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Bildungsgerechtigkeit in der Schule. Handlungsansätze von Schulsozialarbeit

Title: Bildungsgerechtigkeit in der Schule. Handlungsansätze von Schulsozialarbeit

Bachelor Thesis , 2017 , 73 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jehad Mohammad (Author)

Social Work
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In dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt die Bildungskategorie. Das Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst einmal den komplexen Terminus Bildungsgerechtigkeit näher zu beschreiben und empirische Befunde und Ursachen zur Bildungsungerechtigkeit darzustellen. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist, aus diesen Erkenntnissen Handlungsansätze von Schulsozialarbeit, die zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit beitragen, abzuleiten. Folglich lautet die zentrale Fragestellung in dieser Arbeit: Was kann die Schulsozialarbeit zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit in Schulen beitragen?

Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts. Sie gilt als eine der bedeutendsten Investitionen für gesellschaftliche Entwicklungen und Zukunft unserer Nachfahren. Außerdem bestimmt Bildung maßgeblich unsere individuellen Lebenschancen. Zudem gilt sie auch als Grundrecht für jeden, so dass niemand aufgrund bestimmter Merkmale benachteiligt werden darf. Dieses Recht ist aber für verschiedene Menschen bzw. Menschengruppen wie beispielsweise jene mit Migrationsgeschichte, aus sozial benachteiligten Familien oder mit einer Behinderung nur ungenügend verwirklicht, weil beispielsweise das Merkmal Migrationsgeschichte oder soziale Herkunft, den Bildungserfolg beeinflusst. Schon in den 60er Jahren war Bildung abhängig vom sozialen Status. Damals waren es die “katholischen Arbeitermädchen vom Lande“ und die sogenannten Arbeiterkinder, deren soziale Herkunft den Bildungserfolg beeinflusste. Das lag daran, dass, obwohl die Arbeiterschicht 50 % der beschäftigten Bevölkerung ausmachte, nur 5 % ihrer Kinder studierten.

Bereits damals galt die Forderung nach Chancengleichheit für diese benachteiligten Gruppen, was dann auch zu einer Verbesserung geführt hat. Diese Forderung nach Chancengleichheit zeigte sich im Laufe der Jahre aber als Illusion. Denn die Ergebnisse der Internationalen Schulleistungsstudien wie unter anderem die der ersten PISA-Studie von 2000 zeigten, dass der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft sehr groß ist.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmungen

2.1 Was heißt Bildung?

2.2 Strukturen und Funktionen von Schulen

2.3 Bildungsgerechtigkeit

2.3.1 Bildungsgerechtigkeit als Chancengleichheit

2.3.2 Bildungsgerechtigkeit als Anerkennungsgerechtigkeit

3 Empirische Befunde und Erklärungsmodelle zur Bildungsgerechtigkeit

3.1 Die PISA-Studie

3.2 Die IGLU-Studie

3.3 Der Nationale Bildungsbericht

3.4 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte

3.5 Institutionelle Diskriminierung

4 Bildungspolitische Maßnahmen zur Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit

4.1 Die Ganztagsschule als Instrument zur Entkoppelung des Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Bildungserfolg

4.2 Die Gesamtschule als strukturelle Lösung

5 Förderung von Bildungsgerechtigkeit durch Schulsozialarbeit

5.1 Bildungsgerechtigkeit und Soziale Arbeit

5.2 Das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit

5.2.1 Auftrag und Arbeitsprinzipien

5.2.2 Bildungsverständnis

5.3 Handlungsansätze der Schulsozialarbeit zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit

5.3.1 Schulbezogene Hilfen

5.3.2 Unterstützung zum/beim Bildungsaufstieg

5.3.3 Zusammenarbeit mit Eltern und LehrerInnen

5.3.4 Schulentwicklung fördern

5.4 Hindernisse bei der Förderung von Bildungsgerechtigkeit

5.5 Die BiRBi-Pro-Studie: Förderung von Bildungsgerechtigkeit oder Reproduktion von Bildungsgerechtigkeit durch Schulsozialarbeit

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland und analysiert die Möglichkeiten der Schulsozialarbeit, hierbei unterstützend einzugreifen und Bildungsbenachteiligungen abzubauen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Was kann die Schulsozialarbeit zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit in Schulen beitragen?

  • Analyse empirischer Bildungsstudien (PISA, IGLU, Nationaler Bildungsbericht)
  • Untersuchung von Erklärungsmodellen für Bildungsungleichheit (Herkunftseffekte, Diskriminierung)
  • Kritische Reflexion bildungspolitischer Reformmaßnahmen (Ganztagsschule, Gesamtschule)
  • Darstellung spezifischer Handlungsansätze der Schulsozialarbeit
  • Reflexion der Rolle der Schulsozialarbeit zwischen professionellem Auftrag und strukturellen Hindernissen

