Berufsunfähigkeit in der Gesundheitswirtschaft. Ein unterschätztes Risiko?


Seminararbeit, 2017
20 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnisverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die gesetzliche Regelung der Erwerbsunfähigkeit
2.1 Die Unterscheidung der drei Kategorien
2.2 Die Berechnung der Erwerbminderungsrente

3 Staatliche Erwerbsminderungsrente versus Private Berufsunfähigkeitsversicherung
3.1 Die Gründe gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung
3.2 Die private Absicherung ist ein absolutes Muss

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

Die Bevölkerung Deutschlands lebt in einem Solidaritätsstaat - alle für einen und einer für alle. Ihre Sozialleistungen, die Kranken-, Arbeitslosen-, sowie die Rentenversicherung genießt hohes Ansehen in vielen anderen Ländern. Sie dienen zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit, sozialer Sicherheit und insbesondere um ein menschenwürdiges Dasein zu sichern. In dieser Arbeit wird erläutert, ob sich die Bürger Deutschlands weiterhin auf die staatlichen Leistungen verlassen können. Dies wird anhand der Berufsunfähigkeit verdeutlicht. Es wird erläutert wer Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hat und wie sich die Höhe dieser Rente berechnen lässt. Anschließend wird diese staatliche Vorsorge mit der privaten Berufsunfähigkeitsrente verglichen und beantwortet die Frage, ob dieses Thema unterschätzt wird.

Schlüsselwörter: Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrente, Krankheit, demografischer Wandel

Abstract

The population in Germany are living in a solidarity state - all for one and one for all. Their social welfare benefits like the health, unemployment and the pension insurance enjoy great reputation in other countries. They are used for achieving social equity, social security and furthermore to save a decent existence. This project paper discusses whether the population of Germany can continue to rely on state benefits. It will be illustrated on an example of the occupational incapacity. Who is entitled to a disability pension and how to calculate the amount of the pension are explained in this written exam. Afterwards the state benefit is compared with the private occupational incapacity insurance and answers the question of whether the issue is underestimated.

Keywords: disability pension, occupational incapacity, disease, demographic change

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bildliche Darstellung der drei Kategorien im Überblick (Quelle: www.berufsunfaehigkeitsversi cherung- sofort- vergl ei ch.de/erwerbsminderungsrente)

Abbildung 2: Rente bei voller Erwerbsminderung

(Quelle: Erwerbsminderungsrente: Das Netz für alle Fälle, Nr. 201, S. 14)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ein Bevölkerungsrückgang in Deutschland zeichnet sich immer mehr ab. Denn mit Blick auf den demographischen Wandel lässt sich feststellen, dass im Vergleich zu der Geburtenrate, die Sterberate immer mehr steigt. So sind laut Statistischem Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen im Jahr 2015 737.630 Kinder in Deutschland geboren worden, wohingegen die Zahl der Verstorbenen bei 925.239 liegt. Das ergibt einen Überschuss von 187.609 Verstorbenen.[1] Trotz den statistischen Geburtenzahlen, welche eine konstante Geburtenziffer von 1,5 Kinder je Frau in den letzten Jahren belegt, wird für die Zukunft keine steigende Tendenz festgestellt.[2] Das führt dazu, dass der Unterschied zwischen dem Rückgang der Neugeborenen und Sterbenden so schnell nicht aufgehoben werden kann. Im Zuge der immer älter werdenden Bevölkerung zieht der demographische Wandel auch einige Probleme und Herausforderungen nach sich. Weniger Beitragszahler als Rentenempfänger bedeutet, dass das Rentensystem langfristig nicht mehr finanzierbar ist. Ein Grund warum der Staat Reformen wie Rentenkürzungen oder Erhöhung der Renteneintrittsalter verabschiedet. Gleichzeitig distanziert er sich immer mehr aus der Altersvorsorge beziehungsweise der allgemeinen Versorgung.

Dies liefert den Ansatzpunkt für die nun folgende Arbeit. Denn es rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob die Vorsorge für den riskanten Fall der Berufsunfähigkeit unterschätzt wird?

Um einen sinnvollen argumentativen Aufbau der Arbeit zu erhalten wird im anschließenden Kapitel zuerst auf die staatlichen Regularien bezüglich Berufs­beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eingegangen. Danach werden die Unterscheidung der Kategorien, sowie die Berechnung der Erwerbsunfähigkeitsrente erläutert. Das dritte Kapitel vergleicht die private Berufsunfähigkeitsversicherung mit der staatlichen Erwerbsminderungsrente und ist somit Schwerpunkt dieser Arbeit. Dort werden die Beweggründe gegen den Abschluss einer privaten Vorsorge, sowie die Frage, ob eine Notwendigkeit besteht, abgehandelt. Abschließend dieser Arbeit folgt eine

Schlussbetrachtung. Hier wird das Zentrale der Arbeit nochmals zusammengefasst und ein Ausblick gegeben, wie sich das Thema Berufsunfähigkeit zukünftig weiterentwickelt.

