiet, welches durch ein Völker- und Kulturgemisch sowie durch Inbesitznahmen und Rückzüge sowie wechselnde Reichs- und Staatenbildung gekennzeichnet ist. Kleinasien war über Jahrtausende hinweg Gegenstand unterschiedlichster Machtinteressen und „Schmelztiegel ganz unterschiedlicher Kulturen."[3]

Bis zum Jahre 133 v. Chr. lassen sich einige entscheidende Ereignisse datieren. Phillip V. von Makedonien setzte sich im I. Makedonischen Krieg, im Zeitraum von 215-205 v. Chr., das erste Mal mit den Römern auseinander, es ging dabei jedoch nur um das Fernhalten der Römer von ihren Stützpunkten an der Adriaküste. Es folgte ein Vertragsschluss Roms mit griechischen Aitolern, welche mit König Attalos I. von Pergamon im Bündnisschluss waren. Seitens Phillips kämpfte nun der bithynische König Prusias I, durch welchem die militärischen Auseinandersetzungen nun nach Kleinasien übertragen wurden, da er König eines Reiches in nordwestlichen Kleinasien war. Die Römer wurden durch diese Ereignisse eher geschwächt, denn die Aitoler wurden durch Phillip besiegt sowie im Frieden von Phoinike von 205 v. Chr. erklärten sie ihren Status quo Prusias gegenüber.[4]

In Ägypten starb 204 v. Chr. König Ptolemaios IV. Philopator, jedoch ohne Nachfolger, der fähig und amtlich wäre seinen Platz einzunehmen. Der mögliche Thronfolger hatte das Alter eines Kleinkindes. Es kam zum Geheimbündnis Phillips V. und des Seleukiden Antiochos III., um den ptolemäischen Besitz aufzuteilen.

Die griechischen Rhodier und Attalos I. nahmen die Hilfe Roms in Anspruch, um dem Machtstreben ihrer Gegner entgegenzuwirken. Phillip V. wurde ein Ultimatum gesetzt, welches er nicht befolgte. Es erfolgte 200-197 v. Chr. der zweite Makedonische Krieg, bei welchem die Römer im Vorteil waren, denn ein römischer Feldherr besiegte Phillip in Nordgriechenland.[5]

Es bestand allerdings weiterhin der Geheimvertrag Phillips mit Antiochos. Dieser hatte sich die Niederlage seines Vertragspartners zu Nutzen gemacht und war bereits in Kleinasien eingefallen, hatte sich einiger Städte bemächtigt und bedrohte desweiteren den Machtbereich der Pergamener. Ein erstes klares Zeichen, dass Kleinasien nun mehr auf Rom vertraute war, dass die Kleinstadt Smyrna nun der Göttin Roma einen Tempel bauen ließ, von welchem man Schutz für die kleinasiatische Stadt erhoffte. Im Jahre 188 v. Chr. wurde ein Diktatfriede von Rom erschlossen, welcher bestimmt, dass Antiochos III. jenseits des Taurusgebirges gedrängt werde, was als Endpunkt der seleukidischen Macht in Kleinasien datiert werden kann.

Im dritten Makedonischen Krieg, welcher nun gegen Perseus, den Sohn Phillip V., geführt wurde und die Römer siegreich beendeten, griffen sie in die inneren Verhältnisse Makedoniens ein. Es wurde in vier Republiken aufgeteilt und die hellenistische Monarchie abgeschafft. Mit dieser Methode herrschten sie in Kleinasien nur indirekt durch das Herrschergeschlecht der Attaliden.

Jedoch schickte man Anfragen und Bitten nach Rom, man erwartete Hilfe bei der Regelung der innerkleinasiatischen Probleme, desweiteren öffnete man Höfe für römische Machthaber und Politiker.[6] 2.2 Vom Königreich Pergamon zur römischen Provinz Asia

Im Jahre 133 v. Chr. beginnt nun die Zeit der turbulenten Ereignisse. Attalos III, welcher im Wissen starb keine Nachkommen zu haben, vererbte sein Reich per Testament an die Römer.[7]

