Soziale Netzwerke. Identitätsentwicklung Jugendlicher


Essay, 2017

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Die Nutzung Sozialer Netzwerke bildet in der heutigen Gesellschaft einen zentralen Aspekt, insbesondere für die Jugendlichen. Das Einstiegsalter der medialen Nutzer liegt bei 13 Jahren oder jünger. Soziale Netzwerke als Internetmedium und somit unter anderem auch „Facebook“ und „Instagram“ sind zwei der bekanntesten Netzwerke der heutigen Zeit. Kaum eine andere Errungenschaft der modernen Technik hat das Leben von Kindern und Jugendlichen so geprägt und verändert, wie die Sozialen Netzwerke. In diesem Essay möchte ich speziell auf das Netzwerk Facebook eingehen, welches den Alltag vieler Jugendlicher nahezu komplett bestimmt. Die Eltern bekommen davon häufig nichts oder nur einen sehr geringen Anteil mit, ob Verabredungen zum Fortge­hen, dem Freund bzw. der Freundin, auf die man schon lange ein Auge geworfen hat, eine unmissverständliche Liebesnachricht posten oder das gemeinsame Lästern über unbeliebte Lehrer-fast jedes alltägliche Anliegen wird mittlerweile auch in den sozialen Netzwerken im Internet thematisiert und problematisch dargestellt. Dank moderner Smartphones können auch schon Kinder heute von überall und jederzeit ins Netz. Sie treffen dort in Chats oder Netzwerken ihre Klassenkameraden und Freunde. Doch wie wirken sich diese Veränderungen auf die Psyche bzw. auf die Entwicklung der Jugend­lichen aus? Fachleute betonen, dass speziell das Tempo zugenommen hat, mit der Kinder und Jugendliche heute die Dinge in ihrem Alltag praktizieren. So passiert es des Öfteren, dass Beziehungen über das Internet bzw. über Facebook und Co. eingegan­gen und bei Bedarf gleich wieder beendet werden. Im Endeffekt reicht ein Klick, und man gilt laut Facebook für alle nachweislich wieder als „Single“. Natürlich gehört ein solches Austesten, besonders im interpersonellen Feld, zum Erwachsenwerden dazu, entgleisen sollte es jedoch nicht. Genau hier liegt bei vielen Jugendlichen die Proble­matik. Die Chancen sind exorbitant und somit werden sie auch oft ohne irgendwelche Grenzen zu setzen genutzt. Es fehlt Jugendlichen häufig ein fester Halt in ihrem Alltag. Orientierungspunkte und Strukturen an denen sie sich festhalten und Beispiele vorge­lebt bekommen sind zu wenig vorhanden. Ebenso ist die Öffentlichkeit im Netz ein wei­teres großes Problem. Nur die wenigsten Jugendlichen richten ihre Profile bei Face­book und Co. derart ein, dass sie nur von wenigen autorisierten Personen eingesehen und auch gelesen werden können. Trotzdem möchte man auch bei Personen, die man vielleicht nicht so gerne mag, mit den neuesten Selfies, einem neuen Smartphone oder neuen Sneakers Eindruck hinterlassen. Viele erkennen zu spät, dass sich daraus ein

Teufelskreis entwickeln kann. Leider häuften sich in den letzten Jahren die News, nach denen sich Jugendliche aufgrund von Mobbing und Hetzjagden im Netz, insbesondere in den sozialen Netzwerken nicht mehr anders zu helfen wussten und unter anderem auch Suizid begingen. Nun könnte man einwenden, dass hier insbesondere die Eltern versagt haben. Dies wäre allerdings zu einfach. Eltern bekommen heute durch die immer weiter fortschreitende Technik viel weniger von der Kommunikation ihrer Kinder mit, wodurch sich auch ein Eingreifen im Zweifelsfall sehr stark erschwert. Es ist daher sehr wichtig, dass Eltern immerwieder das Gespräch mit ihren Kindern suchen und mit gefühlvollem Vorgehen versuchen, Einblick in deren Alltag, insbesondere im Bereich der sozialen Netzwerke, zu gewinnen. Kein Kind bzw. Jugendlicher wird sofort freiwillig zugeben, im Internet von Gleichaltrigen gemobbt oder beleidigt zu werden. Sofern die Eltern jedoch mit dem nötigen Maß an Einfühlungsvermögen vorgehen, werden sie die entsprechenden Anzeichen dafür sicher bemerken.

Wie sozialisieren die Medien Jugendliche? Hierzu ist es wichtig Daten und Fakten ei­nes Individuums, also seine Identität zu kennen.