2. Die gesetzliche Regelung der Erwerbsminderung

Die Bezeichnungen Erwerbsunfähig-, sowie Berufsunfähigkeit wurden durch den Begriff der Erwerbsminderung am 1. Januar 2001 ersetzt.[3] Als erwerbsgemindert gelten Personen, die wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbarer Zeit nicht in der Lage sind, eine Erwerbstätigkeit in gewisser Regelmäßigkeit auszuüben, Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen zu erzielen. Heutzutage regelt der Staat mithilfe des Paragraphen 43 im Sechsten Buch des Sozialgesetzbuches, wer Anspruch auf eine sogenannte Erwerbminderungsrente hat. Demnach gehört zu den allgemeinen Voraussetzungen, dass man die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat. Außerdem gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“. Das heißt, zunächst wird geprüft, ob man die Erwerbsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Rehabilitation wiederherstellen werden kann und man somit danach wieder in der Lage ist, den Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.[4] Zudem müssen die Antragstellerin beziehungsweise der Antragsteller, mindestens fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung, auch allgemeine Wartezeit genannt, pflichtversichert gewesen sein. Die Belege von Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit der letzten drei Jahre sind vorzuweisen.[5] Neben den versicherungsrechtlichen Voraussetzungen sind ebenso die medizinischen Voraussetzungen für den Erhalt der Erwerbsminderungsrente relevant. Sie sind dann erfüllt, wenn man wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr in der Lage ist mindestens sechs Stunden täglich arbeiten zu können. Allerdings zählt hierfür nicht nur der erlernte Beruf, sondern auch alle anderen Tätigkeiten. „Den Zeitpunkt, wann eine volle oder teilweise Erwerbsminderung im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung vorliegt, bestimmt der Rentenversicherungsträger ggf. nach Begutachtung durch den Sozialmedizinischen Dienst oder einen anderen Gutachter mit der erforderlichen sozialmedizinischen Sachkunde.“[6] 2.1 Die Unterscheidung der drei Kategorien

Mithilfe der medizinischen Unterlagen prüft die deutsche Rentenversicherung dann in welcher der drei folgenden Kategorien eine Antragstellerin beziehungsweise ein Antragsteller eingestuft wird.

„Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.“[7] „Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.“[8] Zu den nicht erwerbsgeminderten gehören wiederum Versicherte, die unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein können. Dabei wird die jeweilige Arbeitsmarktlage, wie bereits erwähnt, nicht berücksichtigt.

Abbildung 1: Bildliche Darstellung der drei Kategorien im Überblick

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente im Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: www.berufsunfaehigkeitsversicherung-sofort-vergleich.de/erwerbsminderungsrente)

[...]


[1] Vgl. Statistisches Bundesamt: 2015: Mehr Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen. (2016) [online] https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/06/PD 16_225_126.html [12.06.2017].

[2] Vgl. Statistisches Bundesamt: Geburtenziffer 2015: Erstmals seit 33 Jahren bei 1,50 Kindern je Frau. (2016) [online]

https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/10/PD16_373_126.html

[12.06.2017].

[3] Vgl. Wegweiser Berufsunfähigkeitsversicherung (2009): Begriffserklärung: Erwerbsminderung - Berufsunfähigkeit - Erwerbsunfähigkeit, [online] http://www.wegweiser- berufsunfaehigkeitsversicherung.de/artikel/id/3 [10.06.2017].

[4] Vgl. Deutsche Rentenversicherung Bund von (2016): Nicht erwerbsfähig - trotzdem versorgt, in: Erwerbsminderungsrente: Das Netz für alle Fälle, Nr. 201, S. 4.

[5] Vgl. § 43 SGB VI.

[6] Vgl. Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen: Renten wegen Erwerbsminderung [online] http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Themen/Soziales/Renten/Erwerbsminderungsrente/Erwerbsmi nderungsrente.html;j sessionid=CC0AA3DCD9AA 18D09CC43AA5B06CFE61.2_cid355?nn= 1829200#d oc1829202bodyText2 [10.06.2017].

[7] § 43 SGB VI Abs. 2.

[8] § 43 SGB VI Abs. 1.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Berufsunfähigkeit in der Gesundheitswirtschaft. Ein unterschätztes Risiko?
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V372298
ISBN (eBook)
9783668500532
ISBN (Buch)
9783668500549
Dateigröße
639 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berufsunfähigkeit, gesundheitswirtschaft, risiko, Seminararbeit
Arbeit zitieren
Dan Jayson Abani (Autor), 2017, Berufsunfähigkeit in der Gesundheitswirtschaft. Ein unterschätztes Risiko?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372298

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