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Die Durchführung eines virtuellen Tutoriums

Ein Schulungsentwurf für Nachwuchswissenschaftler

Titel: Die Durchführung eines virtuellen Tutoriums

Hausarbeit , 2016 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Friederike Helle (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit zielt darauf ab, Nachwuchswissenschaftler mittels eines Schulungsentwurfs nach dem Vier Komponenten Instruktions Modell (4CID-Modell) zur Durchführung virtueller Tutorien zu befähigen.

Die Auffassung, virtueller Unterricht sei dem Präsenzunterricht im Allgemeinen überlegen, begründen Befürworter des E-Learning damit, dass multimediale Werkzeuge zu jeder Zeit und für jeden verfügbar sind. Für viele Erwachsene, deren Tagesablauf durch die Vereinbarung von Familie und Job bestimmt ist, bieten dieser Vorteil und die damit einhergehende Flexibilität die Möglichkeit, zusätzlich ein Studium zu absolvieren. Daraus ergibt sich für Präsenz- und Fernuniversitäten der Bedarf an zeit- und ortsunabhängigem E-Learning, wie zum Beispiel virtuellen Tutorien und somit auch an in E-Learning geschulten Lehrenden bzw. Tutoren. Der Duden definiert den Begriff Tutor u. a. als „Lehrer, Ratgeber und Betreuer von Studierenden und SchülerInnen“. Quilling und Nicolini (2009) zufolge setzt sich das Profil eines E-Learning Coaches aus den vier Kompetenzfeldern methodisch-didaktische Kompetenz, medientechnische Kompetenz, Kommunikations- und Sozialkompetenz sowie Fachkompetenz zusammen (Quilling & Nicolini, 2009, S. 121). Die Frage nach dem Qualifikationsprofil des idealen Tutors beantwortet Rautenstrauch (zitiert nach Böhm, 2006, S. 26) mit einer Reihe von Eigenschaften und Kompetenzen: demnach verfügt der ideale Tutor unter anderem über didaktische Kenntnisse, autodidaktische Fähigkeiten, technische, Moderations- und Fachkompetenzen, kommunikative Fähigkeiten, Wissen über Lerntypen und -prozesse, Kreativität und die Fähigkeit, eine begrenzte Zahl von Lernenden gleichzeitig zu betreuen. Die in beiden Profilen erwähnten didaktischen Kompetenzen bedürfen einer Ausbildung, die im Fall deutscher Hochschullehrer bisher weitgehend dem Zufall überlassen wurde. Somit waren sie in der Erarbeitung eigener Lehrkompetenzen auf sich allein gestellt (Winteler & Krapp, 1999, S. 45). Um daraus resultierenden Qualitätsmängeln in der Lehre - bestehend aus fehlerhaft oder gar nicht erlernten Lehrkompetenzen - gezielt vorzubeugen, wird im Folgenden eine Schulung für Nachwuchswissenschaftler zum Erwerb der Zielkompetenz, ein virtuelles Tutorium durchzuführen, erarbeitet und vorgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zielsetzung

1.2 4CID-Modell

1.3 Szenario

1.4 Virtualität

2 Theoretischer Exkurs

2.1 Pfadabhängigkeit

2.2 Unterschied zwischen Didaktik und Instruktionsdesign

2.3 Bezugstheorie des 4CID-Modells

3 Hierarchische Kompetenzanalyse

3.1 Hierarchiefunktion

3.2 Hierarchieerstellung

3.3 (Non-) Rekurrente Fertigkeiten

4 Bildung von Aufgabenklassen

4.1 Funktion

4.2 Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen

5 Entwicklung von Lernaufgaben

5.1 Lernaufgaben

5.2 Variabilität

5.3 Mediale Umsetzung

5.4 Fidelity

5.5 Didaktische Szenarien

6 Prozedurale und unterstützende Information

6.1 Unterstützende Information

6.2 Prozedurale Information

7 Part-task Practice

8 Fazit

8.1 Verortung im ADDIE-Phasenmodell

8.2 Stärken-Schwächen-Abschätzung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit entwickelt einen Schulungsentwurf, um Nachwuchswissenschaftler mittels des 4CID-Modells dazu zu befähigen, virtuelle Tutorien effektiv und zielgerichtet durchzuführen, und begegnet damit bestehenden Mängeln in der hochschuldidaktischen Ausbildung.

