Effekte des Tourismus am Beispiel von Thailand


Hausarbeit, 2017
32 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Hintergrund der Arbeit
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Der Tourismus in Thailand
2.1 Geschichte und Entwicklung
2.2 Aktuell
2.3 Entwicklung einer Tourismus-Destination nach K. Vorlaufer

3. Die Effekte des Tourismus
3.1 Ökonomische Effekte
3.2 Soziokulturelle Effekte
3.3 Ökologische Effekte

4. Das Konzept des nachhaltigen Destinationsmanagements
4.1 Grundsätze
4.2 Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

5. Fazit

II. Literaturverzeichnis

III. Anhang

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: „Tourism in Thailand 1960-1996“

Abbildung 2: „International tourism, number of arrivals 1996-2016“

Abbildung 3: „Tourismus Thailand 2005-2025“

Abbildung 4: „Thailand – Entfaltung einer Tourismus-Destination“

Abbildung 5: „Tourismuseinnahmen Thailand 2000-2015“

Abbildung 6: „Triade nachhaltiger Entwicklung und der Tourismus in Entwicklungsländern“

Alle Abbildungen und Grafiken sind dem Anhang zu entnehmen.

1. Einleitung

1.1 Hintergrund der Arbeit

Bei einer ganzheitlichen Betrachtung des „Systems Tourismus“ wird deutlich, dass die Verflechtungen und Wechselwirkungen zu anderen gesellschaftlichen Bereichen essentiell und vielschichtig sind. Dabei ist [...] der Tourismus [...] [insbesondere] mit den übergeordneten Systemen der Umweltbereiche Ökonomie, Gesellschaft, Ökologie und Technologie verknüpft [...] (Eisenstein 2010:7).

Eine zentrale Rolle nimmt hierbei der Tourismusort bzw. vielmehr die Destination ein, die sich für den Tourismus verändert und mit ihm weiterentwickelt. Besonderen Einfluss darauf haben die Touristen als Nachfrager des touristischen Angebotes, die nach vielseitiger individueller Bedürfnisbefriedigung streben. Im Rahmen der unterschiedlichen Wechselwirkungen zwischen den Umweltbereichen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft innerhalb der Destination entstehen in ebendiesen vielschichtige positive und auch negative Effekte, die einer individuellen Betrachtung und Analyse bedürfen, um als touristische Destination langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. (vgl. Eisenstein 2010:9-12, 22)

Speziell Entwicklungsländer wie z. B. Thailand wurden hierbei als besonders empfänglich für gewisse Effekte erfasst. (vgl. Eisenstein 2010:38) Tourismusorganisationen dieser Länder sind somit gefordert, steuernd auf die jeweiligen identifizierten Effekte einzuwirken, um ein nachhaltiges und langfristig erfolgreiches Destinationsmanagement gewährleisten zu können.

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es, die Geschichte und Entwicklung des thailändischen Tourismus darzustellen, um anschließend die wirtschaftlichen, soziokulturellen und ökologischen Effekte und deren Auswirkungen auf die Destination herauszuarbeiten zu können. Weiterhin soll eine Einordnung des Landes in den Destinations-Lebenszyklus erfolgen. Darauffolgend sollen Handlungsempfehlungen für die damit verbundenen Herausforderungen für das Zielgebiet gefunden werden, die zu einem langfristig nachhaltigen und erfolgreichen Destinationsmanagement in Thailand beitragen können.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit ist in fünf Hauptpunkte unterteilt. Zunächst soll die Einleitung eine kurze Einführung in das Thema und die Zielsetzung geben, um dem Leser die Bedeutung dieser Arbeit darzulegen. In diesem Kapitel wird die Struktur der Arbeit vorgestellt, um die Sinnzusammenhänge der einzelnen Punkte aufzuzeigen. Im zweiten Abschnitt werden unter anderem - unter Berücksichtigung von statistischen Daten - die Geschichte und die vergangenen, sowie die aktuellen Entwicklungen des Tourismus in Thailand verdeutlicht. Auf dieser Betrachtung aufbauend folgt in Kapitel drei die Identifizierung der Effekte, die der Tourismus auf Thailand hat. In Kapitel vier werden schließlich die sich aus den Herausforderungen ergebenden konkreten Handlungsempfehlungen und Konsequenzen für Thailand erläutert, nachdem zuvor das grundsätzliche Konzept des nachhaltigen Destinationsmanagements als Referenzvorgabe dargestellt wurde. In Punkt fünf werden die wichtigsten Aspekte und Erkenntnisse in einem kurzen Fazit zusammengefasst.

