Das Thema Work-Life-Balance betrifft jeden Arbeitnehmer und ist somit auch für alle Unternehmen von Bedeutung. Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, verschiedene Instrumente zur Förderung und Verbesserung der Work-Life-Balance von Beschäftigten zu erläutern und hinsichtlich ihrer praktischen Anwendung zu bewerten. Die Bewertungen beziehen sich hierbei auf die deutsche Wirtschaft und Arbeitswelt.
Die Arbeit gliedert sich dabei in fünf Kapitel. Nach vorangegangener Einleitung wird im zweiten Kapitel als Grundlage dieser Arbeit der Begriff Work-Life-Balance näher betrachtet, die Ziele dieses Konzeptes für Unternehmen definiert und auf einige Vorteile eingegangen. Des Weiteren werden gesellschaftliche Entwicklungen hinsichtlich der Demografie, der Globalisierung, des Wandels der Arbeitswelt und des Wertewandels beschrieben. Außerdem werden in diesem Kapitel grundlegende Konzepte der Work-Life-Balance sowie der Belastung und Beanspruchung als theoretische Grundlage für das folgende Kapitel erläutert.
In Kapitel drei liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit. Es werden verschiedene Work-Life-Balance Instrumente vorgestellt, die sich auf die Arbeitszeitflexibilisierung, die Arbeitsortflexibilisierung, familienfreundliche Maßnahmen und das betriebliche Gesundheitsmanagement beziehen.
Nachdem zu jeder dieser Maßnahmengruppen einzelne Instrumente erläutert wurden und eine allgemeine Bewertung im dritten Kapitel gegeben wurde, enthält das vierte Kapitel eine umfassende Bewertung der Maßnahmen. Anhand des Audits berufundfamilie wird im vierten Kapitel eine Möglichkeit zur Bewertung der Familienfreundlichkeit eines Unternehmens aufgezeigt und im Anschluss werden die familienfreundlichen Maßnahmen mit Hilfe einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bewertet.
Anschließend werden im fünften Kapitel die wichtigsten Informationen der Arbeit nochmal zusammengefasst, bevor dann im sechsten Kapitel das Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definition Work-Life-Balance
2.2 Ziele und Vorteile des Work-Life-Balance Konzepts
2.3 Gesellschaftliche Entwicklungen
2.3.1 Demografischer Wandel
2.3.2 Globalisierung
2.3.3 Wandel der Arbeitswelt
2.3.4 Wertewandel
2.4 Grundlegende Modelle
2.4.1 Modell der Work-Life-Balance Wippe nach Kastner
2.4.2 Work-Life-Balance Modell nach Seiwert
2.4.3 Belastungs-Beanspruchungs-Konzept nach Rohmert
3 Work-Life-Balance Instrumente
3.1 Flexibilisierung der Arbeitszeit
3.1.1 Gleitzeit
3.1.2 Teilzeit
3.1.3 Job-Sharing
3.1.4 Arbeitszeitkonten
3.1.5 Interim Manager
3.1.6 Bewertung
3.2 Flexibilisierung des Arbeitsortes
3.2.1 Telearbeit
3.2.2 Bewertung
3.3 Flankierende Maßnahmen
3.3.1 Kinderbetreuung
3.3.2 Pflege von Angehörigen
3.3.3 Bewertung
3.4 Betriebliches Gesundheitsmanagement
3.4.1 Präventive Maßnahmen
3.4.2 Fitness- und Erholungsangebote
3.4.3 E-Fasten
3.4.4 Bewertung
4 Bewertung der Work-Life-Balance Instrumente
4.1 Auditierungsverfahren
4.2 Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016
5 Zusammenfassung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Instrumente zur Förderung und Verbesserung der Work-Life-Balance von Beschäftigten in der deutschen Wirtschaft zu erläutern und deren praktische Anwendung zu bewerten. Dabei soll untersucht werden, wie Unternehmen durch familienfreundliche und gesundheitsfördernde Maßnahmen ihre Arbeitgeberattraktivität steigern und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben unterstützen können.
- Arbeitszeitflexibilisierung als zentrales Instrument
- Einfluss der Digitalisierung auf den Arbeitsort (Mobile Work)
- Herausforderungen durch demografischen Wandel und Pflegeverantwortung
- Betriebliches Gesundheitsmanagement zur Prävention
- Evaluation durch Auditierungsverfahren und Benchmarking-Studien
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Modell der Work-Life-Balance Wippe nach Kastner
Das Modell der Work-Life-Balance Wippe von Kastner beschäftigt sich mit der komplexen Betrachtung der Gesundheit, die es gilt auf lange Sicht zu erhalten (vgl. hierzu und zum Folgenden Collatz; Gudat 2011, S. 31f.). Laut diesem Modell gibt es Dynamiken und wechselseitige Beziehungen, die zwischen Personal, Situation und Organisation bestehen. Vorrangig gilt es, die Balance zwischen einerseits den Anforderungen und Belastungen und andererseits den Ressourcen zu erhalten. Dies soll die Abbildung 1 veranschaulichen.