  • Anwendung des 4CID-Modells auf ein konkretes Lernszenario
  • Konstruktive Verzahnung von Theorie und didaktischer Praxis
  • Systematische Fertigkeitenanalyse zur Kompetenzvermittlung
  • Design von Lernaufgaben unter Berücksichtigung kognitiver Belastung
  • Evaluation und kritische Reflexion des Schulungsentwurfs

Auszug aus dem Buch

1.2 4CID-Modell

Das 4CID-Modell ist ein Lehr- und Lernmodell für komplexes Lernen, welches empirisch abgesicherte Handlungsempfehlungen für den Entwurf von Lernmaterialien zum Erwerb einer Zielkompetenz zur Verfügung stellt (Bastiaens, Deimann, Schrader, & Orth, 2009, S. 90). Entwickelt wurde das 4CID-Modell Ende der 1990er Jahre von van Merriënboer et al. als Lernmodell für komplexe Fertigkeiten (van Merriënboer, Clark, & de Croock, 2002, p. 39). Als ganzheitlicher Ansatz berücksichtigt das 4CID-Modell die Komplexität von Aufgaben, ohne dabei Teilelemente zu vernachlässigen (van Merriënboer & Kirschner, 2013, p. 5). Ein entscheidender Faktor ist demnach die Fähigkeit, diese Teilelemente zu integrieren und zu koordinieren (van Merriënboer et al., 2002, p. 40). Das 4CID-Modell unterscheidet rekurrente (wiederkehrende) und non-rekurrente (nicht-wiederkehrende) Fertigkeiten (van Merriënboer et al., 2002, p. 42) sowie zwei Informations- und zwei Übungskomponenten, die, miteinander in Wechselwirkung stehend, die Hauptkomponenten des Modells bilden:

Lernaufgaben (learning task) sind authentische und ganzheitliche Aufgaben zum Einüben der Zielkompetenz. Der Aufbau kognitiver Schemata zur Steuerung der Ausführung non-rekurrenter Fertigkeiten sowie die Automatisierung rekurrenter Fertigkeiten sollen hierbei ermöglicht werden.

Unterstützende Informationen (supportive information) stehen bei non-rekurrenten Aufgaben als mentale Modelle und kognitive Strategien zur Verfügung, die eine Verknüpfung zwischen vorhandenen Kenntnissen der Lernenden und neu zu erlernenden Inhalten herstellen. Sie erfordern eine mit Nachdenken verbundene, problemlösende Vorgehensweise.

Just-in-time Informationen (procedural information) betreffen die Bewältigung rekurrenter Tätigkeiten, also Teile der Zielkompetenz, die festen Regeln und Prozeduren unterliegen. Sie stehen den Lernenden während der Bearbeitung der betreffenden (Teil-) Aufgaben und während der Part-task Practice zur Verfügung (van Merriënboer et al., 2002, pp. 43,54).

Part-task Practice sind zusätzliche Übungen zur Automatisierung rekurrenter Abläufe innerhalb der Zielkompetenz. Sie erfolgen immer erst nach dem Absolvieren einiger Lernaufgaben. Somit können sie schnell auf hohem Niveau automatisiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung motiviert den Bedarf an didaktisch geschulten Tutoren und führt das 4CID-Modell als Grundlage für den Schulungsentwurf ein.

2 Theoretischer Exkurs: Dieses Kapitel erläutert theoretische Fundamente wie Pfadabhängigkeit, die Abgrenzung von Didaktik zu Instruktionsdesign sowie die Cognitive Load Theorie.

3 Hierarchische Kompetenzanalyse: Hier wird die Zielkompetenz in Teilfertigkeiten zerlegt und eine entsprechende Hierarchie erstellt, um die strukturellen Voraussetzungen für das Training zu schaffen.

