Online-Währung. Ein zeitweiliger Trend oder ein Weg in eine bargeldlose Zukunft?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
32 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis III

1. Einleitung

2. Historie des Geldes

3. Online-Währung im Allgemeinen

4. Arten von virtueller Währung
4.1 Bitcoin – der Anfang der Kryptowährung
4.1.1 Grundlagen zum Bitcoin
4.1.2 Kursentwicklung und Prognose
4.1.3 Blockchain und Peer-to-Peer
4.2 Altcoins – die Alternative zum Bitcoin

5. Umfrage zur Reichweite und Nutzung von virtueller Währung

6. SWOT-Analyse der Kryptowährung

7. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Internet-/Intranetverzeichnis

Anhang

II. Abbildungsverzeichnis

Ább.1 „Weltweite Verbreitung dargestellt an einer Google-Trend-Analyse“

Abb. 2. Prognose zur Bitcoin-Anzahl

Abb. 3. Kursentwicklung des Bitcoins bis Juni 2016

Abb. 4. Bitcoin-Adresse mit zugehörigem öffentlichen, privaten Schlüssel sowie in Form eines QR-Codes

Abb. 5. Erster Kontakt mit Bitcoin

1. Einleitung

Stellen Sie sich vor, es sei ein Montagmorgen in recht naher Zukunft. Der Wecker schellt. Sie stehen auf. Der erste Blick schwenkt auf das Smartphone. Sie sehen Social-Media durch. Anschließend schauen Sie sich, noch im Halbschlaf, in einem Onlineshop eine neue Kleidungskollektion an. Sie finden ein Hemd, welches Ihnen außerordentlich gut gefällt. In der morgendlichen Hektik drücken sie auf die „1-Klick-Bestellung“ und der jeweilige Betrag wird direkt per Kryptowährung Ihrer Wahl bezahlt und automatisch bestellt. Der Bestätigungs-E-Mail entnehmen Sie, dass der Artikel noch heute geliefert wird. In Erwartung Ihres Gehalts öffnen Sie noch schnell Ihre E-Wallet, welche nur durch einen 2FA-Schlüssel[1] und eine Gesichtserkennung gesichert ist. Anschließend folgt der Weg zur Arbeit. Da der Straßenverkehr hauptsächlich aus vollautomatischem Car-Service besteht, mieten Sie sich zügig ein Auto über Ihre „Car-Service App“. Dazu wählen Sie aus Ihren favorisierten Strecken Ihren Arbeitsweg aus und nehmen das bereitgestellte Auto, welches sich 50 Meter von Ihrer Haustür entfernt, befindet. Sie überlegen sich, vor Arbeitsbeginn noch ein Brötchen beim nahegelegenen Bäcker zu kaufen - Kleinbeträge stellen keine Herausforderung dar, da diese problemlos und kostenfrei von einer zur anderen Wallet transferiert werden. Auch das Gebäck zahlen Sie mit der Kryptowährung Bitcoins. Sie scannen an der Theke den QR-Code, welche die Einzahlungsadresse des Backshops beinhaltet, und transferieren die benötigte Anzahl an Bitcoins an die Wallet-Adresse. Alles was für diesen Kaufprozess nötig ist, ist Ihr Smartphone oder Ihre Smartwatch, damit Sie die Wallet-Adresse nicht manuell eingeben müssen. Anschließend steigen Sie in ihr vollautomatisches Auto und fahren Richtung Arbeitsstätte.[2]

