Platons Ideenlehre und das Sonnengleichnis


Hausarbeit, 2003

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung der Ideenlehre

3. Zum Begriff der Ideen

4. Was ist die Idee (Versuch einer möglichen Definition)

5. Das Sonnengleichnis

6. Die Höchste Idee, die Idee des Guten

7. Literatur

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit Platons Entwicklung der Ideenlehre und dem Sonnengleichnis in der Politheia auseinander. Im ersten Teil der Hausarbeit soll die Entwicklung Platons zur Ideenlehre umrissen und dargestellt werden. Im Weiteren verlauf wird die Frage was die Idee/n ist/sind aufgestellt.

Platon legt einzig in der Politheia die Frage nach der Idee des Guten im sechsten und siebten Buch offen und thematisiert sie. Er beantwortet sein Thema mit den drei Gleichnissen der Sonne, Höhle und Linie.[1] Damit sind die Gleichnisse der zentrale Punkt in einem seiner wichtigsten Dialoge. Die Ideen waren für Platon Repräsentanten der „Jenseitigen“ Welt an denen sich die Realität dieser Welt beispielhaft hervorheben ließ. Durch sie wurde ein Zugang zu der Welt des „Ewigen“ geschaffen und dadurch auch gleichzeitig zur Seele. In den späteren Dialogen[2] verdrängt die Erkennende und wirkende Seele die Ideen aus ihrer Rolle als höchste Form des Seienden.[3]

2. Entwicklung der Ideenlehre

Platons Entwicklung der Ideenlehre wird im Wesentlichen durch die Wanderjahre und die griechische Mathematik Initiiert, und gefördert. Durch seine erste Sizilienreise (389 – 388) gerät Platon nicht nur in den Einflussbereich von Mathematikern z.b. Archytas von Tarent. In dem Herrscher Archytas sah Platon seine Ideale des Philosophenherrschers vereint. Durch die er die politischen Verhältnisse in Griechenland gerettet sah. Durch diese Reise inspiriert, setzte Platon seine Reise mit dem Ziel Syrakus fort. Dort wollte er den Tyrannen Dionysis zu einem Philosophenherrscher erziehen. Kurz vor Platons erster Reise nach Sizilien und ein Jahrzehnt nach dem Tod Sokrates, will Platon zu der Überzeugung gelangt sein, dass die gerechte Regelung der privaten und öffentlichen Angelegenheiten nur vom Standpunkt der richtigen Philosophie aus zu erkennen ist. Genauer bedeutet dies dass die Philosophen herrschen oder die Herrscher philosophieren müssen.

Einen weiteren Einfluss auf Platon nahmen, neben den bereits erwähnten Archytas, auch die der Eleaten insbesondere Parmenides ein. Doch bereits schon vor seiner Reise soll Platon mit den Anhängern von Parmenides verkehrt haben.[4]

Die Ideenlehre motiviert sich aus der Wandelbarkeit der Welt. Eine wandelbare Welt ermöglichte nach Meinung Platons keine sicheren Aussagen über die Dinge, weil es in ihrer Natur liegt sich ständig zu wandeln. Erst durch die Konzeption der Ideenlehre, in der Ideen als etwas nicht wandelbares angesehen werden, lassen sich Aussagen über die Welt treffen. Der Gedanke, der dieser Konzeption zu Grunde liegt, war es eine Instanz aufzubauen gegen den Relativismus und Skeptizismus. Ein Bericht Aristoteles bringt uns der Entwicklung der Ideenlehre näher. Der junge Platon gewinnt an Sokrates ein erkenntnistheoretisches Bekehrungserlebnis, das ihn von der Skepsis der Herakliteer befreit und in der Folge über Sokrates hinaus zum Glauben an die Ideen führt. Platon, der sich primär für Politik interessiert findet den Weg zu Philosophie erst durch die Enttäuschung seiner politischen Hoffnungen. Wobei das Schicksal Sokrates eine untergeordnete Rolle spielte.[5] Ein gemeinsamer Antrieb der Ideenlehre lässt sich zur Gründungszeit der Akademie finden. Die dort Versammelten wollten über die bloße verbale Dialektik des Sokrates und der Sophisten zu einem stabilen Fundament der Erkenntnis vordringen. Und wählten als Weg zu diesem Ziel die Hypostasierung der Aspekte oder Gesichtspunkte, unter denen Sachen verständig angesehen und beredet werden können, zu Immerseienden, invarianten Gegenständen.[6] Ideen waren für Platon Repräsentanten der jenseitigen und noetischen Welt. Mit deren Hilfe er die Realität dieser Welt demonstrieren konnte. Sie bildeten einen Zugang zur Welt des Ewigen, zur Heimat der menschlichen Seele, die nicht nur in seiner Metaphysik, sondern auch in seiner Konzeption vom guten Leben die zentrale Rolle spielt.