Die Geschehnisse in Pergamon dringen direkt nach Rom und werden in die Pläne des Volkstribunen Tiberius Sempronius Gracchus aufgenommen, dieser erhofft sich durch Volksbeschlüsse den Königsschatz und die Steuereinahmen für die beschlossene Agrarreform sicherzustellen. In diesen Agrargesetzen sollte die Macht der Großgrundbesitzer beschränkt werden und Kleinbauern sowie städtische Arbeiter sollten in ihrer Lage verbessert werden. Die neuen Gesetze besagten, dass Land, welches von der Oberschicht unter unzulässigen Umständen erkaufte wurde, in Parzellen aufgeteilt werden sollte und an Kleinbauern und niederes Volk verteilt werden sollte. Soziale Spannungen sollten somit überwunden werden.[8]

Wenige Zeit nach Verbreitung des Testamentes beginnt in Pergamon der Bürgerkrieg, ausgelöst durch die Rebellion des Aristonikos, eines illegitimen Sohnes Attalos II., welcher sich als Eumenes III. ausgab und sich gegen die geplante Verwendung des Testaments wehrte, weil er selbst die Thronfolge beanspruchte. Jedoch wurde gegen sein Auflehnen durch ein römisches Heer unter Manius Aqillius schnell vorgegangen.[9]

Die Römer nahmen daraufhin das Erbe an, schickten aber vorher eine Kommission bestehend aus zehn Mann in das pergamenische Reich, um den Erbanspruch zu prüfen, da das Testament des Attalos nicht leicht zu verstehen war. Attalos hatte alle griechischen Städte aus der Erbschaft ausgeschlossen, sowie die Stadt Pergamon, die er für frei erklärte. Diese griechischen Städte galten nun zwar als frei, aber nicht von der Abgabeplicht befreit. Regelungen mussten nun für diese Verhältnisse getroffen werden. Die Ergebnisse der Kommissionsarbeit gingen in das „Senatusconsultum Popillianum" ein, welches durch neuere Forschungen auf das Jahr 132 v. Chr. datiert ist. „Bezug genommen wurde (...) auf das ganze attalidische Erbe und die asiatischen Angelegenheiten, und im einzelnen ist die Bestimmung faßbar, daß die nach Asien gehenden römischen Befehlshaber ihre Kompetenzen nicht überschreiten und die Verfügungen des Testaments respektieren sollen.[10]

129 v. Chr. wurde nach vielen Prüfungen nun, unter anderem von der ausgesandten Kommission beschlossen, das gestellte Erbe anzunehmen. Das Gebiet wurde nun zu römischer Provinz ernannt.

Die Römer gaben ihrer neuen Provinz den Namen Asia. Von nun an war die Geschichte Kleinasiens unmittelbar mit der Geschichte Roms verflochten.

Es zeigten sich von nun an ebenfalls die Auswirkungen der römischen Herrschaft in Asia. „Da das römische, immer noch auf die Stadt Rom ausgerichtete, politische und administrative System die Praxis der Territorialherrschaft in den Provinzen offensichtlich noch nicht angemessen beherrschte, hatte man auch in Kleinasien mit der Steuereintreibung nicht römische Beamte, sondern sogenannte Steuereintreibungsgesellschaften beauftragt, die sich in Rom das Recht zur Steuereintreibung gekauft hatten und dieses nun in der neuen Provinz Asia oft brutal und rücksichtslos durchsetzten."[11]

Die Besteuerung war offensichtlich ein Problem in der neuen Provinz. Nach dem Übergang in römisches Staatseigentum, dem ager publicus, stellten sich Abgrenzungsfragen, die sich darauf bezogen, dass nicht abgabeprivilegierte Städte frei bleiben sollten. Die Römer führten das bestehende Steuersystem der Attaliden weiter. Es bestand Uneinigkeit zwischen den Pergamenern und den Steuerpächtern über die Abgabepflicht des Landes. Das Land genau abzugrenzen lag beim römischem Magistrat und einem Beirat von 57 Mann.

