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Das Islamische Bankwesen. Ein Vergleich zu anderen Bankwesen

Title: Das Islamische Bankwesen. Ein Vergleich zu anderen Bankwesen

Seminar Paper , 2017 , 19 Pages

Autor:in: Leon Breuer (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Im Zuge der wachsenden wirtschaftlichen Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg etablierte sich Anfang der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts in den arabischen Staaten ein Banksystem, das sich an den religiösen Leitsätzen und Normen des Islams orientiert. Auf dieser Basis wurde ein Finanzierungsmodell entwickelt, welches den Wertvorstellungen der muslimischen Gläubigen gerecht wird und als besonders moralisch und ethisch gilt. Diese „islamkonformen“ Bankgeschäfte werden als islamisches Bankwesen bezeichnet und unterscheiden sich aufgrund der religiösen Rahmenbedingungen in der Ausgestaltung stark vom konventionellen Bankwesen.

Seit seiner Entstehung erfährt das islamische Bankwesen große Popularität weltweit und erzielte in den Jahren von 2009 bis 2015 eine jährliche Wachstumsrate von 17,6 Prozent, was die Vergleichswerte des konventionellen Bankwesens übertrifft. Mittlerweile existieren mehr als 500 islamische Finanzinstitute in mehr als 70 Ländern, mit einem Finanzierungsvolumen von 939 Milliarden USDollar. So stellt sich die Frage, ob das islamische Bankwesen aufgrund seiner ethisch-religiösen Prinzipien und Rahmenbedingungen im Vergleich zum konventionellen Bankwesen ein „besseres“ Finanzierungsmodell geschaffen hat, das geringere Risiken für Banken birgt.

Dazu wird im Folgenden anhand einer Literaturrecherche zunächst ein Grundverständnis der Werte des Islams und seines Rechtssystems vermittelt. Anschließend wird erläutert, welche Prinzipien sich aus diesen Leitlinien für das islamische Bankwesen ergeben. Anschließend wird die Funktionsweise des fremdkapitalbasierten Finanzierungsmodells im islamischen Bankwesen erläutert und zur fremdkapitalbasierten Finanzierung im konventionellen Bankwesen abgegrenzt. Auf dieser Grundlage wird im Anschluss eine Analyse beider Finanzierungssysteme in Bezug auf die zugrundeliegenden Risiken für Banken vorgenommen und erörtert, um zu klären welches der beiden Modelle als risikoärmer betrachtet werden kann. Damit lässt sich herausfinden, ob sich das konventionelle Bankwesen an den ethischen Vorschriften des Islams ein Beispiel nehmen sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des islamischen Bankwesens

2.1 Der Islam und die islamische Wirtschaftsordnung

2.2 Relevante Restriktionen und Prinzipien

2.3 Scharia-Boards

3. Fremdkapitalbasierte Finanzierungsmodelle im Vergleich

3.1 Die Darlehensvergabe im konventionellen Bankwesen

3.2 Das Murabaha-Finanzierungsmodell im islamischen Bankwesen

3.3 Differenzierungsmerkmale der Finanzierungsmodelle

4. Risikoanalyse

4.1 Kreditrisiko

4.2 Marktrisiko

4.3 Liquiditätsrisiko

4.4 Operationelles Risiko

4.5 Scharia-Nichtkonformitätsrisiko

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das islamische Bankwesen aufgrund seiner ethisch-religiösen Prinzipien ein für Banken risikoärmeres Finanzierungsmodell im Vergleich zum konventionellen Bankwesen darstellt. Im Fokus steht dabei die Analyse der fremdkapitalbasierten Finanzierung, wobei die Forschungsfrage klärt, ob das konventionelle Bankwesen von den islamischen Ansätzen lernen kann.

  • Grundlagen und rechtliches Wertesystem des Islams
  • Die Rolle der Scharia und Scharia-Boards im Finanzwesen
  • Vergleich von konventioneller Darlehensvergabe und dem Murabaha-Finanzierungsmodell
  • Detaillierte Analyse spezifischer Bankrisiken (Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, operationelles Risiko)
  • Scharia-Konformität als besonderer Risikofaktor für islamische Finanzinstitute

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Darlehensvergabe im konventionellen Bankwesen

Ein Darlehen stellt einen schuldrechtlichen Vertrag dar. Bei der Finanzierung durch die Vergabe eines Darlehens stellt die Bank, als Darlehensgeber, dem Darlehensnehmer einen bestimmten Kapitalbetrag über einen zuvor definierten Zeitraum für dessen Nutzung zur Verfügung. Bei Vertragsabschluss werden Rückzahlungszeitpunkt und der zu entrichtende Zinssatz auf das aufgenommene Kapital fest vereinbart. Der überlassene Kapitalbetrag ist von dem Darlehnsnehmer meistens in regelmäßig anfallenden konstanten Teilbeträgen zu tilgen. Die Tilgungszahlungen setzen sich dabei aus einem Tilgungs- und Zinsbetrag zusammen. Bei einem solchen Annuitätendarlehen sinkt der Zinsbetrag mit zunehmender Tilgung des Darlehens (Hölscher et al., o.A.).