„Wer bin ich?“, „Werwill ich mal sein?“

sind Fragen, die die heutigen Jugendlichen nicht gleichgültig lassen. Fragen, die je­doch schwer zu beantworten sind, in einer Gesellschaft mit unendlich vielen Optionen. Abhilfe schaffen hier die Sozialen Medien. Sie bieten Orientierung, inmitten einer unsi­cheren, facettenreichen Gesellschaft finden junge Menschen z.B. im TV, Werte und Rollenbilder, die sie umgehend aufnehmen und konvertieren. Gleichzeitig bietet das Netzwerk den Raum, sich selbst und seine Identität auszuprobieren. Was ist Identität? Und wie wird sie gebildet? Identität ist ein unter anderem ein Akt sozialer Konstruktion, hier wird die eigene Person odereine andere Person in einem Bedeutungsnetz erfasst. Die Frage nach der Identität hat eine allgemeingültige und eine kulturell-spezifische Auslegung. Es geht immer um die Generierung einer Passung zwischen dem subjekti­ven "Innen" und dem gesellschaftlichen "Außen", also um die Erzeugung einer indivi­duell-sozialen Bestimmung. Die Bedingung zur individuellen Identitätskonstruktion ver­weist auf das menschliche Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit und auch Würdigung. Dies gibt dem Individuum eine sozial akzeptable Form der Befriedigung. Identität bildet somit ein selbstreflexives Scharnier zwischen dem Innen und dem Außen. Sie soll ei­nerseits das beispiellose Individuelle, aber auch das sozial Erträgliche anschaulich ma­chen. Deshalb stellt sie immer eine Kompromissbildung zwischen Eigensinn und An­passung dar. Die Problematik der "Gleichheit in der Verschiedenheit" beherrscht auch die heutigen Identitätstheorien. Für Erik Erikson, einen der renommierten Identitätsfor­scher unserer Zeit, besteht "das Kernproblem der Identität in der Fähigkeit des Ichs, in Anbetracht des wechselnden Schicksals, Gleichheit und Beständigkeit aufrechtzuer­halten" (Erikson E., 1964, S. 87). Identität wird von Erikson ebenso als ein Gebilde ent­worfen, mit dem das subjektive Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Wahrung von Kontinuität und Kohärenz formuliert wird. Das Identitätsgefühl bildet die Basis für die Beantwortung der Frage: "Wer bin ich?". Die Frage scheint einfach, doch entstehen durch sie noch weitaus kompliziertere Fragen der inneren Strukturbildung einer Per­son. Eriksons Idee eines kontinuierlichen Stufenmodells, dessen adäquates Durchlauf­en bis zur Adoleszenz eine Identitätsplattform für das weitere Erwachsenenleben si­chern würde, soll Aufschluss geben, dass Entwicklung geprägt ist von Epigenetik, so­wie von Kultur und Gesellschaft. Dieses 8-Stufen-Modell, verortet das Jugendalter in der 5. Stufe, dessen Ziel die Erreichung einer ICH- Identität und der Vermeidung einer Rollenverwirrung, zur Folge haben soll. Bisher Gelerntes Zusammenfügen und damit ein Selbstbild zu genieren, dass die Gesellschaft auch anerkennt. Hierzu bedarf es von Seiten der Gesellschaft Riten, um die Übergänge vom Kind zum Erwachsenenleben zu unterscheiden. Sind diese nicht klar, kann es beim Jugendlichen zu Unsicherheit bzw. zu einer Krise führen. Vergleicht man diese Stufe mit unserer modernen Gesellschaft fällt auf, dass notwendige Riten und Übergänge immer mehr fehlen. Man spricht im All­gemeinen auch von einer Enttraditionalisierung. Übliche Lebensverläufe besitzen keine Gültigkeit mehr. Jedem Individuum ist es möglich seine Biographie ausgesprochen fa­cettenreich zu gestalten. Auch die Identitätstheorie von Georg Herbert Mead, Soziolo­gen und Sozialpsychologe geht von 2 Formen des Sozialverhaltens aus, der Interakti­on durch Gesten und der symbolischen Interaktion. Die Aussage Mead's trifft den Kern der Erklärung was Identität wirklich ist auch sehr gut: “ Wir sind, was wir sind, durch un­ser Verhältnis zu anderen.“ (G.H. Mead (1991), S. 430). Wenn wir in Interaktion mit An­deren treten, so folgen wir doch auch immer ethnischen Wertevorstellungen, an denen wir unser Verhalten, aber auch das der anderen reflexiv beurteilen. Alle Vorgänge und Dinge werden von uns permanent bewertet, indem wie wir es wahrnehmen. Die Frage nach dem Richtig und Falsch stellen wir uns somit fortwährend, so entsteht das Gewis­sen, mittels dem sogenannten inneren Dialog - dem sozialisierten Me-, sowie meinem generalisierten Ich. Grundlage für diesen Prozess ist in seinem Design die Auseinan­dersetzung des Menschen mit der natürlichen und sozialen Umwelt. Vergesellschaf­tung und Individualisierung sind für Mead zwei aufeinander bezogene Bereiche, dem eher sozialen Element des ,Me‘ und dem eher psychischen Baustein des ,I‘, die im ge­meinsamen Wechselspiel die Entstehung des menschlichen Subjekts möglich machen. Das ,Me‘ repräsentiert die eigenen Vorstellungen davon, wie die anderen Menschen eine Persönlichkeit sehen und wie es sich nach der Interpretation ihrer Erwartungen zu verhalten hat. Es speichert sozusagen die intersubjektiv ausgehandelten Erwartungen und stellt handlungsleitende Strukturen und Orientierungen zur Verfügung. Das ,1' hin­gegen besitzt gegenüber dem ,Me‘ eine stärker temperamentvolle und spontane Quali­tät, die zwar durch das ,Me‘ gezügelt wird, aber ein unabhängiges Format der Persön­lichkeit skizziert. Das ,I‘ stellt gewissermaßen die Reaktion des Organismus auf die Haltungen der anderen dar. Trete ich nun etlichen Personen gegenüber, so gewinne ich eine Vielzahl unterschiedlicher Me's. Diese müssen, wenn übereinstimmendes Ver­halten überhaupt möglich sein soll, zu einem einheitlichen Selbstbild synthetisiert wer­den. Das bedeutet der Handelnde muss sich an einem für alle Handelnden gültigen Ziel orientieren. Gelingt diese Synthetisierung, dann bildet sich das ,Self‘. Der Mensch erringt mit dieser Ich-Identität eine analoge und doch auf die Kommunikation mit stu­fenweise immer mehr Partnern hin offene und flexible Selbstbewertung und Hand­lungsorientierung. Gegenwärtig hat in unserer Zeit die rasante Entwicklung der Medien einen sehr großen Einfluss auf die Jugendlichen, die sich beispielsweise gerade in der Phase der Self-bildung befinden. Die Identitätsbildung ist nicht mehr so einfach struktu­riert, wie noch vor 20 Jahren, da es immer einfacher wird global und in Echtzeit zu kommunizieren. Die zunehmende Individualisierung unser Gesellschaft fordert eine stärkere Eigenleistung, während des Prozesses der Persönlichkeitsentwicklung bzw. der Self-bildung. Mein Selbst finde ich nicht - ich stelle es her, könnte das Motto der heutigen Jugendlichen sein. Jeder kann sich seine Identität zurecht basteln, eine Fest­legung ist dabei nicht erwünscht. Die Ursache für diese ambivalente Entwicklung liegt in der Globalisierung, der kulturellen Differenzierung und der Mediatisierung, die die Übergänge vom Jugend- ins Erwachsenenalter immer fließender gestalten und keine Grenzen mehrzulassen. Neben der äußerst relevanten Funktion als „Materiallieferant“ wirken die Medien noch in einer zweiten Weise auf die Identität Jugendlicher ein. Medi­en liefern nicht nur Rollenbilder, Werte, etc. sondern dienen auch als Plattform der Identitätsarbeit Jugendlicher. Medien bieten einen sozialen Raum, in dem sich junge

