Ist Supplementation von Vitaminen durch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder gefährlich?

Auf der Suche nach einem guten Weg der Nahrungsmittelproduktion


Facharbeit (Schule), 2016

48 Seiten, Note: 14


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nahrungsergänzungsmittel
2.1 Begriffsdefinition Nahrungsergänzungsmittel
2.2 Abgrenzung zu Arzneimitteln

3. Vitamine
3.1 Die Entdeckung der ersten Vitamine
3.2 Begriffsdefinition Vitamin
3.3 Unterschiede zwischen fett- und wasserlöslichen Vitaminen
3.4 Die Eigenschaften, Wirkungen und Funktionen der Vitamine und deren Bedarf, Vorkommen und Anteile in Lebensmitteln
3.4.1 Vitamin A und Beta Carotin (Provitamin A)
3.4.2 Vitamin D
3.4.3 Vitamin B12
3.4.4 Vitamin C
3.5 Überdosierungen und Risiken

4. Sinnhaftigkeit der Supplemantation von Vitaminen
4.1 Gründe für den Einsatz
4.1.1 Vitaminverlust in Lebensmitteln
4.1.2 Erhöhter Bedarf bei Risikogruppen
4.2 Gründe gegen den Einsatz
4.2.1 Ausgewogene gesunde Ernährung
4.2.2 Unkontrollierte und Überdosierte Einnahme

5. Forschungsumfrage
5.1 Entwicklung des Fragebogens
5.2 Befragungssituation und Durchführung der Umfrage
5.3 Auswertung der Umfragebögen
5.4 Diskussion
5.4.1 Verhaltensmuster
5.4.2 Hintergrundwissen und Einschätzung

6. Fazit: Sinnvoll oder gefährlich?

7. Abkürzungsverzeichnis

8. Anhang
8.1 Referenzwerte für die tägliche Vitaminzufuhr nach DGE
8.2 Umfragebogen

9. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Ein schöner Körper wird mit Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit assoziiert, eine unattraktive äußere Erscheinung hingegen mit Krankheit, Depression und Niederlage“ ein Zitat von Renate Luca.1

Darauf beruht der Antrieb aller, die jeden Tag Multivitamintabletten für die Gesundheit, Fischölkapseln für den Muskelaufbau oder Botin für schöne Haare und Nägel zu sich nehmen.

Dies ist aber auch die Ursache dafür, dass tausende Nahrungsergänzungsmittelauf dem Markt erhältlich sind. Sie prophezeien Gesundheit, Schönheit und Vi-talität, all das was in unseren Augen einen „schönen“ Körper ausmacht. Er-hältlich sind die „Wundermittel“ in Apotheken, Drogeriemärkten, Re-formhäusern, aber auch in Supermärkten oder im Internet unter der Rubrik„Gesundheit“ zu finden.

Und wenn wir mal ehrlich sind, wollen wir nicht das Beste für uns und unsere Gesundheit? -Also je mehr, desto besser? Desto schöner, gesünder, erfolgreicher und zufriedener sind wir?

Es ist unumstritten, dass „Vitamine und Mineralstoffe […] für das Leben so notwendig [sind] wie Wasser und Luft - ohne sie können wir nicht existieren“2, denn wir brauchen diese Nährstoffe für einen funktionierenden Stoffwechsel. Diverse Körperfunktionen werden erst durch Vitamine und Mineralstoffe gewährleistet und aufrecht erhalten.

Diese Nährstoffe kann der menschliche Organismus, bis auf wenige Ausnahmen, nicht selbst produzieren und müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Doch genau da scheitern die meisten, denn unsere Ernährung ist nicht immer gesund und ausgewogen. Die Angst wächst ständig von dem einen oder andern, Vitamin oder Mineralstoff zu wenig zu haben und auch die Medien tragen viel zu dieser Angst bei. Denn diese sprechen von modernen Lebensumständen, wie Stress, Umweltverschmutzung und Rauchen, die einen erhöhten Vitaminbedarf verursachen würden.

Deshalb nehmen viele das Angebot der Werbung dankend an und wollen diesen Mangel, beziehungsweise erhöhten Vitaminbedarf mittels Supplementation in Tabletten-, Kapsel-, Pulver- oder flüssiger Form mindern.

Auf die positiven Wirkungen dieser Präparate wird der Verbraucher täglich hingewiesen, doch die Gefahren von solchen Nahrungsergänzungsmittel werden stets vernachlässigt und kaum einem sind sie bekannt.

In nachfolgenden Arbeitschritten soll die Sinnhaftigkeit der Supplementation von Vitaminen untersucht werden.