Das vorangegangene fiktive Szenario beschreibt die Zügigkeit bzw. die effektive Zeitersparnis im Zahlvorgang durch die Verwendung einer (möglichen) Kryptowährung. So habe sich in den 1990-er Jahren nahezu niemand vorstellen können, dass Plattformen wie YouTube oder Facebook existieren würden. Analog dazu ist der futuristische Gedanke einer Kryptowährung gar nicht so weit hergeholt, da es bereits heutzutage Anwendungen gibt, in denen Formen der Kryptotechnologie genutzt werden.[3] Unter anderem gibt es Wallet-Anbieter, die mit internationalen Banken kooperieren, und somit Kreditkarten bereitstellen. Der Nutzer hat die Möglichkeit, die Bitcoins auf der Wallet in einen Euro-Betrag umzutauschen und diesen sofort auf die Kreditkarte zu transferieren. Des Weiteren gibt es Möglichkeiten, seine virtuelle Währung in Gutscheine für bekannte Onlineshops einzulösen. Außerdem erhöht sich die Anzahl der Firmen und Verkäufer, die virtuelle Währung als Zahlungsmittel akzeptieren, beständig. Dieses Thema wird in Kapitel 3 bei der Reichweite von Kryptowährung näher erläutert.[4]

Die vorliegende Studienarbeit befasst sich mit der Fragestellung: “Online-Währung – ein zeitweiliger Trend oder ein Weg in eine bargeldlose Zukunft?“. Während die ersten Kapitel nur dazu dienen Grundlagen zu erläutern, konkretisiert das vierte Kapitel verschiedene Onlinewährungen. Nachfolgend unterstützt eine Onlineumfrage mit über 100 TeilnehmerInnen die Beantwortung der Fragestellung. Die Umfrage dient dazu Daten zur Reichweite, zum Potenzial und zum Nutzen zu gewinnen. Um die Seminararbeit abzurunden, wird im letzten Kapitel eine SWOT-Analyse durchgeführt. Hierbei kommt es zu einer Stärken-Schwächen-Analyse und zu einer Chancen-Risiken-Analyse. Neben einer ausgiebigen Bewertung im Vergleich zur traditionellen Währung, werden die Chancen und Risiken der Kryptowährung herauskristallisiert um die Fragestellung „Online-Währung – Ein zeitweiliger Trend oder ein Weg in eine bargeldlose Zukunft?“ in der Schlussbetrachtung beantwortet.[5]

In der folgenden Arbeit sind auf Grund der leichteren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen als geschlechtsneutral zu verstehen. Dies bedeutet, dass Teilnehmer und Teilnehmerinnen sowie Bürger und Bürgerinnen et cetera gleichermaßen angesehen sind. Außer es geht um spezifische Unterschiede beider Geschlechter.

