Die Berechnung der "Cash Flow Return On Investment"-Kennzahl als Steuerungsinstrument der wertorientierten Unternehmensführung


Ausarbeitung, 2015

14 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 WERTORIENTIERTE UNTERNEHMENSFÜHRUNG
2.1 Grundlagen und Begriffsdefinition
2.2 Notwendigkeit und Relevanz

3 WERTORIENTIERTE KENNZAHLEN
3.1 GRUNDLAGEN
3.2 Kennzahl “Cash Flow Return On Investment”
3.3 Beurteilung des CFROI

4 FAZIT

5 LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Berechnung der Bruttoinvestitionsbasis

Abbildung 2: Berechnung Brutto Cash Flow

Abbildung 3: Berechnung des Nettowertes der nicht abschreibbaren Aktiva

Abbildung 4: Berechnung der durchschnittlichen Nutzungsdauer

Abbildung 5: Berechnung des CFROI

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt die Thematik der wertorientierten Unternehmensführung an der explizit ausgewählten Kennzahl Cash Flow Return On Investment. Die Thematik wertorientierte Unternehmensführung gewinnt in den letzten Jahren bei Unternehmen, die auf Eigenkapitalgeber angewiesen sind, immer mehr an Bedeutung. Der genaueren Betrachtung der Kennzahl Cash Flow Return On Investment liegt die Überlegung zu Grunde diese Kennzahl als Steuerungsgröße der einzelnen Geschäftsbereiche der Media Broadcast GmbH zu implementieren.

Zu Beginn der Arbeit beschäftige ich mich mit den Grundlagen und der Begriffsdefinition der wertorientierten Unternehmensführung um dann auf die Berechnung und die Definition der Kennzahl Cash Flow Return On Investment einzugehen.

2 Wertorientierte Unternehmensführung

2.1 Grundlagen und Begriffsdefinition

Um die Thematik der vorliegenden Arbeit zu verstehen, ist es unumgänglich eine Definition der wertorientierten Unternehmensführung zu finden. Hierbei ist zunächst zu betonen, dass dies bisher in der Fachliteratur noch nicht geschehen ist. Nach der Auffassung von Weber steht die wertorientierte Unternehmensführung im Einklang mit dem Shareholder-Value-Ansatz.[1] Alfred Rappaport entwickelte in den 1980er Jahren den Shareholder-Value-Ansatz unter der Prämisse, dass die Vielzahl der einzelnen Unternehmensaktivitäten stets an das von den Eigenkapitalgebern vorgegebene Ziel der Unternehmenswertsteigerung auszurichten ist.[2] Dabei ist davon auszugehen, dass der Grundgedanke der Eigenkapitalgeber eine langfristige Unternehmenswertsteigerung ist und somit kein Interesse an einer kurzfristigen Optimierung ihres Investmentportfolios besteht.[3]

Somit ist die Langfristigkeit der wertorientierten Unternehmensführung als erstes Kennzeichen festzuhalten. Um den Wert einer Unternehmung festzustellen eignet sich die Diskontierung sämtlicher zukünftiger Zahlungsströme auf einen Bewertungsstichtag.[4] Dieses so genannte Discounted Cash Flow Verfahren geht davon aus, dass der Wert eines Unternehmens dem Barwert der zukünftigen Zahlungsströme entspricht, die mit einem risikoadäquaten Diskontierungszinssatz bewertet werden. Somit ergeben sich die Kennzeichen zwei und drei, nämlich Zukunftsorientierung und Zahlungsmittelorienti erung.

Zusammenfassend ergeben sich für das weitere Verständnis des Begriffs wertorientierte Unternehmensführung und der vorliegenden Arbeit die Charakteristiken langfristig, zukunftsorientiert und zahlungsmittelorientiert.