Zunächst wird auf die Begriffsdefinition „Nahrungsergänzungmittel“ eingegangen und was die Abgrenzung dieser zu Arzneimittel.

Daraufhin folgt eine genaue Auseinandersetzung mit Vitaminen, einleitend mit der Entdeckung der ersten Vitamine. Auch hier wird auf die Begriffsdefinition von Vitamin eingegangen. Es soll herausgearbeitet werden, wie sich fett- und wasserlösliche Vitamine unterscheiden und in dem nächsten Schritt werden Antioxidantien und Radikale genauer definiert. Im Weiteren werden die Eigenschaften, Wirkungen und Funktionen der Vitamine und deren Bedarf, Vorkommen und Anteile in Lebensmitteln erschlossen. Im Anschluss werden die Risiken bei Überdosierung herausgearbeitet.

Im vierten Kapitel werden Vor- und Nachteile der Supplementation von Vitaminen abgewogen.

Daraufhin wird die Forschungsumfrage betrachtet, es wird auf die Entwicklung des Fragebogens, sowie auf die Befragungssituation und Durchführung der Umfrage, als auch auf die Auswertung genauer eingegangen. Zuletzt soll eine Diskussion erschloßen werden über Verhaltensmuster, Sachkenntnis und Erwartungen der Probanden.

In dem abschließenden Fazit dieser Arbeit wird die Bedeutung der Forschungsergebnisse resümiert.

2. Nahrungsergänzungsmittel

2. 1 Begriffsdefinition Nahrungsergänzungsmittel

In der Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung von dem 24.05.2004 ist ein Nahrungsergänzungsmittel definiert als „ein Lebensmittel, das

1. dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen,
2. ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen miternährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder inZusammensetzung darstellt und
3. in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tablet-ten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeuteln,Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darre-ichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme inabgemessenen kleinen Mengen, in den Verkehr gebracht wird.“3

Vereinfacht ausgedrückt sind Nahrungsergänzungsmittel Produkte, die trotzihrer ungewöhnlichen Darreichungsform nicht den Arzneimitteln sondern denLebensmitteln zugeordnet werden und in diesem Sinne Nähr- und Wirkstoffe inkonzentrierter Form liefern. Bestandteile sind Vitamine, Spurenelemente, Min-eralstoffe, Aminosäuren und Ballaststoffe oder Pflanzenbestandteile.

2.2 Abgrenzung zu Arzneimitteln

Rechtlich zählen die Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln und unterliegen den Bestimmungen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) sowie der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV).Unterschieden werden die Nahrungsergänzungsmittel von den Arzneimitteln aus den Definitionen von Lebensmittel und Arzneimittel:

„Lebensmittel sind alle Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind odervon denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in ver-erarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Men- schen aufgenommen werden.”4

Im Gegensatz dazu werden als Arzneimittel als Erzeugnisse eingestuft, die insbesondere dazu dienen „[…] Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten oder zu erkennen oder auch die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu beeinflussen.”5

Bei einem Vortrag des Kongresses »Ernährung, Diätetik, Infusionstherapie« inBerlin erklärte Professor Dr. Martin Schulz: „Nahrungsergänzungsmittel benöti-gen keine Zulassung, also auch keinen Nachweis der Wirksamkeit und Sicher-heit durch klinische Studien.“6 Mit dieser Aussage nannte der Vorsitzender derArzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und Geschäftsführerder Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) einen wichtigenUnterschied zu Arzneimitteln. Denn für die Markteinführung benötigt es lediglicheine Registrierung beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel-sicherheit (BVL).7 Dementsprechend sind diese für den Bürger nicht nur in derApotheke sondern, rezeptfrei in jedem Supermarkt, Drogeriegeschäft oder an-dernorts erhältlich. Die dadurch erhöhte Zugänglichkeit und Legitimität bringteine bedenkenlose Einnahme von einer Vielzahl von Menschen mit sich.

3. Vitamine

3.1 Die Entdeckung der ersten Vitamine

Bereits im 18. Jahrhundert erkannte man, dass sich die unter Seefahrern ver-breitete Erkrankung Skorbut, die zu inneren Blutungen und Zahnausfall führt,durch Sauerkraut und Zitrusfrüchte, behandeln und vermeiden ließ.Doch erst im 19. Jahrhundert begann die wissenschaftliche Erforschung der Vi-tamine, als der Arzt Christiaan Eijkman die Beriberi-Krankheit an indonesischenSoldaten beobachtete. Im Jahr 1897, fand dieser heraus, dass das Heilmittelder Mangelkrankheit in der Hülle von unbehandeltem braunen Reis seinmusste. Daraufhin beschäftigte sich Kasimir Funk mit der Isolation diesesStoffes, welches sich als das heutige bekannte Thiamin herausstellte (Vitamin B1).8

3.2 Begriffsdefinition Vitamin

Der Begriff »Vitamin« wurde 1911 von Kasimir Funk (1884-1967) gewählt und stammt aus dem lateinischem Wort »vita« (»Leben«) und »Amin«, einer Stickstoffverbindung. Zusammengesetzt bedeutet es »lebenswichtiges Amin«.9 Später wurde die Bezeichnung übergreifend verwendet.