3. Zum Begriff der Ideen

Durch die fehlende physische Präsenz der Ideen in Form von Objekten, können wir sie auch nicht durch unsere Sinne erfahren. Sie entziehen sich uns und sind nur im Denken fassbar. Aus dieser Problematik stellt die Frage nach dem Ursprung der Ideen. Der Ursprung der Ideen ist nur durch eine Art von erfahrungsgemäßen Zustand möglich. Als Lösung wird uns die „Schau“ angeboten. Dadurch, dass die Ideen einer äußeren Wirklichkeit angehören ist die Kenntnis über sie nur durch einen ehemals gleichen Zustand möglich. Also einen ehemals äußeren Zustand der Seele. Ebenfalls muss man eine empirische Kenntnis voraussetzen wenn man über Ideen spricht. Die Lösung dieser Frage ist, dass die Seele ehemals körperlos durch eine Schau aller Ideen, Kenntnis über die Ideen hatte, sie aber wieder in der physischen Präsenz zum Teil verloren hat (Anamnesis). Diese Widererinnerungslehre wird im „Kratylos“ genauer beschrieben.

„ehe wir Anfingen, zu sehen und zu hören oder die Sinne zu gebrauchen, mussten wir schon irgendwo die Erkenntnis bekommen haben des, eigentlich Gleichen, was es (an sich) ist“ (75 Bff)[7] und „ deshalb darf das Lernen als Wiederaneignen einer uns schon angehörigen Erkenntnis bezeichnet werden“ (75E 5f)[8]

Eine weitere Frage zur Ideenlehre ist die Frage wovon es Ideen gibt. Der Bereich der Ideen hat sich im Verlauf der Zeit stets erweitert und gewandelt. Aber es ist nie zum Bruch der Lehre gekommen. So wurden nie Ideen, die früher von Platon abgelehnt wurden, später wieder anerkannt. Dadurch bleibt die Ideenlehre Platons konstant und die Grundvorstellung der Idee als natürliche Eigenschaft und damit als etwas abstraktes, nichtempirisches von den Instanzen unabhängiges.

So ist zu Anfang noch von der Idee der Tugenden die Rede. Im Pheidon kommen dann mehrere Ideen hinzu. Hier ist die Rede von der Idee der Zahlen und Zahleneigenschaften, Gerade und Ungerade, Geometrische Gebilde (100e -101c), Feuer und Stoffen wie Schnee (103e -104c), Wärme und Kälte die Rede. Unter den aufgezählten Dingen findet sich im 7. Brief (342d) auch eine erweiterte Definition von der Idee. Platon nennt hier neben den oben bereits genannten Ideen, die Ideen

„von allen Körpern, seien sie Künstlich gefertigt oder natürlich entstanden“.

Ein anfängliches Problem für Platon ist die Idee des Schmutzes. Was aber in den späteren Dialogen durch hinzufügen, das es für die Existenz von Ideen nicht auf deren Wert und Bedeutung ankommt, relativiert wird. Die Probleme traten für Platon mit der Ausweitung der Ideen in der Politheia auf. Im Parmenides legt dieser ein Bekenntnis zur Ideenlehre ab.

„Wenn es nicht eine Idee für Jegliches von den Seienden gäbe, könnte man sich nicht mehr unterhalten, weil man nicht mehr wüsste, worauf man seine Überlegungen richten sollte“Parm. (135b-c2)

[...]


[1] Rath, Ingo, Wenn Pan gewährt, Platons Philosophie als mytho-logische Grenzerfahrung, Passagen Wien 1995

[2] Vgl. Sophisten (248a – 249d) und Timaios (29e – 30d)

[3] Kutschera, Franz von, Platons Philosophie, Mentis Paderborn 2002 S. 187

[4] Ferber, Rafael, Platos Idee des Guten, Sankt Augustin Academia 1989

[5] Schmitz Herman, Die Ideenlehre des Aristoteles, Platon und Aristoteles, Bonn Bouvier 1985 S.2

[6] Schmitz, Herman, S. 3

[7] Derbolav, Josef, Der Dialog Kratylos, West Ost Verlag, Saarbrücken, 1953 S 62

[8] Derbolav, Josef, S 62

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Platons Ideenlehre und das Sonnengleichnis
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Platon Ideenlehre
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V37177
ISBN (eBook)
9783638365963
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platons, Ideenlehre, Sonnengleichnis, Platon, Ideenlehre
Arbeit zitieren
MA Daniel Spindler (Autor), 2003, Platons Ideenlehre und das Sonnengleichnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37177

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