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Das Trostfrauenproblem aus der japanischen Perspektive

Title: Das Trostfrauenproblem aus der japanischen Perspektive

Term Paper , 2015 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Caroline Block (Author)

Asian studies
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Die vorliegende Hausarbeit soll die Problematik der „Trostfrauen“, der im Krieg eingesetzten Zwangsprostituierten, behandeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der japanischen Sicht dieses sogenannten Trostfrauenproblems.

In Japan gibt es schon seit einigen Jahren große Diskussionen über die Kriegszeit und Kriegsverbrechen. Allgemein gibt es eine starke Opfermentalität, vor allem aufgrund der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, und die Rolle Japans als Aggressor und koloniale Macht wird stark heruntergespielt. Japan sieht sich selbst als Opfer und möchte auch von der Außenwelt als solches gesehen werden. Natürlich hat das Land aufgrund dieser Bomben hohe Verluste eingebüßt und ein großes Trauma erlitten. Dennoch darf über die durch Japan begangenen Verbrechen nicht geschwiegen werden. Diesbezüglich gibt es schon lange einen Schulbuchstreit um die Inhalte japanischer Geschichtsbücher: Durch die Zensur durch die Regierung befinden sich darin kaum Hinweise auf Verbrechen, die während der Kriegszeit durch Japan begangen wurden. Japanische Historiker und Schulbuchautoren verlangen die Aufnahme solcher Informationen, was allerdings auf Ablehnung stößt. In diesen Diskussionen geht es vor allem um drei Themen: Das Nanking-Massaker, Tests von biologischen und chemischen Waffen an Kriegsgefangenen sowie der Zivilbevölkerung der Kolonien (Einheit 731) und „Trostfrauen“. Für all diese Verbrechen gibt es unumstößliche Beweise, die Japan allerdings nicht offiziell anerkennen will. Vor allem rechte Politiker leugnen dies immer wieder.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Trostfrauenproblem

2.1 Hintergründe

3. Erste Konsequenzen nach dem Aufkommen der Thematik

3.1 Schuldbekenntnisse und Entschuldigungen

3.2 Entschädigungszahlungen

3.3 Umgang mit Klagen

4. Politik

5. Entwicklungen

6. Die Rolle der Medien

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und politische Problematik der sogenannten "Trostfrauen" aus der spezifisch japanischen Perspektive. Ziel ist es, den Umgang der japanischen Regierung und Gesellschaft mit diesem während des Zweiten Weltkriegs verübten Verbrechen zu analysieren und zu hinterfragen, warum bis heute keine für alle Parteien befriedigende Lösung gefunden wurde.

  • Historische Hintergründe des Trostfrauen-Systems im asiatisch-pazifischen Krieg.
  • Analyse der japanischen Entschuldigungspolitik und staatlicher Entschädigungsversuche.
  • Untersuchung der politischen Einflussnahme und revisionistischer Tendenzen unter der Regierung Abe.
  • Die Bedeutung und Instrumentalisierung der Medien am Beispiel der Asahi Shimbun.
  • Kritische Reflexion der Erinnerungskultur im Vergleich zu Deutschland.

Auszug aus dem Buch

2. Das Trostfrauenproblem

Bevor direkt auf die japanische Sichtweise des Trostfrauenproblems eingegangen werden kann, muss zunächst eine Verständnisgrundlage geschaffen und auf das Problem an sich eingegangen werden. Im folgenden Abschnitt meiner Arbeit soll geklärt werden, was eine „Trostfrau“ ist bzw. war.

Den geschichtlichen Hintergrund liefert der asiatisch-pazifische Krieg (1932 -1945), in dem die japanische Regierung in den besetzten Gebieten sogenannte „Troststationen“ (慰安所 ianjo, euphemistischer Ausdruck für Militärbordelle) errichten ließ, um die Soldaten davon abzuhalten, die einheimischen Frauen zu vergewaltigen. Die erste wurde Anfang 1932 in Shanghai eingerichtet. Es folgten weitere in Indonesien, Thailand, den Philippinen, Japan, Okinawa, Korea und Taiwan. (Min 2003: 940)

Die Frauen, die dort arbeiten mussten, stammten aus den besetzten Gebieten. Sie wurden im Auftrag des japanischen Militärs durch Entführung, Zwang oder falsche Versprechungen von guter Arbeit im Ausland und hohem Lohn angeworben. Fast 70% aller verschleppten Koreanerinnen waren unter 18 Jahre alt, 6% davon sogar unter 12. (vgl. Yoon 2004: 22) Die Mädchen und Frauen wurden in andere Länder verschleppt und mussten unter schlechten Bedingungen in den dortigen Bordellen leben. Es war dreckig und sie wurden sehr schlecht behandelt.

