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Der Doppelgänger in der Romantik in E. T. A. Hoffmanns "Die Abenteuer der Silvesternacht"

Die Kopie des Ichs in der Literatur

Titre: Der Doppelgänger in der Romantik in E. T. A. Hoffmanns "Die Abenteuer der Silvesternacht"

Dossier / Travail , 2016 , 16 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Marcel Brand (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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„Finde noch heute deinen Seelenverwandten!“ So oder so ähnlich werben heutzutage viele Partnerbörsen. Sie versprechen einen Gleichgesinnten, einen Menschen, der genau so ist, wie man selbst. In Filmen und in der Literatur taucht dieses Phänomen ebenfalls häufig auf, wenn auch hier eher in negativem Zusammenhang. Doch gibt es die Kopie des eigenen Ichs wirklich? Oder ist dies nur der Wunsch der eigenen Phantasie? Hoffmann hat diese Frage in seinem Werk „Die Abenteuer der Silvesternacht“ aufgegriffen. Einen Überblick hierzu soll die vorliegende Ausarbeitung verschaffen.

Der erste Teil der Arbeit gibt eine Definition des Begriffes Doppelgänger und ordnet die Thematik knapp in die Epoche der Romantik ein, wobei Besonderheiten und Eigenschaften genauer erläutert werden. Im zweiten Teil liegt der Fokus vor allem auf den in der Erzählung vorkommenden Personen selbst. Untersucht wird die Funktion einzelner Charaktere sowie deren Beziehungen zueinander. Das spezielle Augenmerk liegt dabei auf dem Vergleich des reisenden Enthusiasten und Erasmus Spikhers. Es wird geklärt, in welchem Verhältnis beide Personen stehen und, im Hinblick auf das Hauptthema dieser Arbeit, ob sich Nachweise einer Doppelgänger-Funktion finden lassen. Darauf folgend werden weitere Figuren in Abhängigkeit dieses Ergebnisses untersucht. Hat E. T. A. Hoffmann sein ganzes Werk mit Doppelgängern bestückt?

„Der Begriff ‘Doppelgänger‘ bezeichnet zwei Personen, die durch Zufall oder durch Blutsverwandtschaft (meistens als Zwillinge) eine austauschbare physische Ähnlichkeit haben.“ Diese Definition ist zwar allgemeingültig, jedoch im Sinne der literarischen Romantik noch zu ungenau. Während dem Doppelgänger in anderen Epochen thematisch eine eher komödiantische Rolle zuteilwird, erfährt er zu Beginn des 19. Jahrhunderts weitere Attribute, die ihn oft als eine phantastische Gestalt erscheinen lassen. Das „literarische Motiv fächert sich über den rational erklärbaren Doppelgänger hin zum spukhaften Doppelgänger, der von magischen Kräften erzeugt wird und auf das Schicksal der Menschen Einfluss zu nehmen versucht.“ Sehr bedeutsam für die Romantik ist der Aspekt der Projektion der Bewusstseinsspaltung eines Individuums. Der Doppelgänger ist das Produkt eines zerspalteten Ichs aufgrund einer politisch instabilen Situation sowie innerlichen, seelischen Vorgängen, die es zerreißen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Motiv des Doppelgängers in der Romantik

3. Die Abenteuer der Silvesternacht und ihre Doppelgänger

3.1 Der reisende Enthusiast – Spiegelbild seiner selbst?

3.2 Doppelgänger überall?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das zentrale Doppelgängermotiv in E. T. A. Hoffmanns Erzählung „Die Abenteuer der Silvesternacht“. Ziel ist es, die Identitätsspaltung der Protagonisten zu analysieren und aufzuzeigen, wie Hoffmann durch eine fragmentarische Erzählweise die Auflösung des Individuums thematisiert und das Spiegelbild als Symbol für den Konflikt zwischen bürgerlicher Existenz und künstlerischer Sehnsucht nutzt.

  • Analyse des Doppelgängermotivs in der Epoche der Romantik
  • Untersuchung der Identität von Erasmus Spikher und dem reisenden Enthusiasten
  • Die Rolle der Geliebten und die symbolische Funktion des „Bösen“ (Dapertutto)
  • Intertextuelle Bezüge zu Peter Schlemihl
  • Die Bedeutung des Spiegelbildes als konstitutives Element der fiktionalen Realität

Auszug aus dem Buch

Die Abenteuer der Silvesternacht und ihre Doppelgänger

Am Anfang der Erzählung der „Abenteuer der Silvesternacht“ begleitet der Leser den reisenden Enthusiasten, dessen genauer Name nie erwähnt wird, zu einer abendlichen Gesellschaft. Dort trifft der Protagonist eine Frau, die er unter dem Namen Julie zu kennen glaubt. Jedoch kann er sich nicht ganz entscheiden, ob ihm diese Person bekannt oder doch fremd ist.

Der Reisende spürt das Gefühl der Vertrautheit. Ihr Blick löst in ihm einen „Strahl aus herrlicher Vergangenheit aus dem Leben voll Liebe und Poesie“ (AS 85) aus. Er ist benebelt von ihrer Schönheit (vgl. AS 87) und es scheint so, als hätte ihre Anwesenheit eine Art drogenhafte Wirkung auf ihn, da er sich nur danach sehnt, „bald ihr Kleid zu berühren, bald dicht bei ihr ihren Hauch einzuatmen“ (AS 86).