Menschen ganz trivial bewegen und ihre soziale Identität testen und pflegen. Sie chat­ten, bloggen, zocken, gestalten ihr Profile, drehen You- Tube- Videos oder laden Bilder hoch. Hier werden gleich zwei Funktionsweisen sichtbar, zum einen dienen die Medien dem Identitätsmanagement und zum anderen dem Beziehungsmanagement. Daher ist es um so wichtiger den Jugendlichen einen kompetenten Umgang mit Medien nahe zu bringen. DieterBaacke, namhafter Erziehungswissenschaftler, spricht hiervon Medien­kompetenz und einem Konzept zur Förderung der Mediensozialisation. (Baacke, D., 2001). Das Internet dient darüber hinaus auch als „allwissende“ Informationsquelle. Wo man früher in entsprechende Vereine und Gruppen eingetreten ist, wenn man bei­spielsweise ein Instrument erlernen wollte, schauen sich Kinder und Jugendliche heute einfach das entsprechende YouTube-Video an und finden dort eine Erklärung. Eine so­ziale Bindung von Jugendlichen im Verein mit Gleichaltrigen wird dadurch nicht gerade gefördert. Im Gegenteil heute sind viele Kinder und Jugendliche erheblich einsamer als noch vor einigen Jahren, als es das Internet zwar schon gab, die Wege aber noch rela­tiv begrenzt waren. Viele Jugendliche leben heute mehr in der virtuellen Welt, mit den entsprechenden negativen Folgen. Die Jugendlichen konsumieren die digitalen Medien permanent, daher stelle ich mir die Frage welche identiätsrelevanten Prozesse bei den Jugendlichen stattfinden, wenn sie die digitalen Medien, speziell Facebook nutzen.