2. Historie des Geldes

Ein Leben ohne Geld? Heutzutage schwer vorstellbar. Denn Geld ist ein universales Zahlungsmittel, welches einen Vergleich verschiedener Güter möglich macht.[6] Schon vor Jahrhunderten, als die Entstehung des ersten Geldes begann, wurde Erfolg und Reichtum durch materielle Dinge wie durch Muscheln oder Münzen repräsentiert. Im dritten Jahrtausend vor Christus wurden schon Salz, Schmuck und vor allem Bruchsilber als Zahlungsmittel genutzt. Wichtige Merkmale der Zahlungsmittel waren eine beschränkte Verfügbarkeit, die Möglichkeit einer Übertragung sowie die Langlebigkeit des Gutes.[7] Der Übergang zum Münzgeld fand ab dem 7. Jahrhundert vor Christus statt. Um ein Gut (z.B. einen Tisch) zu kaufen, zahlte man mit einer Goldmünze. Die Herstellung einer Goldmünze stellte sich als schwierig dar, da Gold ein seltenes materielles Gut ist. Eine Goldmünze anzufertigen war mit einer größeren physischen Arbeit verbunden, als ein Nutztier (z.B. eine Kuh) groß zu ziehen. Dieser größere verbundene Arbeitsaufwand sorgte für den intrinsischen Wert der Goldmünze. Beispielweise besitzen Banknoten heute kaum einen intrinsischen Materialwert. Der Wert des Materials eines 100 Euro Scheins liegt weit unter einem Cent.[8] Knapp zwei Jahrtausende später wurde erstmals 1609 Papiergeld aus einer Bank von Amsterdam in Umlauf gebracht. In Deutschland wurden dagegen erst knapp 100 Jahre später die ersten Banknoten in Köln ausgegeben und wurden als Zahlungsmittel akzeptiert. Um ein international stabiles Zahlungssystem aufzubauen, hat man Ende des 19. Jahrhunderts beschlossen, dass Gold als wertbeständiger Währungsstandard anzusehen ist. Dies bedeutet, dass Geld zu einem festen Wechselkurs gegen Gold eingetauscht werden konnte und kann. Dadurch durften nur so viel Papiergeld in Umlauf gegeben werden, wie auch Goldreserven erhältlich waren.[9] Während der Inflation im Oktober 1923 kam es in Deutschland zu einem allgemeinen Wertverlust des Geldes. Eine Fahrkarte für die Straßenbahn kostete ganze 4.5 Millionen Mark. Es kam zwischen 1914 und 1923 zur deutschen Hyperinflation. Ursachen dieser Inflation waren insbesondere die Geld- und Finanzpolitik der jungen Weimarer Republik sowie die Finanzierungsart im Ersten Weltkrieg.[10] Das Deutsche Reich gab zur Zeit des Ersten Weltkriegs Kriegsanleihen an die Bürger aus. Diese wollten ihre Soldaten an der Front unterstützen und somit wurden rund 85% (98 Milliarden Reichsmark) der Kriegskosten damit abgedeckt.[11] Fast zwanzig Jahre später, im Juni 1948, kam es zur Einführung der D-Mark als Zahlungsmittel. Es gab das Wirtschaftswunder, wodurch das Geld wieder an Wert erlangte und den Erwerb von Waren ermöglichte. Am 01.Juli.1990 fand die Ablösung der Mark der DDR durch die D-Mark statt und wurde als Zahlungsmittel akzeptiert. Die politische Umstrukturierung Deutschlands brachte am ersten Januar 2002 den Euro in ganz Deutschland mit sich. Darüber hinaus wurde er ebenfalls in elf weiteren Teilnehmerländern eingeführt. Schon bald folgten mobile Geräte, die bei Bezahlvorgängen zum Einsatz kamen. Fortan nutze man Smartphones, Tablets und Online Banking zur Durchführung von Überweisungen.[12]

Für den weiteren Verlauf dieser Seminararbeit ist es essenziell, welche Merkmale eine Währung mit sich bringen muss um in den Alltag integriert zu werden. Eine wichtige Funktion von Geld ist die Recheneinheit. Dies bedeutet, dass man Güter sowie Dienstleistungen in Geld berechnen kann. Jene Recheneinheit wird somit als Bewertungs- und Kalkulationsgrundlage genommen, um Waren mit einander zu vergleichen. Außerdem muss die Funktion eines Wertaufbewahrungsmittels erfüllt sein. Geld wird zur Vermögensbildung gehalten. Das bedeutet, dass die Währung auch in den nächsten Jahrzehnten in seine rKaufkraft unverändert bleibt und in eine ähnlich gleichbleibende Gütermenge umgewandelt werden kann. Als letztes muss Geld als Tausch- und Zahlungsmittel fungieren. Alle Käufe sowie Verkäufe oder Verbindlichkeiten müssen mit der Währung bezahlbar sein. Durch die zweimalige Geldentwertung in Folge der Kriege in Deutschland geht die Funktion von Geld schrittweise verloren. Die Gesellschaft sucht nach Alternativen als Wertbewahrungsmittel und flüchtet in Sachwerte, Rohstoffe und womöglich in eine andere alternative Währung – die Kryptowährung.[13]

3. Online-Währung im Allgemeinen

„Virtuelle Währungen sind langfristig sehr vielversprechend, insbesondere, wenn die Abwicklung von Zahlungen dank Innovationen schneller, sicherer und effektiver erfolgt.“[14] Bereits Ben Bernanke, ehemaliger Präsident der US-Notenbank Federal Reserve äußerte sich positiv über Online-Währung.[15]

