„Nichts geschieht ohne Risiko, aber ohne Risiko geschieht auch nichts.“ Dieses Zitat stammt von dem ehemaligen Bundespräsidenten Walter SCHEEL. Seine Aussage impliziert, dass jeder Handlung sowohl Chancen als auch Risiken innewohnen. Diese Tatsache stellt gerade Entscheidungsträger in Unternehmen vor die anspruchsvolle Aufgabe, Risiken und Chancen von Handlungen frühzeitig zu identifizieren und in ihrer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. „Risiken und Chancen sind in jedem Unternehmen – wenn auch nicht immer offensichtlich – vorhanden.“ Das aktuelle Umfeld für Unternehmen zeichnet sich nicht nur durch hohe Dynamik des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Wandels aus, auch die wachsende Internationalisierung der Märkte sowie immer höher werdende Kundenansprüche müssen bei strategischen Planungen berücksichtigt werden. Entscheidungsträger sehen sich durch die Vielzahl der Einflussfaktoren mit kontinuierlich wachsender Unsicherheit, Komplexität, Informationsbeschaffung und Verantwortung konfrontiert, welche in einem Risikomanagementsystem Beachtung finden müssen. Durch eine strukturierte Vorgehensweise sowie des organisatorischen Rahmens stellt die ISO 31000:2009 den bedeutendsten Standard zum Aufbau von Risikomanagementsystemen dar. Aufgrund dessen dient die ISO 31000:2009 in dieser Ausarbeitung als Grundlage um Risikomanagement, anhand des in der Norm integrierten Risikomanagementprozesses zu präsentieren.
Dazu werden zunächst im ersten Kapitel die theoretischen Grundlagen erläutert. Hier befassen wir uns mit der Frage, was unter Risiken zu verstehen ist. Zusätzlich betrachten wir das Risikomanagement im Allgemeinen mit dem Ziel, ein tieferes Verständnis zu schaffen und auch seine Bedeutung für Unternehmen einzuordnen. Im dritten Kapitel widmen wir uns der ISO 31000:2009. Hier befassen wir uns zunächst mit der Einordnung der Norm sowie dem integrierten Risikomanagementsystem, bevor wir den Risikomanagementprozess betrachten. Dieser wird anschließend erläutert und die einzelnen Prozessschritte definiert. Um ein tieferes Verständnis zu schaffen, wird der Risikomanagementprozess anhand des fiktiven Unternehmens BABYCAR GmbH demonstriert. Abschließend werden im letzten Kapitel die Erkenntnisse dieser Ausarbeitung zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Risikobegriff
2.2. Risikomanagement
3. Risikomanagement nach der ISO 31000:2009
3.1. Einordnung
3.2. Risikomanagementprozess
3.3. Anwendungsbeispiel
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit hat zum Ziel, den Risikomanagementprozess gemäß der internationalen Norm ISO 31000:2009 systematisch darzustellen und dessen Bedeutung als strategisches Instrument für Unternehmen durch ein fiktives Anwendungsbeispiel zu verdeutlichen.
- Definition und theoretische Einordnung des Risikobegriffs
- Grundlagen und Bedeutung des unternehmensweiten Risikomanagements
- Struktur und Anwendung der Norm ISO 31000:2009
- Demonstration der Prozessschritte anhand der BABYCAR GmbH
- Verknüpfung von Risikomanagement mit strategischer Unternehmensplanung
Auszug aus dem Buch
3.3. Anwendungsbeispiel
In diesem Abschnitt soll anhand eines Beispiels der RM-Prozess erläutert werden. Wir orientieren uns an dem fiktiven Unternehmen BABYCAR GmbH. Die BABYCAR GmbH ist ein national agierendes Unternehmen und hat sich auf die Herstellung von Kinderwagen spezialisiert. Auf dem nationalen Marktsegment für Kinderwagen agiere mehrere Anbieter, welche mit unterschiedlichen Strategien versuchen einen möglichst hohen Marktanteil zu erlangen. Die BABYCAR GmbH ist ein natürlich gewachsenes, inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen. Es besteht aus drei Abteilungen: Administration, Produktion und Vertrieb. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, qualitativ hochwertige Kinderwagen herzustellen und somit die Qualitätsführerschaft in ihrem Marktsegment anzustreben. Bei Tests aktueller Kinderwagen wurde bei vielen Anbietern ein zu hoher Schadstoffgehalt festgestellt, weswegen auf dem Markt ein klarer Trend zu schadstoffarmen Kinderwagen zu beobachten ist. Zudem legen Konsumenten großen Wert auf die Sicherheit und den Komfort der Kinderwagen.