4 Bildung von Aufgabenklassen: Die Einteilung in Aufgabenklassen folgt dem "simple-to-complex"-Schema, um die kognitive Belastung der Lernenden sukzessive anzupassen.

5 Entwicklung von Lernaufgaben: Dieses Kapitel beschreibt die konkrete Ausgestaltung von Lernaufgaben unter Berücksichtigung von Variabilität, Fidelity und didaktischen Szenarien.

6 Prozedurale und unterstützende Information: Es wird dargestellt, wie prozedurale und unterstützende Informationen bereitgestellt werden, um sowohl rekurrente als auch non-rekurrente Fertigkeiten zu unterstützen.

7 Part-task Practice: Hier werden Übungen definiert, die gezielt der Automatisierung rekurrenter Fertigkeiten außerhalb des Hauptprogramms dienen.

8 Fazit: Das Fazit ordnet den Entwurf in das ADDIE-Modell ein und bewertet kritisch die Stärken und Schwächen der gewählten Vorgehensweise.

Schlüsselwörter

4CID-Modell, Instruktionsdesign, virtuelle Tutorien, Kompetenzanalyse, Cognitive Load Theorie, rekurrente Fertigkeiten, non-rekurrente Fertigkeiten, Aufgabenklassen, Lernaufgaben, Scaffolding, E-Learning, Didaktik, virtuelle Lehre, Addie-Modell, Part-task Practice.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt einen didaktischen Schulungsentwurf für Nachwuchswissenschaftler, die virtuelle Tutorien an der FernUniversität durchführen möchten, basierend auf dem instruktionsdesignorientierten 4CID-Modell.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der systematischen Kompetenzanalyse, dem Design von Lernaufgaben nach dem 4CID-Modell, der Steuerung kognitiver Belastung und der virtuellen Umsetzung der Schulung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Befähigung von Nachwuchswissenschaftlern zur Durchführung virtueller Tutorien durch einen theoretisch fundierten und realitätsnahen Schulungsentwurf.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird das 4CID-Modell (Four Component Instructional Design) als strukturgebendes Lehr- und Lernmodell zur Erarbeitung der Zielkompetenz angewendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die Kompetenzanalyse, die Bildung von Aufgabenklassen, die Entwicklung der Lernaufgaben sowie die Ausgestaltung unterstützender und prozeduraler Informationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind 4CID-Modell, Instruktionsdesign, virtuelle Tutorien, Kompetenzanalyse sowie Lernaufgaben.

Wie trägt das 4CID-Modell zur Realitätsnähe der Schulung bei?

Das Modell ermöglicht durch authentische Lernaufgaben und die Integration relevanter Programme wie Adobe Connect, dass die Lernenden direkt in der Arbeitsumgebung trainieren, in der sie später agieren.

Warum spielt die Unterscheidung von rekurrenten und non-rekurrenten Fertigkeiten eine Rolle?

Sie bestimmt die Art der Informationsvermittlung: Während rekurrente Fertigkeiten durch prozedurale Informationen automatisiert werden, erfordern non-rekurrente Fertigkeiten unterstützende Informationen für den Problemlöseprozess.

Welche Limitationen sieht die Autorin im virtuellen Training?

Eine Schwäche ist das Rhetorik-Training, da Feinheiten in Mimik, Gestik und Atemtechnik über eine Webcam nur schwer zu erkennen und zu korrigieren sind.

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Details

Titel
Die Durchführung eines virtuellen Tutoriums
Untertitel
Ein Schulungsentwurf für Nachwuchswissenschaftler
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Bildungswissenschaften - Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik
Note
1,0
Autor
Friederike Helle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V372113
ISBN (eBook)
9783668505605
ISBN (Buch)
9783668505612
Sprache
Deutsch
Schlagworte
4CID-Modell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Friederike Helle (Autor:in), 2016, Die Durchführung eines virtuellen Tutoriums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372113
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Leseprobe aus  21  Seiten
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