2.2 Notwendigkeit und Relevanz

Um im Wesentlichen die Interessen der Anteilseigener bzw. Eigenkapitalgeber angemessen zu berücksichtigen ist eine wertorientierte Unternehmensführung von großer Bedeutung, da diese Unternehmensanspruchsgruppe auf den Unternehmenserfolg angewiesen ist, um eine entsprechende Rendite zu erzielen.[5] Diese Interessensbeziehung findet ihren Grundgedanken in der Principal-Agent-Theorie. In dieser Theorie wird die Kooperation zwischen zwei Akteuren analysiert. Hintergrund ist die optimale Vertragsgestaltung zwischen Principal (Auftraggeber) und Agent (Auftragnehmer). Die Ziele der beiden Akteure können unterschiedlich sein.[6] [7] Bei der wertorientierten Unternehmensführung ist der Principal der Eigenkapitalgeber und somit der Agent der Eigenkapitalnehmer. Der Principal überlässt dem Agent Kapital zur freien Verfügung und muss darauf vertrauen, dass der Agent sein Kapital zielgerichtet, wertsteigernd und zweckentsprechend verwendet. Um die Ziele der beiden Akteure in Einklang zu bringen findet für die Agents in der Praxis eine wertorientierte Entlohnung statt.[8]

Aus der Sicht eines Unternehmens besteht starkes Interesse die wertorientierte Unternehmensführung zu implementieren, da ein zunehmender Wettbewerb um die Ressource Kapital stattfindet.[9] Ebenfalls dient die wertorientierte Unternehmensführung der zielorientierten Steuerung der Geschäfte, die klassischen Kennzahlen wie Umsatzrendite und Kapitalrendite bieten hierzu nicht die notwendige Aussagefähigkeit, Rückschlüsse auf vergangene oder zukünftige Geschäftsentwicklungen mehrerer Geschäftsbereiche beziehungsweise Unternehmensbereiche zu ziehen. Eine Betrachtung des Kapitaleinsatzes findet aus Sicht der wertorientierten Unternehmensführung nur unzureichend statt. In die Berechnung der Kapitalrendite fließt zwar der Kapitaleinsatz mit ein, jedoch lässt sich kein Rückschluss auf die Altersstruktur ziehen und stellt somit ein Hindernis in der Vergleichbarkeit mehrerer Geschäftsbereiche dar. Durch den Einsatz der wertorientierten Unternehmensführung wird versucht die Denkweise der Shareholder - Wie viel Kapital fließt in das Geschäft, wie viel kommt wieder zurück - in die Unternehmenssteuerung zu implementieren.[10]

3 Wertorientierte Kennzahlen

3.1 Grundlagen

Wie schon im vorherigen Kapitel angeführt reichen traditionelle Kennzahlen wie Umsatzrendite, EBITDA oder Kapitalrendite nicht mehr als Steuerungsgrößen aus und werden zunehmend durch wertorientierte Kennzahlen wie Economic Value Added (EVA), Return On Capital Empoyed (ROCE), Cash Value Added (CVA) oder Cash Flow Return On Investment (CFROI) ergänzt oder ersetzt.[11] Nach Auffassung von Langguth sind wertorientierte Kennzahlen kapitalmarktorientierte, am Shareholder- Value ausgerichtete, quantitative Beurteilungsgrößen der Geschäftstätigkeit, die im Rahmen einer wertorientierten Unternehmensführung unter expliziter Berücksichtigung der gesamten Kapitalkosten (Fremd- und Eigenkapitalkosten) den Gesamtwert eines Unternehmens (bzw. einzelner Unternehmenseinheiten), den Marktwert des Eigenkapitals und den in einer Periode geschaffenen, zusätzlichen Wert messen.[12]

3.2 Kennzahl “Cash Flow Return On Investment”

In Anbetracht der Anforderungen bezüglich der Seitenanzahl, die an die Erstellung dieser vorliegenden Arbeit als Maßstab festgelegt wurden, wird im Folgenden nur auf die wertorientierte Kennzahl Cash Flow Return On Investment (CFROI) eingegangen.

Die Kennzahl Cash Flow Return On Investment ist eine modellhafte Darstellung der Verzinsung des im jeweiligen Unternehmensbereich gebundenen Kapitals.

