Die Gaza-Kriege und deren Folgen


Hausarbeit, 2015
10 Seiten, Note: 8,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Konflikte um Gaza
1.1 Der Überfall auf die Free Gaza Flottille

2. Die Folgen der Kriege

3. Zukunftsausblick

4. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Die Konflikte um Gaza

Der Konflikt, welcher sich im Nahen Osten abspielt, ist schrecklich und absurd. Es gibt kaum einen Kriegsschauplatz, an dem ähnlich schlimme Taten begangen wurden wie im Gazastreifen. Der Krieg zwischen den Israelis und den Palästinensern ist ein sehr ungleicher Krieg, welcher aber zum Großteil vom Rest der Welt völlig falsch wiedergegeben wird. Begonnen hat der Kampf um circa 1930.[1] In diesem Text sollen die extremen, teilweise einseitigen und desaströsen Folgen für die verschiedenen Kriegsteilnehmer beleuchtet und dargestellt werden. Ebenso soll gezeigt werden, wie die Tatsachen in der öffentlichen Darstellung falsch, oder so dargestellt werden, dass der wirkliche Sachverhalt nicht mehr zu erkennen ist.

Die im Gazastreifen immer wieder aufkeimenden Scharmützel, beziehungsweise auch verschiedene Kriege, geht darauf zurück, dass einem Volk sein Land, in dem es lebte, genommen wurde. Dies geschah, damit das Judentum erhalten werden konnte. Die Engländer und Franzosen versprachen den Juden daraufhin einen Staat Israel, der in Palästina lag.[2] Somit ist der Konflikt wie oft behauptet nicht religiöser Natur, sondern gründet darauf, dass den Palästinensern ihr Land genommen wurde. Es gibt zwar immer wieder vereinzelt Anschläge, welche religiös begründet werden. Diese stellen jedoch die Minderheit dar. Somit ist der Konflikt in dieser Region kein Konflikt, der auf einem religiösen Ursprung basiert, wie es oft vorgeschoben wird.[3] Auch greifen andere Länder, wie Deutschland, Amerika oder Belgien nicht in den Konflikt ein, beziehungsweise verhindern die schlimmen Taten nicht, welche gegen die Palästinenser verübt werden. Somit werden die Palästinenser in ihrem eigenen Land immer mehr entmachtet und zurückgedrängt. Interessant ist in diesem Kontext, dass die Israelis es für absurd betrachten, den Palästinensern ihren von Gott geschenkten Staat abzutreten. „Der Einfachheit halber behaupten sie gerne, es gebe keine Palästinenser, die seien ein erfundenes Volk.“[4] Dies zeigt deutlich, wie die Juden, welche in Israel leben, die Palästinenser sehen. Dies hat den Anschein, als wären sie nicht an einer Lösung des Konfliktes interessiert. Bemerkenswert ist, dass es jedoch schon länger verschiedene israelische Bewegungen gibt, welche verschiedene Lösungen fordern. Dies sind zum Beispiel die Rückgabe der besetzen Gebiete oder auch eine Zweistaatenlösung. Eine der Bewegungen hatte einen prägenden Leitspruch: „Frieden ist wichtiger als Gebiete“[5]. Dies zeigt, dass ein Teil der Bevölkerung die ewigen Kriege und Anschläge verurteilt und genug von diesen hat. Auch weigerten sich in diesem Zuge einige israelische Oberstufenschüler, Dienst an der Waffe zu tun und gründeten eine Bewegung mit dem Namen ‘‘Frieden Jetzt-Bewegung‘‘. Diese erhielt in der Bevölkerung großen Anklang. Schließlich kam es zu Verhandlungen der Konfliktparteien mit Hilfe eines Vermittlers. Jedoch scheiterten die Verhandlungen. Die Schuld daran wurde den Palästinensern in die Schuhe geschoben. Diese hätten eine Kampagne von Terror und Gewalt geplant, mit dem Ziel, den Staat Israel zu vernichten. Jedoch wurden auf beiden Seiten der Konfliktparteien zahlreiche Fehler begangen. Auch die USA, welche als Vermittler auftrat, hatte eine gewisse Teilschuld am Scheitern des Treffens. Jedoch war dieses Treffen bereits ein enormer Fortschritt, denn dort wurden viele Aspekte angesprochen „[…] die bislang tabu waren.“[6] Jedoch deckten diese Themen nicht einmal die minimalsten Forderungen der Palästinenser ab. Ein großes Problem stellte auch die Mentalität der israelischen Seiten dar. Entweder wurde alles akzeptiert oder gar nichts. So war es schwer, Kompromisse zu finden, geschweige denn Forderungen zu stellen. Auch die Amerikaner hatten an dem Scheitern der Gespräche eine Mitschuld. Sie garantierten Palästina, sollten die Verhandlungen scheitern, ihren Beistand. Als die Verhandlungen jedoch gescheitert waren, welche auch laut Palästina viel zu früh begonnen hatten, wollten die Amerikaner nichts mehr von ihrer Zusage wissen.[7] Dadurch verschärfte sich die Lage im Gaza- Konflikt, da es zu Selbstmordanschlägen durch die Palästinenser kam. Als Antwort darauf folgte von israelischer Seite ein Einmarsch in die Gebiete der Palästinenser. Als Folge daraus kam es zu einer Abschottung der Gebiete von Palästina. Dies bewirkte, dass die Wirtschaft zusammenbrach und wichtige Güter nicht mehr zu erhalten waren.[8]