Online-Währung findet man schon länger im Alltag wieder. Bonuspunkte im Supermarkt, Flugmeilen, Sammelsticker für Lebensmittel – dies kann man alles unter „virtuelle Währungen“ fassen, da sie nicht staatlich reguliert sind und nur innerhalb des jeweiligen Unternehmensprogramms akzeptiert werden. Dies bedeutet, dass die gesammelten Supermarkt-Punkte nicht gegen Flugmeilen umgetauscht werden können oder in einer Bank gegen Bargeld. Hier wird der Nachteil direkt ersichtlich – ändert die Firma ihr Bonusprogramm ab oder lässt es verfallen, so kann die virtuelle Währung durchaus wertlos werden. Trotzdem wird virtuelle Währung in einfacher Form von Sammelpunkten im Alltag akzeptiert, und Kryptowährungen, wie Bitcoins, als Alternative zu bestehenden Geldsystemen angesehen. Durch die Finanzkrise im September 2008 wurde an dem Finanz- und Währungssystem zunehmend gezweifelt.[16] Aus der Unsicherheit und der Kritik an dem Geldsystem wurde die erste virtuelle Währung „Bitcoins“ geschaffen, welche im Unterkapitel 4.2.1 näher erläutert wird. Online-Währungen bestehen aus einer bestimmten Zusammenstellung verschlüsselter Informationen, der Kryptografie, sowie aus einem dezentralen virtuellen Netzwerk. Aufgrund dieser Basis wurde ein neues Währungssystem erschaffen. Anhand einer Google Trend Analyse kann man mitverfolgen, in welchem Zeitraum Kryptowährung populär wurde. Die Abbildung 1 zeigt, wie oft ein Suchbegriff in der Suchmaschine „Google“ eingegeben wurde. Für die Analyse wurde der Begriff „Bitcoin“, verwendet, da dieser der Beginn aller Kryptowährungen ist und somit die Entwicklungsanalyse ersichtlicher ist.[17] Die Abbildung 1 stellt die Popularität des Suchbegriffes im Zeitraum vom 08.07.2012 bis zum 01.07.2017 dar. Es ist ersichtlich, dass der Bitcoin erst ab dem Jahr 2013 einen gewissen Grad an Bekanntheit erlangt und Anfang 2014 ein Maximum an Google-Abfragen erreicht. Gründe hierfür sind unter anderem die Insolvenz der Bitcoin-Börse „Mt.Gox“ und die größere Akzeptanz im asiatischen Raum (s. Kapitel 4.2.2).[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Deutschland verläuft der Graph der Google Trend Analyse sehr ähnlich. Insbesondere die Bundesländer Berlin, Bayern und Hessen bekunden großes Interesse und googeln den Begriff häufiger.[19] Gerade Berlin wird in Deutschland gerne als die „Bitcoin-Hauptstadt“ benannt. Unter anderem wurde dort der „Room 77“ gegründet. Dies ist einer der ersten „Kneipen“, die Bitcoins akzeptieren. Mittlerweile wächst das Interesse an Bitcoins so stark, dass mindestens eine Person wöchentlich mit Bitcoins zahlt.[20] Außerdem kann die Verbreitung anhand der Anzahl an Transaktionen pro Tag verfolgt werden. Diese begannen am 22. Mai 2010. An diesem Tag wurde die erste reale Bitcoin-Transaktion durchgeführt, um zwei Pizzen für 10.000 Bitcoins zu kaufen. Das wäre heute ein Pizzapreis von umgerechnet 21.000.000 Euro. Seit 2011 stieg die durchschnittliche Anzahl an täglichen Transaktionen auf 1000 pro Tag an. In den kommenden Jahren gewann der Bitcoin immer mehr an Popularität und verzeichnet bis zum heutigen Tage bis zu 200.000 Transaktionen täglich.[21] Weiterhin ist die Tendenz steigend. Selbst große Automobilhersteller wie „Tesla“ oder das bekannte Software-Unternehmen „Microsoft“ akzeptieren die Kryptowährung „Bitcoin“. Um den Zahlungsverkehr und den Kauf von Bitcoins zu vereinfachen, wurden mehrere „Bitcoin-Automaten“ aufgestellt. Diese befinden sich unter anderem in Bratislava, New York und Berlin. Hier haben Menschen die Möglichkeit, ihr Bargeld gegen Bitcoins zu tauschen.[22] Bisher gibt es nur einen Zuwachs von explizit Bitcoin-Akzeptanzstellen. Allerdings gewinnen auch alternative Währungen an Popularität. Bereits kursieren mehrere Petitionen, in denen Amazon aufgefordert wird, „Bitcoin“ und den Altcoin „Litecoin“ (s. Kapitel 4.3), zu akzeptieren. Während man in China und Japan bereits in zahlreichen Geschäften mit Kryptowährung bezahlen kann, verzeichnet die Amazon Petition momentan lediglich 5000 Unterschriften.[23]

