Worüber handelt diese Arbeit Die Seminararbeit wird versuchen zuerst aus mikroökonomischer Sicht die Unterschiede zwischen dem Modell des vollkommenen Kapitalmarkts und dem unvollkommenen Kapitalmarkt und ihre Auswirkungen auf die Kreditvergabe zu verdeutlichen. Danach wird der Versuch unternommen, diese Ergebnisse in eine makroökonomische Umwelt einzubetten. Das Modell von Kiyotaki und Moore (1997) wird zur Erklärung des finanziellen Akzelerators zu Hilfe genommen. Im weiteren werden dann die monetären Transmissionskanäle kurz erläutert, wobei auf den Kreditkanal der Schwerpunkt gesetzt wird.
Inhaltsverzeichnis
I. Der vollkommene Kapitalmarkt
II. Der unvollkommne Kapitalmarkt
III. Resumée
IV. Makroökonomische Auswirkungen
V. Allgemeingültige Gleichgewichtsmodelle
VI. Kanäle der monetären Transmission
VII. Der Erwartungskanal
VIII. Der Zinskanal
IX. Der Kreditkanal
IX.I. Der Bankkreditkanal
IX.II. Der Bilanzkanal
X. Schlusswort
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Seminararbeit untersucht den Einfluss der Finanzintermediation auf den Konjunkturzyklus, indem sie die Unterschiede zwischen vollkommenen und unvollkommenen Kapitalmärkten analysiert und deren makroökonomische Auswirkungen, insbesondere durch monetäre Transmissionskanäle, erläutert.
- Mikroökonomische Analyse vollkommener versus unvollkommener Kapitalmärkte
- Darstellung des finanziellen Akzelerators anhand des Kiyotaki-Moore-Modells
- Untersuchung der monetären Transmissionskanäle (Erwartungs-, Zins-, Bankkredit- und Bilanzkanal)
- Kritische Bewertung der Kreditkanal-Relevanz im deutschen Finanzsystem
- Zukünftige Perspektiven der Finanzierung mittelständischer Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2. Der unvollkommene Kapitalmarkt
Wie aus dem Namen zu erkennen ist, bestimmt sich der unvollkommene Kapitalmarkt durch die unvollkommene Information. Im Regelfall kann davon ausgegangen werden, dass der Kapitalnehmer besser als der Kapitalgeber mit dem zu finanzierenden Projekt vertraut ist. Es herrscht dadurch ein Informationsüberhang zugunsten des Kapitalnehmers. Die Informationen, welche der Kapitalnehmer mit dem Kapitalgeber teilt, sind die Grundlage für die Natur des Kreditgeschäftes. Die Befähigung von Kreditmärkten zu effizienten Anpassungen zwischen Kreditnehmern und Kreditgebern beruht auf ihr.
Die Modellwelt aus der unvollkommenen Informationstheorie, mit der wir uns im folgenden nun beschäftigen werden, stammt von Jaffee und Russell (1976), Keeton (1979) und Steglitz und Weiss (1981). Auch wenn deren Modelle in den Mechanismen – adverse Selektion oder Überwachungskosten variieren – beruhen sie alle auf der Annahme, dass ein Kapitalgeber bei fortlaufender Vergabe von Krediten an einen Kapitalnehmer und eines sich immer weiter erhöhenden Zinses um das sich immer weiter erhöhende Risiko auszugleichen, einen Punkt erreichen kann, an dem seine erwarteten Profite zu sinken anfangen. Wenn dies der Fall ist, wird der Kapitalgeber zu keinem Zins mehr Kredite an den Kapitalnehmer gewähren, auch wenn dieser bereit wäre, einen noch höheren Zins zu bezahlen. Dieser Zusammenhang wird als der Fall der Kreditrationierung beschrieben, der sich durch einen Überhang auf Seiten der Nachfrage nach Krediten auszeichnet. Kreditrationierung ist damit eine extreme Form der finanziellen Restriktion.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Der vollkommene Kapitalmarkt: Beschreibt ein theoretisches Modell, in dem Informationssymmetrie herrscht und keine Ausfallrisiken oder speziellen Risikoprämien existieren.