Vitamine gewährleisten in kleinsten Mengen die Aufrechterhaltung vielfältiger Stoffwechselprozesse und sind somit für den Menschen essentiell. „[Sie] wirken dabei meist als Katalysatoren unterschiedlicher Enzymsysteme.“10 Eine selbständige Synthese der organischen Verbindungen durch den menschlichen Organismus ist, bis auf Vitamin D, nicht möglich. Daher muss der Mensch, sie exogen über die Nahrung aufnehmen.

3.3 Unterschiede zwischen fett- und wasserlöslichenVitaminen

Generell unterteilen Ernährungswissenschaftler Vitamine in wasserlösliche (hy-drophil) und fettlösliche (lipophil). Die Gruppe der wasserlöslichen Vitaminebesteht aus den Vitaminen B1, B2, B6, B12, Folsäure, Niacin, Pantothensäure, Biotin und Vitamin C. Für den Menschen zu beachten ist, dass wasserlösliche Vitamine lediglich in geringen Mengen gespeichert werden, welche den Bedarf nur für kurze Zeit decken. Die Ausnahme in diesem Fall bildet Vitamin B12, das der Körper über mehrere Jahre hinweg speichern kann.

Im Gegensatz dazu, können die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K nur in Be-gleitung von Fetten als Transportmittel in den Zellen der Adipozyten absorbiertund gespeichert werden. Wichtig ist, dass fettlösliche Vitamine nicht über denUrin ausgeschieden werden können, wodurch durch Kumulation die Gefahr 11,12 einer Hypervitaminose besteht.

3.5 Die Eigenschaften, Wirkungen und Funktionen derVitamine und deren Bedarf, Vorkommen und Anteile in Lebensmitteln

3.5.1 Vitamin A und Beta Carotin (Provitamin A)

Vitamin A1, Retinol oder auch Axerophthol genannt, zählt zu den fettlöslichenVitaminen. Chemisch betrachtet lässt sich Retinol zur Gruppe der Diterpenezuordnen und gilt als einwertiger, primärer Alkohol. Bei Betrachtung der Strukturdes Moleküls ist ein Ring aus sechs Kohlenstoffatomen, dem β-(Beta-)Jonon-ring, und zudem eine Folge konjugierter Doppelbindungen zu verzeichnen.13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Strukturformel Vitamin A 14

Vitamin A tritt in der Natur in zwei Hauptformen auf: Zum einen als reinesRetinol, das lediglich in tierischen Produkten vorhanden ist und zum anderen inForm von bestimmten Carotinoiden (A-Provitamine), die pflanzlichen Ursprungssind.

Der menschliche Organismus ist in der Lage je nach Bedarf, diese Vorstufen in der Darmwand in aktive Vitamin-A-Ester zu synthetisieren und so bei der Bedarfsdeckung mitwirken zu lassen. Aufgrund der höheren Absorptionsrate, gilt dabei das β-Carotin als Hauptvertreter der A-Provitamine.

Die Resorption und Umwandlung der Provitamine ist jedoch nicht unbegrenzt.Um eine Vergleichbarkeit zwischen Vitamin A und deren Vorstufen zu schaffen,entwickelten Forscher einen Umrechnungsfaktor, genannt Renitoläquivalente.Für diese gilt, dass 6 Teile β-Carotin, beziehungsweise 12 Teile anderer Caroti-noide (α-Carotin, Kryptoxathin) benötigt werden, um ein Teil Retinol zu bilden.15

Unter den Nahrungsergänzungsmitteln findet das Vitamin viel Verwendung, daan vielen verschiedenen Prozessen im Organismus Wirkungen durch Retinolbzw. β-Carotin nachgewiesen sind. Am bekanntesten ist Vitamin A für seineWirkung beim Sehvorgang. So ist dessen Aldehyd (Retinal) der lichtempfind-liche Bestandteil des Rhodopsin-Moleküls. Dieser Sehfarbstoff auch Sehpurpurgenannt, wird in den Stäbchenzellen der Netzhaut benötigt, um Lichtreize inelektrische Signale für das Gehirn umzuwandeln und ist somit unabdingbar fürdie Sehfähigkeit.16

