Diese Arbeit behandelt die Grundlagen konzerninterner Verrechnungspreise sowie die Aktualisierung der Verrechnungspreisleitlinien und der Verrechnungspreisdokumentation durch das BEPS-Projekt.
Schädlicher Steuerwettbewerb der Staaten und aggressive Steuerplanung international tätiger Unternehmen stellen die internationale Steuerpolitik vor große Herausforderungen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen hat die OECD das BEPS-Projekt initiiert. BEPS steht für Base Erosion and Profit Shifting und bedeutet auf Deutsch etwa Gewinnkürzung und Gewinnverlagerung.
Im Rahmen dieses Projekts wurden 15 Aktionspunkte erarbeitet, die zur Bekämpfung der aktuellen Steuerproblematik umgesetzt werden sollen. Das Thema Verrechnungspreise spielt dabei eine wichtige Rolle. Drei der 15 Aktionspunkte beziehen sich auf die Aktualisierung der Verrechnungspreisleitlinien und einer der Aktionspunkte bezieht sich auf die Verrechnungspreisdokumentation
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen interner Verrechnungspreise
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Funktionen interner Verrechnungspreise
2.2.1 Überblick der Funktionen
2.2.2 Betriebswirtschaftliche Funktionen
2.2.3 Steuerrechtliche Funktionen
2.3 Steuerrechtliche Rahmenbedingungen
2.3.1 Überblick der steuerlichen Regelungen
2.3.2 Nationale Vorschriften
2.3.2.1 Verdeckte Gewinnausschüttung nach § 8 III 2 KStG
2.3.2.2 Verdeckte Einlage nach § 8 III 3 KStG
2.3.2.3 Berichtigung von Einkünften nach § 1 AStG
2.3.3 Internationale Vorschriften
2.4 Der Fremdvergleichsgrundsatz
3 Betriebswirtschaftliche Formen interner Verrechnungspreise
3.1 Überblick der Verrechnungspreisformen
3.2 Marktpreisorientierte Verrechnungspreise
3.3 Kostenorientierte Verrechnungspreise
3.4 Verhandlungsorientierte Verrechnungspreise
4 Steuerliche Methoden zur Ermittlung interner Verrechnungspreise
4.1 Überblick der Methoden
4.2 Geschäftsfallbezogene Standardmethoden
4.2.1 Die Preisvergleichsmethode
4.2.2 Die Wiederverkaufspreismethode
4.2.3 Die Kostenaufschlagsmethode
4.3 Geschäftsfallbezogene Gewinnmethoden
4.3.1 Die Transaktionsbezogene Nettomagenmethode
4.3.2 Die Gewinnaufteilungsmethode
4.4 Die Methodenwahl
5 Dokumentation interner Verrechnungspreise
5.1 Überblick der Dokumentationsvorschriften
5.2 Die Sachverhaltsdokumentation
5.3 Die Angemessenheitsdokumentation
5.4 Außergewöhnlicher Geschäftsvorfälle
6 Änderungen durch das BEPS-Projekt
6.1 Das BEPS-Projekt
6.2 Aktualisierung der Verrechnungspreisleitlinien
6.3 Standardisierte Verrechnungspreisdokumentation
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Handhabung interner Verrechnungspreise in international tätigen Konzernen, um steuerliche Gewinnverschiebungen zu verhindern und eine sachgerechte Besteuerung sicherzustellen. Dabei wird analysiert, wie diese Preise sowohl betriebswirtschaftliche Steuerungsfunktionen erfüllen als auch den steuerrechtlichen Anforderungen (insbesondere dem Fremdvergleichsgrundsatz) entsprechen müssen.
- Grundlagen und Funktionen interner Verrechnungspreise
- Steuerrechtliche Rahmenbedingungen und Fremdvergleichsgrundsatz
- Methoden zur Ermittlung angemessener Verrechnungspreise
- Anforderungen an die Dokumentation und Nachweispflichten
- Einfluss des OECD-Projekts "Base Erosion and Profit Shifting" (BEPS)
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Die Preisvergleichsmethode
Bei der Preisvergleichsmethode, oder auch CUP-Methode genannt, werden zur Prüfung der Fremdüblichkeit von Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen direkte Preise herangezogen. Dabei werden die vereinbarten Preise zwischen verbundenen Unternehmen mit den Preisen verglichen, die von nicht verbundenen Unternehmen unter vergleichbaren Umständen vereinbart worden sind oder wären.
Werden die Verrechnungspreise mit Preisen verglichen, wie sie am Markt zwischen fremden Dritten vereinbart worden sind, so liegt ein externer Preisvergleich vor. Werden hingegen die Verrechnungspreise mit Preisen verglichen, die das Konzernunternehmen mit einem nicht zum Konzern gehörenden Unternehmen vereinbart hat, so liegt ein interner Preisvergleich vor.
