Viele Menschen klagen nach dem Verzehr von Milchprodukten über Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit oder Durchfall. Die Ursache: Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit). Die Betroffenen vertragen den in Milch oder Milchprodukten enthaltenen Milchzucker (Laktose), die sogenannte Laktose, nicht oder nicht gut. Milch und Milchprodukte lösen bei ihnen starke Beschwerden aus.
Eine Laktoseintoleranz ist genau genommen keine eigenständige Krankheit. Es handelt sich um eine Verdauungsstörung, die aufgrund eines Enzymmangels, des Laktasemangels, auftritt. Laktase ist das milchzuckerspaltende Enzym. Weltweit kommt eine Laktoseintoleranz vielfach vor, allerdings tritt sie regional unterschiedlich häufig auf. In Deutschland leiden etwa 15 von 100 Menschen unter einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Laktoseunverträglichkeit. Besonders weit verbreitet ist sie in Afrika und Asien. Hier vertragen 80 bis über 90 Prozent der Menschen keinen Milchzucker. Eine Laktoseintoleranz ist hier also keine Krankheit, sondern vielmehr der Normalzustand.
Im Laufe der Geschichte hat die Milchviehhaltung und -produktion weltweit eine immer größere Rolle gespielt. Immer mehr Milch wurde getrunken und Milchprodukte verzehrt. So könnte sich im Laufe der Zeit das erbliche Merkmal im menschlichen Organismus der Produktion des Enzyms Laktase, das für den Milchzucker-Abbau verantwortlich ist, durchgesetzt haben.
Die Zahl der von einer Laktoseintoleranz Betroffenen steigt auch hier zulande immer weiter an. Die Ursache kann jedoch in einer besseren Aufklärung und Gesundheitsinformation liegen. Sowohl Ärzte also auch die Betroffenen selber achten stärker auf das Thema Intoleranz. Die sehr allgemeinen Symptome können immer besser mit einer Intoleranz in Verbindung gebracht werden. So kann vielen Menschen, die vielleicht seit Jahren unter unklaren Magen-Darm-Beschwerden gelitten haben, endlich geholfen werden.
Eine Laktoseintoleranz ist nicht heilbar. Der Körper produziert das Enzym Laktase zu wenig oder gar nicht. Das ist unveränderbar. Die von einer Milchzuckerunverträglichkeit Betroffenen müssen, um beschwerdefrei zu werden und zu bleiben, den Verzehr von Milch und Milchprodukten erheblich einschränken oder gänzlich darauf verzichten. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Alles über Laktose
Wie wird Milchzucker normalerweise verdaut?
Was ist eine Laktoseintoleranz?
Unterschiede zwischen Intoleranzen und Allergien
Wie kommt es zur Laktoseintoleranz?
Wie kann der Arzt eine Laktoseintoleranz feststellen?
Selbstdiagnose
Ärztliche Diagnosemöglichkeiten
Wie wird eine Laktoseintoleranz behandelt?
Laktoseintoleranz – was darf ich essen?
Laktoseintoleranz – Was darf ich nicht essen?
Hilft mir die Einnahme von Laktase?
Was muss ich noch beachten?
Folgen der Laktoseintoleranz vorbeugen (Osteoporose, Mangelernährung etc.)
Laktose-Tabelle
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, Betroffenen ein grundlegendes Verständnis der Laktoseintoleranz zu vermitteln, Diagnosemöglichkeiten aufzuzeigen und praktische Leitlinien für eine beschwerdefreie, ausgewogene Ernährung im Alltag bereitzustellen.
- Pathophysiologie der Laktoseintoleranz und der Laktasemangel.
- Differenzierung zwischen Intoleranz und Allergie.
- Methodik der klinischen und selbstständigen Diagnostik.
- Ernährungsstrategien und Umgang mit versteckter Laktose.
- Prävention von Mangelerscheinungen, insbesondere im Hinblick auf die Kalziumversorgung.
Auszug aus dem Buch
Was ist eine Laktoseintoleranz?
Bei einer Laktoseintoleranz handelt es sich um die Unfähigkeit des Organismus, in Speisen enthaltenen Milchzucker zu verdauen. Neben dem Begriff der Laktoseintoleranz kursieren weitere Begriffe, die jedoch dasselbe Krankheitsbild meinen: Milchzuckerunverträglichkeit, Laktasemangelsyndrom sowie Laktasemalabsorption. Das Kohlenhydrat der Milch, die Laktose, wird nicht vertragen bzw. kann nicht verarbeitet und verdaut werden.