Außerdem ist Vitamin A auch für die Geschlechtsorgane ein Ausgangsstoff vonhoher Bedeutung. Forschungen zeigten, dass die Produktion der Geschlechts-hormone Testosteron und Östrogen durch eine gute Vitamin A-Versorgunggesteigert werden kann. Somit steht eine Impotenz oder eine gestörte Fertilität u. A. in Zusammenhang mit einem Retinol-Mangel.17

Ferner ist bei der Leistungsfähigkeit und Regeneration des Immunsystems derVitalstoff notwendig. Zum einen erhöht Vitamin A und β-Carotin die Wider-standsfähigkeit gegenüber Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern.Grund dafür, ist die verbesserte Abwehrfunktion der Haut und Schleimhäute, diewie Barrieren wirken. Des Weiteren fördern sie die Wirksamkeit und Zahl derlebenswichtigen Leukozyten (Immunzellen). Aufgrund des bereits genanntenDoppelbindungssystems im Molekül, besitzt Vitamin A die antioxidative Eigen-schaft, die Oxidation der freien Radikale freiwillig Elektronen abzugeben und somit Zellmembran und DNA zu schützen.18 Dementsprechend schützt ausre- ichende Vitamin A-Versorgung, beispielsweise vor einer Tumorerkrankung oder einer Lungenentzündung.

Zuletzt dient Vitamin A bei der Zellteilung und bei vielen Wachstumsprozessen als wichtiges Coenzym. Somit ist Vitamin A bei der Zellteilung der Epithelgewebe (Deck- und Drüsengewebe) der Haut und Schleimhaut sowie des Knorpelgewebes ein unverzichtbarer Faktor. Folglich wird Axerophthol immer öfters in Pflegeprodukten wie Shampoos und Cremes verwendet, um eine „straffende“ und „neugenerierte“ Haut hervorzubringen.19

Damit ein reibungsloser Ablauf dieser lebenswichtigen Prozesse erfolgt, ist der Mensch auf eine ausreichende Vitamin Versorgung über der Ernährung angewiesen. In der Bundesrepublik Deutschland wird die empfohlene Tageszufuhr von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V (DGE) gestellt. Diese ist von Alter, Geschlecht und körperlicher Aktivität abhängig und sind für Schwangere und Stillende anders. Eine Zusammenfassung der Referenzwerte aller Vitamine sind aus der Tabelle 9 im Anhang zu entnehmen.20

In der nachfolgenden Tabelle, werden die von der DGE empfohlenen Richtwerte an Vitamin A pro Tag aufgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Empfohlene Tageszufuhr Vitamin A21

Da der Körper Retinol in relativ großen Mengen speichert, kommt es selten zueinem Vitamin A-Mangel. Dennoch können diese Symptome eine Hypovita-minose deuten: brüchige Fingernägel, trockene Haut und Haare, erhöhtes In-fektrisiko, Nachtblindheit und andere Sehstörungen sowie Schleimhautinfektio-nen. Werden die Speicher dauerhaft nicht gedeckt, kommt es durch De- 22,23 formierungen der Augen zu einem eingeschränkten Sehvermögen.

„Als besonders reich an Vitamin A wurden solche Lebensmittel bezeichnet,durch die mit einer üblichen Portion mindestens 20% der von der DGE emp-fohlenen Zufuhr von Vitamin A erreicht werden (orientiert an der Empfehlung für männliche Erwachsene).“24 Beispiele für Lebensmittel, die als reiche Quelle von (Pro-)Vitamin A gelten, sind in folgender Tabelle dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Reiche Quellen an Vitamin A 25

3.5.2 Vitamin D

Vitamin D, Calciferol oder auch antirachitisches Vitamin genannt, ist ein Oberbegriff für eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die zur Stoffklasse der Secosteroiden, einer Ableitung der Steroiden, zugeordnet werden.26

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Strukturformel Vitamin D27

Die Hauptformen der Calciferole sind das Vitamin D2 (Ergocalciferol) aus pflanzlicher und das Vitamin D3 (Cholecalciferol), aus tierischen Herkunft. Diese werden unter Einwirkung von ultravioletten Strahlen aus den jeweiligen Sterine (Provitamin D) umgewandelt. Dabei „wird der Ring B des Steroidgerüsts zwischen C9 und C10 aufgespalten und Präcalciferol gebildet.“28 So leitet sich Ergocalciferol von Ergosterin ab, während Cholecalciferol aus 7-Dehydrocholes-terin gebildet wird. Die Produktionsrate der Vitaminmoleküle hängt von Alter, Hautpegmentierung und Intensität des Sonnenlichtes ab.

