Die Arbeit soll zum einen die allgemeinen Gegebenheiten, sowie die grundsätzliche Beschaffenheit der europäischen Staatsschuldenkrise beleuchten, sowie die genauen Unterschiede im Verlauf und in der Ausprägung innerhalb der betroffenen Staaten erklären.
Dies fordert einleitend einen Grundlagenteil, in dem ein Überblick über die historische Entwicklung, sowie dem sich daraus ableitenden besonderen Aufbau der Europäischen Union, gegeben wird. Daran anschließend werden detailliert die aktuelle Ausgangslage, sowie der Verlauf der Staatsschuldenkrise in Irland analysiert. Mit den hieraus gewonnenen Ergebnissen, kann nun auch Italien analysiert werden. In beiden Fällen stehen die länderspezifischen Unterschiede besonders im Fokus.
Nach diesem analytischen Teil, werden bestehende Handlungsempfehlungen eruiert, sowie basierend auf den gewonnenen Ergebnissen selbst erarbeitete Ansätze konkretisiert. In Hinblick auf die Zukunft der Europäischen Union wird im abschließenden und letzten Kapitel ein resümierendes Fazit gezogen, sowie ein Ausblick in die Zukunft gewährt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau
2. Thematische Grundlagen
2.1. Die Gründung der Europäischen Gemeinschaft
2.2. Der Vertrag von Maastricht
2.3. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt
3. Die Staatsschuldenkrise in Irland
3.1. Grundlagen der irischen Wirtschaft
3.2. Irland während und nach der Finanzkrise
4. Die Schuldenkrise in Italien
4.1. Grundlagen der Italienischen Wirtschaft
4.2 Italien während und nach der Finanzkrise
5. Handlungsempfehlungen
6. Ausblick und Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Verläufe der europäischen Staatsschuldenkrise mit einem fokussierten Vergleich zwischen den betroffenen Staaten Irland und Italien, um länderspezifische Differenzen in der Krisenbewältigung und wirtschaftlichen Struktur aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung und Strukturen der Europäischen Union
- Analyse der wirtschaftlichen Ausgangslage und Krisenentwicklung in Irland
- Untersuchung der strukturellen Probleme und der Schuldenkrise in Italien
- Vergleich der Krisenbewältigungsstrategien und institutionellen Herausforderungen
- Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zur langfristigen wirtschaftlichen Stabilisierung
Auszug aus dem Buch
3.1. Grundlagen der irischen Wirtschaft
„Das goldene Zeitalter des keltischen Tigers“12 so betitelte 2001 die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen vielbeachteten Artikel und vertritt damit die damals vorherrschende Meinung über die Zukunft hervorragend. Die Bezeichnung als „Keltischer Tiger“, wie Irland damals in Anlehnung an die erstarkenden asiatischen Wirtschaftsmächte China und Indien, bewundernd genannt wurde, war berechtigt. Wie in Abbildung 2 gut erkennbar, lag das irische Wirtschaftswachstum zum Anfang der 2000er Jahre durchaus mit dem der asiatischen Volkswirtschaften auf einem vergleichbaren Niveau, was Irland zu einem Vorbild für viele europäische Länder machte. Als Grund dafür, dass das noch in den 70er und 80er als Armenhaus Europas bezeichnete und von der Agrarindustrie dominierte Irland, einen solchen Wachstumsschub erfuhr, ist neben den milliardenschweren Strukturprogrammen, die es seit seinem Beitritt zur EU 1973 von der europäischen Staatengemeinschaft erhielt, auch die Steuerpolitik mit ihren geringen Steuersätzen zu nennen (heutiger Höchststeuersatz 12,5%).
So konnte Irland, auch dank der recht niedrigen Löhne, 1985 Microsoft als ersten Investor für die seitdem ansässige Softwareindustrie gewinnen. Bis heute ist eben jene Softwareindustrie ein tragendes Glied der irischen Wirtschaft.
