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Zur Konzeption weiblichen Lebens in der Frühen Moderne am Beispiel "Frau Berta Garlan" und "Die Jagd nach Liebe" unter Miteinbezug der männlichen Herrschaft von Pierre Bourdieu

Titre: Zur Konzeption weiblichen Lebens in der Frühen Moderne am Beispiel "Frau Berta Garlan" und "Die Jagd nach Liebe" unter Miteinbezug der männlichen Herrschaft von Pierre Bourdieu

Mémoire de Maîtrise , 2012 , 92 Pages , Note: 1.0

Autor:in: Max Philipp Brüchmann (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit befasst sich mit der Untersuchung von weiblichen Lebenskonzepten in ausgewählten Erzähltexten des frühen 20. Jahrhunderts. Auf der Basis von Bourdieus Konzept männlicher Herrschaft soll untersucht werden, in wie weit in der weiblichen Person angelegte (ggf. sexuelle) Potentiale in den Erzählungen aus dieser Zeit realisiert werden und welche textuelle Bewertung diese erfahren. Wie viel Abweichung von bestehenden männlich bestimmten Geschlechternormen lassen die Texte zu? Wie weit werden die Grenzen stilisierter Weiblichkeit aufgebrochen – sofern so etwas überhaupt stattfindet?

Als Analysegegenstand werden zwei Werke des entsprechenden Literatursystems gewählt, anhand derer im Text vorkommende Entwürfe weiblicher Lebens-(führung) vor der Folie der geschlechtlichen Machtrelationen im Sinne Bourdieus untersucht werden sollen. Als Grundlage wurde hierzu u.a. Frau Berta Garlan von Arthur Schnitzler aus dem Jahr 1901 gewählt. Die weibliche Hauptfigur Berta Garlan sieht sich nicht nur einer Konfrontation mit aufkommenden sexuellen Wünschen, sondern ebenfalls einer sich steigernden Kollision mit den männlich dominierten Normen gegenüber. Mit der Erkenntnis, dass ein Mann „alles“ mit ihr machen könne, was dieser eben möchte, scheint sie sich der männlichen Herrschaft zu fügen. Dem wird mit u.a. Ute Ende die scheinbar selbstbewusste weibliche Hauptfigur aus Heinrich Manns Erzählung Jagd nach Liebe aus dem Jahr 1904 gegenübergestellt. Ihre Lebenseinstellung „‚Ich werd [sic!] alles, was ich will. Und geben will ich nichts‘“, (JL 44) steht diametral gegen die normativ vorgezeichneten Lebensentwürfe einer Frau jener Epoche und zeigt Tendenzen einer kategorischen Weigerung gegen männliche Machtausübung im Sinne Bourdieus. Beide Frauen, so soll hier vorgegriffen werden, befinden sich im Stadium eines reduzierten Lebens unterschiedlicher Ausprägung oder sehen sich in der Gefahr in ein solches Lebensmuster gedrängt zu werden. Es soll untersucht werden, ob die Begründung dieses Status´ in der Ausübung männlicher Macht liegt und eine Überwindung des ursprünglichen Lebens gleichzeitig mit einer Dominanzverschiebung zugunsten der Frau stattfindet. Es soll herausgearbeitet werden, ob und in wie weit eine restriktiv textuelle Bewertung von normabweichender Lebensführung weiblicher Figuren vorgenommen wird, oder in den Texten Konzeptionen vorliegen, welche außerhalb der festen Grenzen von Weiblichkeit erfolgreich gegen die Männlichkeit Bestand haben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

