In dieser Arbeit wird erläutert, ob sich die Bürger Deutschlands weiterhin auf die staatlichen Leistungen verlassen können. Dies wird anhand der Berufsunfähigkeit verdeutlicht. Es wird erläutert, wer Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hat und wie sich die Höhe dieser Rente berechnen lässt. Anschließend wird diese staatliche Vorsorge mit der privaten Berufsunfähigkeitsrente verglichen und die Frage beantwortet, ob dieses Thema unterschätzt wird.
Die Bevölkerung Deutschlands lebt in einem Solidaritätsstaat - alle für einen und einer für alle. Ihre Sozialleistungen, die Kranken-, Arbeitslosen- sowie die Rentenversicherung genießen hohes Ansehen in vielen anderen Ländern. Sie dienen zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit, sozialer Sicherheit und insbesondere, um ein menschenwürdiges Dasein zu sichern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die gesetzliche Regelung der Erwerbsunfähigkeit
2.1 Die Unterscheidung der drei Kategorien
2.2 Die Berechnung der Erwerbminderungsrente
3 Staatliche Erwerbsminderungsrente versus Private Berufsunfähigkeitsversicherung
3.1 Die Gründe gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung
3.2 Die private Absicherung ist ein absolutes Muss
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die gesetzliche Erwerbsminderungsrente in Deutschland ausreicht, um im Falle einer Berufsunfähigkeit den Lebensstandard zu sichern, und ob die Notwendigkeit einer privaten Absicherung in der Bevölkerung unterschätzt wird.
- Analyse der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.
- Mathematische Herleitung der Rentenhöhe und Identifikation von Versorgungslücken.
- Vergleich zwischen staatlicher Absicherung und privater Berufsunfähigkeitsvorsorge.
- Untersuchung der Beweggründe, die gegen den Abschluss privater Versicherungen sprechen.
- Bewertung der Relevanz privater Vorsorge vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Gründe gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung
Hat man das System verstanden und reflektiert diesen, anhand der eigenen Arbeits- beziehungsweise Finanzsituation, lässt sich für manchen ein schockierender Befund feststellen – „[k]rank sein macht arm“.15
Kaum jemand möchte sich mit dem Gedanken beschäftigen, wie es wäre, berufsunfähig zu sein. Doch ungefähr 7,8 Millionen Arbeitnehmer sind betroffen. Da nur circa 50% von ihnen privat gegen eine Berufsunfähigkeit versichert sind, sind sie auf die staatliche Absicherung angewiesen – „[viele von ihnen] stehen dann vor den Scherben ihrer Existenz: Sie können ihren Lebensstandard nicht halten, womöglich das Haus nicht abbezahlen, die Altersvorsorge nicht weiter aufbauen, die Kinder nicht wie geplant unterstützen.“16 Doch was sind die Gründe gegen diese bedeutende Absicherung? Laut den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest sind es drei Hauptgründe: Falsches Alter, hohe Kosten und vor allem das unterschätzte Risiko. Ein Großteil der Befragten sind der Meinung, das falsche Alter für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu haben. Manche zu alt, die anderen zu jung. Allerdings gilt bei fast allen Assekuranzen je jünger und gesünder der Kunde, desto günstiger sind die monatlichen Beiträge und desto mehr Leistungen können in Anspruch genommen werden.17 Für andere hingegen sind solche Versicherungen zu teuer, da sich die Versicherer den Berufsunfähigkeitsschutz abhängig von Alter, derzeitige berufliche Tätigkeit, aktuelle Gesundheit und Hobbies unwiderlegbar sehr gut bezahlen lassen.18 Doch weitaus wichtiger ist der Grund, dass viele Personen den Sachverhalt nicht ernst nehmen. „Vor allem Aussagen, wie "Mich trifft's schon nicht", "Ich habe noch Rücklagen" und "Ich kann auch in einem anderen Job arbeiten", sprechen dafür, dass viele das Risiko und die Konsequenzen einer Berufsunfähigkeit unterschätzen.“19
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel in Deutschland und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob die Vorsorge für den Fall der Berufsunfähigkeit gesellschaftlich unterschätzt wird.
2 Die gesetzliche Regelung der Erwerbsunfähigkeit: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen des Sozialgesetzbuches, die Voraussetzungen für den Rentenanspruch und die Kategorisierung sowie Berechnung der Erwerbsminderungsrente.
3 Staatliche Erwerbsminderungsrente versus Private Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Hauptteil vergleicht die staatliche Absicherung mit privaten Modellen, identifiziert enorme Versorgungslücken und analysiert die Gründe, warum viele Arbeitnehmer trotz hoher Risiken keine private Vorsorge treffen.
4 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit privater Vorsorgemaßnahmen als unverzichtbares Mittel gegen drohende Altersarmut.
Schlüsselwörter
Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrente, Altersarmut, Sozialstaat, demografischer Wandel, private Vorsorge, Versicherungsschutz, Versorgungslücke, Erwerbsminderung, Rentenversicherung, Krankheit, Leistungsanspruch, Beitragshöhe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die staatliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit in Deutschland ausreicht und inwieweit das Risiko der Erwerbsminderung von Bürgern unterschätzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das gesetzliche Rentensystem bei Erwerbsminderung, die Entstehung von Versorgungslücken und der Vergleich mit privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die staatliche Erwerbsminderungsrente oft nicht ausreicht und eine private Vorsorge für Arbeitnehmer ein notwendiger Schritt ist, um den Lebensstandard zu erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie eine empirische Herleitung mittels eines Fragebogens zur Ermittlung individueller Versorgungslücken gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird berechnet, wie hoch eine Erwerbsminderungsrente ausfällt, und es werden die psychologischen sowie finanziellen Hürden diskutiert, die Menschen davon abhalten, eine private Absicherung abzuschließen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrente, Versorgungslücke, demografischer Wandel und private Vorsorge definiert.
Wie wirkt sich die Einstufung als „teilweise erwerbsgemindert“ aus?
Diese Einstufung gilt als Zeitrente für längstens drei Jahre; bei gleichbleibendem Gesundheitszustand kann sie verlängert werden, bleibt aber auf insgesamt neun Jahre beschränkt.
Warum wird der Abschluss einer privaten Versicherung als „absolutes Muss“ bezeichnet?
Aufgrund der im Vergleich zum vorherigen Nettoeinkommen oft massiven Versorgungslücke ist eine private Absicherung essenziell, um finanzielle Notlagen bei Verlust der Arbeitskraft zu vermeiden.
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- Dan Jayson Abani (Autor), 2017, Berufsunfähigkeit in der Gesundheitswirtschaft. Ein unterschätztes Risiko?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372298