Aufgrund dieser im Körper eigenständigen Synthese, entspricht Vitamin D im strengen Sinne nicht der historischen Definition eines Vitamins und wird immer mehr als Hormon angesehen.

Die aktivierten Vitaminmoleküle fungieren bei der Resorption von Calcium undPhosphor als Botenstoffe. Somit ist das fettlösliche Vitamin bei der Bildungsowie Instandhaltung von Knochen, Knorpeln und Zähnen ein wichtiger Mit-spieler.29

Schließlich kontrolliert und stabilisiert der Vitalstoff die Calciumkonzentration im Blut, wie beispielsweise bei einer hypokalzämischen (Calciummangel) Tetanie, einem Krampfanfall. 30

[...]


1 Luca, R.: Körper und Körperbilder. Medienkritik u. medienpädagogische Bildungsarbeit, S. 44

2 Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 94

3 Kügel J. W.; Hahn A.; Delewski M.; Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung; S. 206

4 BMELV: http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/SpezielleLebensmittelUndZusaetze/Nahrungsergaenzungsmittel/Nahrungsergaenzungsmittel_FAQs/_Texte/Ergaenzungsmittel-Verbraucher/NEMvsAZM.html (10.10.2016)

5 BMELV: http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/SpezielleLebensmittelUndZusaetze/Nahrungsergaenzungsmittel/Nahrungsergaenzungsmittel_FAQs/_Texte/Er gaenzungsmittel-Verbraucher/NEMvsAZM.html (10.10.2016)

6 Sauer, B.: Nahrungsergänzungsmittel - Viele Produkte, wenig Nutzen, in: PharmazeutischeZeitung, S. 32

7 BMELV http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/SpezielleLebensmittelUndZusaetze/Nahrungsergaenzungsmittel/ergaenzungsmittel_node.html (10.10.2016)

8 vgl.: Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 12

9 Duden: http://www.duden.de/rechtschreibung/Vitamin 20.10.2016

10 Elmadfa, I.; Fritzsche, D.: Die große GU Vitamin- und Mineralstoff-Tabelle, S. 68

11 vgl.: Elmadfa, I.; Fritzsche, D.: Die große GU Vitamin- und Mineralstoff-Tabelle, S. 6

12 vgl.: Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 20

13 vgl.: http://www.chemie.de/lexikon/Retinol.html (22.10.2016)

14 http://www.vitamine-lexikon.de/images/vitamine/vitamin-a-retinol.gif (22.10.2016)9

15 Elmadfa, I.; Fritzsche, D.: Die große GU Vitamin- und Mineralstoff-Tabelle, S. 6

16 vgl.: Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 21f

17 vgl.: Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 21f10

18 vgl.: Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 120

19 vgl.: Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 21

20 siehe Seite 42

21 vgl.: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-a-b-carotin (24.10.2016)

22 Elmadfa, I.; Fritzsche, D.: Die große GU Vitamin- und Mineralstoff-Tabelle, S. 6

23 Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 22

24 Elmadfa, I.; Fritzsche, D.: Die große GU Vitamin- und Mineralstoff-Tabelle, S. 7

25 vgl.: Elmadfa, I.; Fritzsche, D.: Die große GU Nährwert- und Kalorien-Tabelle, S. 82 - 87

26 vgl.: http://www.chemie.de/lexikon/Cholecalciferol.html (22.10.2016)

27 https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/15/Cholecalciferol2.svg/250px-Cholecalciferol2.svg.png (22.10.2016)

28 http://www.spektrum.de/lexikon/biochemie/vitamin-d/6602 (23.10.2016)

29 vgl.: Elmadfa, I.; Fritzsche, D.: Die große GU Vitamin- und Mineralstoff-Tabelle, S. 8

30 Murschall, R.: Vitamine und Mineralstoffe, S. 28

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Ist Supplementation von Vitaminen durch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder gefährlich?
Untertitel
Auf der Suche nach einem guten Weg der Nahrungsmittelproduktion
Note
14
Autor
Jahr
2016
Seiten
48
Katalognummer
V372256
ISBN (eBook)
9783668506978
ISBN (Buch)
9783668506985
Dateigröße
1418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nahrungsergänzungsmittel;, Nahrungsergänzung, Supplementierung, Seminararbeit, Biologie, Vitamine, Minerale, Körper, Gesundheit
Arbeit zitieren
Rafael Lopes Dos Reis (Autor), 2016, Ist Supplementation von Vitaminen durch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder gefährlich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372256

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Ist Supplementation von Vitaminen durch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder gefährlich?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden