Im Rahmen dieser Arbeit setze ich mich mit dem Thema der Technisierung des Körpers und dem damit einhergehenden Prothesenkörper auseinander.
Dazu werde ich zunächst auf den Begriff des Körpers genauer eingehen. Wo liegen die Ursprünge dieses Begriffs, was bedeutet er und wie entwickelt sich das Bild des „Ideal-Körpers“ im Laufe der Zeit? Aus diesem Grund lege ich auch die historische Entwicklung der Prothetik dar. Wo sind die Anfänge der Prothetik zu finden und wie veränderte sich das Einsatzgebiet, die Funktion und Verwendung für die Menschheit?
Dadurch, dass die Wissenschaft immer weiter vorangetrieben wird, wird natürlich auch das Feld der Prothetik immer komplexer und fortschrittlicher. Mit dieser Entwicklung werden auch neue Fragen aufgeworfen. Wie viel Technisierung verträgt ein Mensch überhaupt?
Ich möchte auch auf die Verschmelzung zwischen Körpergrenzen und der Prothese aufmerksam machen. Diese Verschmelzung macht es schwer festzustellen, ob es sich um einen Menschen handelt, oder um eine Maschine, den Cyborg.
Außerdem stellt sich mir die Frage nach der Sinnhaftigkeit mancher Optionen, die sich dem menschlichen Körper bieten. So zum Beispiel die Transplantation eines bluetoothfähigen Geräts, das biometrische Daten an einen Computer sendet. Wann ist ein Mensch noch ein Mensch und wann hört er auf, durch implantierte Technik einer zu sein? Auf diese Frage werde ich wohl in dieser Hausarbeit keine richtige Antwort finden. Denn auch wenn jeder Mensch durch bestimmte Richtlinien normiert wird, will er doch auch immer einen gewissen Grad an Individualität beibehalten. So hat jeder Mensch, pauschal gesagt, eine eigene Äußerlichkeit, eine Seele und eine eigene Meinung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Begrifflichkeit des Körpers
3. Die Entwicklung der Prothetik
4. Die Prothese
5. Körper – Mensch – Cyborg – Technik
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die fortschreitende Technisierung des menschlichen Körpers und die damit einhergehende Entwicklung von Prothesen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Auseinandersetzung mit der Grenze zwischen dem organischen Menschen und der maschinellen Erweiterung, sowie die Frage nach der Bewahrung von Individualität und Menschsein in einer zunehmend optimierten und technisierten Welt.
- Historische Entwicklung und Ursprünge der Prothetik
- Begriffsdefinitionen von Körper, Leib und Prothese
- Die Transformation vom Menschen zum "Cyborg"
- Ethische Fragestellungen zur Technisierung des Körpers
- Gesellschaftliche Normvorstellungen und Körperbilder
Auszug aus dem Buch
Die Entwicklung der Prothetik
„Einen (...) Blick in die Geschichte wie auf den derzeitigen Entwicklungsstand (oder gar in die Zukunft) der Körperprothetik zu wagen, ist ein schwieriges Unterfangen, weil bis heute systematische und umfassende historische Arbeiten (...) fehlen.“ 12
Es existieren jedoch original Fundstücke und Schriften, die es erlauben über die Vergangenheit zu berichten und Vermutungen über die Zukunft zu treffen. So beginnt die Geschichte der Prothese wahrscheinlich 600 vor Christus. In einem ägyptischen Grab einer Frau, haben Archäologen eine Prothese einer großen Fußzehe gefunden. Diese Prothese wurde aus Holz gefertigt und mit Hilfe einer Lederapparatur um den Fuß befestigt. Anhand vieler Gebrauchsspuren konnte nachgewiesen werden, dass diese Fußzehe tatsächlich verwendet wurde um besser laufen zu können und nicht nur als Körperschmuck genutzt wurde.13
Ebenfalls in einem ägyptischen Grab wurde eine künstliche Hand aus dem Jahr 300 vor Christus aus Leder gefunden. Diese Hand wurde wahrscheinlich jedoch als Schmuckhand genutzt. Sie hatte lediglich einen „kosmetischen Zweck“14. (Abbildung 3)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Seminarthema der Technisierung des Körpers ein und formuliert die zentralen Fragen nach den Grenzen der Mensch-Maschine-Verschmelzung.
2. Zur Begrifflichkeit des Körpers: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Körperbegriffs, differenziert zwischen Leib und Körper sowie zwischen Sex und Gender.
3. Die Entwicklung der Prothetik: Hier wird der historische Abriss der Prothetik dargelegt, von antiken Fundstücken bis hin zu modernen neurobionischen Ansätzen.
4. Die Prothese: Der Begriff der Prothese wird etymologisch geklärt und die Entwicklungslinien des Verschmelzens von Organischem und Unorganischem werden analysiert.
5. Körper – Mensch – Cyborg – Technik: Dieses Kapitel behandelt den Transhumanismus und die kritische Auseinandersetzung mit der Definition des Cyborgs als Hybridwesen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die ambivalenten Auswirkungen der Technisierung zusammen und reflektiert die Eigenverantwortung des Menschen gegenüber einer zunehmenden Abhängigkeit von Technik.
Schlüsselwörter
Technisierung, Prothese, Körper, Cyborg, Transhumanismus, Mensch, Maschine, Körperbild, Biometrie, Technik, Individualität, Evolution, Organisch, Unorganisch, Fortschritt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Technisierung des menschlichen Körpers und der Rolle von Prothesen in diesem Prozess.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Prothetik, die theoretische Definition des Körpers und die ethische Diskussion über die Verschmelzung von Mensch und Technik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der technischen Optimierbarkeit des menschlichen Körpers und der Bewahrung der menschlichen Individualität zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die historische Belege mit philosophischen und soziologischen Theorien verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Körperbegriff, die Geschichte der Prothese, der Transhumanismus sowie das Phänomen des Cyborgs detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Technisierung, Prothese, Cyborg, Körperbild und Transhumanismus.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen natürlicher und künstlicher Prothese?
Die Autorin differenziert zwischen der natürlichen Prothese als etwas Lebendigem bzw. Körperlichem und der künstlichen Prothese als technischem bzw. anorganischem Element.
Welche Rolle spielt die Sage der Heiligen Cosmas und Damian für die Untersuchung?
Sie dient als historisches Beispiel für frühe Vorstellungen und künstlerische Darstellungen der Beintransplantation als Ersatz für kranke Körperteile.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der modernen Technik im Alltag?
Die Autorin äußert eine ambivalente Haltung: Sie sieht Vorteile in der Effizienz und Erleichterung, warnt jedoch vor einer zunehmenden Abhängigkeit und dem Verlust von Kreativität.
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- Anonym (Author), 2014, Die Prothetisierung des Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372542