Das Modell des CFROI, nach Lewis bzw. der Boston Consulting Group, ist eine Weiterentwicklung der internen Zinsfußmethode. Bei diesem Modell geht man davon aus, dass die Bruttoinvestition (Auszahlungen), einem gleichbleibenden Brutto Cash Flow (Einzahlungen), sowie einem Liquidationserlös in Form und Höhe der nicht planmäßigen Abschreibung der Aktiva am Ende der Nutzungsdauer entspricht. Sobald der interne Zinsfuß über dem von den Kapitalgebern geforderten Kapitalkostensatz liegt, ist eine Investition wertschaffend. Die Ermittlung findet stets zu Wiederbeschaffungswerten statt.[13]

Der CFROI wird ermittelt aus dem Verhältnis des Brutto Cash Flow und den Bruttoinvestitionen der einzelnen Investitionsprojekte. Zusätzlich wird zur Ermittlung des CFROI die durchschnittliche Nutzungsdauer benötigt. Die Berechnung erfolgt in fünf Schritten:

- die Berechnung der inflationsbereinigten Bruttoinvestitionsbasis (vgl. Abb. 1)
- die Berechnung des Nettowertes der nicht abschreibbaren Aktiva (vgl. Abb. 2)
- die Berechnung des inflationsbereinigten Brutto Cash Flow (vgl. Abb. 3)
- die Berechnung der durchschnittlichen Nutzungsdauer (vgl. Abb. 4)

und schließlich die Berechnung des Cash Flow Return On Investments (vgl. Abb. 5) auf Grundlage der zuvor berechneten Kennzahlen.[14]

Die Bmttoinvestitionsbasis gibt die Summe der Investitionen des gebundenen Kapitals abzüglich des Abzugskapitals an. Alle folgenden Abbildungen wurden in Anlehnung an Langguth erstellt. Die Berechnung der Bruttoinvestitionsbasis ist in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[15]

Abbildung 1: Berechnung der Bruttoinvestitionsbasis

Im zweiten Berechnungsschritt erfolgt die Ermittlung des Brutto Cash Flow, indem die Aussage des Ergebnisses am Ende einer Periode (EBIT) bereinigt wird um die Untemehmenssteuern auf das operative Ergebnis zuzüglich der Summe der Abschreibung bzw. Zuschreibung der Periode und der Subsumierung der Veränderungen der Rückstellungen (vgl. Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Berechnung Brutto Cash Flow

[...]


[1] Vgl. Weber 2004, S. 5

[2] Vgl. Rappaport 1999, S. 1

[3] Vgl. Weber 2004, S. 6

[4] Vgl. Banzhaf 2006, S. 134

[5] Vgl. Gladen 2003, S. 36

[6] Vgl. Wöhe 2010, S. 23

[7] Vgl. Coenenburg 2003, S. 10

[8] Vgl. Steinhauer 2007, S. 46

[9] Vgl. Gebhardt/Mansch 2005, S. 1

[10] Vgl. Bruhn 1998, S. 83

[11] Vgl. Gitt/ Völl/ Kettenring 2013, S. 104

[12] Vgl. Langguth 2008, S. 138

[13] Vgl. Skrzipek 2005, S. 37

[14] Vgl. Langguth 2008, S. 166

[15] Unter Abzugskapital werden die nicht verzinslichen Verbindlichkeiten zusammengefasst.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Berechnung der "Cash Flow Return On Investment"-Kennzahl als Steuerungsinstrument der wertorientierten Unternehmensführung
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V372147
ISBN (eBook)
9783668500495
ISBN (Buch)
9783668500501
Dateigröße
722 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cash Flow Return On Investment, Unternehmensführung, Wertorientiert, Eigenkapital, Principal-Agent-Theorie
Arbeit zitieren
Mathias Mohr (Autor), 2015, Die Berechnung der "Cash Flow Return On Investment"-Kennzahl als Steuerungsinstrument der wertorientierten Unternehmensführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372147

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