In der folgenden Hausarbeit versuche ich anhand von Literaturquellen allgemeine Theorien und Methoden der Evaluationsforschung, sowie allgemeine Anforderungen an die Evaluationen in Deutschland herauszufiltern. Zuletzt möchte ich anhand eines ausgewählten Beispiels der Evaluationsforschung im Bereich der Kriminologie aufzeigen, inwieweit es noch einer Verbesserung von Evaluation bedarf.
Evaluation in Deutschland findet hauptsächlich in den Politikfeldern statt, unter Anwendung unterschiedlichster Methoden und Ansätze. Der Erfolg und die Wirksamkeit von politischen Interventionsprogrammen wird jedoch meist nicht ausreichend erforscht und aufgedeckt. Festgestellt wurde dies durch den Bundesrechnungshof, welcher darauf verweist, dass die methodischen Möglichkeiten zur Ermittlung von Erfolg und Wirksamkeit nicht ausreichend ausgenutzt werden. In Deutschland hat sich bisher keine sozialwissenschaftliche Evaluationsdisziplin durchsetzen können. Dies ist begründet durch fehlende Zusammenarbeit und Kommunikation in der Evaluationsforschung.
Seit 1997 sollte diesem Makel entgegengewirkt werden durch die Gründung der „Deutschen Gesellschaft für Evaluation“. Deren Augenmerk liegt darin, die Nützlichkeit und Akzeptanz von Evaluation zu fördern, sowie allgemeine Qualitätsstandards zu etablieren. Jedoch fehlt in vielen Bereichen das Personal, um sich mit den wesentlichen theoretischen und methodischen Fragen auseinander zu setzen. Doch nicht nur der Personalmangel in wissenschaftlichen Instituten erschwert die Evaluation. Ebenso sind kaum Lehrbücher, sowie Aus- und Weiterbildungen für Evaluatoren vorhanden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Grundlagen der Evaluationsforschung in Deutschland
2. Begriffsbestimmung Evaluation/Evaluationsforschung
3. Funktionen und Methoden der Evaluationsforschung
3.1 Funktionen
3.2 Entwicklung der Theorien und Methoden der Evaluationsforschung
4. Anforderungen an die Evaluation in Deutschland
5. Ausgewähltes Feld der Evaluationsforschung – Möglichkeiten der präventiven Einwirkung auf Fremdenfeindlichkeit/Antisemitismus
6. Zusammenfassung
7. Literaturquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit den grundlegenden Theorien, Methoden und aktuellen Defiziten der Evaluationsforschung in Deutschland und analysiert exemplarisch deren Anwendung im Bereich der Prävention von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.
- Grundlagen und Definition der Evaluationsforschung
- Funktionen und methodische Entwicklung der Evaluation
- Herausforderungen und Qualitätsstandards in der deutschen Evaluationspraxis
- Präventionsansätze gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus
- Evaluation der Wirksamkeit pädagogischer Interventionsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
5. Ausgewähltes Feld der Evaluationsforschung – Möglichkeiten der präventiven Einwirkung auf Fremdenfeindlichkeit/Antisemitismus
In Deutschland hat die Zahl von fremdenfeindlichen Gewalttaten stark zugenommen. Im Jahr 2000 ist eine 40%ige Zunahme zu verzeichnen. (vgl. Düsseldorfer Gutachten 2002, S.267) Die Deutschen liegen an vierter Stelle bezüglich Vorurteilswerten gegenüber Fremden. Dies wurde in einer repräsentativen Befragung der Europäischen Union herausgefunden. Zusätzlich wird dies gestützt durch wissenschaftliche Befunde, welche darauf verweisen, dass Fremde in Deutschland auch im Alltag diskriminiert werden. Von den derzeit 82 Millionen lebenden Menschen in Deutschland haben 13,3 Millionen einen Geburtsort außerhalb Deutschlands. (vgl. Düsseldorfer Gutachten 2002, S.267) Daher sollte Prävention, das heißt die Entstehung fremdenfeindlicher Einstellungen und folglich die Verhinderung von Straftaten an den Ursachen der Phänomene ansetzen. Als Ursache gilt hierbei beispielsweise, dass Deutschland sich bisher nicht als Einwanderungsland ausgewiesen hat, obwohl Einwanderung und Auswanderung faktisch seit Jahren ansteigt. (vgl. Düsseldorfer Gutachten 2002, S.268) Dadurch können Diskussionen um Ausländer leicht politisch instrumentalisiert werden. Als weitere Ursache wird aufgeführt, dass die Entstehung fremdenfeindlicher Einstellungen in der Familie erfolgt. (vgl. Düsseldorfer Gutachten 2002, S.268) Überzeugungen der Eltern werden an ihre Kinder weitergegeben.