Medien nehmen insofern eine „Schlüsselposition in der Strukturierung zeitgenössischer Identität und in der Formierung von Denken und Verhalten“ (Kellner 1995, S. 237) ein. Identität strukturiert sich anhand medialer Rollenvorstellungen und Vorgaben. Gedan­kengänge werden von den Medien vermittelten Inhalten geprägt und medial vermittel­tes Verhalten oft nachgeahmt. Fernsehen ist derzeit noch immer das Leitmedium. In der Wahrnehmung der Medieninhalte kommt es zu verschiedensten Formen der Aus­einandersetzung. Werte, Normen und Muster werden nicht mehr nur in direkter inter­personeller Auseinandersetzung reflektiert und verarbeitet, sondern auch aus der nar­rativen Perspektive. Mittlerweile ist belegt, dass die Medien in unserem Beispiel Face­book zur Entwicklung der sozialen Fertigkeiten und Verhaltensmustern beitragen kön­nen. Das Medium Facebook bietet eine schnelle Suche von Freunden ohne viel Mühe, jedoch bietet es genügend Anonymität, die eigene Identität nicht preis zu geben. Es wird einem ein Spielraum eingeräumt, den man im interpersonellen Kontakt nicht hat. Über eine Milliarde Menschen - darunter über 25 Millionen in Deutschland - vernetzen sich über Facebook, stellen Bilder, Videos und Statusmeldungen online, chatten mitein­ander und schicken sich Nachrichten. Diese Selbstdarstellung ist hilfreich für das spä­tere Berufsleben, vor allem sich gut darzustellen und sich vernetzen zu können. Ande­rerseits kann diese Selbstdarstellung schnell zum Zwang werden. Ebenso gibt die Plattform den Jugendlichen die Möglichkeit sich von den anderen Peers abzugrenzen, was ebenso eine wertvolle soziale Kompetenz darstellt. Das Facebook auch positive Effekte hat haben wir gerade gesehen, jedoch sind die Risiken nicht außer Acht zu las­sen. Eine Unmenge an Daten, Bildern und Videos, die ein Profil abrunden, jedoch oft auch einen falschen Eindruck des Nutzers vermitteln. Oft ist die Devise der Jugendli­chen auffallen um jeden Preis, die Auswirkungen werden in der Regel nicht bedacht. Potentielle Arbeitgeber machen sich oft die Mühe ihre Bewerber im Vorfeld zu googeln und finden dann verschiedenste Informationen, die lieber niemand gesehen hätte. Für Kriminelle ist Facebook deshalb ein wahrer Garten Eden. Die hohe Interaktionsrate, gepaart mit menschlicher Neugier und viel Unerfahrenheit macht es ihnen möglich, mit wenig Aufwand Schadprogramme zu verbreiten, Daten zu stehlen, oder auf unlautere Weise Geld zu verdienen. Spam, Würmer, Viren, Fakeseiten, entwickeln sich so zuneh­mend zu einem Problem für die Nutzer. Facebook selbst äußert sich in der Regel eher selten auf Meldungen über Lug und Betrug in ihrem Netzwerk. Umso wichtiger ist es für die Nutzer, die größten Fallen selbstständig zu erkennen - und gar nicht erst auf sie hereinzufallen. Ebenso ein Risiko kann die exzessive Nutzung darstellen, deren Be­gleiterscheinungen unter anderem Kontrollverlust, Wegfall sozialer Beziehungen, Leis­tungsabfall, psy. Entzugserscheinungen und vieles mehr sein können. Ein Überangeb­ot an Reizen kann in kritischen Lebenssituationen noch negativer auf schon vorhandene Defizite, wie beispielsweise mangelndes Selbstwertgefühl wirken. Jugend­liche flüchten sich oft auch bei Konflikten in die virtuelle Welt und lassen die Realität außer Acht. Das Internet und die sozialen Netzwerke sollten jeweils nur eine Ergän­zung zum realen Leben sein, nicht der einzige Lebensinhalt. In diesem Zusammen­hang können Eltern schon früh auf ihre Kinder einwirken, indem sie selbst als gutes Beispiel vorangehen. Regelmäßige Aktivitäten im Freien, Urlaube, Ausflüge etc. zeigen Kindern, dass die reale Welt viel Schönes zu bieten hat und man sich daher nicht in vir­tuelle Realitäten flüchten muss. Neben all den Gefahren und Risiken sollte man nicht vergessen, dass soziale Netzwerke im Internet auch sehr essenziell und förderlich für unsere Jugendlichen sind. Man kann sich fix und unkompliziert verabreden, kann sich in Gruppen austauschen, wichtige Informationen weitergeben - und auch über Face­book täglich Zeitung lesen und sich Wissen aneignen. Es gibt einige gute Nachrichten- portale, die über ihre Fanpages jeden Tag einen Newsüberblick geben. Fußball-Fans können ihren Lieblingsverein verfolgen und über Spieler und Spiele debattieren. Schul­klassen können in Facebook-Gruppen Tipps für die nächste Prüfung holen, sich über ausfallende Unterrichtsstunden informieren und sich gegenseitig helfen bezie­hungsweise organisieren.

