In der folgenden Hausarbeit setze ich mich mit dem Thema „Der Wandel des Normalarbeitsverhältnisses in Deutschland“ auseinander. Dabei wird versucht die Frage zu klären, ob das Normalarbeitsverhältnis tatsächlich ausstirbt und ob Frauen besonders von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen sind.
Zu Beginn werde ich mich deshalb mit der historischen Entwicklung des Normalarbeitsverhältnisses und des modernen Arbeitsrechts ab der Industrialisierung beschäftigen. Danach wird auf die genaue Definition des Normalarbeitsverhältnisses und auf das Bild der sogenannten „Ernährerehe“ eingegangen, um anschließend atypische Beschäftigungsformen abgrenzen zu können. Im darauffolgenden Kapitel werde ich mich mit prekärer Beschäftigung und der sozialen Unsicherheit im 21. Jahrhundert auseinandersetzen, um dann im letzten Teil dieser Hausarbeit die geschlechtsspezifischen Aspekte prekärer Arbeit noch einmal genauer zu beleuchten.
Gliederung
1 Einleitung
2 Historischer Überblick
2.1 Die Industrialisierung in Deutschland
2.2 Entwicklung des modernen Arbeitsrechts seit dem 19. Jahrhundert
3 Das Normalarbeitsverhältnis und das veraltete Leitbild der „Ernährerehe“
3.1 Definition Normalarbeitsverhältnis
3.2 Veraltetes Leitbild „Ernährerehe“ und Veränderungen im Familienbereich
4 Atypische Beschäftigungsformen
4.1 Teilzeitarbeit
4.2 Befristete Beschäftigung
4.3 Leiharbeit
4.4 Geringfügige Beschäftigung
5 Prekäre Beschäftigung
5.1 Bedeutung von „prekär“ und prekärer Beschäftigung
5.2 Soziale Unsicherheit im 21. Jahrhundert
6 Geschlechtsspezifische Ungleichheit
6.1 Atypische Beschäftigung ist hauptsächlich Frauensache
6.2 Frauenbild im Wandel?
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Wandel des Normalarbeitsverhältnisses in Deutschland und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob das Normalarbeitsverhältnis tatsächlich ausstirbt und inwiefern Frauen besonders von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen sind.
- Historische Entwicklung des Arbeitsrechts seit der Industrialisierung
- Definition und Wandel des Normalarbeitsverhältnisses
- Charakterisierung atypischer und prekärer Beschäftigungsformen
- Analyse der geschlechtsspezifischen Ungleichheit am Arbeitsmarkt
- Zusammenhang zwischen Prekarisierung und sozialen Unsicherheiten
Auszug aus dem Buch
5.1 Bedeutung von „prekär“ und prekärer Beschäftigung
Das Wort „prekär“ stammt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „auf Widerruf gewährt, unsicher, unbeständig“ (Goes 2015, S. 58). Prekäre Arbeitsverhältnisse sind also vor allem durch Unsicherheit und Gefährdung geprägt. Als prekär wird ein Arbeitsverhältnis oftmals bezeichnet, wenn es vom typischen (männlichen) Normalarbeitsverhältnis abweicht, das heißt also von einem Arbeitsverhältnis, das einen existenzsichernden Lohn gewährleistet, bei einem einzigen Beschäftigten stattfindet, ohne zeitliche Befristung ist, einen Kündigungsschutz, Vollzeitbeschäftigung und eine gleichmäßige Verteilung der Arbeitstage auf die Werktage bietet und betriebliche Interessenvertretung gewährleistet (vgl. ebd. 2015, S. 59). Vor allem Vollzeitbeschäftigung wird mit Existenzsicherung verbunden, während der Kündigungsschutz und ein unbefristeter Vertrag für ein Gefühl der (materiellen) Sicherheit sorgen. Weicht ein Beschäftigungsverhältnis, wie bereits gesagt, von diesem Normalarbeitsverhältnis ab spricht man von atypischen Beschäftigungsformen, welche aber nicht zwangsläufig gleich prekär sein müssen (vgl. ebd. 2015, S. 59f.).
