Nach dem Erscheinen des ersten Bandes im Jahr 2015 folgt nunmehr im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ der zweite Teil des Sachbuchs – ein Kompendium über das religiöse Leben im heutigen Königsberg. In 63 Kapiteln wird über die Gotteshäuser aller etablierten Religionen berichtet. Dass es so viele sind sieht der Autor als ein hoffnungsvolles Zeichen an: Nach all den schlimmen Jahrzehnten im nördlichen Ostpreußen läuft Gottes Wort (wieder) weiter. Nicht nur die neue religiöse Vielfalt hat den Autor beeindruckt, sondern auch die Art, wie der Glaube gelebt wird. Die innere Einstellung der Gläubigen ist dabei oft schon erkennbar an ihrem Umgang mit der jeweiligen Gottesdienststätte in Wohnungen, in Neubauhäusern, in Betonsilos, im Kino, im Puppentheater, in Kulturhäuser, in Kirchen und in Kapellen.
Inhaltsverzeichnis
01 Heilige Nikolauskathedrale (1288) 1
02 Der Dom zu Königsberg (1333) 13
03 Zacharias und Elisabeth (1850) 35
04 Neue Liberale Synagoge (1896) 43
05 Allerheiligste Gottesmutter, Ponarth (1897) 55
06 Fürbitten-Kirche, Liebfrauenkirche, Rosenau (1914) 64
07 Heilig-Kreuz-Kirche (1933) 70
08 Heilige Familie am Neuen Pregel (1994) 76
09 Kirche des Erzengel Gabriel (1996) 83
10 Ev.-Baptistische Friedenskirche (1998) 89
11 Ev.-Luth. Auferstehungsgemeinde (1999) 93
12 Zeugen Jehovas 117
13 „St. Adalbert“- die Neue kathol. Kirche (2000) 120
14 Evangelisch-methodistische Kirche (2001) 131
15 Kirche der Heiligen Cosmas und Damian (2002) 137
16 Pfingstkirche „RCEFC“ (2002) 147
17 Ort der „Ortsgemeinde“ (2002) 150
18 St. Elisabeth Nonnenkloster (2003) 154
19 Heilige der Letzten Tage (2003) 167
20 „Haus der Barmherzigkeit“ (2003) 173
21 Christ-Erlöser-Kathedrale (2003) 178
22 Armenische St.-Stephanos-Kirche (2003) 193
23 „Kirche voller Segen“ (2003) 204
24 Neuapostolische Kirche (2003) 206
25 „Sonne der Wahrheit“ (2003) 215
26 Pfingstgemeinde „Emmanuel“ (2003) 217
27 Kirche der Hlg. Olga (2005) 221
28 St. Andreas (2007) 224
29 Kirche der Heiligen Xenija von Petersburg 233
30 Kirche des Gerechten Fjodor Uschakow (2007) 235
31 Kirche „Botschaft Gottes“ (2007) 239
32 Kirche St. Gerasimos von Boldino (2007) 244
33 Große Märtyrer-Kirche Pantaleon (2007) 252
34 Christliches Zentrum (2007) 262
35 Kirche der Märtyrerin Lydia (2009) 264
36 Alexander-Newski-Kirche I (2010) 270
37 Pfarrkirche St. Nina (2010) 273
38 Kirche der Märtyrerin Katharina (2014) 275
39 Smolensk-Ikone der Mutter Gottes (2010) 278
40 St. Georgskirche (2010) 281
41 St. Sergius (2010), Kirill und Maria (2012) 289
42 „Haus des Lebens“ (2011) 298
43 Kirche der russ.-orth. Altgläubigen (2011) 301
44 St. Peter und Fewronija von Murom (2012) 308
45 Kirche des Hlg. Elias von Murom (2012) 314
46 Kapelle Georg der Siegreiche (2013) 318
47 Kirche des St. Wladimir (2013) 323
48 Kirche der Hlg. Irina 333
49 „Wort des Lebens“ (2013) 335
50 Adventisten (2014) 337
51 Kapelle des Heiligen Nikolaus (Fischerhafen) 342
52 Hafenkirche Nikolaj Tschudotworez (2014) 347
53 Alexander-Newski-Kirche II (2015) 352
54 Kirche der Hlg. Katharina (2015) 367
55 Kirche der Seligen Matrjona von Moskau 369
56 Spitalkirche Cosmas und Damian 371
57 Kasaner Kapelle 373
58 Pfarrkirche Kaiser Konstantin u. Helena (2016) 375
59 Alexander-Newski-Kirche III 377
60 Gefängniskirchen 380
61 Freie evangelische Gemeinde "Exodus" 384
62 St.-Thomas-Gemeinde 389
63 Muslimische Gemeinde 391
Zielsetzung & Themen
Das Buch dokumentiert umfassend die kirchliche Landschaft in Kaliningrad (dem ehemaligen Königsberg) seit 1945. Ziel ist es, die Architektur, die Geschichte und das lebendige Gemeindeleben verschiedenster Konfessionen und Glaubensgemeinschaften festzuhalten, die sich in der heutigen Stadt etabliert haben, um einen Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes zu leisten.