Voraussetzung für die Anwendung der Preisvergleichsmethode ist ein hohes Maß an Vergleichbarkeit. Die wichtigsten Kriterien sind die Vergleichbarkeit von Produkten bzw. Leistungen, Absatzvolumen, Marktgegebenheiten, Vertragsbedingungen, geografische Kriterien, immaterielle Einflussfaktoren und Risiken.
Den OECD-RL zufolge ist die Preisvergleichsmethode die zuverlässigste Methode zur Prüfung der Fremdüblichkeit von konzerninternen Transaktionen. In der Praxis ist es daher erforderlich zunächst zu prüfen, ob diese Methode für den vorliegenden Fall anwendbar ist. Da allerdings die Voraussetzungen für den Preisvergleich in vielen Fällen nicht vollständig gegeben sind, findet die Preisvergleichsmethode nur relativ selten Anwendung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Herausforderungen der internationalen Steuerplanung und stellt das BEPS-Projekt sowie die zentrale Rolle von Verrechnungspreisen im globalen Steuerkontext vor.
2 Grundlagen interner Verrechnungspreise: Dieses Kapitel definiert Verrechnungspreise, grenzt sie ab und beschreibt sowohl ihre betriebswirtschaftlichen Lenkungsfunktionen als auch die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen wie den Fremdvergleichsgrundsatz.
3 Betriebswirtschaftliche Formen interner Verrechnungspreise: Hier werden die drei klassischen Verrechnungspreisformen – marktorientiert, kostenorientiert und verhandlungsorientiert – detailliert dargestellt.
4 Steuerliche Methoden zur Ermittlung interner Verrechnungspreise: Das Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die von der OECD anerkannten Standardmethoden und Gewinnmethoden sowie die Kriterien für deren Auswahl.
5 Dokumentation interner Verrechnungspreise: Es werden die spezifischen Dokumentationsanforderungen, unterteilt in Sachverhalts- und Angemessenheitsdokumentation, sowie der Umgang mit außergewöhnlichen Geschäftsvorfällen behandelt.
6 Änderungen durch das BEPS-Projekt: Die Ausführungen konzentrieren sich auf die Auswirkungen des BEPS-Projekts auf die internationale Steuerpolitik, insbesondere die Aktualisierung der Richtlinien und die Einführung standardisierter Dokumentationsanforderungen.
7 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Aspekte der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Zukunft der globalen Verrechnungspreisproblematik.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Konzerninterne Transaktionen, Fremdvergleichsgrundsatz, Steuerrecht, Gewinnverschiebung, BEPS, OECD-Richtlinien, Preisvergleichsmethode, Dokumentationspflicht, Betriebswirtschaftliche Funktionen, Gewinnaufteilung, Nettomargenmethode, Transferpreise, Steuerplanung, Internationale Unternehmensbesteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Thematik der internen Verrechnungspreise zwischen verbundenen Konzernunternehmen und deren Bedeutung für das internationale Steuerrecht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Verrechnungspreise, steuerliche Ermittlungsmethoden, die Dokumentationspflichten für Unternehmen und die aktuellen Anpassungen durch das BEPS-Projekt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Verrechnungspreise trotz ihrer betriebswirtschaftlichen Funktion der Konzernsteuerung den steuerlichen Anforderungen genügen müssen, um Gewinnverschiebungen in Niedrigsteuerländer zu verhindern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung steuerrechtlicher Vorschriften und der Anwendung der OECD-Verrechnungspreisrichtlinien basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die betriebswirtschaftlichen Formen der Preisbildung, stellt die steuerlichen Methoden zur Bestimmung von Fremdvergleichspreisen vor und erläutert die detaillierten Anforderungen an die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind insbesondere Verrechnungspreise, Fremdvergleichsgrundsatz, BEPS-Projekt, Gewinnverschiebung, Dokumentationspflicht und OECD-Richtlinien.
Warum ist der Fremdvergleichsgrundsatz für die Arbeit so essenziell?
Er bildet den international anerkannten Standard, um sicherzustellen, dass Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen so bepreist werden, als hätten sie zwischen fremden Dritten stattgefunden, was die Basis für eine faire Besteuerung darstellt.
Welche Rolle spielt das BEPS-Projekt für die Dokumentationsanforderungen?
Das BEPS-Projekt hat zu einer Standardisierung der Dokumentation geführt, um den Finanzverwaltungen weltweit einen besseren Überblick über die globale Aufteilung von Erträgen und Steuern zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Grundlagen konzerninterner Verrechnungspreise. Leitlinien und Dokumentation durch Gewinnkürzung und -verlagerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371419