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Die Albanische Landwirtschaft - gegenwärtige Situation und Untersuchungen zu Entwicklungschancen des ökologischen Landbaus

Title: Die Albanische Landwirtschaft - gegenwärtige Situation und Untersuchungen zu Entwicklungschancen des ökologischen Landbaus

Diploma Thesis , 2004 , 163 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sven Christian (Author)

Agrarian Studies
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Summary Excerpt Details

Nachdem die albanische Landwirtschaft rund 46 Jahre als Kollektivlandwirtschaft, fast ohne internationalen Markt und dessen Arbeitsteilung gewirtschaftet hat, ist die heutige Situation völlig umgekehrt. Die landwirtschaftliche Ackerfläche (ca. 452.000 ha) wurde privatisiert, die Kollektive aufgelöst und im Zuge dessen entstanden ca. 467.000 Familienfarmen mit durchschnittlich 1,3 ha Nutzfläche, die meist Subsistenzwirtschaft betreiben. Die Produktivität dieser Landwirtschaft reicht nicht aus, um die Bedürfnisse des einheimischen Marktes zu decken. Die Versorgungslücke schließen Lebensmittel aus dem Ausland, hergestellt in hocheffizienten, teilweise subventionierten, industrialisierten und deshalb billiger produzierenden Landwirtschaften. Die einheimischen Bauern stehen heute der internationalen Konkurrenz (Albanien ist WTO Mitglied) direkt gegenüber.
Die Art der Produkterzeugung durch die meisten albanischen Bauern (extensive Produktion, kaum Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, wenig Beigabe von Zusatzstoffen bei der Verarbeitung, Tier- und Pflanzenproduktion zumeist in einem Betrieb, geringer Maschineneinsatz / energiesparende Produktion, meist geschlossene Stoffkreisläufe, überwiegend artgerechte Tierhaltung), die sich im derzeitigen Licht von Konkurrenzfähigkeit auf internationalen und nationalen Märkten als nachteilig erweist, könnte sich möglicherweise eignen als hervorragende Vorraussetzung für die Entwicklung des ökologischen Landbaus im Sinne der EWG Richtlinie 2092/91.
Doch warum gerade der ökologische Landbau als Perspektive, wo doch die albanischen Bauern gegenwärtig nur sehr wenig produzieren und ökologischer Landbau nach Erfahrungswerten oft mit Ertragseinbußen einhergeht?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Problemstellung und Zielsetzung

3 Ausgangssituation

3.1 Lage, Bevölkerung und Geographie

3.2 Klima und Vegetation

3.3 Geologie und Böden

3.4 Politische und Ökonomische Entwicklung bis 2003

3.5 Landwirtschaft Albaniens

3.5.1 Historische Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzung bis 1990

3.5.2 Entwicklung der Landwirtschaft nach 1990

3.5.3 Ernährungssituation

3.5.4 Landwirtschaftliche Produktion und Erträge

3.5.5 Durchschnittliche Produktpreise

3.5.6 Fachkräfte, Vermarktung, Betriebsausstattung, Bewässerung, Mineraldünger und chemischer Pflanzenschutz

3.5.7 Schlaggrößen, Pacht und Kauf von Ackerland

3.5.8 Exporte / Importe

3.6 Situation in den ländlichen Gebieten

3.7 Lebensmittelverarbeitende Industrie

3.8 Artenvielfalt und Umweltprobleme

3.9 Landwirtschafts- und Umweltpolitik

3.10 Internationale Zusammenarbeit

4 Methodik

5 Ergebnisse

5.1 Ergebnisse der Betriebserhebungen

5.1.1 Region I – Tropoja / Bergland (Nordalbanien)

5.1.2 Modellrechnungen Region I

5.1.3 Region II – Tirana / Hügelland (Mittelalbanien)

5.1.4 Modellrechnungen Region II

5.1.5 Region III – Korça / Hochebene (Südostalbanien)

5.1.6 Modellrechnungen Region III

5.1.7 Region IV – Fier / Küstenebene (Südwestalbanien)

5.1.8 Modellrechnungen Region IV

5.1.9 Bodenuntersuchungen

5.1.10 Vergleich weiterer Betriebsmerkmale

5.1.11 Stand der Bauern in der Gesellschaft

5.1.12 Vergleich der Wirtschaftsweise der befragten Höfe, mit ausgewählten Anforderungen der EU Richtlinie 2092/91 an einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb

