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Die Funktion von Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Kindern

Title: Die Funktion von Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Kindern

Examination Thesis , 2004 , 109 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Dohmeier (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Damit Aussagen über die Funktionen eines Märchens möglich werden ist es notwendig, sich mit dieser literarischen Gattung auseinander zu setzen und sie in ihren Besonderheiten kennen zu lernen. Viele Menschen sind der Überzeugung, Märchen zu kennen, doch tun sie dies, weil sie von Rotkäppchen erzählen können? Da dieses bezweifelt werden darf, sollen zunächst die Eigenschaften dieser Gattung beschrieben werden, damit das Besondere dieses Genres erkennbar wird. Da es primär um die Kompetenzentwicklung bei Kindern geht, muss auch auf ihr Verhältnis zu der literarischen Gattung der Märchen eingegangen werden. Sie verbindet eine „Beziehung der besonderen Art“, die die Auswirkungen dieser Gattung auf kindliche Fähigkeiten nachvollziehbar und begründbar werden lässt. Um den Grad der Funktionalität der Märchen zu klären, müssen ferner die Fähigkeiten geschildert werden, auf deren Ausbildung Märchen vielleicht Einfluss ausüben: die literarisch-ästhetischen. Da für sie keine operationale Definition vorliegt, sollen zunächst das literarische Lernen und die ästhetische Erfahrung im Kontext der Schule beschrieben werden. Nachdem die theoretischen Grundlagen der Bedeutung der Märchen bei der besagten Entwicklung bei Kindern erläutert worden sind, ist es möglich, Aussagen über notwendige Voraussetzungen und elementare Aspekte zu machen sowie eine Bestimmung der literarischästhetischen Fähigkeiten zu formulieren. Daraus ergeben sich Fragen und Aufgaben in Hinblick auf die Märchenwirkungen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Kompetenzen. Es gilt zu klären, in welcher Hinsicht deren Ausbildung durch Märchen gefördert werden kann. Da das Feld des LiterarischÄsthetischen ein weites ist, wird es sich als hilfreich erweisen, Märchen in ihren Eigenarten und Besonderheiten zu kennen. In einem Zeitalter, das durch globale Kommunikation und deren Medien determiniert wird, reicht es nicht aus, Märchen ausschließlich als Texte zu betrachten, die den Kindern erzählt oder vorgelesen werden. Heute begegnen sie diesen ursprünglich mündlich überlieferten Erzählungen in unterschiedlicher medialer Form, so dass der Wirkungsbereich der Märchen erweitert wird. Die abschließende Bewertung fasst letztendlich die gewonnen Erkenntnisse zusammen. Möglicherweise kann damit das funktionale Spektrum der Märchen erweitert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Originäre Bedingungsfelder literarisch-ästhetischen Lernens

2.1 Das Märchen

2.1.1 Der Märchenbegriff

2.1.2 Themen und Inhalte

2.1.3 Der Aufbau

2.1.4 Stilistische Merkmale

2.1.5 Die Sprache

2.1.6 Das gegenwärtige Interesse

2.2 Kinder und Märchen

2.2.1 Das kindliche Denken

2.2.2 Die kindliche Märchenrezeption

2.2.3 Das Märchenalter

2.3 Das Literarische und das Ästhetische im Kontext des Lernens

2.3.1 Was ist literarisches Lernen?

2.3.2 Das Resultat: literarische Fähigkeiten

2.3.3 Ästhetik im Unterricht

2.3.4 Was sind ästhetische Erfahrungen?

2.3.5 Das Resultat: ästhetische Fähigkeiten

3. Das Literarisch-Ästhetische

3.1 Notwendige Voraussetzungen

3.2 Das Elementare: Imagination

3.3 Die Sprache als Zentrum des Interesses

3.4 Das Resultat: literarisch-ästhetische Fähigkeiten

4. Die derivative Funktion der Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten

4.1 Märchen als literarische Grundlage ästhetischer Erfahrungen

4.2 Was Märchen im Stande sind zu leisten

4.2.1 Erlauben sie Sprachspiele?

4.2.2 Lassen sie Implizites explizit werden?

4.2.3 Liefern sie zu verinnerlichende Muster?

4.2.4 Ermöglichen sie Transformationsprozesse?

4.2.5 Erlauben sie Individualität?

4.2.6 Enthalten sie Mündlichkeit und Schriftlichkeit?

4.2.7 Dienen sie der Imaginationsförderung?

4.3 Zusammenfassung

5. Präskriptive Bewertung

6. Der Einfluss der Medienlandschaft

6.1 Das Zeitalter der Medien

6.2 Kinder und Medien

6.3 Märchen und Medien

6.3.1 Märchen in der Medienlandschaft

6.3.2 Varianten der Imaginationsförderung

6.3.3 Die Begegnung mit Sprache

6.4 Zusammenfassung

7. Abschließende Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche spezifische Funktion Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten von Grundschulkindern einnehmen und inwieweit sie diese Kompetenzen fördern können.

  • Die Gattung des Märchens und ihre spezifischen Eigenschaften.
  • Die besondere Beziehung zwischen Kindern und Märchen.
  • Literarisches Lernen und ästhetische Erfahrung im schulischen Kontext.
  • Die Funktion von Märchen für die Sprachentwicklung und Imagination.
  • Der Einfluss medialer Märchenadaptionen auf literarisch-ästhetische Lernprozesse.