Auszug aus dem Buch

3.4 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte

Der Bildungssoziologe Boudon unterscheidet zur Erklärung von Bildungsungerechtigkeiten zwischen primären und sekundären Effekten der sozialen Herkunft (Blossfeld, 2013, S. 44). „Der primäre Herkunftseffekt umfasst die langfristigen Wirkungen der Anregung und Förderung im Sozialisationsprozess, die sich in schichtspezifischen Unterschieden der schulischen Leistung und Kompetenzen des Kindes niederschlagen.“ (Becker, 2011, S. 108) Die Lerngelegenheiten und Lernvoraussetzungen in Familien unterscheiden sich von der sozialen Schicht. Beispielsweise bekommen Kinder aus höheren Sozialschichten durch ihre Erziehung, individuelle Förderung und Ausstattung im Haushalt, Motivationen und Fertigkeiten, die für sie in der Schule und im weiteren Lebensweg vorteilhaft sind. Durch das vorteilhafte ökonomische, kulturelle und soziale Kapital (nach Bourdieu) der Familien aus höheren Sozialschichten, erzielen deren Kinder bessere Leistungen in der Schule, als Kinder mit ungünstigeren Kapitalien, die dadurch häufiger Nachteile in der Schule erfahren. Es hat sich gezeigt, dass sich die Sozialschichten von oben bis unten in ihrer Sprachkultur sowie Lern- und Bildungsmotivation und den Lerngewohnheiten stark unterscheiden und dass sich diese Differenzen auf die Kinder auswirken. Zudem wirken diese außerschulischen Unterschiede schon beim Start in die Schule ein, so dass in diesem Kontext von Startchancenungleichheit – wie oben schon erwähnt - gesprochen werden kann.

Das bedeutet weiterhin, dass sich die schlechten Leistungen, die die Kinder aus den unteren Sozialschichten in der Grundschulzeit aufweisen, auf die weitere Schullaufbahn auswirken, da u.a. aber nicht zwingend die Schulleistungen für den weiteren Schulweg entscheidend sind. Kinder aus höheren Sozialschichten hingegen, die privilegiert sind und durch ihre soziale Herkunft Vorteile erfahren, haben es einfacher auf das Gymnasium zu wechseln (ebd., S. 109). Solga & Dombrowski (2009) erwähnen beispielhaft, dass die Unterstützung im Elternhaus von großer Bedeutung ist. Sei es nun die Unterstützung bei Hausaufgaben oder die Förderung von Motivationen. Die Hilfe seitens der Familie steht in unmittelbarer Verbindung zu den Schulleistungen ihrer Kinder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Bildung als soziale Frage des 21. Jahrhunderts und führt in die Thematik der Bildungsungleichheit in Deutschland ein.

2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Bildung, Schule und Bildungsgerechtigkeit und grenzt diese theoretisch voneinander ab.

3 Empirische Befunde und Erklärungsmodelle zur Bildungsgerechtigkeit: Hier werden aktuelle Studien wie PISA und IGLU sowie theoretische Erklärungsmodelle für Bildungsungleichheit diskutiert.

4 Bildungspolitische Maßnahmen zur Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit: Dieses Kapitel analysiert Ganztagsschulen und Gesamtschulen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei der Reduktion von Bildungsbenachteiligung.

5 Förderung von Bildungsgerechtigkeit durch Schulsozialarbeit: Der Hauptteil beschreibt den Auftrag, das Selbstverständnis und konkrete Handlungsansätze der Schulsozialarbeit bei der Förderung von Bildungsgerechtigkeit.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert das Potenzial sowie die Grenzen schulsozialarbeiterischer Förderung.

Schlüsselwörter

Schulsozialarbeit, Bildungsgerechtigkeit, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, PISA-Studie, IGLU-Studie, Chancengleichheit, Anerkennungsgerechtigkeit, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Institutionelle Diskriminierung, Ganztagsschule, Schulentwicklung, Bildungsaufstieg, Soziale Arbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bildungsgerechtigkeit in deutschen Schulen und der Frage, wie die Schulsozialarbeit als Handlungsfeld dazu beitragen kann, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu lockern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Bildungsbegriffen, die Analyse empirischer Daten zur Bildungsbenachteiligung, die kritische Betrachtung bildungspolitischer Maßnahmen sowie die Rolle und Praxis der Schulsozialarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den komplexen Begriff der Bildungsgerechtigkeit zu klären und zu untersuchen, welche Handlungsansätze der Schulsozialarbeit zur Förderung von Bildungsgerechtigkeit in Schulen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Bildungsstudien sowie relevanter Fachliteratur zur Schulsozialarbeit basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse empirischer Befunde und Ursachen von Bildungsungerechtigkeit, die Prüfung politischer Reformansätze (Ganztags-/Gesamtschule) sowie die detaillierte Darstellung und Reflexion handlungspraktischer Ansätze der Schulsozialarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Schulsozialarbeit, Bildungsgerechtigkeit, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit und institutionelle Diskriminierung.

Wie bewertet der Autor die Wirkung von Ganztagsschulen auf die Bildungsgerechtigkeit?

Der Autor stellt fest, dass die Erwartungen an die Ganztagsschule als Instrument zur Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg bisher nur teilweise erfüllt wurden und die Wirksamkeit empirisch teils nur als gering eingeschätzt wird.

Warum ist die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Herkunftseffekten so wichtig für die Analyse?

Diese Unterscheidung ist zentral, um zu verstehen, dass Benachteiligungen nicht nur aus schulischen Leistungsunterschieden (primär) resultieren, sondern auch aus schichtspezifischen Bildungsentscheidungen der Eltern, die oft durch den Status der Familie geprägt sind (sekundär).

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Details

Title
Bildungsgerechtigkeit in der Schule. Handlungsansätze von Schulsozialarbeit
College
University of Applied Sciences Esslingen
Grade
1,3
Author
Jehad Mohammad (Author)
Publication Year
2017
Pages
73
Catalog Number
V372164
ISBN (eBook)
9783668501454
ISBN (Book)
9783668501461
Language
German
Tags
bildungsgerechtigkeit schule handlungsansätze schulsozialarbeit Bildung PISA Chancengerechtigkeit Chancengleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jehad Mohammad (Author), 2017, Bildungsgerechtigkeit in der Schule. Handlungsansätze von Schulsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372164
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