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Der Sprechakt des Lügens. Gibt es Täuschungsstrategien sowie Möglichkeiten der Enttarnung?

Title: Der Sprechakt des Lügens. Gibt es Täuschungsstrategien sowie Möglichkeiten der Enttarnung?

Seminar Paper , 2015 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Madlen Stiebler (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Sprechakt »Lügen«. Infolgedessen werden vor allem zwei Ziele verfolgt. Zum einen sollen denkbare Täuschungsstrategien zusammengetragen werden und zum anderen widmet sich ein Großteil der Verschriftlichung der Darbietung von Anhaltspunkten, die es dem Hörer ermöglichen Täuschungen als solches wahrzunehmen bzw. einen Lügner zu enttarnen. Um alle Textpassagen möglichst nachvollziehbar zu gestalten, werden je nach Schilderung häufig Beispiele, gar beigefügte Abbildungen, angeführt.

Zunächst wird ein erster Einblick in die umfassende Lügenforschung gegeben. Dabei wird unter Heranziehung von Forschungsmeinungen unterschiedlichster Teildisziplinen der Linguistik, wie der Lexikologie, forensischen Linguistik und Sprachphilosophie, die Begrifflichkeit »Lüge(n)« näher beleuchtet. Demnach wird bereits zu Beginn deutlich das, das Phänomen »Lüge(n)« stets Fragen aufwirft und wie im späteren Verlauf der Arbeit sichtbar wird, bis heute weiter über die Sprachwissenschaft hinaus, gewisse Anreize bietet, um Forschungen zu betreiben.

Kapitel 2. und 3. zeigen schließlich etwaige Taktiken des Lügens auf. Dies geschieht indem jener Akt in den Kontext verschiedener Theorien von John L. Austin, John Searle und Paul Grice gesetzt wird. In Anknüpfung an verwendete Forschungsergebnisse, fließen an dieser Stelle auch eigene Denkansätze mit ein. Um das Konzept der umgangssprachlichen »Notlüge« nicht völlig außer Acht zu lassen, wendet sich das 4. Kapitel der Illustration des schmalen Grats zwischen Höflichkeit und einer vergleichsweise heimtückischen Lüge zu.

Der verhältnismäßig ausführlichste Teil dieser Niederschrift, erstreckt sich über die folgenden Abschnitte. Es werden Hinweise erläutert, die zur Entlarvung hilfreich sein können. Mit Rücksicht auf dementsprechende Besonderheiten des sprachlichen Ausdrucks und Paraverbalen, wird insbesondere auf die menschliche Körpersprache eingegangen. Bei allen Anführungen dieses (fünften) Kapitels wird meist auf Texte und Studien Paul Ekmans Bezug genommen. Der amerikanische Psychologe und Anthropologe gehört derzeit den renommiertesten Forschern zur nonverbalen Kommunikation an.

Schlussendlich werden die Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal zusammengefasst, wobei die Gelegenheit genutzt wird um auf etwaige Fehlerquellen hinzuweisen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Begrifflichkeit »Lüge(n)«

2. Im Zusammenhang mit Austins Sprechakttheorie und Searles Prinzip der Ausdrückbarkeit

3. Im Zusammenhang mit den Gric’schen Konversationsmaximen und konversationellen Implikaturen

4. Lüge vs. Höflichkeit

5. Möglichkeiten der Enttarnung

5.1 Der sprachliche Ausdruck

5.2 Die Rolle des Nonverbalen

5.2.1 Gestik

5.2.2 Mimik

5.3 Die Rolle des Paraverbalen

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Täuschungsstrategien im Rahmen des Sprechakts »Lügen« zu systematisieren und Anhaltspunkte für deren Enttarnung zu identifizieren. Dabei wird untersucht, wie linguistische Theorien und nonverbale Signale dazu beitragen können, Lügen im sozialen Kontext zu durchschauen und von höflichem Verhalten abzugrenzen.

  • Linguistische Analyse des Begriffs »Lüge(n)«
  • Kontextualisierung durch Sprechakttheorie und Konversationsmaximen
  • Differenzierung zwischen Lüge und Höflichkeit
  • Identifikation nonverbaler und paraverbaler Indikatoren zur Entlarvung

Auszug aus dem Buch

5.2.1 Gestik

Die Geste des ausgestreckten Mittelfingers gilt als Emblem. Diese Klasse der Gesten wird nahezu immer im Bewusstsein des Handelnden vollzogen. Ausnahmen bilden nach EKMAN „körperliche Fehlleistungen- Embleme, die Informationen durchlassen, die eine Person zu verheimlichen sucht.“ Das heißt die jeweiligen Embleme (nehmen üblicherweise während des Aktes der Täuschung zu) werden nur bruchstückhaft ausgeführt. Im Fall der im Experiment beobachteten obszönen Geste (Abbildung 3), fehlten die sich sonst nach oben wiederholende Auf- und Abbewegung der Hand. Außerdem merkt EKMAN an, dass sich Embleme im Normalfall vor dem Körper, zwischen Hals und Hüfte abspielen. Diese Präsentationshaltung ist jedoch gleichermaßen nicht vorhanden, da die besagte Studentin ihre Hand auf dem Knie ruhen ließ.

Eine andere Gruppe bilden die Illustratoren, welche innerhalb einer Täuschung reduzierter auftreten. Das hängt u.a. damit zusammen, dass Personen die Anteilnahme, Freude o.ä. simulieren gewissermaßen versäumen, sprachliche Äußerungen mittels Illustratoren zu untermalen. Kognitive Prozesse, in denen jedes Wort im Vorfeld abgewogen wird, können ebenfalls für diese Abschwächung verantwortlich sein.