II. Der unvollkommene Kapitalmarkt: Analysiert Kreditmärkte unter der Annahme unvollkommener Informationen, was zu adverse Selektion, Kreditrationierung und finanziellen Restriktionen führt.
III. Resumée: Fasst die mikroökonomischen Erkenntnisse zusammen und betont die zentrale Rolle der asymmetrischen Informationsverteilung.
IV. Makroökonomische Auswirkungen: Überführt die mikroökonomischen Grundlagen in ein makroökonomisches Modell zur Bewertung von Kreditkanälen.
V. Allgemeingültige Gleichgewichtsmodelle: Stellt Modelle wie das von Kiyotaki und Moore vor, um den Einfluss von Eigenkapital und Kreditbeschränkungen auf den Output zu erklären.
VI. Kanäle der monetären Transmission: Gibt einen Überblick über die Mechanismen, durch die geldpolitische Maßnahmen Investitionsentscheidungen beeinflussen.
VII. Der Erwartungskanal: Erläutert, wie geldpolitische Glaubwürdigkeit und Stabilität über Risikoprämien auf Realzinsen wirken.
VIII. Der Zinskanal: Beschreibt die Wirkung von Zinsänderungen auf Kapitalnutzungskosten und das Investitionsverhalten der Unternehmen.
IX. Der Kreditkanal: Untersucht, wie geldpolitische Maßnahmen über die externe Finanzierungsprämie und Kreditangebotsänderungen wirken.
IX.I. Der Bankkreditkanal: Analysiert den speziellen Einfluss geldpolitischer Maßnahmen auf das Kreditangebot der Banken.
IX.II. Der Bilanzkanal: Beschreibt die Transmission über den Einfluss geldpolitischer Maßnahmen auf den Wert der Aktiva und die Kreditwürdigkeit der Nichtbanken.
X. Schlusswort: Bewertet die Dominanz des Bankkredits im deutschen System und diskutiert zukünftige Herausforderungen für mittelständische Unternehmen.
Schlüsselwörter
Finanzintermediation, Konjunkturzyklus, vollkommener Kapitalmarkt, unvollkommener Kapitalmarkt, Kreditrationierung, asymmetrische Information, finanzieller Akzelerator, monetäre Transmission, Zinskanal, Kreditkanal, Bankkreditkanal, Bilanzkanal, Eigenkapital, Investitionsverhalten, Finanzierungsprämie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Finanzintermediation und dem Konjunkturzyklus unter Berücksichtigung unvollkommener Kapitalmärkte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Informationsasymmetrien im Kreditwesen, die verschiedenen Transmissionskanäle der Geldpolitik und deren Einfluss auf Investitionsentscheidungen von Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen vollkommenen und unvollkommenen Märkten mikroökonomisch herzuleiten und diese Ergebnisse in ein makroökonomisches Modell einzubetten, um die Wirkungsweise der Geldpolitik zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen die theoretische Modellanalyse (insbesondere das Kiyotaki-Moore-Modell) sowie eine Literaturanalyse empirischer Studien, um die Relevanz der Kreditkanäle zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Kreditrationierung, die makroökonomische Modellierung des finanziellen Akzelerators und eine detaillierte Analyse der einzelnen Transmissionskanäle der Geldpolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselwörter sind asymmetrische Information, finanzieller Akzelerator, Kreditkanal, Zinskanal, Kreditrationierung und externe Finanzierungsprämie.
Warum ist das Kiyotaki-Moore-Modell für die Arbeit wichtig?
Es dient dazu, die Rolle von Eigenkapital und Kreditbeschränkungen auf den gesamtwirtschaftlichen Output zu erklären und den Mechanismus des "finanziellen Akzelerators" zu verdeutlichen.
Welche Besonderheit weist der Kreditkanal im deutschen Finanzsystem auf?
Die Autoren stellen fest, dass das Hausbankprinzip die Sensibilität deutscher Unternehmen gegenüber dem Kreditkanal abschwächt und der Zinskanal empirisch dominierend bleibt.
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- Sascha Djamali (Author), Matthias Bender (Author), 2003, Finanzintermediation und Konjunkturzyklus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37176