2. Der Tourismus in Thailand

Um die Zusammenhänge und Wirkungen des Tourismus auf das Land, die Menschen, die Umwelt und die Wirtschaft verstehen zu können, ist es zunächst notwendig, die Entstehung und die weitere Entwicklung des Tourismus in Thailand zu betrachten.

2.1 Geschichte und Entwicklung

„Seit den 1960er-Jahren spielt der Tourismussektor innerhalb der thailändischen Wirtschaft eine wichtige Rolle und ist durch ein stetiges Wachstum gekennzeichnet.“ (Gantner, 2011:51) Dies zeigt auch die Gründung der „Tourism Authority of Thailand[1] “ am 18.03.1960, die sich seitdem unter anderem mit der Vermarktung Thailands im internationalen Ausland, mit Erhebungen, Studien und Entwicklungskonzepten und mit der Unterstützung der im Tourismus angesiedelten Arbeitskräfte beschäftigt. Die TAT verfügt mittlerweile über 35 lokale Büros in ganz Thailand, sowie über 16 internationale Vertretungen weltweit. (vgl. o.N., TAT, 2017:2)

Der Ursprung des thailändischen Tourismus lässt sich auf den Vietnam-Krieg zurückführen, in dem US-amerikanische Soldaten im Rahmen des sogenannten „Rest and Recreation bzw. Recuperation“-Programmes ihren Entspannungs- und Erholungsurlaub zwischen militärischen Einsätzen im benachbarten Vietnam zur Regeneration in Thailand verbachten. Weitere Faktoren die den Tourismus in Thailand nach dem Indochinakrieg begünstigten, waren die technischen Entwicklungen im Luftfahrtsektor, der wirtschaftliche Wohlstand und die damit verbundenen sinkenden Preise auf Fernreisen. Die Reaktion der Thais auf das steigende Interesse an ihrem Land folgte umgehend, indem ein Auf- und Ausbau der touristischen Infra- und Suprastruktur forciert wurde.

Einen weiteren touristischen Aufschwung erlebten Thailand und seine Strände ab dem Jahr 1996 durch die Veröffentlichung des Buches „Der Strand / The Beach“ von Alex Garland und der darauffolgenden Verfilmung (2000). (vgl. Schaller 2014:6/7)

Die Entwicklung in Zahlen wird mit Blick auf Abbildung 1 (s. Anhang) deutlich:

So haben sich die internationalen Touristenankünfte in Thailand innerhalb von 36 Jahren vervielfacht. Waren es in den Anfangszeiten des Tourismus noch einige 100.000 Touristenankünfte, wurde im Jahr 1996 bereits die Zahl von mehr als 7 Mio. Touristen erreicht. Und auch nach dem Jahr 1996 ließ das Wachstum nicht nach: die Grenze von 10 Mio. Touristenankünften wurde bereits im Jahr 2001 überschritten und verdoppelte sich nochmals bis 2012, bis schließlich im vergangenen Jahr der Wert von 32,6 Mio. Reisenden das bisherige Maximum bildete. (vgl. Abbildung 2, Anhang) Diese Zahlen verdeutlichen wie schnell sich der Tourismus in Thailand entwickelt hat und welcher Stellenwert ihm mittlerweile in der thailändischen Wirtschaft zukommt. Allein innerhalb von elf Jahren (2005 - 2016) sind die Gästeankünfte von 11,6 Mio. auf über 30 Mio. gestiegen . Das bedeutet einen Zuwachs von 21 Mio. Gästen, bzw. eine prozentuale Steigerung von mehr als 281 Prozent. Für den Tourismus potenziell gefährdende Ereignisse wie bspw. die Verbreitung des Virus SARS im Jahr 2003, die Nach-Tsunami-Phase 2004, die globale Rezession und Unruhen in 2009, oder die Demonstrationen von Regierungsgegnern im Jahr 2014 in Verbindung mit der Verhängung des Kriegsrechts, beeinflussten die steigenden Gästezahlen nur marginal. (vgl. Vanhaleweyk 2017:2)

