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Engagement gegen den aufblühenden Antisemitismus. Edith Stein und ihr Brief an Papst Pius XI.

Titel: Engagement gegen den aufblühenden Antisemitismus. Edith Stein und ihr Brief an Papst Pius XI.

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Helena Niemann (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wir müssen mit Christus sterben, um mit ihm aufzuerstehen, gegebenfalls auch den blutigen Tod der Glaubenszeugen für die Botschaft Christi.“ Dieses Zitat von Edith Stein kurz vor ihrem Tod verkörpert für mich die Bedeutung ihrer Person in besonderer Weise. Sie war getaufte Jüdin und ging in Christi Namen und für ihr Volk in den Tod, sodass sie als Märtyrerin starb.

Als Hitler im Jahre 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde und die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde die Lage und das Leben der jüdischen Bevölkerung immer bedrohlicher, da sie aufgrund vieler Gesetze über keine Menschenwürde mehr verfügten und seit diesem Zeitpunkt ein Leben in Angst und Unterdrückung führten.

Edith Stein, eine christliche Philosophin und Frauenrechtlerin jüdischer Herkunft, erkannte die Bedrohung seitens des NS-Regimes und wollte die Situation verändern, um etwas für die Stellung der Juden zu bewirken. Aus diesem Grund verfasste sie 1933 einen Brief an Papst Pius XI., der gegen den aufblühenden Antisemitismus angehen sollte. Dieser Brief war jedoch über Jahre hinweg unbekannt und wurde erst 2003 von Papst Johannes Paul II. enthüllt. Edith Stein deutete die Anfänge der Judenverfolgung als einen Angriff auf die menschliche Natur Jesu Christi und prophezeite gewaltige Folgen, auch für die Christen, weshalb sie sich an den Papst wandte, der die höchste Autorität der katholischen Kirche darstellte.

Was aber waren ihre Erwartungen, Hoffnungen und Gründe, die sie beim Verfassen des Briefes hatte? Und schenkte der Papst dem Brief Aufmerksamkeit? Existiert ein Antwortscheiben des Papstes?
Diese Fragen beantwortet die nachfolgende Hausarbeit [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Edith Stein

3 Historischer Hintergrund

4 Quellenkritik

4.1 Der Brief

4.2 Innere Kritik

4.3 Das Begleitschreiben

4.4 Die Antwort auf den Brief

5 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Engagement der jüdisch-stämmigen und zum katholischen Glauben konvertierten Edith Stein gegen den aufkommenden Antisemitismus unter dem NS-Regime, insbesondere durch ihren bis 2003 unbekannten Brief an Papst Pius XI. Dabei wird analysiert, welche Erwartungen Stein an den Heiligen Stuhl hatte und inwiefern der Vatikan auf ihr Anliegen reagierte, wobei auch die Rolle der Enzyklika "mit brennender Sorge" als indirekte Antwort beleuchtet wird.

  • Die Biografie und religiöse Transformation von Edith Stein.
  • Der historische Kontext der nationalsozialistischen Judenverfolgung 1933.
  • Die quellenkritische Analyse des Briefes an Papst Pius XI.
  • Die Rolle des Begleitschreibens durch Erzabt Raphael Walzer.
  • Das Schweigen des Vatikans und die mögliche Verbindung zur Enzyklika "mit brennender Sorge".

Auszug aus dem Buch

4.2 Innere Kritik

Edith Stein hatte klare Ziele vor Augen, schrieb ihren Brief aus hoch motivierte Gründen im Namen des gesamten Volkes und verfasste ihn mit starken Argumenten. Sie erkannte einen Angriff auf die menschliche Natur Christi. Davon motiviert, wandte sie sich an den Papst und bat ihn, gegen die Judenverfolgung vorzugehen. Da es zur Zeit von Edith Stein den Gewohnheiten der Behörde entsprach, dass sie keine persönliche Antwort erhielt, kann anhand dieser Tatsache nicht gesagt werden, dass der Brief nicht gewürdigt wurde. Aus diesem Grund wurde die Echtheit des Briefes zunächst von einigen Menschen angezweifelt, da der Begriff „Enzyklika“ in ihrem Brief an den Papst wörtlich nicht auftauchte und sie den Papst eigentlich um eine Enzyklika bitten wollte.

Nachdem sich Edith Stein in ihren ersten Zeilen sowohl als „ein Kind des jüdischen Volkes“, als auch als katholische Christin bezeichnet, folgt eine detaillierte Schilderung der Ereignisse der Judenverfolgung und deren Konsequenzen für die Bevölkerung. Dieses Problem würde eine große Anzahl an Menschen bedrücken, sodass sie stellvertretend für das ganze deutsche Volk sprechen würde: „[das] Millionen von Deutschen bedrückt.“ Bei ihren Darstellungen der antijüdischen Maßnahmen des NS-Regimes bezieht sie sich vor allem auf die Vorkommnisse in Münster, die sie selbst miterlebte. Sie thematisiert hierbei vor allem den Boykott vom 01. April 1933.