So bezeichnet Nicole Mayer-Ahuja, eine bekannte Soziologin, eine Form der Beschäftigung dann als prekär, „wenn sie die ökonomisch-materiellen, rechtlichen und sozialen Standards des Normalarbeitsverhältnisses unterschreitet“ (ebd. 2015, S. 60). Kurz gesagt ist eine Arbeit dann prekär, wenn ein existenzsichernder Lohn, eine sozial-, arbeits- und tarifrechtliche Absicherung sowie eine stabile Integration ins Betriebsleben nicht gegeben sind. Einige zählen auch die Dimension der Anerkennung mit hinzu, sprich die soziale Teilhabe und eine eventuelle soziale Missachtung aufgrund von prekärer Beschäftigung (vgl. ebd. 2015, S. 60).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den stetigen Wandel der Arbeitswelt und führt in die Fragestellung ein, ob das Normalarbeitsverhältnis an Bedeutung verliert.
2 Historischer Überblick: Dieser Abschnitt behandelt die Entwicklung des Arbeitsrechts von der Industrialisierung bis zur heutigen Zeit.
3 Das Normalarbeitsverhältnis und das veraltete Leitbild der „Ernährerehe“: Hier wird das Normalarbeitsverhältnis definiert und das traditionelle Leitbild der „Ernährerehe“ kritisch hinterfragt.
4 Atypische Beschäftigungsformen: Das Kapitel bietet einen Überblick über moderne Beschäftigungsformen wie Teilzeit, Befristung, Leiharbeit und Minijobs.
5 Prekäre Beschäftigung: Es wird definiert, was „prekär“ bedeutet und wie soziale Unsicherheit im 21. Jahrhundert theoretisch eingeordnet werden kann.
6 Geschlechtsspezifische Ungleichheit: Dieses Kapitel untersucht die Benachteiligung von Frauen in atypischen Arbeitsverhältnissen und den Wandel des Frauenbildes.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Frauen häufiger von prekärer Arbeit betroffen sind, auch wenn sich Deutschland auf einem Weg der Besserung befindet.
Schlüsselwörter
Normalarbeitsverhältnis, atypische Beschäftigung, prekäre Beschäftigung, Prekarisierung, Industrialisierung, Erwerbsarbeit, Geschlechterungleichheit, Teilzeitarbeit, Leiharbeit, Befristete Beschäftigung, Geringfügige Beschäftigung, Ernährerehe, soziale Unsicherheit, Arbeitsrecht, Gender Pay Gap.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel der Arbeitswelt in Deutschland, insbesondere dem Rückgang des traditionellen Normalarbeitsverhältnisses zugunsten neuer, unsicherer Arbeitsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Arbeitsrechts, der Wandel von Familien- und Lebensformen, die Definition von prekärer Arbeit sowie geschlechtsspezifische Unterschiede am Arbeitsmarkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, ob das klassische Normalarbeitsverhältnis tatsächlich ausstirbt und ob Frauen in unserer heutigen Gesellschaft ein höheres Risiko tragen, in prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu geraten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Sekundärliteratur, historischen Entwicklungen sowie aktuellen statistischen Daten (z.B. vom Statistischen Bundesamt) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Normalarbeitsverhältnis, verschiedene atypische Beschäftigungsformen (Teilzeit, Befristung, Leiharbeit, Minijobs) und theoretische Ansätze zur Prekarisierung und sozialen Unsicherheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind das Normalarbeitsverhältnis, Prekarisierung, atypische Beschäftigung, geschlechtsspezifische Ungleichheit und soziale Unsicherheit.
Welche Bedeutung hat das Leitbild der „Ernährerehe“ für die Untersuchung?
Das Modell der „Ernährerehe“ dient als historische Referenz, um zu verdeutlichen, wie sich das Normalarbeitsverhältnis ursprünglich am männlichen Ernährer orientierte und warum dieser Maßstab heute zunehmend als veraltet gilt.
Wie definiert die Autorin den Begriff „prekär“?
In Anlehnung an soziologische Definitionen wird Arbeit dann als prekär eingestuft, wenn sie die ökonomisch-materiellen, rechtlichen und sozialen Standards eines Normalarbeitsverhältnisses unterschreitet.
Inwiefern sind Frauen von prekärer Arbeit stärker betroffen?
Die Arbeit zeigt auf, dass Frauen aufgrund von traditionellen Rollenbildern und Aufgaben bei der Kinderbetreuung häufiger in Teilzeit oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, was oft mit schlechterer Absicherung und geringerem Einkommen einhergeht.
- Arbeit zitieren
- Sarah Lange (Autor:in), 2017, Geschlechtsspezifische Aspekte prekärer Arbeitsverhältnisse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371719