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Das Verhältnis von Palast und Stadt in Edo/Tokyo. Historische Entwicklung und politischer Charakter

Titre: Das Verhältnis von Palast und Stadt in Edo/Tokyo. Historische Entwicklung und politischer Charakter

Dossier / Travail , 2014 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Caroline Block (Auteur)

Sciences asiatiques
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In dieser Arbeit sollen unter dem Thema „Palast und Stadt“ die Grundlagen der Stadtplanung und -entwicklung Edos (des heutigen Tokyos) in Hinblick auf ihren politischen Charakter untersucht werden.

Hierzu ist zunächst anzumerken, dass es sich im Fall Edo weniger um den Bezug vom „Palast“ zur Stadt, als von der „Burg“ zur Stadt handelt. In Japan verbindet man mit dem Palast immer den Kaiser, welcher de facto fast die ganze Geschichte hindurch das Staatsoberhaupt Japans war. Dieser jedoch residierte im kaiserlichen Palast in Kyoto, während sich im japanischen Mittelalter langsam die Kriegerklasse erhob und an Macht gewann. So kam es dazu, dass der Kaiser zwar auf dem Papier das Land regierte, aber in Wahrheit der shôgun (der militärische Oberbefehlshaber) zum obersten Machthaber in Japan wurde.

Edo war ab 1603 für über 260 Jahre das militärische Zentrum Japans und nicht dem Hofadel, sondern dem Kriegsadel verschrieben. Es war keine kaiserliche Hauptstadt, wie Kyoto es war, und unterlag aus diesem Grund auch anderen stadtplanerischen Visionen. Im Vordergrund standen militärische Interessen und weniger ästhetische oder kosmische Einflüsse. Die gesellschaftlichen Ränge wurden neu definiert – und dies spiegelte sich auch im Stadtbild wieder.

Nachdem im folgenden Abschnitt kurz auf die Entstehungsgeschichte der Stadt Edo eingegangen wird, folgt unter Punkt 3. eine allgemeine Beschäftigung mit dem mittelalterlichen Standart-Stadttyp, welchem auch Edo angehörte: Der Burgstadt. Es soll ein Überblick über die allgemeinen stadtplanerischen Grundlagen und deren Hintergründe geschaffen werden. Hierzu werden die geschichtlichen Umstände und das mit dem Aufkommen der Burgstädte verbundene Gesellschaftssystem beleuchtet. Außerdem werden typische Charakteristika der japanischen mittelalterlichen Burgstadt herausgearbeitet.

Unter Punkt 4. wird das Augenmerk dann direkt auf Edo selbst gelenkt. Aufgrund seiner Funktion als militärisches Zentrum des Landes und den politischen Programmen Tokugawas sollen die Besonderheiten der Stadt hervorgehoben werden. Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich dann mit einem weiteren stadtplanerischen Konzept, welches religiöser Natur war und höchstwahrscheinlich in der Frühphase Edos die Stadtplanung beeinflusste, bevor die Religion mehr und mehr an Signifikanz verlor.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung Edos

3. Jôkamachi

3.1 Geschichtlicher Hintergrund

3.2 Die Struktur einer jôkamachi

3.3 Ausdruck der Hierarchie durch Flächenverteilung und -verhältnisse

4. Die Burgstadt Edo

5. Kosmologische Einflüsse auf die Stadtplanung Edos

6. Das heutige Tokyo in Bezug auf die stadtplanerischen Grundlagen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die stadtplanerischen Grundlagen und die Entwicklung Edos (des heutigen Tokyos) unter besonderer Berücksichtigung ihres politischen Charakters und der gesellschaftlichen Hierarchien im mittelalterlichen Japan. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Verhältnis von „Burg und Stadt“ und die Frage, inwieweit militärische Interessen, soziale Ständeordnung oder kosmologische Prinzipien die urbane Form Edos prägten.

  • Analyse des Burgstadt-Typs (jôkamachi) als Instrument gesellschaftlicher Klassenstruktur.
  • Untersuchung der Auswirkungen des sankin kôtai-Systems auf die Stadtentwicklung Edos.
  • Beleuchtung der Rolle von kosmologischen Einflüssen (Feng Shui / shijin so-ou-Prinzip).
  • Gegenüberstellung der historischen Planungsprinzipien mit dem modernen Stadtbild Tokyos.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Struktur einer jôkamachi

Allgemein ist zu sagen, dass mittelalterliche Städte nicht durch eine Stadtmauer geschützt waren und der Grundbaustoff zu jener Zeit Holz war. (vgl. TANABE 1970: 109) Zu Beginn der Edo-Zeit hatte sich ein typisches Muster, nach dem Burgstädte aufgebaut waren, etabliert. Demnach bestand eine jôkamachi aus folgenden Teilen: 1) Der Burg (shiro): Sie war der Wohnsitz des Landherrn bzw. der Regierung und strategischer Mittelpunkt. Sie war umgeben von einem inneren Wassergraben und Mauern. 2) Den Residenzen der Gefolgsmänner (samurai-machi): Diese waren nach Rang (hoher, mittlerer, unterer) in 3 Gebiete unterteilt. 3) Den Quartieren der Kaufleute (chônin-machi): Auch hier gab es 3 voneinander abgegrenzte Gebiete: Die Haupteinkaufsstraße (bewohnt von privilegierten Kaufleuten), die normale Einkaufsstraße und die Handwerkerquartiere. 4) Den Tempelbereichen (tera-machi) bestehend aus vielen Schreinen, Tempeln und Friedhöfen. 5) Wassergräben und Mauern, welche 1) und 2) umschlossen. 6) Straßen, die die Gebiete nochmal in Parzellen aufteilten.

