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Die Rolle von Leerverkäufen im internationalen Kapitalmarkt unter Berücksichtigung der Auswirkungen einer Regulierung von Leerverkäufen als ein möglicher Beitrag zur Stabilisierung des Finanzmarktes

Titel: Die Rolle von Leerverkäufen im internationalen Kapitalmarkt unter Berücksichtigung der Auswirkungen einer Regulierung von Leerverkäufen als ein möglicher Beitrag zur Stabilisierung des Finanzmarktes

Bachelorarbeit , 2013 , 59 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Herrmann (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Medienlandschaft wurden Leerverkäufe nach dem Beginn der weltweiten Finanzkrise im Jahre 2008 als eine derjenigen Marktpraxen herangezogen, die immense Mitschuld an den jüngsten Zerwürfnissen an den Märkten haben sollten. Argumentiert wurde, dass das Leerverkaufen mindestens eine Beschleunigung des Niedergangs vieler Aktienpreise verursachte. Durch die Vernetzung der internationalen Finanzmärkte wurde aus einem nationalen schnell ein globales Problem.

Seit im September 2008 die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz bean-tragte und die American International Group (AIG) immer stärker ins Wanken geriet und schließlich nur durch eine 85 Milliarden Dollar Finanzspritze von der US-Notenbank Federal Reserve System gerettet werden konnte, wurden rund um den Globus Stimmen laut, die regulatorische Schritte zur Einschränkung von Leerverkäufen forderten. Im globalen Finanzmarkt ist das Leerverkaufen üblich, und entspricht 12,9 % des durchschnittlichen Handelsvolumens zwischen 2000 – 2004.
Die Finanzkrise hat große Regulierungslücken in der Architektur eines international vernetzten Finanzmarktsystems offenbart, die nur durch Regeln auf supranationaler Ebene effektiv geschlossen werden könnten.

Es wurde gemutmaßt, dass eine Spekulationswelle gegen Finanzinstitute losbrechen könnte, und besonders durch die Krise angeschlagene Institute zusammenzubrechen drohten. Dadurch könnten systemische Risiken für den ganzen Finanzmarkt entstehen, die die Finanzmarktstabilität negativ beeinflussen.

Besonders umstritten, auch unter Finanzexperten, sind ungedeckte Leerverkäufe , die sich als eine der bevorzugten Marktpraxen von Hedgefonds einen Namen machten. Hedgefonds wurden als Brandbeschleuniger der Finanzkrise betitelt, die mit einer gewaltigen Macht an Kapital auf alles potentiell profitbringende wetten.

In Folge der Nachwirkungen der Finanzkrise wurden Leerverkäufe von vielen euro-päischen Staaten reglementiert. Bisheriger Höhepunkt war die EU-Verordnung mit Wirkung zum 1. November 2012, in der die Europäische Union ungedeckte Leerver-käufe von Aktien, Anleihen und Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps - CDS) verbot, sowie Offenlegungspflichten bei Leerverkaufsgeschäften einrichtete. Da es unterschiedliche Vorgehensweisen der Regierungen, speziell in Europa und den U.S.A. gibt, birgt dieses Thema der Regulierung von Leerverkäufen weiterhin großen Diskussionsbedarf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Begriffsbestimmungen und Grundlagen von Leerverkäufen (Short selling)