4. Arten von virtueller Währung

4.1 Bitcoin – der Anfang der Kryptowährung

4.1.1 Grundlagen zum Bitcoin

Geld ohne Banken? Ist diese Vorstellung in diesem Jahrhundert möglich? Diese Frage wurde 2009 von einem unbekannten Softwareentwickler, welcher unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt wurde, beantwortet. Dieser rief den Bitcoin, eine neuartige Onlinewährung, ins Leben. Hier finden die Abwicklungen anonym, zwischen den partizipierenden Nutzern, statt. Diese Funktionsweise, die unter dem Namen „Peer-to-Peer“ geläufig ist, wird im Unterkapitel 3.3 näher erläutert. Eine weitere Unterscheidung zu einer herkömmlichen Währung ist die nicht-staatliche Abwicklung. Während in Deutschland eine Banküberweisung in unterschiedliche Währungen transferiert werden kann (EURO, USD.), laufen Bitcoin-Transaktionen lediglich über Bitcoins und berücksichtigen hierbei keine anderen Währungen. Sie gelten somit als eine anonyme und unabhängige „Währung“.[24] Bitcoins wurden zum ersten Mal im Juli 2010 über die Bitcoin-Börse „Mt. Gox“ gehandelt. Damals betrug der Kurs um die 0.06 US-Dollar. Die gesamte Anzahl an Bitcoins, welche Nakamoto auf 21 Millionen begrenzt hat, hatte einen Gesamtwert von damals 277.000 US-Dollar.[25] Anhand Abb. 2 kann man die prognostizierte Entwicklung der BTC erkennen. Täglich werden maximal 3600 Einheiten geschaffen. Momentan sind durchschnittlich 16,3 Mio. Bitcoins im Umlauf. Daraus folgt, je näher das Limit rückt, desto weniger Bitcoins werden täglich geschaffen werden.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wiederum ergibt sich, dass das Limit noch nicht erreicht ist und die Kryptowährung knapp bleibt. Durch diese begrenzte Anzahl gewinnen Bitcoins zunehmend an Wert.[27] Doch wer kann diese virtuelle Währung in Umlauf bringen? Um diese virtuelle Währung zu „erschaffen“ sind sogenannte „Miner“ zuständig. Sie kontrollieren die Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk. Um BTC (Bicoins) zu „minen", sind spezielle Rechner sowie Mining-Pools notwendig. Bedeutend dabei ist, dass keine Instanz mehr als die Hälfte der Rechenleistung eines Netzwerks überprüfen kann, da sonst Transaktionen der Gefahr einer Fälschung unterliegen. Ein Miner muss, um einen neuen Block zu erstellen, zufällig neue Noncen[28] für den ausgewählten Block erzeugen. In Folge dessen kommt es durch den Block und einer generierten Nonce und zur Bildung eines Hashwertes[29]. Hat der Miner eine Nonce für den zu erstellenden Block gefunden, welche zu einem Hashwert mit genügend Nullen hinführt, so wird als Ergebnis ein valider Block erzeugt. Diese Prozedur wird als „Proof-of-Work“ definiert.[30] Dies ist ein Algorithmus, welcher beweist, dass ein vorgeschriebener Rechenaufwand durchgeführt wurde, um eine Transaktion zu überprüfen.[31]