Einsatzbereiche und Akteure zur Prävention sind beispielsweise die räumliche Ansiedlungspolitik, Polizei und Staatsanwaltschaft, sowie die Medien. (vgl. Düsseldorfer Gutachten 2002, S.269) Im Folgenden soll diskutiert werden, welchen Einfluss die besagten Einsatzbereiche und Akteure bezüglich der Problematik Fremdenfeindlichkeit/Antisemitismus haben. Fremdenfeindlichkeit ist definiert als ablehnende Haltung gegenüber Fremden. Um dies zu reduzieren, soll vornehmlich die breite Bevölkerung angesprochen werden. Prävention zielt im Fall von Antisemitismus auf eine Verringerung oder Vermeidung von unerwünschten Einstellungen und Verhaltensweisen ab. (vgl. Düsseldorfer Gutachten 2002, S.270)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Grundlagen der Evaluationsforschung in Deutschland: Diese Einleitung beleuchtet den aktuellen Stand der Evaluationsforschung in Deutschland, identifiziert Defizite wie Personalmangel und fehlende Standards und formuliert die Ziele der Hausarbeit.
2. Begriffsbestimmung Evaluation/Evaluationsforschung: Das Kapitel definiert Evaluation als Instrument zur Generierung von Erfahrungswissen und unterscheidet zwischen Alltagsevaluation und wissenschaftlicher Evaluationsforschung.
3. Funktionen und Methoden der Evaluationsforschung: Hier werden die vier Hauptfunktionen der Evaluation (Erkenntnis-, Kontroll-, Dialog- und Legitimitätsfunktion) erläutert und die theoretische Entwicklung der Evaluationsmethoden dargestellt.
4. Anforderungen an die Evaluation in Deutschland: Dieses Kapitel diskutiert notwendige Verbesserungen für die deutsche Evaluationslandschaft, insbesondere hinsichtlich Standardisierung, Qualifizierung von Fachkräften und engerer Verzahnung von Wissenschaft und Politik.
5. Ausgewähltes Feld der Evaluationsforschung – Möglichkeiten der präventiven Einwirkung auf Fremdenfeindlichkeit/Antisemitismus: Eine detaillierte Betrachtung präventiver Maßnahmen gegen Vorurteile, bei der die Wirksamkeit von Schulprogrammen und interkulturellen Ansätzen anhand empirischer Studien bewertet wird.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Notwendigkeit, Präventionsmaßnahmen kontinuierlich auf Basis fundierter Kriterien zu evaluieren und strukturelle Mängel in der deutschen Forschung zu beheben.
7. Literaturquellen: Auflistung der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Evaluationsforschung, Evaluation, Prävention, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Interventionsprogramme, Qualitätssicherung, Bildungsforschung, Sozialwissenschaft, Wirkungsnachweis, Evaluationsstandards, Kompetenzförderung, Integrationspolitik, Empirische Studien, Vorurteilsreduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht den Stellenwert und die Defizite der Evaluationsforschung in Deutschland und analysiert, wie diese wissenschaftliche Disziplin zur Beurteilung von Präventionsmaßnahmen gegen Fremdenfeindlichkeit beitragen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Evaluation, die methodische Entwicklung des Fachgebiets, die spezifischen Anforderungen in der deutschen Praxis sowie die Anwendung auf den gesellschaftspolitisch relevanten Bereich der Prävention gegen Diskriminierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand der Evaluationsforschung aufzuzeigen, bestehende methodische und strukturelle Defizite zu benennen und anhand von Beispielen aus der Kriminologie und Pädagogik zu verdeutlichen, wo Verbesserungspotenziale liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand, Definitionen und empirische Befunde zu verschiedenen Evaluationsmethoden und Interventionsansätzen zusammenzufassen und kritisch zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von einer begrifflichen Klärung und Funktionsbestimmung der Evaluation bis hin zu einer tiefgehenden Diskussion über Anforderungen an die Qualitätssicherung und einer konkreten Fallbetrachtung zu pädagogischen Präventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Evaluationsforschung, Prävention, Wirkungsnachweis, Vorurteilsreduktion, Qualitätsstandards und Interventionsprogramme.
Warum ist die Evaluation im Bereich der Fremdenfeindlichkeit so schwierig?
Die Herausforderung liegt laut Arbeit in der mangelnden empirischen Datenbasis in Deutschland, der schwierigen Übertragbarkeit internationaler Studien und der Komplexität, Verhaltensänderungen und Einstellungen präzise zu messen.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Prävention?
Die Schule wird als bevorzugter Einsatzort identifiziert, da sie eine große Bandbreite an Adressaten erreicht, bevor sich Vorurteile im Erwachsenenalter festigen können.
Welche spezifischen Programme zur Vorurteilsreduktion werden erwähnt?
Beispiele sind bilinguale Unterrichtsprogramme, Maßnahmen zur Moralentwicklung, das "Blue Eyes/Brown Eyes"-Training sowie der Einsatz von "Culture Assimilators".
- Citation du texte
- Livia Sommer (Auteur), 2017, Die allgemeine Evaluationsforschung sowie deren Defizite und ein ausgewählter Forschungsbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372299