2.1 Funktionsweise von Leerverkäufen

2.1.1 Gedeckter Leerverkauf (Covered short selling)

2.1.2 Ungedeckter Leerverkauf (Naked short selling)

3. Leerverkäufe als unterstützende Mechanismen der Wirtschaft

3.1 Anwendungsgebiete

3.1.1 Spekulation

3.1.2 Hedging

3.1.3 Informationsträger

3.1.4 Bereitstellung von Liquidität

3.2 Short selling und Markteffizienz

4. Risiken von Leerverkäufen und ihre negativen Auswirkungen auf den Finanzmarkt

4.1 Gefahrenpotentiale für den Markt

4.1.1 Die Brisanz von ungedeckten Leerverkäufen

4.1.2 Beeinträchtigung der Märkte und Marktmissbrauch

4.2 Leerverkäufe als Marktpraxis von Hedgefonds

4.2.1 Hedgefonds als gefährliche Marktmanipulatoren?

4.2.2 Hedgefonds in der Falle – Der short squeeze der VW-Aktie im Jahr 2008

5. Analyse internationaler Leerverkaufsverbote und – restriktionen

5.1 Deutschland

5.1.1 Das Leerverkaufsverbot ab 2008

5.1.2 Die BaFin und die Leerverkaufsregulierung

5.2 Großbritannien

5.2.1 Das Leerverkaufsverbot ab 2008

5.2.2 Die FSA und die Leerverkaufsregulierung

5.3 Vereinigte Staaten von Amerika

5.3.1 Die Leerverkaufsregulierung vor der Finanzkrise 2008

5.3.2 Das Leerverkaufsverbot ab 2008

5.3.3 Die SEC und die Leerverkaufsregulierung

6. Leerverkaufsregularien und perspektivische Regulierungsansätze

6.1 Verbote von Leerverkäufen

6.1.1 Generelles Verbot

6.1.2 Zeitlich und/ oder sachlich begrenztes Verbot

6.2 Erweitern von Transparenzanforderungen und Meldepflichten

6.2.1 Offenlegung gegenüber den Aufsichtsbehörden

6.2.2 Offenlegung gegenüber dem Markt

6.3 Weitere Regulierungsmöglichkeiten

6.3.1 Kennzeichnung von Leerverkaufstransaktionen (flagging/ marking)

6.3.2 Lokalisierungserfordernis (locate rule)

6.3.3 Eindeckungs- und Abwicklungsanforderungen (close out/ buy in)

6.3.4 Uptick-Rule

6.3.5 Circuit-Breaker

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Leerverkäufen im internationalen Kapitalmarkt unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen regulatorischer Eingriffe auf die Marktstabilität. Ziel ist es, die ökonomischen Funktionen von Leerverkäufen zu analysieren sowie die Wirksamkeit internationaler Regulierungsansätze, insbesondere nach der Finanzkrise 2008, kritisch zu hinterfragen.

  • Funktionsweise und Arten von Leerverkäufen (gedeckte vs. ungedeckte)
  • Ökonomische Vorteile und Markteffizienz durch Leerverkäufe
  • Risiken und systemische Auswirkungen ungedeckter Leerverkäufe
  • Regulierungsstrategien in Deutschland, Großbritannien und den USA
  • Perspektivische Regulierungsansätze und EU-weite Standards

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Informationsträger

Der Finanzexperte und Hegefonds-Manager James S. Chanos beschreibt Leerverkäufer als Finanzmarktakteure, die frühzeitig bemerken, sobald bei bestimmten Finanztiteln etwas nicht plausibel ist, um dies andere Investoren aufzuzeigen. Leerverkäufe können somit wichtige Informationen enthalten und diese in den Markt einbringen. Bei der Tätigung seines Leergeschäfts drückt der Verkäufer aus, dass er den Fundamentalwert des entsprechenden Finanztitels für am Markt überbewertet hält. Die Meinung des Leerverkäufers im Hinblick auf das verkaufte Wertpapier erhält durch den hohen Kapitaleinsatz des Spekulanten Nachdruck, da er dafür bereit ist sein eigenes Geld einzusetzen. Da der Leerverkäufer auf fallende Kurse am Markt spekuliert, gelangen mit diesen Geschäften negativen Erwartungshaltungen in den Kapitalmarkt, anhand derer die anderen Marktbeteiligten mit der Botschaft, dass die Aktientitel überbewertet zu sein scheinen, beeinflusst werden.

Dies ist ein wichtiger Marktmechanismus zur Verhinderung, dass die Marktpreise nur die Einschätzungen der optimistischen Investoren widerspiegeln.

Der Leerverkäufer kommt zu seiner Entscheidung, aufgrund öffentlicher, aber nicht bestätigter Informationen, die ihm bekannt sind und die er bspw. aus seiner Einschätzung des Marktumfelds oder aufgrund von Fehlentscheidungen der betroffenen Unternehmen ableitet. So setzt der Leerverkäufer bei überbewerteten Wertpapieren ein Gegengewicht zu dem optimistischen Kaufverhalten, der sog. Irrational Exuberance an den Finanzmärkten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Zusammenfassung der Wahrnehmung von Leerverkäufen im Kontext der Finanzkrise 2008 und der Ruf nach einer supranationalen Regulierung.

2. Begriffsbestimmungen und Grundlagen von Leerverkäufen (Short selling): Erläuterung der technischen Funktionsweise gedeckter und ungedeckter Leerverkäufe sowie der Bedeutung der Wertpapierleihe.