Ebenfalls gibt es die Variante des Abzahlungsdarlehens, welche die Rückzahlung in gleichbleibenden Raten darstellt. Für die Ermittlung der Ratenhöhe werden die zu zahlenden Zinsen am Anfang zur Darlehenssumme hinzugerechnet (Ebd.).

Dieser klassische Finanzierungsvorgang kann im islamischen Bankwesen aufgrund der religiösen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden. Deshalb wurde ein eigenes fremdkapitalbasiertes Finanzierungsmodell entwickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Entstehung des islamischen Bankwesens und stellt die Forschungsfrage nach der relativen Risikoarmut im Vergleich zum konventionellen System.

2. Grundlagen des islamischen Bankwesens: Dieses Kapitel definiert die religiösen Wurzeln, die Scharia und die Prinzipien wie Zinsverbot sowie Spekulationsverbot, die das islamische Bankgeschäft prägen.

3. Fremdkapitalbasierte Finanzierungsmodelle im Vergleich: Es wird die konventionelle Darlehensvergabe der islamischen Murabaha-Finanzierung gegenübergestellt, um die unterschiedlichen Funktionsweisen aufzuzeigen.

4. Risikoanalyse: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Risikokategorien und stellt fest, dass das islamische Modell durch seine Struktur spezifische zusätzliche Risiken birgt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das konventionelle Modell aus rein risikobasierter Sicht derzeit als „besser“ einzustufen ist.

Schlüsselwörter

Islamisches Bankwesen, Konventionelles Bankwesen, Scharia, Murabaha, Zinsverbot, Riba, Gharar, Kreditrisiko, Marktrisiko, Liquiditätsrisiko, Risikoanalyse, Finanzierungsmodelle, Profit-and-loss-sharing, Moral Hazard, Scharia-Boards

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch die Funktionsweise und das Risikoprofil des islamischen Bankwesens im Vergleich zum konventionellen Bankwesen mit Schwerpunkt auf fremdkapitalbasierten Finanzierungen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Im Zentrum stehen die religiösen Rahmenbedingungen der Scharia, die verschiedenen Risikokategorien für Banken und die praktische Ausgestaltung des Murabaha-Finanzierungsmodells.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob das islamische Bankwesen durch seine moralisch-ethischen Vorgaben ein risikoärmeres System für Banken darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es wurde eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt, um die theoretischen Grundlagen und die Risikostruktur beider Bankensysteme systematisch zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der islamischen Finanzprinzipien, die methodische Gegenüberstellung von Darlehensvergabe und Murabaha-Verträgen sowie eine tiefgehende Risikoanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Scharia, Zinsverbot (Riba), Murabaha, Risikoanalyse und islamisches Bankwesen.

Warum ist das Kreditrisiko im islamischen Bankwesen laut der Arbeit höher?

Das Kreditrisiko ist höher, da im Falle eines Ausfalls keine Strafzinsen gefordert werden dürfen und die Bank in Verzugsfällen zur Kulanz gegenüber dem Schuldner angehalten ist, was ein Moral-Hazard-Problem begünstigt.

Welche Rolle spielt das Scharia-Nichtkonformitätsrisiko?

Dieses Risiko beschreibt die Gefahr, dass Produkte oder Leistungen von Scharia-Boards nachträglich als nicht schariakonform eingestuft werden, was für die Bank erhebliche finanzielle Schäden nach sich ziehen kann.

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Details

Title
Das Islamische Bankwesen. Ein Vergleich zu anderen Bankwesen
Author
Leon Breuer (Author)
Publication Year
2017
Pages
19
Catalog Number
V371365
ISBN (eBook)
9783668498587
ISBN (Book)
9783668498594
Language
German
Tags
islamisches Bankwesen konventionelles BWL alternativ alternatives islamisch Bankwesens konventionell Geld Finanzierung Investition sozial Nachhaltigkeit nachhaltig Banking islamic Finance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leon Breuer (Author), 2017, Das Islamische Bankwesen. Ein Vergleich zu anderen Bankwesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371365
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