Diese „Trostfrauen“ mussten jeweils bis zu 40 Männer täglich bedienen. Wenn sie nicht gehorchen wollten oder konnten, wurden sie geschlagen, verbrannt, mit Messern verletzt und manchmal sogar umgebracht. Viele sind an Geschlechtskrankheiten gestorben oder begingen Selbstmord. Als Japan den Krieg verlor, wurden sie einfach sich selbst überlassen oder sogar umgebracht, um Beweise zu vernichten. (Chung 2012; 130; Min 2003: 941)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Kriegsverbrechen Japans und die Relevanz des Trostfrauenproblems im heutigen politischen Diskurs.

2. Das Trostfrauenproblem: Darlegung der historischen Fakten zur Zwangsprostitution während des Zweiten Weltkriegs und der gesellschaftlichen Hintergründe des späten öffentlichen Bekanntwerdens.

3. Erste Konsequenzen nach dem Aufkommen der Thematik: Analyse der anfänglichen Reaktionen Japans, inklusive Schuldbekenntnissen, Entschädigungszahlungen und der juristischen Abwehr von Klagen.

4. Politik: Untersuchung der aktuellen politischen Haltung, insbesondere der Rolle nationalistischer Tendenzen und der Zensurbemühungen unter Premierminister Abe.

5. Entwicklungen: Darstellung der diplomatischen Spannungen zwischen Japan und Südkorea sowie der Schwierigkeiten bei der bilateralen Annäherung.

6. Die Rolle der Medien: Beleuchtung der Instrumentalisierung japanischer Medien, dargestellt am Beispiel der Kontroverse um die Asahi Shimbun.

7. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die mangelnde Aufarbeitung der Kriegsvergangenheit im Vergleich zu Deutschland und die notwendige Neubewertung der nationalen Perspektive.

Schlüsselwörter

Trostfrauen, Zwangsprostitution, Japan, Korea, Kriegsverbrechen, Entschuldigungspolitik, Geschichtsrevisionismus, Abe Shinzo, Asahi Shimbun, Erinnerungskultur, Menschenrechte, Militärbordelle, Entschädigung, Zweiter Weltkrieg, Kolonialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit dem sogenannten Trostfrauenproblem während des Zweiten Weltkriegs und der Art und Weise, wie Japan mit dieser historisch belegten Zwangsprostitution in der Politik und Gesellschaft umgeht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die historische Aufarbeitung der Zwangsprostitution, die politischen Spannungen zwischen Japan und seinen Nachbarländern, die Rolle der Medien und der Vergleich der japanischen Erinnerungskultur mit internationalen Standards.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Analyse der japanischen Sichtweise auf die Thematik und die Untersuchung, warum trotz verschiedener Entschuldigungsgesten der Konflikt um Wiedergutmachung und Anerkennung fortbesteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die historische Dokumente, politische Reden, Medienberichte und fachwissenschaftliche Publikationen einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Hintergründe, die verschiedenen Versuche von Entschuldigungen und Kompensationszahlungen, die juristische Aufarbeitung durch Klagen sowie die aktuelle politische Rhetorik und mediale Einflussnahme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Trostfrauen, Zwangsprostitution, Geschichtsrevisionismus, Entschuldigungspolitik und Kriegsvergangenheit.

Warum wird die Rolle der Zeitung Asahi Shimbun hervorgehoben?

Die Asahi Shimbun dient als Fallbeispiel für die Instrumentalisierung von Medien in Japan, da ihr Fehler in der Berichterstattung von nationalistischen Kreisen genutzt wurde, um die gesamte Trostfrauenproblematik in Frage zu stellen.

Wie unterscheidet sich die japanische Haltung zur Kriegsvergangenheit von der deutschen?

Die Autorin stellt fest, dass Deutschland die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit offener und systematischer betreibt, während in Japan unter der Regierung Abe Tendenzen der Verharmlosung und Relativierung dominieren.

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Details

Title
Das Trostfrauenproblem aus der japanischen Perspektive
College
University of Bonn
Grade
1,7
Author
Caroline Block (Author)
Publication Year
2015
Pages
18
Catalog Number
V371433
ISBN (eBook)
9783668493452
ISBN (Book)
9783668493469
Language
German
Tags
trostfrauenproblem perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Caroline Block (Author), 2015, Das Trostfrauenproblem aus der japanischen Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371433
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