3. Leerverkäufe als unterstützende Mechanismen der Wirtschaft: Analyse der positiven ökonomischen Funktionen, wie Liquiditätssicherung, Hedging und Informationsbereitstellung für eine effiziente Preisfindung.

4. Risiken von Leerverkäufen und ihre negativen Auswirkungen auf den Finanzmarkt: Darstellung der Gefahren durch Marktmanipulation, Herdenverhalten und die spezielle Problematik ungedeckter Leerverkäufe am Beispiel des VW-Short-Squeeze.

5. Analyse internationaler Leerverkaufsverbote und – restriktionen: Vergleich der Regulierungsmaßnahmen in Deutschland, Großbritannien und den USA während und nach der Finanzkrise.

6. Leerverkaufsregularien und perspektivische Regulierungsansätze: Diskussion möglicher zukünftiger Regulierungsinstrumente wie Verbote, Meldepflichten, Kennzeichnungspflichten und der Rolle europäischer Aufsichtsstrukturen.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Notwendigkeit einer systembezogenen Regulierung und Ausblick auf die europäische Harmonisierung der Leerverkaufsregeln.

Schlüsselwörter

Leerverkäufe, Short selling, Finanzkrise, Marktmanipulation, Markteffizienz, Hedgefonds, Finanzmarktregulierung, BaFin, SEC, ungedeckte Leerverkäufe, Naked short selling, Transparenz, Liquidität, Finanzstabilität, EU-Leerverkaufsverordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorthesis befasst sich mit der Rolle von Leerverkäufen am internationalen Kapitalmarkt und untersucht, inwieweit diese durch regulatorische Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte eingeschränkt werden sollten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Funktionsweise von Leerverkäufen, ihr Beitrag zur Markteffizienz, die damit verbundenen Risiken sowie die unterschiedlichen Ansätze zur Regulierung in den USA und Europa.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse, ob Leerverkäufe einen legitimen Marktimpuls geben oder als manipulatives Instrument die Marktstabilität gefährden, und wie eine effiziente Regulierung dieses Spannungsfeld adressieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung aktueller Fachpublikationen, Gesetzesvorhaben und Marktdaten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse der positiven (Liquidität, Information) und negativen (Manipulation, systemisches Risiko) Markteffekte sowie eine detaillierte Gegenüberstellung internationaler Regulierungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Leerverkäufe, Finanzkrise, Marktmanipulation, Markteffizienz, Hedgefonds und Regulierung.

Welche besondere Rolle spielten Hedgefonds bei der VW-Aktie 2008?

Hedgefonds waren in einer „Short Squeeze“-Falle, da sie exzessiv auf fallende Kurse gesetzt hatten, während Porsche unerwartet große Anteile an VW erwarb, was zu einer massiven Verknappung des Angebots und damit zu extremen Kursanstiegen führte.

Warum sind ungedeckte Leerverkäufe besonders umstritten?

Da bei ungedeckten Leerverkäufen keine vorherige Wertpapierleihe stattfindet, besteht die Gefahr, dass die Lieferverpflichtungen nicht erfüllt werden können, was das Vertrauen in den Markt schwächt und als Täuschungsrisiko eingestuft wird.

Welche Funktion hat die „Uptick-Rule“?

Die Uptick-Rule soll verhindern, dass Leerverkäufe einen Abwärtstrend künstlich beschleunigen, indem sie Leerverkäufe nur dann zulässt, wenn der letzte Transaktionspreis eine leichte Steigerung aufwies.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rolle von Leerverkäufen im internationalen Kapitalmarkt unter Berücksichtigung der Auswirkungen einer Regulierung von Leerverkäufen als ein möglicher Beitrag zur Stabilisierung des Finanzmarktes
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
1,3
Autor
Tobias Herrmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
59
Katalognummer
V372320
ISBN (eBook)
9783668510227
ISBN (Buch)
9783668510234
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leerverkauf Regulierung Stabilisierung des Finanzmarktes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Herrmann (Autor:in), 2013, Die Rolle von Leerverkäufen im internationalen Kapitalmarkt unter Berücksichtigung der Auswirkungen einer Regulierung von Leerverkäufen als ein möglicher Beitrag zur Stabilisierung des Finanzmarktes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372320
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Leseprobe aus  59  Seiten
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