Doch in welchem Zeitraum findet ein Miner die Lösung um einen Block zu generieren?
Dieser betriebene Rechenaufwand ist als Zufall anzusehen. Ein Mining-Rechner kann die Lösung sofort finden oder auch erst nach mehreren Tagen. Aufgrund der hohen Anzahl an Minern, die weltweit zeitgleich an der einen Aufgabe arbeiten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Rechner die Lösung in einem recht kurzen Zeitfenster findet. Zusammenfassend, ist die Schaffung der Bitcoins durch drei Ressourcen festgelegt. Durch die Zeit, die Komplexität sowie den Stromverbrauch der Rechner. Voraussichtlich wird die maximal verfügbare Anzahl an Bitcoins, in Höhe von 21 Mio., 2033 erreicht.[32] Allerdings stellt sich hierbei die Frage, für welche Verwendungen Bitcoins genutzt werden. Bitcoins können als elektronisches Zahlungsmittel für die Bezahlung von Dienstleistungen und als Güter genutzt werden. Zudem werden sie als eigenes Wertmaß angesehen. Der Preis einer Ware kann in der Einheit „Bitcoin“ angegeben werden. Da schon seit 1980 anonyme Bezahlverfahren zur Debatte gestellt wurden und es sich bei Bitcoins nicht um eine staatlich anerkannte Währung handelt und sie somit nicht staatlich reguliert wird, ist sie nach deutschem Recht als „Rechnungseinheit“ zu kategorisieren. Denn die Möglichkeit, bestimmte Zahlungen einzelnen Teilnehmern zuzuordnen, oder zu sehen, ob der Käufer bereits in der Vergangenheit eine Transaktion mit der Firma durchgeführt hat, wird hier nicht gegeben. Um an dem Bitcoin-Geschehen teilzunehmen, ist keine umfangreiche Registrierung notwendig. Diese erfolgt lediglich mit einer E-Mail-Adresse. Somit kann sich jeder Teilnehmer beliebig viele Bitcoin-Konten anlegen. Lediglich die IP-Adresse wird zur Kenntnis genommen, sofern kein Anonymisierungsnetz vom Verbraucher, z. B. TOR, genutzt wird.[33] TOR ist ein Werkzeug, das die Anonymität im Internet gewährt und Zensuren umgeht. Hierzu gehören z. B. Inhalte im Internet, die in Deutschland gesperrt werden und strafrechtlich verfolgt. Der Benutzer nutzt demzufolge Anonymisierungsprotokolle für seine verwendete IP-Adresse und somit kann diese nicht erkannt werden.[34] Demzufolge ist nur der Internet-Service-Provider bekannt, sowie die zugehörige Region des verwendeten Internetanschlusses.[35]

4.1.2 Kursentwicklung und Prognose

Wenn man Ende 2009 ganze 32.00 Euro in Bitcoins investiert hätte, bei einem Anfangskurs von 0.08 Cent, wäre man heute bei einem Kurs von 2.500€ ein Bitcoin-Millionär. Im Oktober 2009 ist der erste Wechselkurs veröffentlicht worden. Dieser entsprach zur damaligen Zeit 0.08 Cent für einen Bitcoin. Ein Jahr später wurde die virtuelle Währung das erste Mal über die Bitcoin-Börse „Mt. Gox“ gehandelt. Der Wert der gesamten Bitcoins belief sich auf 277.000 US-Dollar. Anhand Abb.3 kann man den Bitcoin-Umtauschkurs er-kennen, der seit 2009 mehrere Hoch- und Tiefphasen hatte.

[...]


[1] 2FA: „Zwei-Faktor-Authentifizierung“

[2] Vgl. Sixt, Elfriede (2017): S.5-8.

[3] Vgl. Sixt, Elfriede (2017): S.5-9.

[4] Vgl. https://cryptopay.me/card_orders/new abgerufen am 22.06.2017.

[5] Vgl. Schneider, Dieter J. G. (2002): S.87.

[6] Vgl. Hesse, Jan-Otmar (2013): S.142.

[7] Vgl. Sixt, Elfriede (2017): S.158-160.

[8] Vgl. Rossmann ,Alexander; Tangelmann, Michael (2015): S.503.