Sechs Jahre nach Ende des Aristonikoskrieges um 123 v. Chr. kam es nach der lex sempronia, dem Kern des Gesetzes, der Agrarreform der Gracchen, zur Verpachtung der Steuer durch römische Zensoren. Von den verschiedenen Steuerarten Asiens trennte man die Boden- und Weidesteuern sowie die Zölle und verkaufte sie auf Auktionen, welche in einem Intervall von fünf Jahren stattfanden, an den Meistbietenden. Weidesteuern und Zölle Asias waren sogar in der Hand einer einzigen Gesellschaft.[12] „In dieser Zeit haben die Einkünfte aus der Provinz Asia den Großteil der römischen Staatseinkünfte überhaupt ausgemacht."[13] Der berufene Funktionär verpflichtete sich gegenüber dem Quästor der Provinz zu einer termingerechten Zahlung mit den beschlossenen Raten. Die beschlossenen Jahresverträge mit den Städten, die Gewinnberechnungen, sind somit festgelegt worden und sind natürlich auf einen recht hohen Profit angelegt. „Gesetzliche Obergrenzen lagen zwar fest. So durfte bei der Bodensteuer nicht mehr als der „Zehnte", beim Zoll nicht mehr als die üblichen 2,5 % auf den Warenwert bei

Grenzüberschreitungen eingezogen werden."[14] Die Statthalter nahmen diese Aufgabe weniger ernst, denn Überschreitungen dieser Grenze oder anderweitige Gesetzesveränderungen wurden nicht gestoppt. Da die Gefahr bestand, dass man in Konflikte mit den publicani geriet, den Staatsauftragsübernehmenden, welche sich um ihre zustehenden Einkünfte bedroht sahen.[15]

3. Der erste und zweite Mithradatische Krieg

Die Streitigkeiten um die Steuereintreibungen führten natürlich Reaktionen und Unstimmigkeiten mit sich, welche sich in den römischen Auseinandersetzungen unter Mithradates VI. Eupator, dem König des bis dahin einflussreichsten Königreiches Pontos. Die Biographie Mithradates ist weitgehend ungeklärt und Legendenumworben. Er wurde etwa gegen Ende der 130 Jahre v. Chr. geboren, verlor den Vater durch Mord und tat dasselbe an seinen Brüdern, welche von der Mutter bevorteilt wurden.[16]

Ihm wurde das durch den Vater zugesprochene Gebiet Phrygien 119 oder auch 116 v. Chr. vom Senat wieder entnommen. Diese Erfahrung war eine erste mit der „Herrin des Westens". Mithradates IV. dehnte nun seine Herrschaft mit Hilfe von griechischen Spezialisten und einer Kriegsflotte nach Norden sowie Osten aus. Weitere Vorgehen in Kleinasien scheiterten jedoch an dem Gegenspruch Roms, welche „eine solche Machtkonzentration im Vorfeld seiner Provinz Asia zu verhindern suchte."[17] Die Bewohner der Provinz fühlten sich vom Steuerwesen und der römischen Verwaltung ausgebeutet und verloren nach und nach das Vertrauen in diese Macht. Mithradates erkannte schnell „welch fruchtbarer Nährboden hier für antirömische Agitation bereit lag."[18] Mithradates Plan war es, ein neues hellenistisches Großreich zu bilden. Er arbeitete mit dem großarmenischen König Tigranes I. zusammen und verheiratete ebenfalls seine Tochter mit ihm. Er dehnte seine Herrschaft ebenfalls nach Kappadokien aus

[...]


[1]

Marek: Geschichte Kleinasiens in der Antike

[2] Bruckmüller (Hg.) Historischer Weltatlas

[3] Schwertheim, Kleinasien in der Antike. Von den Hethitern bis Konstantin, S. 2

[4] Vgl. ebd., S.82

[5] Ebd., S. 83

[6] Ebd., S. 83-85

[7] Ebd., S. 85-86

[8] Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 117

[9] Vgl. Marek, S. 320

[10] Marek, S. 320, zit. nach: Wörrle, Pergamon, 2000

[11] Schwertheim, S. 87

[12] Vgl. Cic, fam. 13, 65, 1

[13] Marek, S. 326.

[14] Ebd. S. 327.

[15] Marek, S. 327

[16] Vgl. Sall, hist. Fr. 2, 75 f. Maurenbrecher.

[17] Christ, Sulla. Eine römische Karriere , S. 83

[18] Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,3
Jahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V371180
ISBN (eBook)
9783668491113
ISBN (Buch)
9783668491120
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
republik, gracchen, sulla
Arbeit zitieren
Anonym, 2012, Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371180

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