Auf der linken Seite dieser Wippe nehmen Belastungen der Umwelt (zum Beispiel Lärm) und die tätigkeitsbezogenen Anforderung zu (vgl. hierzu und zum Folgenden Kastner 2013, S. 38f.). Zeitgleich zu diesen Prozessen müssen aber auch Ressourcen aufgebaut werden, um die Anforderungen zu meistern und Belastungen auszubalancieren. Jedoch wird aus Gründen des Zeitmangels oftmals mehr Wert auf die Erledigung der Anforderungen gelegt als auf den Aufbau von Ressourcen. Ressourcen sind aber zum einen wichtig, um Anforderungen zu meistern, andererseits muss ein Mindestmaß an Belastung bestehen, damit Ressourcen überhaupt aufgebaut werden können (vgl. hierzu und zum Folgenden Collatz; Gudat 2011, S. 31f.). Die Metapher der Wippe soll veranschaulichen, dass der Mensch versuchen muss, die beiden Seiten Anforderungen/Belastungen und Ressourcen auszubalancieren und zu verhindern, dass eine Seite komplett abfällt. Ein Absinken der Anforderungen und Belastungen hat Überforderung der Person zur Folge Wohingegen die Konsequenz des Abfallens der Ressourcen eine Unterforderung darstellt.
Um dieses Wippen beziehungsweise Abkippen zu einer der beiden Seiten zu vermeiden, besitzt der Mensch Anforderungs- und Ressourcenpuffer (vgl. hierzu und zum Folgenden Kastner 2013, S.39f.). Wie bereits erwähnt, existieren Anforderungen und Belastungen auf personaler, organisationaler und situationaler Dimension, dies gilt auch für die Puffer. Personale Anforderung stellen beispielweise Perfektionismus und Ehrgeiz dar. Aufgabenanforderungen, Lärm, Temperatur und Verschmutzung der Arbeitsumgebung gehören hingegen zur situativen Ebene. Beispiele für organisationale Anforderungen spiegeln sich in der Rolle beziehungsweise Position des Arbeitsnehmers wider. Diesen Anforderungen und Belastungen stehen die Anforderungs und Belastungspuffer, wie zum Beispiel Stressresistenz (personal), Handlungsspielraum und soziale Hilfestellungen (situational) und genügend Personal auf organisationaler Ebene, entgegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben ein und definiert das Ziel der Arbeit, Instrumente zur Work-Life-Balance zu bewerten.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis, definiert den Begriff Work-Life-Balance und beleuchtet gesellschaftliche Entwicklungen sowie grundlegende Modelle wie die Wippe nach Kastner.
3 Work-Life-Balance Instrumente: Der Hauptteil stellt verschiedene Instrumente zur Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilisierung sowie flankierende Maßnahmen und betriebliches Gesundheitsmanagement detailliert vor.
4 Bewertung der Work-Life-Balance Instrumente: Dieses Kapitel bewertet die vorgestellten Maßnahmen anhand des Audits berufundfamilie und des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2016.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die wichtigsten theoretischen und praktischen Erkenntnisse der Arbeit.
6 Fazit: Das Fazit zieht ein abschließendes Resümee über die Notwendigkeit von Work-Life-Balance Maßnahmen und den künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Work-Life-Balance, Arbeitszeitflexibilisierung, Telearbeit, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Personalpolitik, Familienfreundlichkeit, Demografischer Wandel, Mitarbeiterbindung, Vereinbarkeit, Ressourcenmanagement, Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, Wertewandel, Unternehmenskultur, Elternzeit, Pflegeverantwortung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Bewertung verschiedener Instrumente, die Unternehmen einsetzen können, um die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf Arbeitszeitmodelle, Flexibilisierung des Arbeitsortes, flankierende Familienleistungen und das betriebliche Gesundheitsmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die genannten Instrumente theoretisch zu beschreiben und ihre praktische Wirksamkeit sowie Eignung für Unternehmen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und eine Auswertung von bestehenden Studien, wie dem Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit, um Best-Practice-Beispiele und Wirkungszusammenhänge aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Maßnahmen zur Flexibilisierung (Gleitzeit, Job-Sharing, Telearbeit), Unterstützungsmöglichkeiten für Familien und pflegende Angehörige sowie Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Arbeitszeitflexibilisierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gesundheitsmanagement und Mitarbeiterbindung.
Was besagt das Wippen-Modell nach Kastner?
Es verdeutlicht das notwendige Gleichgewicht zwischen Belastungen einerseits und persönlichen sowie situativen Ressourcen andererseits, um psychische Gesundheit zu erhalten.
Warum ist das E-Fasten für Unternehmen relevant?
Es dient dazu, die ständige digitale Erreichbarkeit zu begrenzen, um Mitarbeiter vor Überlastung und Burn-out zu schützen.
Welche Bedeutung haben Interim Manager für die Work-Life-Balance?
Sie dienen als präventive Maßnahme, um Ausfälle von qualifizierten Mitarbeitern abzufangen und den Verbleib von Beschäftigten in ihren Rollen zu sichern, wenn diese eine Auszeit benötigen.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Führungskräfte?
Führungskräfte werden als entscheidender Erfolgsfaktor angesehen, da nur durch ihre Vorbildfunktion und aktive Unterstützung eine Work-Life-Balance-Kultur im Unternehmen verankert werden kann.
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- Anonym (Author), 2017, Bewertung ausgewählter Instrumente zur Förderung der Work-Life-Balance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371576