[9] Vgl. Sixt, Elfriede (2017): S.162-168.

[10] Vgl. Vgl. Hesse, Jan-Otmar (2013): S.142.

[11] Vgl. „Die Finanzquelle des Krieges“ ,http://boerse.ard.de/boersenwissen/boersengeschichte-n/die-finanzquelle-des-krieges100.html, abgerufen am 06.06.2017.

[12] Vgl. https://www.mdm.de/muenzwelt/einfuehrung-ins-muenzen-sammeln/geschichte-des-geldes abgerufen am 22.06.2017.

[13] Vgl. Czada,Peter (2013): S.7.

[14] http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bitcoin-schattenwaehrung-laesst-experten-raetseln/9152370.html abgerufen am 27.06.2017.

[15] Vgl. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bitcoin-schattenwaehrung-laesst-experten-raetseln/9152370.html abgerufen am 27.06.2017.

[16] Vgl. Wallmüller, Ernst (2017): S.139.

[17] Vgl. http://t3n.de/news/kryptowaehrungen-boom-warum-824539/ abgerufen am 14.07.2017.

[18] Vgl. http://t3n.de/news/kryptowaehrungen-boom-warum-824539/ abgerufen am 14.07.2017.

[19] Vgl. https://trends.google.de/trends/explore?geo=DE&q=bitcoin abgerufen am 27.06.2017.

[20] Vgl. https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article119833982/In-Kreuzberg-kann-man-auch-mit-virtuellem-Geld-zahlen.html abgerufen am 20.07.2017.

[21] Vgl. Sixt, Elfriede (2017): S.17-19.

[22] Vgl. Schirmer, Steffi (2016): S.11-12.

[23] Vgl. https://www.btcgermany.de/bitcoin-und-litecoin-bald-von-amazon-als-zahlungsmittel-akzeptiert/ abgerufen am 06.06.2017. Sixt, Elfriede (2017): S.95.

[24] Vgl. Conrad, Peter (2013): S. 6.

[25] Vgl. Sixt, Elfriede (2017): S.20.

[26] Vgl. Clement, Reiner; Schreiber, Dirk (2016): S. 333-334.

[27] Vgl. https://www.gold.de/artikel/gold-notenbanken-treiben-investoren-in-bitcoin-co/ abgerufen am 04.07.2017.

[28] Nonce („number used once“): Es handelt sich um eine zufällige und nicht wiederholbare Reihenfolge von Zahlen, die mit Hilfe eines Zufallsgenerators erstellt wurde. Vgl. http://www.itwissen.info/nonce-number-used-once.html abgerufen am 22.06.2017.

[29] Hashwert: Oftmals eine hexadezimale Zeichenkette, welche Zahlen- und Buchstabenreihen auf eine festgelegte Anzahl verkürzt. z.B.: 2z190cb76e“. Vgl. https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/hashwerte-und-hashfunktionen-einfach-erklaert/ abgerufen am 22.06.2017.

[30] Vgl.Clement, Reiner; Schreiber, Dirk (2016): S. 333-334.

[31] Vgl. Burgwinkel, Daniel (2016): S.115.

[32] Vgl. Clement, Reiner; Schreiber, Dirk (2016): S. 333-334.

[33] Vgl. Sorge, Christoph; Grimberghe-Krohn, Artus (2013): S.720-722.

[34] Vgl. Loshin,Peter (2015): S. 16-17.

[35] Vgl. Sorge, Christoph; Grimberghe-Krohn, Artus (2013): S.720-722.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Online-Währung. Ein zeitweiliger Trend oder ein Weg in eine bargeldlose Zukunft?
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
32
Katalognummer
V372371
ISBN (eBook)
9783668688599
ISBN (Buch)
9783668688605
Dateigröße
1064 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bitcoin, kryptowährung, Onlinewährung, virtuelle währung, bargeldlose zukunft
Arbeit zitieren
Vanessa Borck (Autor), 2017, Online-Währung. Ein zeitweiliger Trend oder ein Weg in eine bargeldlose Zukunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372371

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