Insgesamt ist die Abhängigkeit Irlands von ausländischen Investitionen beachtlich (Tabelle 1). Trotz einer verhältnismäßig geringen Anzahl ausländischer Betriebe (12,48%), ist knapp die Hälfte der Arbeitsplätze von ihnen pendent. Zum Vergleich sind in Deutschland lediglich ca. 6,5% der Jobs im Jahr 2013 an ausländische Unternehmen gebunden.13 Eine weitere Besonderheit Irlands ist der Finanzmarkt. So erreichte 2008, also zum Anfang der Finanzkrise die Bilanzsumme der irischen Banken 863,73% des BIP14. Dieses groteske Größenverhältnis spiegelt deutlich wieder, wie die irische Wirtschaft vom Bankensektor abhängt. Es war unter anderem dieser Sektor, der seit der Mitte der 90er Jahre durch, oftmals ungedeckte Immobilienkredite, einen Immobilienboom und letztendlich eine Immobilienblase entstehen ließ.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Jugendarbeitslosigkeit und Euroskepsis innerhalb der EU und definiert das Ziel, die Differenzen der Staatsschuldenkrise in Irland und Italien zu analysieren.
2. Thematische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte der EU, die Gründung der EG sowie die Bedeutung des Vertrags von Maastricht und des Stabilitäts- und Wachstumspakts für die Währungsunion.
3. Die Staatsschuldenkrise in Irland: Es wird der Aufstieg zum „Keltischen Tiger“, die starke Abhängigkeit vom Finanzsektor und die Auswirkungen der Finanzkrise auf Irland detailliert untersucht.
4. Die Schuldenkrise in Italien: Das Kapitel analysiert die historisch geprägte Wirtschaftsstruktur Italiens, das Nord-Süd-Gefälle sowie die Auswirkungen der Finanzkrise auf das Land.
5. Handlungsempfehlungen: Basierend auf den Länderanalysen werden Strategien zur Korruptionsbekämpfung und wirtschaftlichen Diversifizierung diskutiert.
6. Ausblick und Fazit: Das Fazit zieht eine abschließende Bilanz der Krisenbewältigung beider Länder und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Stabilität innerhalb Europas.
Schlüsselwörter
Staatsschuldenkrise, Europäische Union, Irland, Italien, Wirtschaftswachstum, Finanzkrise, Bankenrettung, Korruption, Investitionen, Währungsunion, Maastricht-Kriterien, Strukturwandel, Euroskepsis, Arbeitsmarkt, Konvergenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die europäische Staatsschuldenkrise mit einem Fokus auf die unterschiedlichen Krisenverläufe und strukturellen Bedingungen in den beiden Beispielstaaten Irland und Italien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Geschichte der europäischen Einigung, die ökonomischen Rahmenbedingungen der Währungsunion sowie spezifische länderspezifische wirtschaftliche Probleme wie Bankenkrisen, Immobilienblasen und Korruption.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die allgemeine Beschaffenheit der Staatsschuldenkrise zu beleuchten und detailliert aufzuzeigen, warum Irland und Italien trotz unterschiedlicher Ausgangslagen von der Krise getroffen wurden und wie ihre jeweilige Erholung verläuft.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine deskriptive und analytische Methode, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten (wie BIP-Entwicklung und Staatsverschuldung) sowie politökonomischen Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Grundlagenteil zur EU-Historie, eine tiefgehende Fallstudie zu Irlands wirtschaftlichem Aufstieg und Fall sowie eine Analyse der strukturellen Herausforderungen in Italien.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Währungsunion, Staatsschuldenkrise, Investitionsabhängigkeit, Korruptionsbekämpfung und wirtschaftliche Konvergenz definieren.
Warum konnte sich Irland nach Ansicht der Autorin schneller aus der Krise erholen als Italien?
Irland konnte durch gezielte Bankenrettungsmaßnahmen und eine erfolgreiche Investitionsstrategie wieder zu einem Wachstumspfad zurückfinden, während Italien durch strukturelle Probleme wie Korruption und ein Nord-Süd-Gefälle gehemmt wird.
Welche Rolle spielt die Korruption für die wirtschaftliche Situation in Italien?
Korruption wird als ein wesentlicher Hemmschuh für das Wachstumspotenzial identifiziert, der staatliche Investitionen untergräbt und das notwendige Vertrauen in die Wirtschaft schädigt.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der EU-Hilfen?
Die Arbeit betont, dass finanzielle Förderungen der EU zwar notwendig sind, aber ihre Wirkung verfehlen, wenn sie durch institutionelle Schwächen oder Korruption, wie teilweise in Süditalien, nicht effizient umgesetzt werden können.
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- Tom Zeising (Author), 2017, Länderspezifische Ausprägungen und Unterschiede der europäischen Staatsschuldenkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372239