Im Fußball gibt es viele Helden und Götter. „Kaiser“ Franz Beckenbauer, der Torwarttitan Oliver Kahn oder Lionel Messi. Der sportliche Erfolg, herausstechende Charaktereigenschaften oder spielentscheidende Momente, verhalfen den Spielern meistens zu ihren rühmenden Beinamen.
Welche Merkmale und Faktoren den Fußballspielern Fritz Walter und Toni Schumacher zu Ruhm und Ansehen verhalfen und welchen Einfluss das Medium Buch darauf hat, kläre ich im weiteren Verlauf der Hausarbeit unter der Fragestellung: „Welche Auswirkung kann eine Fußballbiografie auf die Karriere eines Fußballprofis haben und welche Erklärungen lassen sich dafür anführen-am Beispiel von Fritz Walter und Toni Schumacher.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fritz Walter
2.1. Biografie
2.2. Aufbau
2.3. Warum wird Fritz Walter bis heute als Held verehrt?
2.4. Einfluss der Biografie von Fritz Walter auf seine Karriere
3. Die Autobiografie „Anpfiff“ von Toni Schumacher
3.1. Kritik an der Autobiografie:
3.2. Folgen der Biografie
3.3. Vergleich von Autobiografie „Abpfiff“ und der Biografie „Unser Fritz“ von Rudi Michel
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Fußballbiografien auf die Karriere von Profifußballern, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen den Biografien von Fritz Walter und Toni Schumacher liegt. Es soll geklärt werden, welche Faktoren zur Heldenbildung beitragen und inwieweit mediale Inszenierungen sowie der Inhalt biographischer Werke den beruflichen Werdegang und die öffentliche Wahrnehmung der Sportler beeinflussen.
- Analyse der Heldenverehrung am Beispiel von Fritz Walter
- Untersuchung der Auswirkungen von Autobiografien auf das Image von Sportlern
- Vergleich objektiver Biografien mit subjektiven Enthüllungsbüchern
- Rolle der Medienberichterstattung bei der Inszenierung sportlicher Idole
- Karrieretechnische und ökonomische Konsequenzen publizierter Biografien
Auszug aus dem Buch
3. Die Autobiografie „Anpfiff“ von Toni Schumacher
Als Gegenbeispiel zu Fritz Walters Biografie ziehe ich die Autobiografie „Anpfiff“ von Toni Schumacher hinzu.
Bei Schumachers Buch handelt es sich um eine Autobiografie.
Die Autobiografie ist subjektiv geschrieben. Daher enthält sie nur eine Wahrheit, nämlich die des Autors. Seine Wahrnehmung und Selbstansicht wird von Wünschen, Illusionen und Emotionen geleitet. Die Autobiografie bietet sich demnach als Plattform an, um seine eigene Sichtweise des Geschehens und seines Lebens darzustellen. Hierbei hat der Sportler die Möglichkeit seine Person heldenhaft zu kreieren oder positive Merkmale weiter hervorzuheben.
Dies hat auch Toni Schumacher genutzt, um sein in Verruf geratenes Image aus seiner Sichtweise darzustellen und das Bild der Medien von sich zu revidieren. Die Autobiografie wurde 1987 veröffentlicht. Anlass dafür war, dass Schumacher bei der Weltmeisterschaft 1982 ein grobes Foul gegen den Franzosen Battiston verübt hatte und danach stark in Kritik geraten ist. Nach einem Zusammenstoß, bei dem Schumacher mit Hüfte und angewinkeltem Ellenbogen Battiston in das Gesicht sprang, blieb dieser bewusstlos liegen und musste mit Gehirnerschütterung und zwei fehlenden Zähnen vom Spielfeld getragen werden. Man warf ihm vor, ein rücksichtsloser Mensch zu sein, da er nach dem Zusammenprall Battiston nicht half und zurück zu seinem Tor ging. Vom gefeierten Fußballheld wurde er danach zur „Bestie der Nation“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Bedeutung von Helden im Fußball und formuliert die Forschungsfrage, wie Biografien die Karriere von Profifußballern beeinflussen können.
2. Fritz Walter: Dieses Kapitel behandelt das Leben von Fritz Walter, seine Rolle als Idols und den Einfluss der Biografie von Rudi Michel auf sein positives Heldenimage.
3. Die Autobiografie „Anpfiff“ von Toni Schumacher: Hier wird Schumachers Werk als subjektives Gegenbeispiel analysiert, das primär der Imagekorrektur nach dem Foul an Battiston diente.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Biografien als mächtiges Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung dienen, wobei Medieninszenierung und der Schreibstil entscheidend für den Erfolg sind.
Schlüsselwörter
Fußball, Biografie, Autobiografie, Fritz Walter, Toni Schumacher, Heldenverehrung, Medien, Inszenierung, Karriere, Anpfiff, Unser Fritz, Sportler, Image, Weltmeisterschaft, Öffentlichkeitsarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von biographischen Veröffentlichungen auf das Image und die Karriere von Fußballprofis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Heldenbildung im Sport, die Differenz zwischen autorisierten Biografien und subjektiven Autobiografien sowie die mediale Vermarktung dieser Werke.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Biografien zur Karriereentwicklung beitragen können und warum sie bei Fritz Walter zur Heldenbildung führten, während sie bei Toni Schumacher kontrovers wirkten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse von Fachliteratur, Biografien und Medienberichten, um die Wirkung der publizierten Werke auf die Sportlerkarriere herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Fritz-Walter-Biografie und eine kritische Auseinandersetzung mit Toni Schumachers „Anpfiff“, gefolgt von einem direkten Vergleich beider Werke.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Fußball, Heldenverehrung, Medieninszenierung, Biografie, Image, Karriere und sportliche Identität sind die maßgeblichen Begriffe.
Warum wird Fritz Walter als Held verehrt?
Die Arbeit führt dies auf seine Bescheidenheit, seine Rolle beim „Wunder von Bern“ und seine Bodenständigkeit zurück, die durch die Biografie zusätzlich verstärkt wurden.
Warum hatte das Buch von Toni Schumacher negative Auswirkungen?
Das Buch wirkte durch Enthüllungen über Mitspieler und Dopingpraktiken sowie die uneinsichtige Darstellung des Fouls an Battiston als Verrat, was Schumachers Ansehen nachhaltig schädigte.
Wie unterscheidet sich die Schreibweise der beiden Biografien?
Während Rudi Michels Werk über Fritz Walter eine eher huldigende, teils subjektiv-emotionale Ehrung darstellt, ist Schumachers „Anpfiff“ ein provokantes Enthüllungsbuch mit Abrechnungscharakter.
Welche Rolle spielten die Medien bei der Vermarktung?
Medien wie der „Spiegel“ nutzten Vorabdrucke, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, was bei Schumacher zu einer negativen Vorverurteilung führte, während bei Fritz Walter die Berichterstattung eher zur Mythenbildung beitrug.
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- Helena Kampschulte (Autor), 2014, Fußball und Medien. Biografien und Autobiografien im Fußball, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372319