5.2 Gegenwärtige Situation der Landwirtschaft

5.2.1 Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz, Saatgutimport, Gentechnik

5.2.2 Bewässerung

5.2.3 Lebensmittelverarbeitende Industrie

5.2.4 Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen auf die Agrarumwelt

5.3 Ökologischer Landbau – Situation und Entwicklungsperspektive

5.3.1 Recherche beim Verband für Ökologische Landwirtschaft Albaniens (OAA) und beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL /Schweiz)

5.3.2 Recherche beim albanischen Ökohof „Aris Frucht“

6 Diskussion

6.1 Betriebsbefragungen

6.1.1 Sozioökonomische Untersuchungen

6.1.2 Landwirtschaftliche Nutzflächen, Produktionsspektrum und Marktbeziehungen

6.1.3 Einsatz von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln

6.1.4 Einsatz von organischen Düngemitteln

6.1.5 Bodenuntersuchungen

6.1.6 Vergleich weiterer Betriebsmerkmale

6.1.7 Stand der Bauern in der Gesellschaft

6.1.8 Modellrechnungen

6.1.9 Vergleich der Wirtschaftsweise der befragten Höfe, mit ausgewählten Anforderungen der EWG Richtlinie 2092/91 an einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb

6.2 Gegenwärtige Situation der Landwirtschaft

6.2.1 Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz, Saatgutimport

6.2.2 Bewässerung

6.2.3 Lebensmittelverarbeitende Industrie

6.2.4 Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen auf die Agrarumwelt

6.2.5 Gesamtsituation der Albanischen Landwirtschaft

6.3 Entwicklungsperspektiven durch den Ökologischen Landbau

6.4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Perspektiven für die albanische Landwirtschaft durch den ökologischen Landbau aufzuzeigen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob die kleinteilige und derzeit niedrigproduktive albanische Landwirtschaft in der Lage ist, auf Basis der EU-Richtlinie 2092/91 zu wirtschaften und die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig zu erhalten.

  • Analyse der gegenwärtigen Situation der albanischen Landwirtschaft in vier repräsentativen Regionen.
  • Untersuchung des Einsatzes von mineralischen Düngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt.
  • Vergleich der Wirtschaftsweise albanischer Familienfarmen mit den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung.
  • Evaluation des Entwicklungspotenzials für den ökologischen Landbau in Albanien unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Lage, Bevölkerung und Geographie

Die Republik Albanien liegt im südöstlichen Teil Europas zwischen 39°38‘ und 42°39‘ Nördlicher Breite, sowie zwischen 19°16‘ und 21°40‘ Östlicher Länge. Sie bedeckt eine Fläche von 28.748 km² (AGOLLI, 2000) und ist damit etwas kleiner als das Bundesland Brandenburg. Davon sind 1.350 km² Wasserfläche und dementsprechend 27.398 km² Festlandsfläche. Im Norden grenzt die Teilrepublik Montenegro der Republik Serbien und Montenegro an Albanien, im Nordosten die unter Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen stehende serbische Provinz Kosovo, im Osten die Republik Mazedonien und im Südosten und Süden die Republik Griechenland. Die westliche Grenze bilden das Ionische Meer und die Adria. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Landes beträgt ca. 340 km. Die durchschnittliche Ost-West Ausdehnung erreicht 148 km (NEZHA et al., 2003).

In Albanien leben derzeit 3.07 Mio. Einwohner (INSTAT, 2002; AUSWÄRTIGES AMT, www. 2003), von denen über 95% Albaner sind. Die anderen Bewohner gehören zu drei anerkannten nationalen Minderheiten (3% Griechen, dazu slawische Mazedonier und Montenegriner), sowie zu den zwei kulturellen Minderheiten (Walachen und Roma), (KOMMISSION DER EG, 2003). Weiterhin leben auf dem gesamten Balkan noch einmal mehr als 2,1 Mio. ethnische Albaner (TROEBST, 1998).