Bei einer Laktoseintoleranz gelangt die Laktose unverarbeitet in den Dickdarm. Sie wird über Speisen aufgenommen. Das körpereigene Enzym Laktase spaltet normalerweise den Milchzucker in seine Bestandteile Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose). Diese beiden Bestandteile können über die Dünndarmschleimhaut in das Blut aufgenommen und vom Körper verwertet werden. Liegt jedoch eine Laktoseintoleranz vor, wird das spaltende Enzym nicht oder nur sehr wenig produziert. Hier spricht man von einem Laktasemangel. Auf diese Weise wandert die Laktose unverarbeitet bis in den Dickdarm. Hier wird sie von Bakterien zersetzt. Die während dieses Gärungsprozesses entstehenden Spaltprodukte sorgen für Verdauungsbeschwerden. Es zeigen die sich die typischen Symptome einer Laktoseintoleranz wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle sowie Blähungen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Ein Überblick über die Symptomatik und die epidemiologische Verbreitung der Laktoseintoleranz weltweit sowie in Deutschland.
Alles über Laktose: Erläuterung der biochemischen Eigenschaften von Milchzucker und seiner Bedeutung im menschlichen Körper.
Wie wird Milchzucker normalerweise verdaut?: Beschreibung des physiologischen Verdauungsprozesses von Kohlenhydraten und der Rolle des Enzyms Laktase.
Was ist eine Laktoseintoleranz?: Definition des Krankheitsbildes und Unterscheidung der drei Formen des Laktasemangels.
Unterschiede zwischen Intoleranzen und Allergien: Abgrenzung zwischen enzymatischen Defekten und immunologischen Überreaktionen.
Wie kommt es zur Laktoseintoleranz?: Darstellung der Folgen eines Laktasemangels für den Transport von Nährstoffen.
Wie kann der Arzt eine Laktoseintoleranz feststellen?: Erläuterung von Selbstdiagnose-Methoden sowie klinischen Testverfahren wie H2-Atemtest und genetischen Analysen.
Wie wird eine Laktoseintoleranz behandelt?: Strategien zur Ernährungsumstellung und der Umgang mit versteckter Laktose.
Laktoseintoleranz – was darf ich essen?: Praktische Tipps zur Lebensmittelauswahl und eine Übersicht erlaubter Nahrungsmittel.
Laktoseintoleranz – Was darf ich nicht essen?: Identifikation laktosereicher Lebensmittel, die bei einer Intoleranz vermieden werden sollten.
Hilft mir die Einnahme von Laktase?: Bewertung des Nutzens von Laktase-Präparaten im Alltag.
Was muss ich noch beachten?: Hinweise zur Kontrolle von Zutatenlisten und Alternativen für das Backen.
Folgen der Laktoseintoleranz vorbeugen (Osteoporose, Mangelernährung etc.): Empfehlungen zur Sicherstellung einer ausreichenden Kalziumzufuhr bei laktosearmer Ernährung.
Laktose-Tabelle: Eine detaillierte Aufstellung verschiedener Lebensmittel und ihres jeweiligen Laktosegehaltes.
Schlüsselwörter
Laktoseintoleranz, Milchzuckerunverträglichkeit, Laktasemangel, Laktase, Verdauung, Diät, H2-Atemtest, Ernährungsumstellung, Kalzium, Laktosegehalt, Unverträglichkeit, Enzymdefekt, laktosefrei, Magen-Darm-Beschwerden, Nahrungsmittel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Laktoseintoleranz, ihren Ursachen, der medizinischen Diagnose sowie den Möglichkeiten, trotz der Unverträglichkeit beschwerdefrei zu leben.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Physiologie der Laktoseverdauung, verschiedene Diagnosemethoden, Ernährungsempfehlungen und die Prävention von Nährstoffmangel.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die fundierte Aufklärung von Betroffenen, damit diese ihre Ernährung eigenverantwortlich und sicher anpassen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Diagnose genannt?
Die Arbeit führt verschiedene medizinische Standards an, darunter den H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest), Bluttests zur Blutzuckerbestimmung und genetische Tests.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Diagnoseverfahren, konkrete Ernährungstabellen für erlaubte und verbotene Lebensmittel sowie Hinweise zum Umgang mit Laktase-Präparaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die wichtigsten Begriffe sind Laktoseintoleranz, Laktase, Enzymmangel, Ernährungsumstellung, Kalziumversorgung und Laktosediagnostik.
Können auch Menschen mit Laktoseintoleranz Brot und Backwaren verzehren?
Ja, sofern diese ohne milchhaltige Zusätze zubereitet sind. Die Arbeit bietet zudem Alternativen für das Backen mit pflanzlichen Milchersatzprodukten an.
Ist der Laktasemangel immer angeboren?
Nicht zwingend. Neben dem primären, erblichen Laktasemangel gibt es den sekundären Laktasemangel, der durch andere Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts erworben werden kann.
- Citation du texte
- MSc. Sven-David Müller (Auteur), 2016, Ernährungstherapie bei Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372161