Auszug aus dem Buch

2.1.4 Stilistische Merkmale

In Bezug auf die zentrale Fragestellung ist es ferner von Bedeutung die spezifischen stilistischen Merkmale der Märchen darzustellen, da sie die Unterschiede zu anderen Textsorten verdeutlichen.

Im 20. Jahrhundert war es Max Lüthi, der sich intensiv mit europäischen Volksmärchen beschäftigt und wegweisende Bestimmungen in Bezug auf ihren Stil vorgenommen hat. Bis heute haben seine typisierenden Merkmale nicht an Gültigkeit verloren, und noch immer berufen sich Wissenschaftler der neueren Märchenforschung auf seine Feststellungen. Auch für die folgenden Ausführungen über den Märchenstil dienen Lüthis Erkenntnisse als Orientierung. Die fünf wichtigsten und kennzeichnendsten Merkmale eines Märchens sind demnach:

Eindimensionalität

Die erste Besonderheit der Märchen ist ihre Eindimensionalität. Unter diesem Begriff ist zu verstehen, dass jedes Märchen – so kurz es auch sein mag – die ganze Welt umfassen und somit als kleines Universum bezeichnet werden kann. In diesem gibt es sowohl die menschliche als auch die übermenschliche Seite, d. h. eine erfahrbare und erfassbare sowie eine scheinbar unbegreifliche Welt. Die Welt des Märchens deckt sich somit mit der des Menschen, denn auch diese setzt sich bekanntlich aus einer diesseitigen und einer jenseitigen Komponente zusammen. Der große und bedeutsame Unterschied besteht jedoch darin, dass Menschen zeitlebens und häufig vergeblich bemüht sind, das scheinbar unbegreifliche Jenseits mit ihrer Umwelt in Verbindung zu bringen und zu einer Dimension verschmelzen zu lassen. Die Märchen hingegen vereinen diese beiden Welten auf eine absolut selbstverständliche Art und bewältigen problemlos vermeintlich unlösbare Aufgaben, ohne dass diese Kombination die geringste Verwunderung hervorruft. Vollkommen selbstverständlich ist das Übernatürliche fester Bestandteil der Märchen. Genau diese Fähigkeit, zwei unvereinbare Welten unbefangen miteinander verkehren zu lassen, lässt das Märchen zu einem faszinierenden Werk der Eindimensionalität werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Märchen eine Funktion bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Kindern haben, und erläutert die theoretischen Ausgangspunkte.

2. Originäre Bedingungsfelder literarisch-ästhetischen Lernens: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen über Märchen, das kindliche Denken sowie Konzepte des literarischen Lernens und ästhetischer Erfahrungen.

3. Das Literarisch-Ästhetische: Hier werden notwendige Voraussetzungen und zentrale Elemente wie Imagination und die Sprache als Gegenstand des Lernprozesses theoretisch beleuchtet.

4. Die derivative Funktion der Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten: Das Hauptkapitel analysiert konkret, wie Märchen als literarische Grundlage die Sprachförderung, Imagination und Kreativität bei Kindern beeinflussen.

5. Präskriptive Bewertung: Eine wertende Zusammenfassung der Ergebnisse, die Märchen eine spezielle sprachentwicklungsrelevante Funktion zuschreibt.

6. Der Einfluss der Medienlandschaft: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Medien bei der Märchenrezeption und grenzt diese kritisch von der Wirkung mündlich erzählter Märchen ab.

7. Abschließende Bewertung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bekräftigt die Bedeutung des Erzählens für die Förderung kindlicher Kompetenzen.

Schlüsselwörter

Märchen, literarisches Lernen, ästhetische Erfahrung, Sprachentwicklung, Imagination, Kinder, Grundschule, Phantasie, Sprachförderung, Medien, Literatur, Individualität, narrative Muster, Symbolsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Funktion, die Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Grundschulkindern spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Märchengattung, kindliche Rezeption, literarisches Lernen, Ästhetik, Sprachentwicklung sowie den Einfluss moderner Medien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Märchen aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften als wertvolle Grundlage zur Förderung sprachlicher und ästhetischer Kompetenzen dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur zu Märchenpädagogik, Entwicklungspsychologie und Literaturdidaktik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, welche spezifischen Fähigkeiten (wie Sprachspiele, Imagination oder Transformationsprozesse) durch Märchen explizit gefördert werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Märchen, literarisches Lernen, Imagination, Sprachentwicklung, Medienlandschaft und Ästhetik.

Warum wird zwischen erzählten Märchen und Medien-Märchen unterschieden?

Die Autorin argumentiert, dass mediale Adaptionen (Filme) oft die poetische Sprache berauben und somit weniger zur literarisch-ästhetischen Förderung beitragen als die erzählte Form.

Warum ist die Imagination für die Autorin so zentral?

Imagination gilt als konstitutive menschliche Fähigkeit, die durch die Offenheit und Abstraktion von Märchen angeregt wird und maßgeblich zur persönlichen Entwicklung beiträgt.

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Details

Title
Die Funktion von Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Kindern
College
University of Kassel
Grade
1,0
Author
Julia Dohmeier (Author)
Publication Year
2004
Pages
109
Catalog Number
V37191
ISBN (eBook)
9783638366083
ISBN (Book)
9783656663799
Language
German
Tags
Welche Funktion Märchen Entwicklung Fähigkeiten Kindern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Dohmeier (Author), 2004, Die Funktion von Märchen bei der Entwicklung literarisch-ästhetischer Fähigkeiten bei Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37191
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