Die allgemeine Evaluationsforschung sowie deren Defizite und ein ausgewählter Forschungsbereich


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

nhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Grundlagen der Evaluationsforschung in Deutschland

2. Begriffsbestimmung Evaluation/Evaluationsforschung

3. Funktionen und Methoden der Evaluationsforschung
3.1 Funktionen
3.2 Entwicklung der Theorien und Methoden der Evaluationsforschung

4. Anforderungen an die Evaluation in Deutschland

5. Ausgewähltes Feld der Evaluationsforschung – Möglichkeiten der präventiven Einwirkung auf Fremdenfeindlichkeit/Antisemitismus

6. Zusammenfassung

7. Literaturquellen

1. Einleitung: Grundlagen der Evaluationsforschung in Deutschland

Evaluation in Deutschland findet hauptsächlich in den Politikfeldern statt, unter Anwendung unterschiedlichster Methoden und Ansätzen. Der Erfolg und die Wirksamkeit von politischen Interventionsprogrammen wird jedoch meist nicht ausreichend erforscht und aufgedeckt. Festgestellt wurde dies durch den Bundesrechnungshof, welcher darauf verweist, dass die methodischen Möglichkeiten zur Ermittlung von Erfolg und Wirksamkeit nicht ausreichend ausgenutzt werden. (vgl. Stockmann 2000, S.7) In Deutschland hat sich bisher keine sozialwissenschaftliche Evaluationsdisziplin durchsetzen können. Dies ist begründet durch fehlende Zusammenarbeit und Kommunikation in der Evaluationsforschung. (vgl. Stockmann 2000, S.7)

Seit 1997 sollte diesem Makel entgegengewirkt werden durch die Gründung der „Deutschen Gesellschaft für Evaluation“. Deren Augenmerk liegt darin, die Nützlichkeit und Akzeptanz von Evaluation zu fördern, sowie allgemeine Qualitätsstandards zu etablieren. Jedoch fehlt in vielen Bereichen das Personal, um sich mit den wesentlichen theoretischen und methodischen Fragen auseinander zu setzen. (vgl. Stockmann 2000, S.7) Doch nicht nur der Personalmangel in wissenschaftlichen Instituten erschwert die Evaluation. Ebenso sind kaum Lehrbücher, sowie Aus- und Weiterbildungen für Evaluatoren vorhanden. (vgl. Stockmann 2000, S.8)

In der folgenden Hausarbeit versuche ich anhand von Literaturquellen allgemeine Theorien und Methoden der Evaluationsforschung, sowie allgemeine Anforderungen an die Evaluationen in Deutschland herauszufiltern. Zuletzt möchte ich anhand eines ausgewählten Beispiels der Evaluationsforschung im Bereich der Kriminologie aufzeigen, inwieweit es noch einer Verbesserung von Evaluation bedarf.

2. Begriffsbestimmung Evaluation/Evaluationsforschung

Evaluationen sind ein wichtiges Instrument, um Erfahrungswissen zu generieren. Ziel der Evaluation ist es, Informationen zu sammeln und diese anschließend zu bewerten, damit abschließend eine Entscheidung getroffen werden kann. Die Bewertungskriterien können sich dabei am Gegenstand, Sachverhalt oder auch dem Nutzen für bestimmte Personen(-gruppen) orientieren. (vgl. Stockmann 2000, S.11)

Wissenschaftliche Evaluationen unterscheiden sich von Alltagsevaluationen, wie beispielsweise ob bestimmte Pflanzen essbar sind oder nicht, anhand empirischer Forschungsmethoden, die eingesetzt werden. Damit ist die Gesamtheit sozialwissenschaftlicher Forschungsmuster gemeint. Evaluationsforschung wird somit als „[...] ein Teilgebiet anwendungsbezogener Forschung […]“ (Stockmann 2000, S.12) verstanden. Hingegen der Grundlagenforschung, welche relativ zweckfrei nach Erkenntnissen strebt, hat die Evaluationsforschung einen Auftraggeber. Dieser verfolgt damit bestimmte Absichten. Das heißt, der Evaluator muss sich sich nach den Zielbestimmung des besagten Auftraggebers richten. Zudem ist Evaluation im Gegensatz zur Grundlagenforschung immer mit einer Wertung verbunden, welche als Teil des Forschungsauftrags gilt. Gemeinsamkeiten bestehen bezüglich der Auswahl des Untersuchungsgegenstands und der Verwendung von Datenerhebungs- und Analysemethoden, um die Wirkung zu bestimmen. (vgl. Stockmann 2000, S.12)

Da die Gegenstände einer Evaluation sehr unterschiedlich sein können, gibt es auch keine eindeutige Definition. Das Erkenntnisinteresse der Evaluationsforschung kann sich zum einen darauf beziehen, den Prozess ihrer Durchführung und Wirkungsweise zu verbessern und zum anderen auf die Analyse der Resultate vollzogener Richtlinien (policies). Das bedeutet also, dass Evaluation einen formativen, also prozessorientieren Charakter haben können oder auch einen summativen Charakter, welcher als ergebnisorientiert bezeichnet wird. (vgl. Stockmann 2000, S.14)

3. Funktionen und Methoden der Evaluationsforschung

3.1 Funktionen

Insgesamt wird Evaluation anhand von vier Funktionen unterteilt:

Erstens die Erkenntnisfunktion, welche feststellt, ob bestimmte Maßnahmen die Zielgruppen erreichen, sowie deren Bedarf und Akzeptanz bezüglich des Programms vorhanden ist. Zudem wird herausgefiltert, inwieweit die Träger in der Lage sind, das Programm effektiv und effizient umzusetzen. (vgl. Stockmann 2000, S.14)

Zweitens ist die Kontrollfunktion zu nennen. Bei dieser Funktion ist die Gewinnung von Informationen über die Erkenntnis gemeint, das heißt, ob die Beteiligten ihre Aufgabe erfüllen und den vorher festgelegten Verpflichtungen nachkommen. (vgl. Stockmann 2000, S.15)

Als dritte Funktion ist die Dialogfunktion angeführt. Damit soll der Dialog zwischen beispielsweise Zielgruppen und Betroffenen auf einer zuverlässigen Grundlage stattfinden. Somit kann auf der Grundlage der ermittelten Ergebnisse aufgezeigt werden, wie erfolgreich die Zusammenarbeit verlaufen ist. Aber auch um eventuelle Defizite aufzudecken, damit daraus Konsequenzen für die weitere Zusammenarbeit gezogen werden können. (vgl. Stockmann 2000, S.15)

Als letzte Funktion gilt die Legitimitätsfunktion. Mit dieser Funktion kann nachgewiesen werden, welche Wirkungen über die Zeit erzielt wurden. Die Nachhaltigkeit von Programmwirkungen lässt sich ebenfalls durch Ex-post Evaluationen prüfen. (vgl. Stockmann 2000, S.15)

Schaubild 2: Funktionen von Evaluation (Stockmann 2000, S.16)

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die allgemeine Evaluationsforschung sowie deren Defizite und ein ausgewählter Forschungsbereich
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V372299
ISBN (eBook)
9783668499478
ISBN (Buch)
9783668499485
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
evaluationsforschung, defizite, forschungsbereich
Arbeit zitieren
Livia Sommer (Autor), 2017, Die allgemeine Evaluationsforschung sowie deren Defizite und ein ausgewählter Forschungsbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372299

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