Zunächst muss der Rahmen des RM-Kontextes definiert werden. Wir differenzieren in den internen und externen Kontext. Der interne Kontext muss u.a. die Unternehmensstrategie der Qualitätsführerschaft berücksichtigen, wodurch ein besonderes Augenmerk auf die Prozessrisiken fällt. Zudem kann davon ausgegangen, dass aufgrund der natürlichen Wachstums der BABYCAR GmbH bereits ein nicht bewusst wahrgenommenes, natürlich gewachsenes RM-System besteht. Zudem weisen mittelständische Unternehmen meist flache Hierarchien auf, was ebenfalls berücksichtigt werden sollte. Für den externen Kontext muss der Markt berücksichtigt werden. Der nationale Markt zeichnet sich nicht nur durch politisch regulierte Qualitätsvorschriften aus, sondern auch durch preisbewusste Konsumenten. Wettbewerber im Markt sind somit an eine Mindestqualität gebunden und haben Ihre Verkaufspreise an die Nachfrage der Konsumenten angepasst. Die BABYCAR GmbH definiert Ihren RM-Kontext daher wie folgt: Zur Einführung der RM-Prozess soll zunächst das Augenmerk auf die Prozessrisiken in der Produktion gelegt werden, da die Qualität der Kinderwagen – welche sich in die Faktoren Schadstoffgehalt, Sicherheit und Komfort gliedert – maßgeblich für die Unternehmensstrategie ist und ein klarer Markttrend zu verzeichnen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Risikomanagements ein und stellt die ISO 31000:2009 als zentralen Standard für die Ausarbeitung vor.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Risikobegriff sowie die Notwendigkeit und den ganzheitlichen Ansatz des Risikomanagements in Unternehmen.
3. Risikomanagement nach der ISO 31000:2009: Dieser Abschnitt beschreibt die internationale Norm, den zugehörigen Risikomanagementprozess und illustriert die praktische Anwendung an einem fiktiven Beispiel.
4. Zusammenfassung: Hier werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit rekapituliert und die Bedeutung des Risikomanagements als strategischer Ansatz hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, ISO 31000:2009, Risikobegriff, Risikomanagementprozess, Risikovarianz, Unternehmensrisiken, Strategische Planung, Prozessrisiken, Risikobewertung, Risikobehandlung, Schadstoffgehalt, Qualitätsführerschaft, BABYCAR GmbH, PDCA-Zyklus, Risikokontext
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Gestaltung von Risikomanagementprozessen in Unternehmen auf Basis der internationalen Norm ISO 31000:2009.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Risiko, der theoretischen Fundierung des Risikomanagements sowie der praktischen Anwendung der ISO-Norm-Strukturen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für den Risikomanagementprozess zu schaffen und aufzuzeigen, wie Unternehmen diesen nutzen können, um ihre Ziele trotz Unsicherheiten zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse zur Definition der Grundlagen und illustriert die theoretischen Konzepte anhand eines fiktiven Fallbeispiels aus der Wirtschaftspraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Risikobegriffs, die Vorstellung der ISO 31000-Norm und die detaillierte Prozessdarstellung anhand der BABYCAR GmbH.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Risikomanagement, ISO 31000:2009, Prozessorientierung, Strategische Unternehmensführung und Risikobewertung.
Warum wird die ISO 31000:2009 als Grundlage gewählt?
Der Autor wählt diese Norm, da sie als weltweit bedeutendster Standard für den Aufbau von Risikomanagementsystemen gilt und eine strukturierte Vorgehensweise bietet.
Welche Rolle spielt die BABYCAR GmbH im Text?
Das fiktive Unternehmen dient als praktisches Anwendungsbeispiel, um die theoretischen Prozessschritte der Identifikation, Analyse und Behandlung von Risiken konkret zu veranschaulichen.
Wie wird das Konzept der Risikovarianz im Text interpretiert?
Risikovarianz wird als Möglichkeit der Abweichung vom Erwartungswert verstanden, wobei sowohl negative Abweichungen als auch positive Chancen einbezogen werden.
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- Emanuel Ibing (Autor), 2017, Risikomanagementprozess nach ISO 31000:2009, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372136