Ein Grenzfall beinhaltet Adaptoren, weil sie fest mit menschlicher Handlung verknüpft. Selbst einfallsreiche Handlungen zur Verhüllung werden nicht unbedingt wissentlich ausgeführt, deshalb werden sie an der Grenze zum Bewusstsein angesiedelt. Einen Anhaltspunkt, durch die Forschung bekräftigt, hebt EKMAN hingegen hervor, zum Beispiel sind Kratzen oder Reinigen von Körperöffnungen Anzeichen gesteigerten Unwohlseins. Darüber hinaus meint FOBBE, solche Selbstberührungen treten vergleichsweise vermehrt aber dezent auf.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Täuschungsstrategien und Enttarnungsmöglichkeiten zu untersuchen, und gibt einen Überblick über die methodische Vorgehensweise unter Einbeziehung verschiedener linguistischer Disziplinen.

1. Die Begrifflichkeit »Lüge(n)«: Dieses Kapitel beleuchtet die semantische und moralische Prägung des Begriffs »Lügen« und führt die Bedingungen ein, die eine Äußerung zur Lüge qualifizieren.

2. Im Zusammenhang mit Austins Sprechakttheorie und Searles Prinzip der Ausdrückbarkeit: Das Kapitel verortet das Lügen als Missbrauch der Sprache und diskutiert, wie Sprecher das Prinzip der Ausdrückbarkeit manipulieren, um Wissen vorzuenthalten.

3. Im Zusammenhang mit den Gric’schen Konversationsmaximen und konversationellen Implikaturen: Hier werden Lügen als absichtliche Verletzung von Konversationsmaximen analysiert und Strategien zur Vertuschung innerhalb des Kooperationsprinzips aufgezeigt.

4. Lüge vs. Höflichkeit: Dieser Abschnitt untersucht den schmalen Grat zwischen absichtlicher Täuschung und sozialen Konventionen, wie sie bei Höflichkeitsfloskeln auftreten.

5. Möglichkeiten der Enttarnung: Das Kernkapitel erläutert anhand sprachlicher, nonverbaler und paraverbaler Merkmale, wie Täuschungen durch Indizien wie Mikro-Ausdrücke, Gestik oder Stimmveränderungen aufgedeckt werden können.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, warnt vor voreiligen Schlüssen und betont die Wichtigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung von Indizien bei der Enttarnung von Lügen.

Schlüsselwörter

Sprechakt, Lügen, Täuschungsstrategien, Enttarnung, Linguistik, Konversationsmaximen, Körpersprache, Mimik, Gestik, Paraverbales, Paul Ekman, Nonverbale Kommunikation, Sprechakttheorie, Höflichkeit, Indizien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des »Lügens« als Sprechakt, wobei sie Täuschungsstrategien analysiert und Möglichkeiten aufzeigt, wie Lügner mittels verbaler und nonverbaler Anhaltspunkte enttarnt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die linguistische Definition der Lüge, die theoretische Einbettung in die Sprechakttheorie und Gric'sche Maximen, das Spannungsfeld zwischen Lüge und Höflichkeit sowie die nonverbale Entlarvung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, Täuschungsstrategien zusammenzutragen und die Anhaltspunkte zu identifizieren, die es einem Hörer ermöglichen, eine Täuschung zu erkennen und einen Lügner zu entlarven.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Forschungsmeinungen verschiedener Disziplinen (Lexikologie, forensische Linguistik, Sprachphilosophie) kombiniert und insbesondere auf die Studien von Paul Ekman zur nonverbalen Kommunikation zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung bei Austin, Searle und Grice, die Abgrenzung zur Höflichkeit sowie die detaillierte Analyse körperlicher und paraverbaler Indizien der Lüge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprechakt, Täuschungsstrategien, Enttarnung, Konversationsmaximen, nonverbale Kommunikation und Körpersprache.

Was besagt das sogenannte „Brokaw-Risiko“?

Das Brokaw-Risiko beschreibt die Gefahr, dass natürliche Verhaltensweisen einer Person oder ihre spezifische Art zu sprechen fälschlicherweise als Anzeichen für eine Lüge gewertet werden, obwohl dies nicht der Fall ist.

Was unterscheidet Embleme von Adaptoren in der Gestik?

Embleme sind bewusste Gesten mit einer spezifischen Bedeutung, während Adaptoren unbewusste Selbstberührungen sind, die oft gesteigertes Unwohlsein oder Stress signalisieren.

Warum sind Mikro-Ausdrücke für die Enttarnung so relevant?

Mikro-Ausdrücke zeigen die tatsächliche Emotion einer Person für Millisekunden, bevor sie durch ein bewusstes Lächeln oder eine Maskierung unterdrückt werden, und sind somit schwer kontrollierbare Indizien für verborgene Gefühle.

Welche Rolle spielt die Höflichkeit bei der Bewertung von Lügen?

Höflichkeit dient oft als Deckmantel für Notlügen oder Themenwechsel, um die soziale Harmonie zu wahren; daher ist es laut Autorin wichtig, immer abzuwägen, ob eine Äußerung bösartig oder lediglich ein Akt der Höflichkeit ist.

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Details

Title
Der Sprechakt des Lügens. Gibt es Täuschungsstrategien sowie Möglichkeiten der Enttarnung?
College
Dresden Technical University  (Germanistik)
Grade
2,3
Author
Madlen Stiebler (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V372441
ISBN (eBook)
9783668502697
ISBN (Book)
9783668502703
Language
German
Tags
Lügen Mimik Gestik Nonverbal Paraverbal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Madlen Stiebler (Author), 2015, Der Sprechakt des Lügens. Gibt es Täuschungsstrategien sowie Möglichkeiten der Enttarnung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372441
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