1.1. Vorgehensweise und Methode

1.2. Stand der Forschung

1.3. Lebensbegriff in der Frühen Moderne

1.4. Leben und Weiblichkeit

1.5. Männliche Herrschaft und weibliche Unterwerfung bei Pierre Bourdieu

2. Der Weiblichkeitsdiskurs im ausgehenden 19. Jahrhundert

2.1. Imagination eines Ideals – Die Sexualität der Frau

2.2. Die Frau als Ehefrau und Mutter

2.3. Die Abnormität des Weiblichen – Das krankhafte Geschlechtsleben des Weibes

3. Frau Berta Garlan

3.1. Die Erzählsituation als Indiz für die Unklarheit über sich selbst

3.2. Bertas Potentiale

3.3. Berta und Mutterschaft – „Das einzige, was ihr etwas bedeutet“

3.4. Sexualität

3.4.1. Sexualität und Alter

3.4.2. Musik und Sexualität

3.4.3. Ahnungen, Unbewusstes und Unterbewusstes – Ein Kratzen an der eigenen Normenhülle?

3.4.4. Passive Resexualisierung als die Auflehnung gegen patriarchale Normen?

3.5. Männliche Dominanz und Doppelmoral

3.6. Resignation als Unterwerfung unter die männliche Dominanz

4. Die Jagd nach Liebe

4.1. Die Frau als Objekt

4.2. Die Ökonomie der Körper – Prostitution als Unterwerfung?

4.2.1. Exkurs: Sexualitätskonzeption als Problembestimmung

4.2.2. Die Starke – Ute Ende

4.2.3. Die Weiche – Bella Walgauer

4.2.4. Die Andere – Gilda Franchini

4.3. Umgekehrte Dominanzrelationen – Der Machtwille Ute Endes

4.4. Gildas Macht durch Manipulation

4.5. Bellas Eheplan - Die besiegte männliche Herrschaft?

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Publikation

Die Arbeit untersucht weibliche Lebenskonzepte in den Erzählungen "Frau Berta Garlan" von Arthur Schnitzler und "Die Jagd nach Liebe" von Heinrich Mann vor dem Hintergrund von Pierre Bourdieus Konzept der männlichen Herrschaft, um aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Normen und männliche Dominanz die weibliche Lebensführung einschränken und pathologisieren.

  • Männliche Herrschaft und patriarchale Normen um 1900
  • Die Rolle von Sexualität als Instrument männlicher Machtausübung
  • Weibliche Lebenskonzepte und der "Mortifikationsprozess"
  • Vergleich von Handlungsspielräumen und Emanzipationsversuchen
  • Einfluss des geschlechtlichen Habitus auf die Selbstwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.4.4. Passive Resexualisierung als die Auflehnung gegen patriarchale Normen ?

Zeitgleich mit dem Beginn der dargestellten Handlung deutet der Text bereits Bertas „Resexualisierung“ an. Textuell wird diese auf unterschiedlichste Weisen dargestellt – selten jedoch wirklich als von Berta bewusst ausgeführte Handlung oder Willen. Wie zu zeigen sein wird, formiert sich Sexualität und der Wunsch nach deren Befriedigung bei Berta im Unterbewusstsein. Die von Bertas internalisierten gesellschaftlichen Normvorstellungen für eine Frau sind anfänglich noch dermaßen dominant, dass sie unter ihnen ihr sexuelles Verlangen kaum erkennen bzw. begreifen kann. Bertas Umgang mit ihrer aufflammenden Sexualität und dem angestrebten Ausleben ist im Fortgang dann geprägt von Unsicherheiten und dem extremen Wandel von strikter Ablehnung und lustvoller Überwältigung.

Dem Leser wird dieses Wiedererwachen als eine Störung der für Berta geltenden alltäglichen Ordnung dargestellt. Die Grenzen, die ihre Person als Teil der Kleinstadt-Gesellschaft umgibt und durch die sich Berta als asexuelle Mutter definiert, werden hier überschritten. Die Figur ist außerhalb dieser verinnerlichten Moralvorstellungen orientierungslos. Paetzke spricht Berta aufgrund dieser Anzeichen von Orientierungslosigkeit eine personale Identität ab, deren ich als verloren, wenn nicht gar als unrettbar gilt. Berta ist nicht nur „überrascht“ über die unbekannten Zeichen ihres Körpers, einer Form ermattenden „Schläfrigkeit“, sondern sie verliert auf einem Spaziergang, den sie seit etlichen Jahren mehrmals die Woche absolviert und daher gewohnt ist, auch die zeitliche Orientierung (vgl. BG 6 f). Dieses Phänomen der fehlenden Orientierung zieht sich wie ein roter Faden durch die Erzählung und markiert die fehlende Kompatibilität normabweichender sexueller Bedürfnissen und Wünsche Bertas mit den herrschenden und von ihr internalisierten Gesellschaftsnormen. Direkt nachdem sie von einem jungen Herren in Wien auf der Straße angesprochen wird, wodurch sie erneut mit ihren unterbewussten sexuellen Wünschen konfrontiert wird, meint sie zum wiederholten Male, die Zeit vergessen zu haben – was sich jedoch als falsch herausstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung: Einführung in das Thema der männlichen Herrschaft in der Frühen Moderne und Vorstellung der Analysegrundlage anhand Bourdieus Konzept.

