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Das Gewissen aus der Sicht christlicher Ethik. Subjektive und individuelle Bewertung oder die "Stimme Gottes"?

Título: Das Gewissen aus der Sicht christlicher Ethik. Subjektive und individuelle Bewertung oder die "Stimme Gottes"?

Trabajo de Seminario , 2017 , 13 Páginas

Autor:in: Anonym (Autor)

Teología - Teología práctica
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In dieser Arbeit soll es um die Gewissensfrage aus der Sicht der christlichen Ethik gehen. Besonders die Frage, ob das Gewissen ein „zuverlässiger Wegweiser“ ist, wie es Tolstoi beschreibt, wird vor diesem Hintergrund erörtert werden.

Wenn es um das Gewissen geht, sind alle Menschen Experten, denn jeder macht Erfahrung mit seinem Gewissen. Mal „beißt“ es, mal ist es verängstigt, dann wieder getrost und froh. In einem Sprichwort heißt es: „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“ und in der Tat ist es so, dass die Stimme des Gewissens so laut und deutlich in unserem Inneren sprechen kann, dass wir schlaflose Nächte haben. Denn dann kommen vielleicht Schuldgefühle hoch und wir sind innerlich total unruhig.
Doch was verstehen wir genau vom Begriff Gewissen und wie wurde es im Laufe der Geschichte verstanden? Von der Etymologie des deutschen Wortes ist der Begriff des Gewissens nicht erklärbar. Eher von der altdeutschen Form giwizzani als Übersetzung vom lateinischen con-scientia (Mit-Wissen), das auf das griechische Wort syn-eidesis zurückgeht. Den ältesten Beleg finden wir schon um 400 v. Chr. beim gr. Dichter Euripides wieder. Dort bekennt eine Figur: „Ich weiß (synodia), daß Schreckliches ich getan.“ Hier klagt er sich selbst als Verbrecher an. Syn-eidesis wurde früher auch nicht zuerst als ein philosophisches Phänomen betrachtet, sondern ist zunächst im alltäglich-umgangssprachlichen Gebrauch mehrheitlich vorgekommen. Erst bei den Stoikern, wie Seneca (5-65 n.Chr.) wird der Begriff auch in den philosophischen Sprachgebrauch eingebunden. Seneca gebraucht den Begriff vor allem als innere Stimme Gottes und er ist der Erste, der zwischen gutem und schlechtem Gewissen unterscheidet. Häufig spricht auch der jüdische Philosoph und Theologe Philo über diesen Begriff. Dort gebraucht er das Bild vom inneren Gerichtshof für die Erklärung des Begriffes. Doch es bildeten sich noch weitere Metaphern raus: „Das Innere; die innere Stimme (daimonion), auch als Stimme Gottes in der Seele gedeutet; innerer Gerichtshof, indem die Selbstprüfung in der täglichen Gewissenserforschung praktiziert wird.“

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS GEWISSEN

2.1 BEGRIFFSKLÄRUNG UND DAS VERSTÄNDNIS IN DER GESCHICHTE

2.2 SENECA: GEWISSEN – STIMME GOTTES IM MENSCHEN?

2.3 EXKURS: GEWISSENSFREIHEIT IM DEUTSCHEN GRUNDGESETZ

2.4 GRUNDIRRTUM ZUM BEGRIFF

3. DAS GEWISSEN AUS CHRISTLICH ETHISCHER SICHT

3.1 BIBLISCH-THEOLOGISCHE LEHRE VOM GEWISSEN

3.2 ALTES TESTAMENT – HERZ UND NIEREN

3.3 DAS GEWISSEN IM NEUEN TESTAMENT

3.4 SYNEIDESIS – ALS SELBSTÄNDIGE, “OBJEKTIVE” INSTANZ IM MENSCHEN

4. PERSÖNLICHES FAZIT

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen des Gewissens aus systematisch-theologischer und christlich-ethischer Perspektive. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Vordergrund, ob das Gewissen lediglich als Ausdruck subjektiver Bewertung zu verstehen ist oder tatsächlich als eine objektiv wirkende Instanz, im Sinne einer "Stimme Gottes", gedeutet werden kann.

  • Etymologische und historische Entwicklung des Gewissensbegriffs
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Gewissen bei Seneca
  • Biblisch-theologische Analyse des Gewissens und verwandter anthropologischer Konzepte
  • Untersuchung der paulinischen Syneidesis als objektive, neutrale Instanz
  • Einordnung des Gewissens in die christliche Verantwortungsethik

Auszug aus dem Buch

3.4 Syneidesis – als selbständige, “objektive” Instanz im Menschen

H.J. Eckstein behandelt in seinem Buch „Der Begriff Syneidesis bei Paulus“ sehr ausführlich die Stelle in Römer 2,15. Auch T. Schirrmacher bearbeitet diese Stelle in seiner Ethik „Das Gesetz der Liebe“ im Zusammenhang von Gewissen und Naturrecht.