1.1 Der Überfall auf die Free Gaza Flottille

Durch die Blockierung der palästinensischen Gebiete waren die Zugänge zu wichtigen Gütern schwierig geworden. Man könnte argumentieren, dass die Besetzung des Gazastreifens schon alleine für sich eine Verletzung der Menschenrechte nach der Genfer Konvention darstellt. Die im Zuge der Besatzung aufgestellt Blockade auf See ist somit genau zu beobachten. Allenfalls ist in diesem Zusammenhang mit der Besatzung eine Kontrolle der Schiffe erlaubt, die auf die Suche nach Waffen ausgerichtet ist, welche den Besatzungsstatus gefährden könnten. Jedoch gilt zu beachten, dass alle Schiffe bereits in ihren Heimathäfen auf Waffen überprüft und dies von der Hafenbehörde bestätigt wurde. Dadurch war der Angriff auf diesen Schiffskonvoi nach geltendem Recht nicht zulässig. Trotzdem wurde die Flotte der Free Gaza Schiffe am 31. Mai 2010 angegriffen mit Waffengewalt. Dabei gab es Verwundete und Tote auf den Schiffen. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass nach Aussage der israelischen Armee eine akute Bedrohungslage stattgefunden hatte, was den Einsatz der Selbstverteidigung rechtfertigen würde. Jedoch ist nach mehreren Aussagen von Passagieren und Besatzungsmitgliedern klar bestätigt, dass die israelischen Streitkräfte bereits vor Eintreffen auf den Schiffen von einem Helikopter aus auf die Schiffe geschossen haben. Die Crewmitglieder und Passagiere, welche aus verschiedenen Nationen stammten, unter anderem aus Deutschland, kämpften ohne Waffen, beziehungsweise nur mit dem, was sie hatten, oder auf dem Oberdeck fanden. Die Schiffe wurden geentert und anschließend gezwungen, Kurs auf den israelischen Hafen Aschdod zu nehmen. Als die Schiffe eingelaufen waren, wurden sie nach Waffen durchsucht. Die Suche förderte jedoch keine Waffen zu tage. All dies geschah unter exzessiver Anwendung von Gewalt. Die Entführung der Schiffe stellt einen feindseligen Akt gegen das Land, aus dem das Schiff kommt, dar. Theoretisch könnte dieses Land nun mit einem Erstschlag die Vergeltung einleiten. Dies ist jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt nie passiert. Wäre es zu einer Vergeltung gekommen, wären die Konsequenzen und Folgen mit großer Sicherheit sehr weitreichend.[9] Jedoch führte die Blockade dazu, dass es eine Knappheit an Lebensmitteln, wichtigen Gütern und Rohstoffen gab. In diesem Zusammenhang setzte die UN auch zwei Untersuchungs-kommissionen ein, welche beide zu dem Ergebnis kamen, dass die Angriffe illegal waren. Des Weiteren wurden fast alle persönlichen Besitztümer, wie Kameras und Gepäck, beschlagnahmt. Auch dies kann die israelische Armee nicht damit rechtfertigen, dass sie die Beschlagnahmung im Rahmen der Selbstverteidigung für notwendig erachtete. Einige der Geschädigten stellten Strafanzeige in ihren Heimatländern, wie zum Beispiel Deutschland und Norwegen. Jedoch ist zur Aufarbeitung des Vorfalles eine internationale Kommission von Nöten. Bei der von den israelischen Behörden eingesetzten Kommission handelt es sich um eine Farce, da sie nicht über die entsprechenden Mittel zur Untersuchung des Vorfalls verfügt.[10]