Andererseits empfindet der reisende Enthusiast auch etwas Unbekanntes an ihr. So spricht sie „in beinahe fremden Ton“ (AS 85) zu ihm. Seinem Empfinden nach hat „ihre ganze Gestalt [...] [sogar] etwas Fremdartiges angenommen, sie [scheint ihm] größer, herausgeformter in fast üppiger Schönheit, als sonst“ (AS 85). Sie scheint ihm sogar so unbekannt, dass er sie mit einem Gemälde vergleicht (vgl. AS 85f.). Ihm ist es also nicht möglich zu sagen, ob er einen echten Menschen oder doch nur ein Abbild vor sich stehen hat.

Trotz aller bösen Vorahnung überwiegt seine Neugier und Schwärmerei für Julie, was er in einer Aussage zusammenfasst: „Du nahst dich der herrlichen Blume, die in süßen heimischen Düften dir entgegenleuchtet, aber sowie du dich beugst, ihr liebliches Antlitz recht nahe zu schauen, schießt aus den schimmernden Blättern heraus ein glatter, kalter Basilisk und will dich töten mit feindlichen Blicken!“ (AS 85).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Doppelgängermotiv in Hoffmanns Werk und definiert das methodische Vorgehen bei der Untersuchung der Charaktere.

2. Das Motiv des Doppelgängers in der Romantik: Dieses Kapitel verortet das Doppelgängermotiv innerhalb der romantischen Literatur und erläutert es als Ausdruck einer inneren Zerrissenheit und Identitätsspaltung.

3. Die Abenteuer der Silvesternacht und ihre Doppelgänger: Der Hauptteil analysiert die komplexen Identitätsverflechtungen der Charaktere, insbesondere die These, dass der Enthusiast und Spikher identisch sind.

3.1 Der reisende Enthusiast – Spiegelbild seiner selbst?: Fokus auf die enge Verbindung zwischen dem Enthusiasten und Spikher durch den Vergleich ihrer traumatischen Erlebnisse und der Wahrnehmung ihrer Geliebten.

3.2 Doppelgänger überall?: Untersucht weitere Figuren wie den „Dapertutto“ und Peter Schlemihl sowie deren Funktion innerhalb des Doppelgängernetzwerks und der symbolischen Welt Hoffmanns.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Hoffmann die Fragmentierung des Ichs nutzt, um den romantischen Konflikt zwischen Realität, Sehnsucht und dem Untergang des Individuums darzustellen.

Schlüsselwörter

E. T. A. Hoffmann, Doppelgänger, Romantik, Identitätsspaltung, Spiegelbild, Erasmus Spikher, reisender Enthusiast, Giulietta, Julie, Dapertutto, Peter Schlemihl, Literaturwissenschaft, Ich-Zerfall, Phantastik, Individuum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Doppelgänger-Problematik in E. T. A. Hoffmanns Erzählung „Die Abenteuer der Silvesternacht“ und die psychologische sowie literarische Bedeutung der Identitätsverlustthematik.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Spiegelbild-Motivik, die romantische Zerrissenheit des Individuums zwischen bürgerlichem Leben und künstlerischem Wahnsinn sowie die Analyse der Erzählstruktur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu belegen, dass verschiedene Hauptfiguren als Doppelgänger fungieren und letztlich Teile einer fragmentierten Identität darstellen, die durch Hoffmanns Erzähltechnik verknüpft werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Textinterpretation der Erzählung basiert und durch den Rückgriff auf einschlägige Forschungsliteratur fundiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Vergleich von Erasmus Spikher und dem reisenden Enthusiasten, der Rolle der weiblichen Figuren Julie und Giulietta sowie der Interpretation von Randfiguren wie Peter Schlemihl.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Identitätsspaltung“, „Spiegelbild“, „romantische Sehnsucht“ und „Fragmentarisches Ich“ definiert.

Inwiefern spielt der „Dapertutto“ für das Verständnis der Doppelgänger-Existenz eine Rolle?

Dapertutto dient als Symbol für das Böse und ist unmittelbar mit dem Verlust des Spiegelbildes sowie der Verführung durch die Geliebten verknüpft, was ihn als notwendigen Katalysator für die Zerstörung des Individuums ausweist.

Warum wird Peter Schlemihl in der Analyse als zusätzlicher Doppelgänger aufgeführt?

Schlemihl fungiert als Spiegel für den Verlust der eigenen Identität („teures Selbst“), wobei sein Gastauftritt Hoffmanns Erzählweise der Fragmentierung unterstreicht.

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Résumé des informations

Titre
Der Doppelgänger in der Romantik in E. T. A. Hoffmanns "Die Abenteuer der Silvesternacht"
Sous-titre
Die Kopie des Ichs in der Literatur
Université
University of Mannheim
Note
1,7
Auteur
Marcel Brand (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
16
N° de catalogue
V372817
ISBN (ebook)
9783668503304
ISBN (Livre)
9783668503311
Langue
allemand
mots-clé
Doppelgänger Romantik E. T. A. Hoffmann Analyse Die Abenteuer der Silvesternacht Ich
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Citation du texte
Marcel Brand (Auteur), 2016, Der Doppelgänger in der Romantik in E. T. A. Hoffmanns "Die Abenteuer der Silvesternacht", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/372817
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Extrait de  16  pages
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