Römer 2, 14-16:

„Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Sie beweisen damit, dass des Gesetzes Werk in ihr Herz geschrieben ist; ihr Gewissen bezeugt es ihnen, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen, an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Christus Jesus richtet, wie es mein Evangelium bezeugt.“

Dies wäre auch die einzige Stelle in der Bibel, mit der man das Naturrecht begründen könnte. Hintergrund des Verses ist die Argumentation des Paulus, die deutlich machen soll, dass nicht nur die Heiden (Kap. 1), sondern auch die Juden (Kap. 2) unentschuldbar sind. Damit sind die Heiden gleich verantwortlich vor Gott wie die Juden. Entscheidend wird im Gericht sein, nicht ob jemand das Gesetz kennt, sondern ob er es tut. Bevor Eckstein exegetisch auf den Schluss kommt, dass: “Die einzig eindeutige, positive und durch diese Stelle auch isoliert zu gewinnende Bestimmung ist […], daß Paulus selbstverständlich die Syneidesis auch bei den Heiden als gegeben voraussetzt und sie somit als ein allgemeines anthropologisches Phänomen auffaßt.”, hebt er hervor, dass die Gedanken, die sich die Heiden machen, beweisen, dass das Gesetz in ihren Herzen vorhanden ist. Das würde für mich die Ebenbildlichkeit des Menschen bestätigen und bezeugen, dass es eine Art Naturrecht gibt. Dieses Gesetz oder das Normverständnis ist aber nicht gleichzusetzen mit dem Gewissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwieweit das Gewissen eine verlässliche Instanz darstellt oder von subjektiven Einflüssen geprägt ist, und steckt den Rahmen für die systematisch-theologische Untersuchung ab.

2. DAS GEWISSEN: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsklärung und der geschichtlichen Entwicklung, beleuchtet Senecas Verständnis des Gewissens als Stimme Gottes und behandelt in einem Exkurs die Gewissensfreiheit im Grundgesetz sowie grundlegende Irrtümer im Begriffsverständnis.

3. DAS GEWISSEN AUS CHRISTLICH ETHISCHER SICHT: Dieser Hauptteil analysiert das Gewissen in der Bibel, insbesondere im Alten Testament (Herz und Nieren) sowie im Neuen Testament, und interpretiert die paulinische Syneidesis als objektive Instanz im Menschen.

4. PERSÖNLICHES FAZIT: Das Fazit synthetisiert die gewonnenen Erkenntnisse und definiert das Gewissen als eine neutrale, urteilende Instanz zwischen dem eigenen Handlungsbewusstsein und dem durch den Verstand erfassten Normbewusstsein vor Gott.

Schlüsselwörter

Gewissen, Christliche Ethik, Syneidesis, Stimme Gottes, Verantwortungsethik, Systematische Theologie, Anthropologie, Normbewusstsein, Paulus, Römerbrief, Naturrecht, Herz, Handlungsbewusstsein, Identität, Gottes Wille.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition und der theologischen Einordnung des Gewissens. Sie untersucht, ob das Gewissen eine rein subjektive moralische Instanz darstellt oder als göttliche Stimme verstanden werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit spannt den Bogen von der Etymologie und Ideengeschichte über rechtsphilosophische Aspekte bis hin zur biblisch-theologischen Exegese und systematisch-ethischen Bewertung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, wie sich die "Stimme des Gewissens" von der "Stimme Gottes" unterscheidet und ob es möglich ist, diese als objektive Instanz in der christlichen Ethik zu verankern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematisch-theologische Herangehensweise gewählt, die auf der Analyse fundamentalethischer Fachbücher sowie einer exegetischen Auseinandersetzung mit biblischen Textpassagen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Begriffs und eine tiefgehende biblische Untersuchung, wobei insbesondere die paulinische Lehre von der Syneidesis im Fokus steht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind Syneidesis, Verantwortungsethik, biblische Anthropologie, Normbewusstsein und das Verhältnis von Verstand und Gewissensurteil.

Warum reicht der Verstand allein laut Autor nicht aus, um das Gewissen zu ersetzen?

Der Autor führt aus, dass das Gewissen als eine neutrale, urteilende Instanz fungiert, die auf Basis des im Verstand gespeicherten Normbewusstseins agiert. Der Verstand liefert die Normen, während das Gewissen das Handeln daran spiegelt.

Was ist die Schlussfolgerung des Autors bezüglich der "Stimme Gottes"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Gewissen selbst nicht direkt die Stimme Gottes ist, aber Gott sich durch die Funktion des Gewissens Gehör verschafft, um den Menschen zur Ausrichtung an seinem Willen aufzurufen.

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Detalles

Título
Das Gewissen aus der Sicht christlicher Ethik. Subjektive und individuelle Bewertung oder die "Stimme Gottes"?
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
13
No. de catálogo
V372057
ISBN (Ebook)
9783668500969
ISBN (Libro)
9783668500976
Idioma
Alemán
Etiqueta
Religion Gewissen Christen Ethik Gut Böse Richtig Falsch chritlich Theologie Philosophie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2017, Das Gewissen aus der Sicht christlicher Ethik. Subjektive und individuelle Bewertung oder die "Stimme Gottes"?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372057
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