Die Bevölkerungsdichte sank nach der neusten Zählung im Jahr 2001 von 113 Ew./km² 1993 (SCHMIDT-NEKE et al., 1993) auf 107 Ew./km² ab (INSTAT, 2003). Seit 1990 emigrierten 15 % der Bevölkerung (UNDP, 2002 B) oder geschätzte 650.000 Personen, davon 67% gut ausgebildete Fachkräfte (UN RESIDENT COORDINATOR, 2001) in andere Länder. Nach UNDP Angaben (2002 B) liegt das Bevölkerungswachstum bei 0,88 % im Jahr und ist damit das höchste auf dem Balkan.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Übergang von der Kollektivwirtschaft zur privatisierten Familienlandwirtschaft und die daraus resultierende Herausforderung der Konkurrenzfähigkeit.

2 Problemstellung und Zielsetzung: Hier werden die Forschungsschwerpunkte definiert, die sich mit der Intensität der derzeitigen Landbewirtschaftung und der Eignung für den ökologischen Landbau befassen.

3 Ausgangssituation: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte geografische, klimatische und ökonomische Analyse des Landes sowie einen Überblick über die landwirtschaftliche Struktur.

4 Methodik: Es wird das Vorgehen bei der Literaturauswertung, der Internetrecherche, den Expertenbefragungen und der Betriebserhebung in den vier gewählten Regionen beschrieben.

5 Ergebnisse: Die erhobenen Daten aus den Betriebsbefragungen und Modellrechnungen werden hier systematisch aufbereitet und regionalspezifisch dargestellt.

6 Diskussion: Dieser Abschnitt wertet die Ergebnisse hinsichtlich der sozioökonomischen Aspekte, des Düngemitteleinsatzes und der Eignung für den Ökolandbau kritisch aus.

Schlüsselwörter

Albanien, Landwirtschaft, Ökologischer Landbau, Familienfarmen, Bodenfruchtbarkeit, Nachhaltigkeit, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Bewässerung, Agrarstruktur, EU-Richtlinie 2092/91, Export, Vermarktung, Umweltschutz, Ländliche Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gegenwärtige Situation der albanischen Landwirtschaft und analysiert, ob diese kleinteilige Struktur als Basis für eine Umstellung auf ökologischen Landbau nach EU-Richtlinien dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören die aktuelle Produktionsweise, der Einsatz von Betriebsmitteln (Dünger/Pflanzenschutz), die Bodenfruchtbarkeit, die Vermarktungssituation und die sozioökonomische Lage der Bauern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es nachzuweisen, ob albanische Kleinbetriebe unter den gegebenen Bedingungen in der Lage sind, ökologisch zu wirtschaften und dabei die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturauswertung, Expertenbefragungen und einer detaillierten Erhebung von Betriebsdaten in vier spezifischen Regionen, ergänzt durch Modellrechnungen zur Nährstoffbilanz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der albanischen Landwirtschaft, die Präsentation empirischer Daten aus Befragungen und Bodenanalysen sowie eine detaillierte Diskussion der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind albanische Landwirtschaft, ökologischer Landbau, EU-Öko-Verordnung, Familienbetriebe, Bodenfruchtbarkeit, Bewässerung und nachhaltige Landnutzung.

Wie ist die Situation der albanischen Landwirte derzeit?

Viele Landwirte sind auf Subsistenzwirtschaft angewiesen, leiden unter einer unzureichenden Infrastruktur und haben kaum Zugang zu Beratungsdiensten oder Krediten, was die Spezialisierung erschwert.

Welche Rolle spielt die Umweltpolitik bei der Umstellung auf Ökolandbau?

Die albanische Regierung erkennt die Notwendigkeit nachhaltiger Landwirtschaft zwar an, kämpft jedoch mit der Umsetzung der Gesetze, während das Potenzial des Ökolandbaus durch den Verband OAA aktiv beworben wird.

Excerpt out of 163 pages  - scroll top

Details

Title
Die Albanische Landwirtschaft - gegenwärtige Situation und Untersuchungen zu Entwicklungschancen des ökologischen Landbaus
College
University of Applied Sciences Eberswalde
Grade
1,3
Author
Sven Christian (Author)
Publication Year
2004
Pages
163
Catalog Number
V37163
ISBN (eBook)
9783638365864
Language
German
Tags
Albanische Landwirtschaft Situation Untersuchungen Entwicklungschancen Landbaus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Christian (Author), 2004, Die Albanische Landwirtschaft - gegenwärtige Situation und Untersuchungen zu Entwicklungschancen des ökologischen Landbaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37163
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