2. Die Folgen der Kriege

„Israel ist in eine Lage geraten, in der es, egal was es tut, immer verliert“.[11] Wehrt sich Israel gegen den Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen, so kommen internationale Folgen auf es zu. Tut das Land nichts, wird es über kurz oder lang von ihren Gegnern zurückgedrängt werden. Dies ist eine Folge der Libanonkriege, in denen Israel seinen Status als Abschreckungsmacht verloren hat. Um das Gleichgewicht wiederherzustellen, greift Israel den vermeintlich schwächsten Gegner, die Palästinenser, an. Dies geschieht in der Summe genau dreimal bis zum Jahre 2016. Doch jedes Mal sind diese Angriffe mit Protesten und Boykotten gesäumt, die Israel für seine Angriffe auf die palästinensischen Gebiete erntet.

Im ersten Gaza-Krieg wurde von Seiten Israels versucht, eine Nachrichtensperre zu verhängen, damit der Krieg nicht an die Weltöffentlichkeit gelangt. Dieser Plan misslang und der arabische Fernsehsender Aljazeera machte den Krieg rund um den Globus medial präsent. Somit taten sich weltweit Aufstände und Proteste auf, Israels Isolierung wurde gefordert. Die Proteste in der arabischen Welt werden heute als die Vorboten der arabischen Aufstände von 2010 und 2011 gesehen. So wurde zum Beispiel in Malaysia gefordert, israelische und amerikanische Waren zu boykottieren. Der Grund für die Forderung gegenüber den amerikanischen Waren sind die Waffenlieferungen der USA an Israel.[12] Der Krieg 2012 dauerte acht Tage. Um nicht wieder wie im ersten Gaza-Konflikt aufgrund von nicht korrekt definierter Ziele als Verlierer zu gelten, definierte Israel seine Ziele nun genau. Jedoch brachte auch dies nicht den gewünschten Erfolg und auch hier waren die Folgen für Israel gravierend. Zum ersten Mal musste aufgrund eines Waffenstillstandsabkommens, welches von den USA und Ägypten vermittelt und überwacht wurde, der Zugang zum Gazastreifen vereinfacht werden, was einen teilweisen Verfall der Sanktionen bedeutete. Dies wurde allerdings von circa 70% der israelischen Bürger und Bürgerinnen nicht akzeptiert. Jedoch war es für das israelische Volk fast ein Jahr ohne nennenswerten Raketenbeschuss.[13] Der dritte Konflikt im Gazastreifen fand im Jahr 2014 statt. Auch hier blamierte sich Israel bis auf die Knochen. Laut Geheimdienst verfügte der Gegner nur über sehr begrenzte Waffenvorräte, das heißt, wenige Raketen. Diesem Bericht wurde Glauben geschenkt, da der Gazastreifen eines der am besten bewachten Gebiete weltweit darstellt. Bei den Kampfhandlungen zeigte sich jedoch schnell, dass der Geheimdienstbericht falsch und das Arsenal der Palästinenser weitaus größer war, als angenommen. Auch wusste Israel nichts über das geheime Tunnelsystem. Somit entwickelte sich auch dieser Krieg zum Fiasko für Israel.[14] Aufgrund dieses Krieges forderten Interessensverbände, mehrere Intellektuelle und einige Kirchen, sämtliche Beziehungen mit Israel abzubrechen und die komplette Zusammenarbeit aufzukündigen.