In immer mehr Schulen und anderen Institutionen werden Medientrainings in den Un­terricht mit eingebunden. Es handelt sich dabei um Kurse, in denen vermittelt werden soll, mit den modernen Medien wie Internet und den sozialen Netzwerken richtig und verantwortungsvoll umzugehen. Dabei geht es auch um Themen wie Mobbing im Inter­net oder der Zugriff auf verbotene Inhalte bzw. Seiten. Es geht doch vor allem darum, Kindern und Jugendlichen ein Gefühl für potentielle Gefahren im Internet zu vermitteln. Es wird sehr leichtfertig mit diesem Medium umgegangen, Fotos werden ohne nachzu­denken in die sozialen Netzwerke eingestellt, was einerseits Neid und Mobbing auslö­sen kann, andererseits aber auch suspekte Gestalten wie beispielsweise Pädophile an­lockt. Es ist daher sehr sinnvoll, Kindern und Jugendlichen deutlich zu machen, dass ohne entsprechende Schutzmaßnahmen nahezu jeder Zugriff auf ihre Fotos, ihre Mit­teilungen etc. im Internet haben kann. Leider geschehen die meisten Handlungen im Internet schlichtweg aus Leichtsinn und Unwissenheit. Hier tut Aufklärung also wirklich Not. Nach Beleuchtung sämtlicher Risiken und auch der Vorteile des Mediums Face- book ist festzuhalten, dass die Identitätssuche der Jugendlichen ein Kernelement ihrer Entwicklung bildet. In der heutigen Zeit werden altbekannte Pfade verlassen und Identi­täten zusammengestellt bzw. zusammengebastelt. Dies ist eine Folge der Anpassung an die stattfindende Globalisierung, der wir Rechnung tragen müssen. Das Internet und die sozialen Netzwerke haben uns in den letzten Jahren eine Fülle von Möglichkeiten beschert, an die wir zuvor gar nicht zu denken gewagt hatten. Plötzlich ist es möglich, sich von nahezu jedem Ort der Welt aus mit seinen Freunden zu vernetzen und sich mit diesen auszutauschen. Bilder, Schriftstücke etc. können ohne Probleme mit vielen anderen Nutzern geteilt werden. So braucht man im Grunde also gar nicht mehr das Haus zu verlassen, um mit anderen zusammen zu sein und gemeinsame Erfahrungen zu teilen. Dass diese Chancen aber auch entsprechende Gefahren beinhalten, dürfte inzwischen fast jedem klar sein. Viele Kinder und Jugendliche vereinsamen zuse­hends, werden in den sozialen Medien verfolgt und gemobbt und erleiden dabei ernst­hafte psychische Schäden, die sich bis hin zum Suizid auswirken können.

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Soziale Netzwerke. Identitätsentwicklung Jugendlicher
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern  (Sozialwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V371339
ISBN (eBook)
9783668493513
ISBN (Buch)
9783668493520
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Identität, Medien, Nutzung, Entwicklung, Jugendliche, Social Media, Soziale Medien, Sozialisation, Kind, Erikson
Arbeit zitieren
Marina Zuber (Autor), 2017, Soziale Netzwerke. Identitätsentwicklung Jugendlicher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371339

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