2.2 Aktuell

Neben den im vorstehenden Kapitel genannten Daten zur thailändischen Tourismusentwicklung der vergangenen 57 Jahre, spiegeln auch aktuelle Pressemeinungen und Prognosen die momentane Lage des Tourismus im Land des Lächelns wider. So wird z. B. bis zum Jahr 2025 ein Wachstum um weitere 20 Mio. Ankünfte prognostiziert, wie der im Anhang befindlichen Abbildung 3 der TAT zu entnehmen ist. Um einen Eindruck über die aktuellen Entwicklungen des Tourismus zu bekommen, werden nachfolgend ausgewählte Zitate aus unterschiedlichen Onlinemedien aufgeführt:

Neue WeltN24 GmbH:

„Es gab zwar einen Gästeeinbruch nach dem verheerenden Tsunami am zweiten Weihnachtstag 2004. Doch auch die Naturkatastrophe konnte die Gästeflut auf Thailands beliebteste Urlaubsinsel [Phuket] nicht stoppen.“ (Polte 2013:2)

Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ):

„Tourismus in Thailand boomt: Das südostasiatische Land ist bei Reisenden besonders beliebt. Derzeit werden in Thailand 74 neue Hotels und Resorts mit insgesamt mehr als 15.200 Zimmern geplant.“ (o.N., AHGZ, 2016:1)

Handelsblatt GmbH:

„Thailand profitiert von den Sicherheitsbedenken in Europa und erlebt einen beispiellosen Touristenboom. Doch vielerorts ist das Land dem Ansturm nicht gewachsen. Die schönsten Teile des Landes drohen zerstört zu werden.“ (Peer 2016:1)

Süddeutsche Zeitung GmbH:

„Der touristische Boom im Land ging in den vergangenen Jahren vor allem auf den Inseln oft einher mit Wildwuchs: Schwarzbauten am Strand, Korruption, Schutzgeldzahlungen an die örtliche Polizei sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Lange hat die Regierung die Probleme kleingeredet, um dem Tourismus nicht zu schaden.“ (Maier-Albang und Temsch 2016:3)

Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG:

„Noch nie haben so viele Menschen Thailand besucht wie in diesem Jahr. Doch der Erfolg ist für das Urlaubsland auch ein Problem: Besonders beliebte Inseln [...] schließen nun die Tore für Touristen komplett.“ (Peer 2016:1)

Neue Zürcher Zeitung:

„Bis 2025 soll Thailands Besucherstrom 50 Mio. Touristen umfassen.

Der Sektor hält die Wirtschaft auf Trab und scheint durch nichts zu erschüttern.“ (Rist 2016:1)

2.3 Entwicklung einer Tourismus-Destination nach K. Vorlaufer

Um die jeweiligen Prozesse und Wechselwirkungen im Rahmen der Entwicklung von Thailand zu verstehen und um eine Basis für die Ableitung der touristischen Effekte schaffen zu können, ist es hilfreich, das Modell zur „Entfaltung der Tourismuswirtschaft eines Entwicklungslandes“ nach Karl Vorlaufer (2003) zu betrachten. (siehe Anhang, Abbildung 4)

Darin wird in vier Phasen, ausgehend von der vortouristischen Phase, über die Initial- und die Wachstumsphase bis hin zur Konsolidierungsphase aufgezeigt, wie sich der Prozess der Entwicklung einer touristischen Destination bis hin zu einer hochfrequentierten Tourismusdestination - hier am Beispiel von Phuket und Bangkok - darstellt. Außerdem werden die vielfältigen Verflechtungen zu anderen Wirtschaftssektoren und die Komplexität der Beziehungen untereinander ersichtlich.

So gibt es laut Vorlaufer (2003) zunächst eine Kernregion und eine Peripherieregion in der nach und nach ein Tourismusort entsteht. Dabei herrschen anfangs große Disparitäten zwischen diesen beiden Räumen. Die Hauptstadtregion verfügt über grundlegende Infrastruktur und touristische Devisenzuflüsse. In der Initialphase besteht daher für die Peripherieregion eine große Abhängigkeit zum Kernort, da eigene wirtschaftliche Verbindungen zum Ausland noch nicht bestehen. Dies ändert sich allerdings in Phase drei, in der das Wachstum einsetzt und die Peripherieregion sich zu einem touristischen Zentrum entwickelt. Durch Zuwanderungen von Arbeitskräften aus der Kernregion und Mittelzuflüsse, Waren und Knowhow aus der näheren Umgebung entwickelt es sich langsam zum „Gegengewicht der Kernregion“. (vgl. Vorlaufer 2003)