- Dokumentation von Kirchen, Kapellen und religiösen Bauten nach 1945
- Aufarbeitung der Schicksale von Gemeinden unter sowjetischer Herrschaft
- Vielfalt der religiösen Strömungen in der Region Kaliningrad
- Bedeutung von Architektur als moralische und kulturelle Substanz
- Die Rolle der Menschen, die das kirchliche Leben vor Ort gestalten
Auszug aus dem Buch
01 Heilige Nikolauskathedrale
Diese Kirche in Juditten ist eine „alte Bekannte“, eine Wiederbegegnung für die werte Leserschaft des 2. Kapitels im 1. Band nunmehr hier im 1. Kapitel des 2. Bandes.
Die Grundsteinlegung des im westlichen Vorort Juditten gelegenen Gotteshauses erfolgte 1255. Die Wallfahrtskirche gilt als das älteste Baudenkmal des Samlandes.
Der eigentliche Bau erfolgte – nicht ganz gesichert – ab 1288 bis in den Anfang des 14. Jahrhunderts hinein, zunächst als Wehrkirche, obschon sie gerade um 1300 ein beliebter Wallfahrtsort war.
Zusammenfassung der Kapitel
01 Heilige Nikolauskathedrale (1288): Das älteste Baudenkmal des Samlandes in Juditten, das von einer Wehrkirche zur heutigen russisch-orthodoxen Kathedrale wurde.
02 Der Dom zu Königsberg (1333): Das bedeutende kulturell-musikalische Zentrum der Stadt, das nach seiner Zerstörung als Symbol für den Wiederaufbau und die deutsch-russische Versöhnung dient.
03 Zacharias und Elisabeth (1850): Eine Kapelle, die aus der Geschichte der ostpreußischen Diakonie und des Krankenhauses der Barmherzigkeit hervorgegangen ist.
Schlüsselwörter
Kaliningrad, Königsberg, Kirchengeschichte, Orthodoxie, Reformation, Sakralbau, Diakonie, Kulturdenkmal, Ostpreußen, Wiederaufbau, Glaubensgemeinschaften, Architektur, religiöses Leben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Werk?
Das Werk dokumentiert die Entwicklung und den Bestand kirchlicher Gebäude und religiöser Gemeinschaften in Kaliningrad nach dem Jahr 1945.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt eine breite Palette christlicher Konfessionen sowie andere religiöse Gruppen, ihre Geschichte, ihre architektonischen Stätten und ihr soziales Wirken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine umfassende Dokumentation der heutigen „Häuser Gottes“ in der Region, um das Wissen über diese Gebäude und die Menschen dahinter für kommende Generationen zu bewahren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus historischer Recherche, Zeitzeugenberichten, Vor-Ort-Besuchen und einer umfangreichen Fotodokumentation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden systematisch zahlreiche Einzelkirchen, Kapellen und religiöse Zentren in ihren jeweiligen historischen und aktuellen Kontexten vorgestellt.
Welche Schlüsselbegriffe prägen das Buch?
Wichtige Begriffe sind religiöser Wiederaufbau, kulturelles Erbe, ökumenischer Dialog und die historische Transformation der Region.
Welche Bedeutung kommt dem Dom zu Königsberg zu?
Der Dom wird als zentrales Symbol für die Überwindung von Zerstörung und als lebendiger Ort für Kultur und Spiritualität dargestellt.
Wie steht es um die Rolle der Diakonie?
Die Diakonie wird als historisch gewachsene soziale Kraft gewürdigt, die durch die Arbeit von Gemeinschaften wie der „Barmherzigkeit“ bis heute fortwirkt.
- Quote paper
- Heinz D. Rainer Ney (Author), 2018, Gottes Häuser in Königsberg. Band 2: Kirchen, Kapellen und weitere Bauten ab 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371335