Diese Schilderung erfährt eine hohe Bedeutung, da es der längste Abschnitt ist und sie sich damit stark auseinandersetzt. Außerdem kritisiert die Verfasserin in diesem Textabschnitt den Nationalsozialismus, da in Deutschland von „Gerechtigkeit und Menschlichkeit [und] Nächstenliebe“ nicht mehr zu reden sei. Edith Stein weist auf die vielen Hinweise der derzeitigen Judenverfolgung hin. Jahrelang hätten „die nationalsozialistischen Führer den Judenhass gepredigt“, sodass von Beginn ab an ein gutes Ende nicht erkennbar gewesen sei. Die „Saat des Hasses“ sei aufgegangen. Auffällig an dieser Stelle ist ihre Metapher „Saat des Hasses“. Der Leser stockt beim Lesen und prägt sich diese Worte besonders ein. Infolgedessen setzt der Leser sich mehr mit der Thematik auseinander, was die Verfasserin durch den Gebrauch der Metapher zu beabsichtigen versuchte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Edith Stein als Märtyrerin vor und umreißt die Fragestellung nach ihrem bisher unbekannten Brief an Papst Pius XI. im Kontext der nationalsozialistischen Verfolgung.

2 Edith Stein: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Edith Steins von ihrer jüdischen Kindheit über ihre philosophische Laufbahn bei Husserl bis hin zu ihrem Eintritt in den Karmel nach.

3 Historischer Hintergrund: Der Abschnitt skizziert die politische Situation ab 1933, die Entrechtung der Juden und das zunehmende Schweigen der katholischen Kirche gegenüber dem NS-Regime.

4 Quellenkritik: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung des Briefes, seiner Einordnung als Primärquelle, der Rolle des Begleitschreibens von Raphael Walzer sowie der Reaktion seitens des Kardinalstaatssekretärs.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Edith Stein die Gefahr durch den Nationalsozialismus klar erkannte, ihr Bittschreiben jedoch keine unmittelbare kirchenpolitische Änderung bewirkte, auch wenn die Enzyklika "mit brennender Sorge" als spätere indirekte Reaktion gedeutet werden kann.

Schlüsselwörter

Edith Stein, Papst Pius XI., Antisemitismus, Nationalsozialismus, Judenverfolgung, Quellenkritik, Enzyklika, mit brennender Sorge, katholische Kirche, Teresia Benedicta a Cruce, Raphael Walzer, Reichskonkordat, Menschenrechte, Widerstand, Märtyrerin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Bittschreiben der Edith Stein an Papst Pius XI. aus dem Jahr 1933, in dem sie das Oberhaupt der katholischen Kirche aufforderte, gegen den aufblühenden Antisemitismus in Deutschland Stellung zu beziehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Biografie von Edith Stein, die kirchenpolitische Haltung des Vatikans während der frühen Phase des Nationalsozialismus und die Analyse von Dokumenten zur Judenverfolgung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Beweggründe von Edith Stein für ihr Schreiben zu verdeutlichen und zu klären, warum der Vatikan darauf nicht direkt reagierte und welche Rolle spätere Verlautbarungen wie die Enzyklika "mit brennender Sorge" spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der historischen Quellenkritik, um den Brief sowie das Begleitschreiben von Erzabt Raphael Walzer in ihren zeithistorischen Kontext einzuordnen und zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird das Leben von Edith Stein, der historische Hintergrund der Machtübernahme Hitlers, eine quellenkritische Analyse des Briefes und der Austausch mit dem Vatikan ausführlich dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Edith Stein, Antisemitismus, katholische Kirche, NS-Regime, Vatikan, Enzyklika und Menschenrechte.

Warum blieb der Brief von Edith Stein jahrelang unbekannt?

Der Brief blieb im Vatikan unter Verschluss, da die entsprechenden Geheimarchivalien erst durch Papst Johannes Paul II. im Jahr 2003 für die Forschung geöffnet wurden.

Inwiefern kann die Enzyklika "mit brennender Sorge" als Antwort gewertet werden?

Obwohl sie erst 1937 erschien, sehen Historiker in ihr eine indirekte Antwort auf die zahlreichen Bittgesuche der damaligen Zeit, darunter auch das von Edith Stein, da sie Grundprinzipien des Nationalsozialismus und die Ideologie der Rassenüberhöhung verurteilte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Engagement gegen den aufblühenden Antisemitismus. Edith Stein und ihr Brief an Papst Pius XI.
Hochschule
Universität Münster
Note
2,0
Autor
Helena Niemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V371941
ISBN (eBook)
9783668502802
ISBN (Buch)
9783668502819
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Edith Stein Antisemitismus Papst Pius
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Helena Niemann (Autor:in), 2015, Engagement gegen den aufblühenden Antisemitismus. Edith Stein und ihr Brief an Papst Pius XI., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371941
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Leseprobe aus  16  Seiten
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