In der Konsolidierungsphase wird schließlich die Unabhängigkeit zum Kerngebiet immer größer und sowohl die direkten als auch die indirekten Beschäftigungseffekte und die regionale Wertschöpfung steigen. Dies führt laut Vorlaufer (2003:3) durch die „Ausbreitungseffekte [...] zu einem Abbau der inter- und intraregionalen Disparitäten.“

Im Gegensatz zu den Ausführungen des Destinations-Lebenszyklusmodells von R. W. Butler und B. Eisenstein, die insgesamt sechs Phasen beschreiben, erläutert K. Vorlaufer im Beispiel von Thailand nur die ersten vier Phasen bis hin zur Konsolidierung. Ein Grund dafür könnte sein, dass er die Situation Thailands im Jahre 2003 der Konsolidierungsphase oder kurz davor zugeordnet hat. Mit Blick auf die von Eisenstein definierten Phasen, könnte die Einordnung Thailands eher zum Ende der Development-Phase erfolgen. Als Gründe dafür können z. B. das weiterhin „[...] dynamische Wachstum [...]“, und die [...] Ausweitung der Kapazitäten [...] , aber auch [...] erste negative Effekte in Bezug auf Ökologie und Gesellschaft [...] angeführt werden (Eisenstein 2010:66).

In Anlehnung an das Lebenszyklus-Modell einer touristischen Region von Butler (1980:S.7 zitiert nach Eisenstein, 2010:64) erscheint es daher sinnvoll, das obenstehende Modell noch um die Phasen der Stagnation und Post- Stagnation zu ergänzen. Denn auch für Thailand können sogar erste Anzeichen der Stagnationsphase („ [...] hoher Anteil an organisiertem Massentourismus, [...] Ersatz ursprünglicher Attraktionen durch künstliche, [...] kaum Optimierungsmöglichkeiten der Verkehrsanbindung, [...] Überkapazitäten im Beherbergungssektor [...] , [etc.] Eisenstein (2010:67/68)) erkannt werden. Dies wurde unter anderem schon anhand der bereits dargestellten Entwicklung und den in Kapitel 2.2 angeführten Pressestellen deutlich. Eine detaillierte Betrachtung dieser Anzeichen und Effekte wird in Kapitel drei erfolgen. Die genaue Einordung Thailands in eine konkrete Phase erscheint schwierig, wie auch die differierenden Ansichten der Autoren zeigen. Als sicher angesehen werden kann jedoch die Notwendigkeit der (Gegen-)steuerung der zuständigen Tourismusbehörden, um ein Abrutschen in die letzten Phasen zu vermeiden. Wie groß die Reserven und Ressourcen, bzw. die Tragfähigkeit Thailands noch sind, wird sich in den in Kapitel drei zu analysierenden Effekten widerspiegeln und dadurch anschließend eine genauere Einordnung möglicherweise erleichtern.

3. Die Effekte des Tourismus

Mit Bezug auf das touristische Strukturmodell nach Hansruedi Müller (2008:79, zitiert nach Eisenstein 2010:8) lassen sich im Tourismus drei grundlegende Umweltbereiche identifizieren, die in enger Beziehung zueinander stehen, sich gegenseitig beeinflussen und dadurch unterschiedliche Effekte hervorrufen. Die Komplexität des Tourismus und seine Vielfältigkeit führen demnach auch zu individuell zu betrachtenden Effekten in den drei Umweltbereichen: Ökonomie, Soziokultur und Ökologie. (vgl. Eisenstein 2010:22) Diese drei Bereiche und die dazugehörigen Effekte gilt es in den nachfolgenden Kapiteln, auf Basis der zur Verfügung stehenden Daten, bestmöglich abzubilden.

[...]


[1] im weiteren Verlauf als TAT bezeichnet

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Effekte des Tourismus am Beispiel von Thailand
Hochschule
Fachhochschule Westküste Heide
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
32
Katalognummer
V371812
ISBN (eBook)
9783668499720
ISBN (Buch)
9783668499737
Dateigröße
1000 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Effekte des Tourismus, Thailand, Nachhaltigkeit, Destinationsmanagement
Arbeit zitieren
Constantin Foltin (Autor), 2017, Effekte des Tourismus am Beispiel von Thailand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371812

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