Ein anderes Beispiel kann mit der Bundesrepublik Deutschland angefügt werden: Statt Sanktionen gegen Israel zu verhängen, verkaufte die Bundesrepublik Deutschland zwei Korvetten an Israel. Aufgrund der Vergangenheit der Bundesrepublik Deutschland wurden diese Kriegsschiffe zu einem immens günstigen Preis an Israel verkauft. Anders als Deutschland verhielt sich hier die UN. Sie schickte ein Team aus Experten um eventuelle Kriegsverbrechen beider Seiten zu untersuchen. Jedoch stößt das Team bei der Einreise nach Israel auf Probleme. Ihnen wird dort die Einreise verweigert, aufgrund einer angeblichen zwanghaften Feindschaft gegenüber dem jüdischen Volk. Dies zeigt, wie wenig Israel an der Aufklärung durch die UN interessiert ist und lieber einen Mantel des Schweigens über diesen Krieg ziehen würde.[15]

3. Zukunftsausblick

Für die Zukunft gibt es wenig Hoffnung, dass der Konflikt beigelegt wird. Dies zeigt sich schon alleine durch die Haltung einiger europäischer Regierungen, die wie im Kapitel zuvor bereits erwähnt, Waffen an ein Volk liefern, das ein anderes Volk quasi unterdrückt. Ist dies der richtige Weg im Umgang mit dem Konflikt im Nahen Osten? Waffen zu liefern und wegzuschauen?

Auch ist in diesem Kontext interessant, wie die Israelis selbst dieses Problem sehen. „Selbstverständlich hat Israel, haben die Bürger Israels ein Recht darauf, in Frieden und Sicherheit zu leben und sich zu verteidigen. Inwieweit die regelmäßigen Angriffe auf den Gazastreifen, von offizieller Seite gerne als <<Rasen mähen>> bezeichnet, dafür den geeigneten Rahmen schaffen, möge jeder für sich selbst beurteilen.“[16] Dies zeigt, wie die Wertschätzung welche den Palästinenser durch die Israelis zukommt. Ebenso wird dies deutlich aus der Blockade des Gazastreifens, sei es bei der Kriegsberichtserstattung oder dem Verweigern von wichtigen Rohstofftransporten. „<<Wir sorgen dafür, dass sie>>, gemeint sind die Bewohner des Gazastreifens, << dünner werden, aber nicht dünn genug um zu sterben. >>“[17] Dies Zitat zeigt, mit welchen Mitteln die Israelis kämpfen. Sie machen nicht einmal Halt davor, ein Volk auszuhungern. Somit wird es nicht lange dauern, bis ein neuer Konflikt entstehen wird und neue Gräueltaten geschehen werden.

[...]


[1] Vgl.: Lüders 2015, Seite 153.

[2] Vgl.: http://www.bpb.de/internationales/asien/israel/44995/gruendung-des-staates-israel - Zugriff am 02.05.15.

[3] Vgl.: Ebd., Seite 144f.

[4] Ebd., Seite 154

[5] Initiative Antisemitismuskritik Hannover (Hrsg.) 2005, Seite 83.

[6] Ebd., Seite 85.

[7] Vgl.: Vieweg 2011, Seite 218ff.

[8] Vgl.: Ebd., Seite 223ff.

[9] Vgl.: UN-HUMAN RIGHTS COUNCIL 2011, Seite 40f.; Vgl.: Vieweg 2011, Seite 251f.

[10] Vgl.: UN-HUMAN RIGHTS COUNCIL 2011, Seite 41.

[11] Wild 2015, Seite 73.

[12] Vgl.: Ebd., Seite 74f.

[13] Vgl.: Ebd., Seite 79ff.

[14] Vgl.: Wild 2015, Seite 82.

[15] Vgl.: Lüders 2015, Seite 158f.

[16] Lüders 2015, Seite 153.

[17] Lüders 2015, Seite 151.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Gaza-Kriege und deren Folgen
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Poltikwissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die Lehre der internationalen Beziehungen: Der Nahostkonflikt
Note
8,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V371364
ISBN (eBook)
9783668493711
ISBN (Buch)
9783668493728
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nahostkonflikt, Gaza, Krieg
Arbeit zitieren
Andreas Gottwald (Autor), 2015, Die Gaza-Kriege und deren Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371364

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