Die Residenzen und Quartiere befanden sich im direkten Umkreis der Burg, um diese zu schützen. Die Entfernung von der Burg stieg mit abfallendem Rang. Direkt an die Burg grenzten die Quartiere der samurai höheren und mittleren Ranges. Durch Mauern und Wassergraben wurde dieser innere Ring von der chônin-machi, also der normalen Bevölkerung und auch den niederen samurai, abgegrenzt. Die Tempelbereiche sowie die Unterkünfte der Kaufleute von unterem Rang waren ganz außen angesiedelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus der Arbeit auf das politische Gefüge von Burg und Stadt statt auf den kaiserlichen Palast und erläutert die methodische Vorgehensweise.

2. Die Entstehung Edos: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel Edos von einem Fischerdorf zu einem militärischen Zentrum unter dem Tokugawa-Regime.

3. Jôkamachi: Es werden der historische Hintergrund, die strukturellen Merkmale und die hierarchische Flächenverteilung des Burgstadt-Modells in der Edo-Zeit analysiert.

4. Die Burgstadt Edo: Das Kapitel beleuchtet, wie das politische System des sankin kôtai das Wachstum und die spezifische Flächennutzung in Edo maßgeblich beeinflusste.

5. Kosmologische Einflüsse auf die Stadtplanung Edos: Hier wird untersucht, inwiefern chinesische Konzepte wie das shijin so-ou-Prinzip die frühe Stadtplanung in Edo beeinflusst haben könnten.

6. Das heutige Tokyo in Bezug auf die stadtplanerischen Grundlagen: Die Untersuchung stellt den Bezug zwischen den edozeitlichen Strukturen und der modernen städtebaulichen Entwicklung des heutigen Tokyos her.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die jôkamachi primär als Instrument militärischer Machtinszenierung diente, dessen räumliche Spuren sich jedoch teilweise im modernen Stadtbild erhalten haben.

Schlüsselwörter

Edo, Tokyo, Burgstadt, jôkamachi, Samurai, Tokugawa-Shogunat, Stadtplanung, sankin kôtai, shijin so-ou, Architektur, japanische Geschichte, soziale Hierarchie, Urbanisierung, Machtdemonstration, Flächenverteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Stadtplanung und Entwicklung von Edo, dem heutigen Tokyo, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des politischen Charakters und der gesellschaftlichen Hierarchien während der Edo-Zeit.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Typus der Burgstadt (jôkamachi), das politische System unter den Tokugawa, der Einfluss der Ständeordnung auf die Raumplanung sowie die Frage nach kosmologischen Einflüssen bei der Anlage der Stadt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Grundlagen und Hintergründe der Stadtplanung Edos aufzuzeigen und zu analysieren, wie gesellschaftliche Machtansprüche räumlich manifestiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Stadtpläne, städtebauliche Konzepte und soziopolitische Strukturen Edos aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Burgstadt-Typs, die Besonderheiten Edos als politisches Zentrum durch das sankin kôtai-System sowie eine kritische Auseinandersetzung mit kosmologischen Planungseinflüssen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie jôkamachi, Samurai, shôgun, sankin kôtai, Stadtplanung und politische Machtinszenierung definiert.

Welche Rolle spielte das sankin kôtai-System für die Stadtplanung?

Das System zwang die Daimyô dazu, Residenzen in Edo zu unterhalten, was zu einer massiven Ausdehnung der Samuraiviertel führte und die ökonomische Basis der Stadt nachhaltig veränderte.

Finden sich heute noch historische Spuren im Stadtbild von Tokyo?

Ja, laut der Autorin sind im alten Stadtkern, insbesondere um den heutigen Kaiserpalast herum, die ursprünglichen Strukturen der Edo-Zeit sowie der Kontrast zwischen privilegierten und niederen Wohnvierteln teilweise weiterhin erkennbar.

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Résumé des informations

Titre
Das Verhältnis von Palast und Stadt in Edo/Tokyo. Historische Entwicklung und politischer Charakter
Université
University of Bonn
Note
1,3
Auteur
Caroline Block (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
23
N° de catalogue
V371435
ISBN (ebook)
9783668514126
ISBN (Livre)
9783668514133
Langue
allemand
mots-clé
verhältnis palast stadt edo/tokyo historische entwicklung charakter
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Caroline Block (Auteur), 2014, Das Verhältnis von Palast und Stadt in Edo/Tokyo. Historische Entwicklung und politischer Charakter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371435
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