2. Der Weiblichkeitsdiskurs im ausgehenden 19. Jahrhundert: Darstellung der zeitgenössischen Normen, die weibliche Sexualität als pathologisch oder nicht existent klassifizierten.

3. Frau Berta Garlan: Analyse von Berta Garlans Emanzipationsversuchen innerhalb der engen Grenzen eines von Männern geprägten Wertesystems.

4. Die Jagd nach Liebe: Untersuchung der weiblichen Figuren Ute, Bella und Gilda bei Heinrich Mann hinsichtlich ihres Umgangs mit Objektivierung und Dominanz.

5. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, die eine allumfassende männliche Dominanz in beiden Werken konstatieren.

Schlüsselwörter

Männliche Herrschaft, Pierre Bourdieu, Frühe Moderne, Arthur Schnitzler, Heinrich Mann, Frau Berta Garlan, Die Jagd nach Liebe, Weiblichkeit, Sexualität, Patriarchat, Doppelmoral, Habitus, Emanzipation, Geschlechterrollen, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie weibliche Figuren in ausgewählten Erzähltexten der frühen Moderne unter dem Einfluss männlicher Normen und Herrschaftsstrukturen agieren und scheitern.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Weiblichkeit, der Rolle der Sexualität im patriarchalen System sowie der Bedeutung gesellschaftlicher Machtverhältnisse.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwieweit weibliche Lebensentwürfe in der Literatur um 1900 die bestehenden, männlich geprägten Geschlechternormen aufbrechen können oder ob sie an ihnen scheitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Untersuchung basiert primär auf dem soziologischen Konzept der "männlichen Herrschaft" von Pierre Bourdieu, angewendet auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse von Schnitzlers "Frau Berta Garlan" und die Untersuchung von Heinrich Manns "Die Jagd nach Liebe".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind männliche Herrschaft, symbolische Gewalt, geschlechtlicher Habitus, Nicht-Leben, Doppelmoral und weibliche Subjektivität.

Welche Funktion hat die Musik für die Figur Berta Garlan?

Musik fungiert für Berta als Ersatz für ihre unterdrückte Sexualität und als Indikator für ihren schleichenden Prozess der Re-Sexualisierung.

Warum wird die Figur der Ute Ende als so gegensätzlich zu Berta Garlan dargestellt?

Während Berta in internen Normen gefangen bleibt und ihre Wünsche passiv-unbewusst erlebt, versucht Ute durch bewusste Schauspielerei und strikte Verweigerung männlicher Ansprüche Autonomie zu erzwingen.

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Résumé des informations

Titre
Zur Konzeption weiblichen Lebens in der Frühen Moderne am Beispiel "Frau Berta Garlan" und "Die Jagd nach Liebe" unter Miteinbezug der männlichen Herrschaft von Pierre Bourdieu
Université
University of Passau  (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft)
Note
1.0
Auteur
Max Philipp Brüchmann (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
92
N° de catalogue
V372062
ISBN (ebook)
9783668503793
ISBN (Livre)
9783668503809
Langue
allemand
mots-clé
Frühe Moderne Schnitzler Berta Garlan Jagd nach Liebe Mann Sexualität männliche Dominanz männliche Herrschaft Pierre Bourdieu Lebensbegriff emphatisches Leben 19. Jahrhundert Weiblichkeitsdiskurs Krafft-Ebing Fischer-Dückelmann
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Max Philipp Brüchmann (Auteur), 2012, Zur Konzeption weiblichen Lebens in der Frühen Moderne am Beispiel "Frau Berta Garlan" und "Die Jagd nach Liebe" unter Miteinbezug der männlichen Herrschaft von Pierre Bourdieu, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372062
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